Horoskopbeispiele > Karma Psyche Mythos Horoskopbeispiel

Karma, Psyche, Mythos
Esoterische Horoskopdeutung

für

Michelle Marie PFEIFFER

geboren am 29.04.1958
in Santa Ana
 
 

Erstellt am 22.03.2000


Eine
SolaNova-Auswertung
© CosmoWorld GmbH - Texte von Akron
 

Inhaltsverzeichnis
HOROSKOP - KARMA/PSYCHE/MYTHOS 4

PERSONENDATEN 4

 EINFÜHRUNG IN DIE ASTROLOGIE 4
Der kybernetische Ansatz 6

 DAS KARMA IM HOROSKOP 10
Sonne in Quadrat zu Uranus 10
Sonne in Halbquadrat zu Venus 11
Sonne in Opposition zu Neptun 12
Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn 13
Merkur in Opposition zu Jupiter 15
Venus in Quadrat zu Saturn 17
Mars in Trigon zu Neptun 18
Mars in Opposition zu Pluto 19
Jupiter in Sextil zu Saturn 20

 DIE HINTERGRÜNDE DES KARMAS 22
Sonne im 11. Haus 22
Merkur im 11. Haus 22
Venus in Fische 23
Venus im 10. Haus 23
Mars in Fische 23
Mars im 10. Haus 23
Saturn im 7. Haus 24
Uranus im 3. Haus 24
Neptun im 5. Haus 24
Pluto im 4. Haus 24

 PSYCHOLOGISCHE STRUKTUR 25
Sonne in Quadrat zu Uranus 25
Sonne in Halbquadrat zu Venus 26
Sonne in Opposition zu Neptun 27
Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn 28
Merkur in Opposition zu Jupiter 29
Venus in Quadrat zu Saturn 31
Mars in Trigon zu Neptun 32
Mars in Opposition zu Pluto 33
Jupiter in Sextil zu Saturn 35

 PSYCHISCHE HINTERGRÜNDE 37
Sonne im 11. Haus 37
Merkur im 11. Haus 37
Venus in Fische 38
Venus im 10. Haus 38
Mars in Fische 39
Mars im 10. Haus 40
Saturn im 7. Haus 40
Uranus im 3. Haus 40
Neptun im 5. Haus 40
Pluto im 4. Haus 41

 MYTHOLOGISCHES MODELL 42
Sonne in Quadrat zu Uranus 42
Sonne in Halbquadrat zu Venus 43
Sonne in Opposition zu Neptun 44
Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn 45
Merkur in Opposition zu Jupiter 45
Venus in Quadrat zu Saturn 47
Mars in Trigon zu Neptun 47
Mars in Opposition zu Pluto 48
Jupiter in Sextil zu Saturn 49

 COPYRIGHT 51
 
  


HOROSKOP - KARMA/PSYCHE/MYTHOS
Eine SolaNova-Auswertung von Andreas Rebmann, Schwäbisch Hall

PERSONENDATEN

Name: Michelle Marie PFEIFFER Erstellt: 22.03.2000
Geb.-Datum: 29.04.1958 Geb.-Ort: Santa Ana
Geb.-Zeit: 08:11:00 Breite: 33° 46' 00" N
Geb.-Tag: Dienstag Länge: 117° 52' 00" W
Zeit-Zone: +07h 00m W (=PDT) Häuser: GOH/Koch

EINFÜHRUNG IN DIE ASTROLOGIE

Kurzer Rückblick durch Raum u. Zeit

 Altertum

Die ersten astrologischen Texte stammen von den Babyloniern, auch wenn man annimmt, daß sie aus der Kultur der Sumerer, einem noch älteren Volk, übernommen wurden. Darin begegnen wir den Gestirnen als machtvollen Göttern, die das Schicksal der Völker bestimmen, denn die babylonische Astrologie war auf die Vorherbestimmung von Ereignissen großen Ausmaßes wie Kriege, Dürren oder Überschwemmungen angelegt. Ihre Überlieferungen weisen sie als exzellente Beobachter des Sternenhimmels aus. Es war ihnen gelungen, die inneren Gesetzmäßigkeiten der Himmelsbewegungen zu erkennen, denn die ersten Ephemeriden (Vorausberechnungen der Gestirnsläufe) finden wir schon auf den Tontafeln des assyrischen Königs Assurbanipals (7. Jh. v. Chr.).

Die Griechen vertrauten sich dagegen lieber ihren Göttern und Orakeln an, die ihnen in ihrem sibyllinischen Charakter näherstanden als die starre Himmelsmechanik der Babylonier. Nur zögernd übernahmen sie deren Planetenmodelle, und es dauerte mehrere Jahrhunderte, bis sich die Gestirnslehre gegenüber der Götterwelt durchgesetzt hatte. In der Alexandrinischen Zeit jedoch zerfielen die alten Vorstellungen von Zeit und Raum, und es entstanden Erkenntnisse, die bis heute gültig sind. Der große alexandrinische Mathematiker und Astrologe Ptolemäus erkannte als erster die Verschiebung des Sternenhimmels, aufgrund dessen ein Mensch, der im Zeichen des Widders geboren wurde, zweitausend Jahre später am gleichen Ort und zur gleichen Zeit astronomisch im Zeichen der Fische zur Welt käme. Er löste das Problem symbolisch und verlagerte den Zodiak einfach von Raum (astronomisch) in symbolische Zeit (astrologisch). Durch diesen Akt wurde die Astrologie von der Astronomie getrennt, denn die wirkliche Stellung der Fixsterne am Himmel wurde für die Astrologie nun uninteressant. Anstelle der wirklichen Gestirne setzte sie das Modell einer zeitlichen Abfolge von Tierkreiszeichen an den Himmel, wobei der Widder immer mit dem Frühlingsanfang beginnt, ganz egal, ob sich dieser räumlich im Zeichen der Fische oder wie in unserer Zeit am Übergang zum Wassermann befindet.

Im Rom der Kaiserzeit war die Stellung der Astrologie stark von den Launen der Mächtigen abhängig. Die Vorliebe zur Vorausschau war zwar ungebrochen, aber die Techniken der Weissagung wechselten sich in der Gunst der Herrscher ab. Überflügelt wurden die Astrologen vor allem von den Auguren, Priestern, die aus dem Vogelflug den Willen der Götter zu deuten verstanden.

Stellvertretend für die Astrologie in anderen Kulturen seien hier die Priesterseher der Maya und Azteken genannt. Die Zukunft der männlichen Nachkommen wurde durch das Sternbild geregelt. Nach der Geburt traten die Priester zusammen und erstellten das Horoskop, aus dem sie die Bestimmung des Knaben herauslasen: Sklave oder Priester, Ritualopfer oder Soldat. Sie sahen in den Gestirnen den Willen der Götter, und durch das Entschlüsseln der himmlischen Chiffren festigten sie ihre Macht.

Mittelalter

Im frühen Mittelalter stellte sich für die Theologen die Frage, ob sie die Astrologie als rechtmäßige Wissenschaft betrachten oder als böses Zauberwerk verwünschen sollten. Was für die einen eine ernstzunehmende Wissenschaft war, war für die anderen eine widerrechtliche Einmischung in die allein geltende göttliche Weissagung. Thomas von Aquin schließlich fand einen Ausgleich: Solange sich die Astrologie der Geisterbeschwörung enthielt, könne sie die Lehren der Kirche durch ihre kosmische Komponente bereichern. Lehrstühle wurden an den Universitäten eingerichtet, und unter den Dozenten befanden sich die berühmtesten Astronomen jener Zeit. Es war nicht zuletzt die Unterstützung durch die Päpste, die der Astrologie während der Renaissance zu einer Blütezeit verhalf. Böse Zungen behaupten sogar, daß Luthers schroffe Abweisung der Astrologie ihren Ursprung in der Tatsache hatte, das sie sich im Vatikan so ausbreitete.

Mit dem Aufkommen der exakten Naturwissenschaft verlor die Astrologie aber ihre Bedeutung. In dem von den Lehren René Descartes (1596-1650) geprägten Zeitalter des Rationalismus war kein Platz mehr für die ungesicherten Botschaften der Astrologie, denn sie denkt weder logisch, kausal, rational noch linear, sondern symbolisch, ganzheitlich, irrational und analog. Zuerst verschwanden die astrologischen Lehrstühle an den Universitäten, dann wurde die Astrologie verboten und schließlich die Astrologen als Ketzer verbrannt.

Damit war die Astrologie vorerst gestorben, aber sie wurde immer wieder zu neuem Leben erweckt, denn der Wunsch, Verborgenes zu erfahren, ist dem Menschen angeboren. Der Astrologe, der Schamane oder das Medium in Trance stehen genauso wie der Physiker oder der Tiefenpsychologe in einer langen Reihe, Unergründliches zu erforschen, die ihre Ahnen in der babylonischen Astrologie, den keltischen Steinkreisen, den griechischen Orakeln oder der römischen Wahrsagerei aus dem Vogelflug oder den Eingeweiden geschlachteter Opfertiere hat.

Neuzeit

Daß die Astrologie gerade in unserer Zeit einen solchen Aufschwung erlebt, ist zwar erfreulich, spricht aber nur indirekt für die Astrologie, drückt sich darin doch vielmehr das Unbehagen des Menschen gegenüber den Schattenseiten des rationalen Fortschritts aus, dessen rasender Entwicklung das Individuum nicht mehr zu folgen vermag. Von der Voraussetzung ausgehend, daß alles, was er in der äußeren Welt anstrebt, zuerst als inneres Bild in ihm selbst vorhanden ist, äußert sich in seinem Wunsch nach äußerer Erkenntnis gleichzeitig auch der Wunsch nach Selbsterkenntnis.

Trotzdem kann man jetzt nicht davon ausgehen, daß das Geburtshoroskop die Erklärungen für die Umstände abgibt, denen man im Leben begegnet, und daß diese in allen Fällen unverrückbar wären. Man kann eher davon ausgehen, daß die Planetenstellungen im persönlichen Horoskop den individuellen Gesichtswinkel bestimmen, aus dem heraus wir die Umwelt betrachten - also gewissermaßen einer Einladung gleichkommen, wie wir die an sich unbestimmten Eindrücke aus der Außenwelt zu erleben und für uns auszuwerten haben. Demnach ist unser Horoskop der Schlüssel, der uns aufzeigt, wie wir die Welt wahrnehmen, damit sie unserer Anlage entspricht. Nicht, weil dies der Wahrheit, sondern weil es der Perspektive unseres Bewußtseins entspricht. Denn die universale Energie ist eine unpersönliche Kraft, weder gut noch böse. Sie wird erst durch die Muster unseres Bewußtseins in weiß oder schwarz unterschieden. Die Unterscheidungen entstehen folglich im Gehirn, in unserem Denken.

Der kybernetische Ansatz

Die inneren Prägemuster

Fassen wir also zum Gedanken Vertrauen, daß alles, was uns aus der Außenwelt berührt, immer nur die äußere Reflexion auf unbewußte innere Verhaltensmuster ist. Wenn ein Mensch beispielsweise an der aggressiven Färbung seiner Umwelt leidet, dann erkennen wir darin die negative Prägung durch seine eigenen Verhaltensmuster. Voraussetzung zu dieser Störung könnte möglicherweise sein, daß er in der Kindheit für einen Anlaß so heftig bestraft wurde, daß fortan die Angst, wieder Prügel zu bekommen, stärker wurde als der Mut, die eigenen Aggressionen loszuwerden. Die Angst aber, Prügel zu erhalten, entspricht der inneren Vorstellung, Prügel zu verteilen. Mit anderen Worten, nur wenn ich mir selbst vorstellen kann, andere brutal zusammenzuschlagen, kann ich die gleiche Vorstellung umgekehrt dazu benutzen, mir das Beziehen von Prügeln durch andere aufregend auszumalen.

Versuchen wir uns dies an einem ausführlicheren Beispiel zu erhellen. Der kleine Peter, der sich von seiner Mutter nicht geliebt fühlt, reagiert darauf, indem er sich als unliebsam empfindet. Da er auf die Gefühle der Mutter aber nicht verzichten kann, liefert er sich eben den Gefühlen aus, keine Liebe zu bekommen, weil er sich mit der Mutter gegen sich selbst verbündet, um wenigstens das Gefühl der Schuld zu bekommen, wenn er schon das Gefühl der Liebe nicht erhält:

Ich bin nicht liebenswert, weil ich nicht so sein kann, wie meine Mutter mich liebt!

Ist der kleine Peter aber groß geworden, dann ist diese negative Fixierung immer noch vorhanden, denn jetzt interessiert er sich nur für Frauen, die ihm seinen negativen Gefühlswert bestätigen (die ihn also auch nicht lieben können, weil er nicht so ist, wie seine Mutter ihn liebt).

Trotzdem kann man nicht behaupten, daß der große Peter keine Gefühle kennt, sind es doch ganz im Gegenteil sehr starke Gefühle, die er ausdrückt, nur eben auf der Haben-Seite, auf der Schuldebene, im Schattenbereich. Darum müssen wir uns hüten, falsche Schlüsse zu ziehen, indem wir zum Beispiel annehmen, daß sich diese Gefühle auf der unerlösten Ebene negativ in Peters Leben auswirken, denn damit würden wir die Werte polarisieren. Die Werte folgen in ihren Auswirkungen den Ursachen, auf die sie sich beziehen. Wie wir das beurteilen, ist unsere Sache, aber wir müssen auch wissen, daß Menschen in ihrer Geschichte mehr Leid durch die negative Fixierung des Leidens als durch das Leid selbst entfacht haben. (Mit anderen Worten, die soziale Gewichtung des Umfeldes bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann das Individuum mehr belasten als das Problem selbst.)

Die Schwierigkeit ist vielfach die, etwas ändern zu wollen, ohne die Zusammenhänge zu erkennen. Peter wird nicht krank, wenn er seine Gefühle auf der unerlösten Ebene ausleben kann, weil dieses Syndrom ja nicht nur Strafe, sondern gleichzeitig auch der Versuch der Psyche ist, sich durch Einbeziehung des Schattens wieder in Harmonie zu bringen. Anders ausgedrückt, Peters negatives Muttergefühl zwingt ihn dazu, sich im Leben Frauen zuzuwenden, die ihm keine Liebe geben können - was in sich stimmig ist, denn nur in diesen Frauen kann er sein eigenes Mutterbild finden, weil dies der logischen Wirkung auf die vorhandenen Ursachen entspricht. Damit ist Peter mit seinen eigenen Problemen auf eine unerlöste Art in Harmonie. Krank wird Peter erst, wenn man ihm erklärt, daß sein Frauenbild nicht stimmt und man eine Änderung herbeiführen will, ohne die Voraussetzungen in seiner Psyche zu berücksichtigen.

Die rückwärts wirkende Kausalität

Um das Problem aber in seinem inneren Zusammenhang zu betrachten, müssen wir das Prinzip von Ursache und Wirkung verlassen. Dieses Prinzip ist nur der Kunstgriff unseres Verstandes, um uns die Strukturen in der Welt einsichtiger zu machen (denn die Voraussetzungen unseres Verstandes zwingen uns, die Welt nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung zu betrachten).

Wir müssen begreifen, daß die Ursachen, aus denen sich die Wirkungen ergeben, selbst nur Wirkungen davorliegender Ursachen sind, die sich auf immer weiter zurückliegende Voraussetzungen zurückführen lassen. Die Ursache von Peters Frauentrauma, sein Mutterbild, ist lediglich die Wirkung weiter zurückliegender Ursachen, die wiederum Wirkungen noch tieferer Ursachen sind. Peter muß sich zumindest Gedanken über die Gesamtzusammenhänge machen, um sich mit seinem Problem spirituell auseinandersetzen zu können.

Es ist also wichtig zu wissen, daß Peters Probleme eine Folge von Wirkungsprinzipien sind, die auf Ursachen folgen, deren Grundlagen in Peter selbst zu suchen sind. Und ähnlich, wie die Menschheit keinen Frieden finden wird, solange sie ihr Verhalten nicht ändert, weil der Krieg exakt den Auswirkungen menschlicher Verhaltensmuster entspricht, so wird sich Peters Frauenbild nicht ändern, indem er der Mutter jetzt die Schuld gibt. Die Mutter ist nicht nur Ursache, sondern auch Wirkung in Peters traumatischem Verhalten, das gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft weist.

Versuchen wir einmal, die Ursachen in unserem Beispiel umzustellen. Dann ist Peters Frauenbild nicht mehr gestört, weil er von der Mutter keine Liebe empfing, sondern er benutzte im Gegenteil die Mutter, die ihm keine Liebe geben konnte, um sein eigenes, inneres Frauenbild in der Außenwelt zu gestalten. Oder noch drastischer: Peters Mutter will ihm alle Liebe geben, doch sein inneres Empfinden ist nicht auf diese Schwingung eingestellt, und so erhält er keine Mutterliebe. Er empfängt auf einer Frequenz, auf der die Liebe der Mutter nicht durchdringt oder umgekehrt, dort, wo die Muttergefühle fließen, erhält er keine Signale.

Solche Beobachtungen helfen uns zu erkennen, daß unsere objektive Wirklichkeit einem Denken entspricht, das sich aus seinen Beobachtungen selbst ausschließt, weil es glaubt, außerhalb zu stehen und die Welt getrennt von der eigenen Wahrnehmung zu sehen. In Wirklichkeit gibt es nur die Wechselwirkung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, wobei der Beobachter das, was er sehen will, in das zu Beobachtende einfließen läßt, um in der Außenwelt die Bestätigung für das zu erhalten, was er sehen will.

Erst wenn er die Mutter von seinem inneren Bild abzieht, kann er die äußere Frau rehabilitieren, die sonst nur zum Opfer seiner inneren Vorstellung wird. Wenn er seine Kindheit mittels dieser Perspektive nochmals nachvollzieht, kann er vielleicht den unbewußten Mechanismus erkennen, immer dann Liebe von der Mutter gefordert zu haben, wenn diese durch äußere Umstände verhindert war. Dieses unbewußte Verhalten, in den unpassendsten Momenten Gefühle auszudrücken oder zu erwarten, entspricht dem Senden und Empfangen auf verschiedenen Frequenzen, was aber nicht die Schuld der Mutter, sondern eine gewisse Nicht-Übereinstimmung in den Gefühlen von Kind und Mutter ist.

Die individuelle Perspektive (Der Mechanismus der Zuneigung)

Wir haben an Peters Mutterproblemen gesehen, daß die Probleme nicht von der äußeren Erscheinung, sondern vom inneren Bild herrühren, das über die Mutter nur ausgelöst wird. So können wir erkennen, daß wir eine Sache nicht so sehen, wie sie ist, sondern nur, wie die Bereitschaft, sie zu sehen, in uns selbst vorhanden ist. Wenn Disharmonien zur Mutter in der Psyche des Kindes angelegt sind, dann kann sich die Mutter verhalten, wie sie will - immer wird sie vom unbewußten Verhalten des Kindes in eine Lage gezwungen, in der sich die Spannungen auch auslösen.

Immer sind es die Gefühle uns selbst gegenüber, die uns Menschen zwingen, die Welt aus jener Perspektive zu beurteilen, die den Gefühlen entspricht, mit denen wir uns identifizieren. Es sind die Gefühle, die uns anziehen, an die wir uns je nach Anlagen zu binden haben und die dann über diese Bindungen die Funktionen oder Wirkungen in unserem Leben festlegen, die wir aufgrund unserer Veranlagungen in unser persönliches Schicksal übernehmen.

Die Gefühle sind die individuellen Vorstellungen, sich genau von jenen Vorstellungen in der Welt anziehen zu lassen, die auf der gleichen Wellenlänge liegen. Hieraus können wir lernen, daß die Schöpfer aller Bilder unsere inneren Gefühle sind, ein System von individuellen Vorstellungen, die einerseits auf angeborene Charakteranlagen zurückzuführen sind, andererseits aber auch auf anerzogene Verhaltensmuster, welche wiederum das Konglomerat von Erbanlagen sind.

Es ist genau dieses Beziehungsgeflecht, das sich durch die Geschichte der Menschen zieht und gleichsam zu der Straße wird, auf welcher Generationen vererbter Vorstellungen sich bewegen. Dieses Geflecht, das dem Verhalten der menschlichen Psyche entspricht, sich immer auf irgend etwas zu beziehen, ist die Welt, die sich aus dem Bewußtsein dieser Bilder nährt.

Die Auslösung des Schicksals

Somit kann das Kind seine Eltern für den Mangel an Übereinstimmung nicht mehr verantwortlich machen, weil nur der Mangel an Übereinstimmung in den Alltag übertragen werden kann, der sich im Kind selbst befindet. Man kann das Auto auch nicht verurteilen, das einem über die Füße fährt, weil es einem nur dann über den Fuß fahren kann, wenn die Bereitschaft, dies zu erleiden, in einem selbst vorhanden ist.

Im Schicksal spiegelt sich immer die Vollstreckung einer bestimmten Entwicklung. Ist man sich dieser Entwicklung nicht bewußt, so kann man das erlittene Schicksal nur schwer akzeptieren, weil man die Voraussetzung der Schicksalserfüllung nicht in sich selbst sieht. Wenn ich aber die Voraussetzungen zur Schicksalserfüllung nicht in mir selber sehe, werde ich keine Verantwortung für das übernehmen können, was mir passiert.

Das, was mir begegnet, wird scheinbar ausgelöst von der Umwelt, die mich umgibt. Es sind jedoch die inneren, unerlösten Bilder in mir, die mich zwingen, mich denjenigen Umständen in der Umwelt auszuliefern, die mich dorthin dirigieren, wo mich mein verdrängtes, unakzeptiertes Schicksal von außen zwangsweise wieder einholt. Wenn ich das, was in mir angelegt ist, nicht selber erfülle, dann wird das Zu-Erfüllende von außen bewirkt, wobei allerdings das, was mir zur Schicksalserfüllung verhilft, vielleicht nicht immer sehr angenehm ist.

Wir können davon ausgehen, daß wir selbst die Verursacher unserer Erlebnisse sind. Aufgrund unserer Vorstellungszwänge, wie wir die Welt wahrzunehmen haben, binden wir uns an das Ereignis Leben. Gleichzeitig beschweren wir uns aber über diese Bindung und beklagen sie als böses Schicksal, das uns von den Göttern aufgezwungen wurde, beneiden unsere Nachbarn, eifern fernen Helden nach und streben nach Profit. Damit erschaffen wir eine Welt, in der Kampf, Leistung und Rücksichtslosigkeit vorherrschen. Von der Wiege bis zur Bahre wählt jeder aus dem unerschöpflichen Trog von Perspektiven diejenigen Sichtweisen heraus, die seiner inneren Ausrichtung an die Geschehnisse in der äußeren Welt entsprechen.

Viele sprechen dann von schwerem Schicksal, wo es sich doch um die Kompensationsmechanismen der Seele handelt, um das eigene Schicksal zu erfüllen. Ob das die Pleite ist, die sich abzeichnet, oder die Ehefrau, die wegläuft, ob es das Auto ist, das einem über die Füße fährt oder der Blumentopf, der einem auf den Kopf fällt: Wichtig ist zu akzeptieren, daß einem auf dem Schicksalsweg nichts anderes begegnen kann als das, was in einem selbst angelegt ist. Auch wenn wir uns im Glauben wiegen, unser eigenes Leben zu kontrollieren, weil uns die Verplanung der materiellen Realität dies suggeriert: In Wirklichkeit werden wir von den Wirkungen unserer Handlungen herumgeworfen, in denen die unsichtbaren Keime künftiger Entwicklung schon eingegossen sind!

Die mehrdimensionale Perspektive

Die Welt, so wie sie sich uns darstellt, entspricht der Summe unserer Erfahrungen, die wir durch unsere Taten mit eben dieser Welt gemacht haben. Das entspricht gleichzeitig auch unserem Denken, in das beständig neue Erfahrungen einfließen, was sich in einem immer wieder leicht modifizierten Weltbild niederschlägt. Nun müssen wir aber wissen, daß wir nicht generell Erfahrungen anziehen, sondern uns nur von Erfahrungsmustern anziehen lassen, die zu unserer Weltanschauung irgendwie in Verbindung stehen. Da diese Weltanschauung sich wechselwirkend aus den gemachten Erfahrungen zusammensetzt, ist hier leicht nachvollziehbar, daß das menschliche Bestreben nicht darauf zielt, die Welt kennenzulernen, sondern sich immer mehr in seinen eigenen Erfahrungen zu bestätigen.

Setzen wir weiter voraus, daß unsere persönliche Erfahrung unserem persönlichen Wirken in der Welt entspricht und dieses Wirken unseren ererbten Anlagen, so können wir vermuten, daß die Schaltzentrale für unsere Taten nicht in unserem Bewußtsein sitzt, sondern in jener vieldimensionalen Persönlichkeit, in die wir uns mit unserer ganzen Ahnenreihe (Inkarnationskette) teilen.

Unsere Horoskop-Persönlichkeit stellt also nur einen Ausschnitt unseres Gesamtwesens dar, das wir innerhalb unseres Raum- Zeit-Kontinuums zum Ausdruck bringen. Unsere individuellen Anlagen ziehen dabei die noch fehlenden Erlebnismuster an, um sie über den Filter des bewußten Erlebens in die Gesamtperson zu integrieren.

Wir können nun versuchen, diese Gesamtpersönlichkeit als etwas zu erfassen, das sich durch seine eigenen Teilausschnitte (Fragmente) selbst erfährt. Genauso, wie sich der Mensch über seine Erlebnisse in der Welt (Berührungen mit der Kollektivpsyche) selbst zu erkennen sucht, genauso sucht sich die Gesamtwesenheit durch die Erlebnisse ihrer Fragmentpersönlichkeiten selbst zu erfahren.

Nicht nur die Gesamtpersönlichkeit prägt unser Wesen, sondern auch die Summe unserer Erfahrungen auf allen Realitätsebenen: Das Ich entspricht dem Geist des Ewigen, sich in die Dualität zu übertragen, und wird deshalb zum verkleinerten Rahmen, in dessen Reflexionen sich der Kosmos erkennt! (Der Geist der Schöpfung)
 

DAS KARMA IM HOROSKOP

 **** Sonne in Quadrat zu Uranus

VORGEBURT

Zwischen Uranus und Sonne fehlt die cherubinische Harmonie, und zwar deshalb, weil beide "Sonnen" sind. Unsere Sonne reflektiert den bewußten und sichtbaren Teil und Uranus den visionären, unbewußten. Denn Uranus ist der Übermittler unsichtbaren Lichts und zieht alle Ziele, welchen die Sonne auf der Erde leuchtet, am Ende aller Tage in die unsichtbare Welt zu sich, zur Lossprechung von unseren materiellen Bildern, oder symbolischer: zur Loskettung von unseren Fesseln am Tage des "Jüngsten Gerichts".

Dieses Gleichnis steht für die Entwicklung des Menschen, die zentrierten Fixierungen an die überlieferten Bilder früher oder später in den größeren Rahmen erleuchteter Schöpfungsvisionen überzuführen, was aus materiellerer Sicht aber ebenso berechtigt auf einen Weg ins Chaos schließen läßt. In diesem Sinn ist Ende und Anfang, Zerstörung und Aufbau identisch und Uranus die Synthese von Tod und Leben, Frühling und Fäulnis, was dem innersten Wesen des Unsichtbaren entspricht.

Gerade diese Antipoden, die in der Verbindung ihrer Kräfte unmittelbar ins Licht führen, zeigen gleichermaßen tiefstes Dunkel an, solange sie noch unvereinigt sind. Und das ist beim Start ins Leben meist der Fall.
 
 

Karmisch ziehst du die Ablehnung deiner Mutter an, die sich gegen die Rolle der Schwangerschaft wahrscheinlich wehrte, sei es, daß sie sich in ihrer Weiblichkeit selbst nicht darstellen wollte, sei es, daß sie sich in der Rolle der Erzieherin überfordert sah. Möglicherweise induzierte aber auch eine Ablehnung der eigenen Mutter bzw. der eigenen Weiblichkeit tief im Unbewußten ein ablehnendes Gefühl gegenüber der eigenen Mutterrolle. Dabei kommt es zur Bedrohung bereits im Mutterbauch (Schwangerschaftsgefährdung).

KIND

Diese Gefährdung, welche sich in den Strukturen deiner Seele schon während der Empfängnis spiegelt, wird zur ersten Erfahrung der Geburt. Sie nistet sich als unterschwellige Lebensbedrohung in deinem instinktiven Lebensverhalten ein und wird von dort aus als unbewußte Abwehr gegen jegliche Anpassung an die Bedingungen der Umwelt in den Alltag einbezogen. Wie eine unterschwellige Angst, die hochsteigt, eine Reaktion auf das Leben, etwas abzuwehren. Dadurch kommt es zur ständigen Rebellion, zum Ausbruch.

Deshalb warst du schon als Kind ungemein kreativ und beweglich, hattest aber Schwierigkeiten, dich in eine Sache zu vertiefen, denn die innere Angst, ständig auf der Hut sein zu müssen (vorgeburtliche Bedrohungsangst!), verhinderten Konzentration und auch Routine. Aber sie verliehen dir auch einen unerschöpflichen Drang nach immer neuen Abenteuern.

Die karmische Voraussetzung, dich in deinen Gefühlen nicht spüren zu können, zwang dich zu Handlungen, in deren Verrücktheiten du deine innere Unruhe unterzubringen versuchtest. Umgekehrt war die kühle Beziehung zu deinen Eltern aber auch Voraussetzung, die Umwelt zu provozieren, weil du dich nur in den Reaktionen der anderen spüren konntest.

FRAU

Dein inneres Dilemma ist die Angst, dich selber als Mensch nicht akzeptieren zu können, und darum wird auch Konkurrenz und Widerspruch nicht gut ertragen. Die Angst vor Auseinandersetzung ist so groß, daß du dich bei den leisesten Anzeichen von Herausforderung von allen bestehenden Banden losreißt, um jedem Streit, der immer wieder das Geburtstrauma auslöst, aus dem Weg zu gehen.

Die Voraussetzungen sind daher nicht gut, weil die unterschwellige Erinnerung an die Gefährdung im Mutterleib die Identität als eigene Wesenheit erschwert. Und da diese innere Verunsicherung der Welt nicht gezeigt werden will, versteckt sie sich hinter Widerspruch und Exzentrizität.

Für dich als Frau sind die Voraussetzungen dabei insofern etwas besser als beim Mann, weil du dich mit der Mutter leichter identifizieren und die Schwangerschaftsgefährdung dabei auf den Mann übertragen kannst, den du an Kindes Statt jetzt "adoptierst". Deine Selbstsicherheit ist dabei nicht so groß, wie du es dir selber gerne vorlügst. Das kompensierst du dadurch, indem du darauf bestehst, alles machen zu dürfen, nach was es dich zu tun gelüstet. Deshalb verlangst du nach einem Mann, der dir das Gefühl gibt, stark und unabhängig zu sein, indem er sich dir unterwirft und dich damit in die Mutterrolle katapultiert, in der du über seine Existenz verfügst. Damit ist die Voraussetzung erfüllt, das Vorgeburts-Trauma zu wiederholen, allerdings mit vertauschten Rollen. Jetzt bist du die Frau, welche den Mann quält (das Kind gefährdet!), weil er gleichzeitig mit seiner Unterwerfung auch deinen Respekt verliert.

Unter diesem Aspekt ist es sehr schwer, Verantwortung für Kinder zu übernehmen, weil du ja immer selber auf dem Sprung bist, auszubrechen, sobald dir die Umwelt auf die Füße tritt. Panikartige Angstzustände können bei werdenden Müttern ausbrechen, wenn die embryonalen Erinnerungen aus der Tiefe auftauchen und sich ins Bewußtsein drängen. Als Verhinderung dieser Bewußtwerdung kann es zum symptomatischen Verhalten kommen, dich von allem loszureißen (abzutreiben!), was dich mit den vorgeburtlichen Assoziationen konfrontiert.

**** Sonne in Halbquadrat zu Venus

VORGEBURT

Um zu merken, unter welchen inneren Gesichtspunkten (Karma) wir uns eine doch so positive Verbindung wie die von Sonne und Venus vorzustellen haben, müssen wir uns klarwerden, daß die vordringlichste Aufgabe der Venus-Komponente ist, die Gegensätze auszugleichen. Da durch den Sonneneinfluß dieses Verhalten sozusagen in den Brennpunkt des Geschehens rückt, Venus aber weder die nötige Kraft noch Tiefe aufweist, die Polaritäten auszugleichen, sondern höchstens ein hübsches Arrangement von Harmonie darstellt, zeigt sich unter dieser Konstellation das frustrierende Unbehagen, das innere Problem nicht in den Griff zu kriegen. Gleichzeitig lenkt Sonne/Venus vom Unbehagen ab, weil das Unbehagen ja selber eine ungelöste Polarität darstellt, die der Sonne/Venus-Mensch weder wahrhaben will noch kann. So wird er das Problem in einem Lösungsmodell verstecken und in seiner eigenen Inszenierung auftreten, in der er alles Problematische bewältigt hat. Um sich die eigenen Verdrängungen zu erhalten, vollführt er wahre Zauberkunststücke, um die Wirklichkeit darin verschwinden zu lassen.

FRAU

Trotz sympathischster Ansprechbarkeit und überpräsenter Kontaktbereitschaft zeigst du dich von einer inneren Zerrissenheit, welche geradezu diametral zu deinem äußeren Harmonieempfinden steht. Du hast dich sozusagen hinter dem Betragen verschanzt, der Umwelt mit stoischer, gleichbleibender und unverbindlicher Freundlichkeit entgegenzutreten. Geschliffenes Auftreten und charismatischer Charme verbindest du mit einer Tendenz zu Oberflächlichkeit und Leichtsinn, wobei der äußere Aufzug eines Menschen viel wichtiger erscheint als die inneren Werte. Du liebst das Heitere und Unbeschwerte und versuchst, durch sexuelle Freuden dem Schönen in der Umwelt beizukommen. Weil die Sexualität aber selten ohne Besitzdenken und frei von Zwängen ist, mutiert der Austausch körperlicher Gefühle zu lustdurchtränkten Wunschvorstellungen, welche du nach außen projizierst und als (Alp-)Träume dann zurückerhältst, denen du im Leben hinterherrennst. Du kannst und willst deinen Anspruch, nach höheren Maßstäben zu messen und irdisches Handeln durch göttliches Sosein zu ersetzen, nicht loslassen. Und so betäubst du dich eher mit den verstiegendsten Wahrnehmungen und Einsichten, als daß du eine spontane, unreflektierte Entscheidung zu treffen wagst. In Wirklichkeit leidest du sehr an deiner inneren Diskrepanz, und im idealistischen wie naiven Wunsch nach harmonischer Verschmelzung schwankst du zwischen Ernüchterung und Euphorie, Realität und Einbildung. Gleichzeitig versuchst du, einen eigenen Zugang zu den inneren Schöpfungskräften der Seele zu finden und den Wunsch nach allumfassender Liebe, Frieden, Schönheit und Vollkommenheit auf eine Ebene zu heben, wo die Realität dem nicht entgegenwirken kann.
 
 

* Sonne in Opposition zu Neptun

VORGEBURT

Der Träumer träumt, und der Träumer im Traum träumt sein Geträumtes, denn der Träumer ist sowohl Beobachter wie auch Akteur, denn es gibt nichts, was außerhalb seines Traumes liegt. Unter diesem Zeichen bist du besser in der Lage, diese Wahrheit zu ertragen, weil du dich selbst als Mysterium erfährst, wenn du dich einmal aus den Fesseln deiner Vorstellung befreit hast. Dir fällt es leichter, der Auflösung zu begegnen, da du dein Ego weniger auslebst, sondern deine Identität mehr den Vorstellungen der anderen nachempfindest, in der Darstellung der "fremdbestimmten" Rolle dann allerdings den Verlust der eigenen Identität beklagst. Doch wenn es dir gelingt, deine Aufmerksamkeit von den äußeren Wirkungen abzuziehen und dich den inneren Ursachen zuzuwenden, kannst du alle Ursachen des Lebens in dir selber finden, weil dir durch die kosmische Berührung der Sonne Einsichten zufließen, die normalen Sterblichen nicht zugänglich sind.

HINTERGRUND

Neptun zeigt ein Gefühl der Auflösung aller irdischen Bindungen und der Verschmelzung mit dem uferlos Göttlichen an. Wenn du aber versuchst, dieses Uferlose zu erfahren, die Auflösung der Anpassung an die Umwelt bewußt nachzuvollziehen, siehst du dich plötzlich einer Welt gegenüber, die mit deinen Denkwerkzeugen gar nicht mehr zu erfassen ist. Aber gerade, weil sie von deinem Bewußtsein nicht mehr auszumessen ist, läßt sich auch nie erfahren, ob sie die spirituelle Wahrheit verkörpert oder einfach den inneren Wunsch vertritt, sich den Lebenslügen der eigenen Verdrängungen hinzugeben und die Träume als Visionen "von oben" zurückzunehmen, an die du selbstbetrügerisch zu glauben vermagst!

Die Sonne benutzt Neptun sozusagen als Spiegel, um sich selber besser verstehen zu lernen. Dadurch lernt sie die materielle Welt als Spiel erkennen, wo zwischen einer Sichtweise und ihrem Gegenteil nur das Kriterium unserer persönlichen Beurteilung liegt. Gleichzeitig fühlt sich Neptun durch die Sonne herausgefordert, dieses Spiel mitzumachen und die Spielregeln einzuhalten. Da er aber durch seine innere Natur gleichzeitig die Spielregeln auflöst, finden wir unter Sonne/Neptun nun den Widerspruch, daß eine Lebensperspektive durch Auflösung schärfere Konturen zu gewinnen und durch das Erkennen einer höheren Wirklichkeit die inneren Möglichkeiten zu nähren vermag, um jene Dimensionen zu erreichen, aus deren Universalität sich eine andere Wirklichkeit erzeugt.

KIND

Unter dieser Voraussetzung wirst du in die Welt geboren mit der Aufgabe, solange im Dschungel deiner numinosen Suche herumzuirren, bis du dein inneres Ziel als die Erkenntnis erfährst, daß du deinen Vorstellungen nur so lange trauen kannst, als du nicht fragst, was jenseits dieser Vorstellungen ist. Wenn du merkst, daß du nur träumend über die Welt nachsinnst und dich gleichzeitig bemühst, dich so zu betrachten, wie du dich in deinen Träumen wahrnimmst, dann siehst du dich durch die offene Tür in eine Welt eintreten, die sich zwar der Welt entzieht, die aber immer wieder zu neuen offenen Türen führt (vgl. "Mythologisches Modell").

FRAU / MANN

Wir Menschen träumen gleichzeitig den gleichen Traum. Wir sind die Autoren, Regisseure und Akteure in einem Schauspiel, das von unseren Bewußtseinsvorstellungen getragen und von unserem urmenschlichsten Schöpfungsimpuls inszeniert wird, das aber auch nur ein Stück im Stück ist, das wiederum innerhalb eines weiteren Stückes nur ein weiteres Stück im großen Schöpfungsvorgang ist. Es gibt niemals ein Ende dieses Stückes. Dieses Ahnen nährt aber wiederum in dir die Angst, das Bewußtsein zu hinterfragen und hinter allen Vorstellungen nur das Nichts zu erfahren, welches dich wie ein Ungeheuer umzingelt.

Du ahnst, wie Erlebnisse in den Träumen vorbereitet werden, die sich zuerst im Halbbewußten ankündigen, bevor sie sich zu erlebbarer Wirklichkeit gestalten, und bist bereit, diesen inneren Strömen nachzuspüren, um sie als Urquell allen Handelns zu erkennen, als Pläne sozusagen, deren Verwirklichung dann das ist, was wir die erlebte Realität nennen. Deine inneren Ängste versuchst du dadurch loszuwerden, indem du dich an Personen klammerst, denen du die Abwehr dieses Ungeheuers (das Dagegenstemmen gegen diese Wahrheit) überträgst. Das entspricht dem Paradoxon, dich selber finden zu wollen, ohne persönliche Eigenart zu zeigen.

Die Angst vor der Realität des Alltags wird aber in dem Augenblick abgestreift, wo dein Vertrauen in die Spiritualität dieser höheren Erkenntnis Einzug hält. Das Wissen aus dieser transzendent vergeistigten Dimension ist sich der Relativität seines eigenen Denkens bewußt, weil es weiß, daß die Täuschung unserer Sinne dem Spiel entspricht, das wir uns selber ausgedacht haben und welches wir nur über die geistige Einsicht in korrekter Beachtung der Regeln überwinden können.

* Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn

VORGEBURT

Unter dieser harten Schale versteckt sich eine alte Seele, die schon mit vielen Erfahrungen konfrontiert wurde, diese vielen Lektionen aus zahlreichen Leben aber immer noch nicht als Reaktionen auf ihr eigenes Verhalten erkannt hat. Du hast noch immer nicht begriffen, deine Erfahrungen in den Fluß und Ablauf der natürlichen Entwicklung einzuordnen, sondern machst aus jeder natürlichen und folgerichtigen Entwicklung eine persönliche Angelegenheit und Leistung. Durch diese enge Perspektive hast du erneut das Karma heraufbeschworen, deine eigene Uneinsicht als unerkannter Spiegel (Drang zur Strukturierung, Verdrängung alles Absichtslosen) in dieses Leben hochzutragen.

Bevor wir uns aber die Frage stellen, wie dieses Problem gelöst werden könnte, ist es durchaus sinnvoll, sich zu überlegen, was denn mit diesem Verhalten kompensiert werden will? Was also die Voraussetzung in der Psyche ist, um zu jenem fixen Gesichtswinkel zu kommen, der nur über dieses überdrehte "Lerne oder Lehre"-Prinzip wieder zu integrieren ist. Irgendwie hat es mit den Gefühlen und der Beziehung zu ihnen zu tun. Saturn ist der Sachwalter der Sichtbarkeit und mißtraut der Schwingung der Gefühle, die für ihn immer eine Spur von Unüberprüfbarkeit und Irrationalität verkörpern. So ist es auch eine unbewußte Angst vor Zurückweisung, die den Saturn-Menschen ausfüllt, ein Gefühl der Unbedeutendheit ohne die verbrieften Ehren der Gesellschaft. Es ist eine Angst vor sich selber, vor der Natur, deren Ziel und Absicht in sich selber liegen, vor der unschuldigen Kreativität, welche dieser Natur verbunden ist und natürlich auch vor dem Geborenwerden und dem Tod, deren Sinn und Ziele nicht zu kontrollieren sind.

Es ist im Prinzip das Mißtrauen gegen sich selber, weil man das Ziel und den Zweck seiner Existenz nicht zu ergründen weiß, eine gefühlsmäßige Übereinstimmung mit dem Sinn seines Lebens ohne einsichtige Gründe aber auch nicht zu akzeptieren bereit ist. Also wird diese fehlende Gelassenheit in der Übereinstimmung mit der Natur ersetzt durch gesellschaftliche Ziele, deren Erreichung die fehlende Existenzberechtigung im nachhinein rechtfertigen.

Man ist also gezwungen, die Gefühle mit denkerischen Leistungsnormen zu strukturieren, als Garantie für realen Sinn und gesellschaftliche Werte und vor allem gegen das Leben und den Tod. Alles, was mit Liebe, Zuneigung oder spontaner Freude zu tun hat, wird schwer überfrachtet mit Begriffen wie Verantwortung, Pflichtbewußtsein, Beispielgeben oder Wohlverhalten.

Dieses persönliche Unvermögen, mit seinen Gefühlen ins Reine zu kommen, wird im späteren Leben gegen die anderen durchgesetzt, indem Pflicht und Verantwortung von der Umwelt verlangt und auch erwartet werden, welche aber nur die Kompensation der eigenen, nicht akzeptierten Gründe sind, das Ausgeliefertsein an seine eigene Geburt und an den Tod. Man liebt sich nicht und wenn, dann ist es nur die Idee seiner Leistung und Bedeutung, die Darstellung seiner positiv beurteilten Existenz.

KIND

Schon als Kind hat sich die Psyche nicht getraut, ihre eigene Person und ihre Gefühle darzustellen, aus einer Angst heraus, wegen ihres Verhaltens kaltgestellt zu werden. Damit verband sich eine Aggressionslähmung hinsichtlich der Durchsetzung der eigenen Interessen und ein Sichidentifizieren mit fremdem Empfinden, von dem man annahm, daß es das Umfeld besser akzeptierte als das eigene.

Das Schutzverhalten resultiert aus der ererbten Urangst, sich selber einzuschränken aus einer Furcht, für seine Abweichung von einem (angenommenen) Durchschnittsverhalten eingeschränkt zu werden. So verzichtet man auf sich selber und lernt, die akzeptierte Anpassung an die Außenwelt darzustellen, wobei man diese schließlich zu der eigenen Rolle macht.

Da der spontane Wille, das kindliche Erleben also nicht entwickelt werden konnte, wurdest du zu früh vernünftig und wirst deine Belastbarkeit und Disziplin schon dort bewiesen haben, wo das Ausmessen der eigenen Grenzen erst beginnt.

So fehlt die Freude aus dir selber, die Besinnung eigener Empfindung. Es entwickelte sich ein an Eigendisziplin orientiertes Verhaltensmuster. Die fehlende innere Entwicklung wurde mit äußerer Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit überdeckt, welche aber irgendwann zusammenbrechen mußte, weil diese ewige "Allzeit-Bereit"-Stellung die Seele ohne Zwang zur Leistung gar nicht leben und entwickeln läßt und sie dadurch überfordert.

Als Kind warst du sehr altklug, da du die unbewußte Reife aus vergangenen Inkarnationen in dir spürtest. Dadurch hattest du den tiefen Wunsch, Verantwortung aufgebürdet zu bekommen, weil du dich unbewußt weigertest, dein Kindsein zu akzeptieren. Was man also durch die psychologische Brille als das Aufbürden von Pflicht durch die Eltern interpretieren könnte, erweitert sich durch die karmische Sicht zum umgekehrten Versuch, deine Eltern dazu zu benutzen, dir die unbewußt ersehnten Pflichten zu übertragen, damit du dich über die Bedingungen deines Kindseins hinwegtäuschen konntest. Der kalte Vater wurde von dir geradezu in die Sündenbockrolle gedrängt, und damit übernahmst du die Initiative in dieser Maskerade, indem du den Vater aus dessen eigener Verantwortung entließest und ihn in die Maske der in dir selber angelegten Rolle bandest. War der Vater von seiner eigenen Anlage her geeignet, konnte er seine Aufgabe glänzend erfüllen, war er aber warmherzig und gütig, dann wurde er durch dein Verhalten entweder in die Verkörperung einer harten Rolle hineingezwungen, oder du übertrugst diese Rolle geeigneteren Autoritätspersonen.

FRAU

Aus dieser Blockade im seelisch-körperlichen Erleben kommt es als Kompensation zur Identifikation mit dem, was einem im Erleben hindert. Da man sich im Leben verhindert fühlt, identifiziert man sich mit der Rolle der Verhindernden, bestimmt sich also fremd, um aus dieser Fremdbestimmung die eigene Behinderung nicht selber zu leben. Man traut sich also nicht, die Türe zu seiner eignen Wahrheit aufzumachen, weil hinter dieser Türe das Chaos des Verdrängten steht.

Diese Türe aufzumachen, hieße das Übel an der Wurzel zu erfassen und seinen eignen Ängsten zu begegnen: Damit wäre auch die Frage beantwortet, wie man die Sonne/Saturn-Probleme jetzt lösen sollte. Indem man erkennt, daß die Einhaltung von Pflichten, die man von den anderen verlangt, gerade der eigene Schutzschild ist, hinter dem man sich versteckt, um sich nicht selber zu begegnen.

Das Problem ist nur, daß man seine eigenen Gefühle nicht entdeckt, seine eigene Mitte nicht gefunden und das Geheimnis der eigenen Identität sich nicht erschlossen hat. Die Sündenbock-Rolle des Vaters wird auf den Mann oder Liebhaber übertragen, der damit in seiner geschlechtlichen Rolle schon von vornherein kastriert wird. Der Mann wird beständig bekrittelt, weil er, was er auch tut, deinen Leistungsanforderungen nicht gerecht werden kann. Nur in der Sexualität ist der Leistungsanspruch umgekehrt: du verweigerst dich oft und würdest Sexualität gerne von der Menükarte der menschlichen Bedürfnisse absetzen. So wirst du die Befriedigung dieser Bedürfnisse wohl oder übel als notwendige Pflichterfüllung ohne inneres Engagement und Feuer möglichst rasch hinter dich bringen, um schnell zum inneren Motto wieder zurückzufinden: "Bete und arbeite!"

Als Mutter behandelst du deine Kinder unnachsichtig streng, weil du die fehlende innere Spontanität mit einem Verhaltensmodell von Recht und Ordnung kompensierst. Da du mit dieser Konstellation ja kaum gelernt hast, ganz einfach aus dir heraus entspannt und glücklich zu sein, überträgst du dieses Gefühl, dir selber etwas versagen zu müssen (um Anerkennung zu ernten), auf deine Kinder. Mehr, du erwartest von deinen Kindern, daß diese ein ähnliches Pflichtbewußtsein entwickeln, wie du es als Kind selber an den Tag gelegt hast, ohne zu bedenken, daß es sich dabei doch um deine eigene Anlage handelt. Du zwingst deine Kinder in die Vorstellung des eigenen Weltbildes, ohne den Mechanismus deines Verhaltens zu durchschauen.

** Merkur in Opposition zu Jupiter

VORGEBURT
 
 

Mit Merkur/Jupiter hast du die Aufgabe, die inneren Sehnsüchte auszumessen und in die Ratio zu integrieren. Jupiter ist dabei die Vorgabe, die ihr eigenes Gottesbild in der Welt der Wunder sucht, und Merkur der Koordinator, der das jupiterhafte Sehnen in den kollektiven Mustern findet. Er forscht in den alten Mythen und Archetypen und findet darin das passende Kleid, in dem sich Jupiter gefällt. Deshalb steigst du auf der Suche nach Erlebnistiefe in die Labyrinthe der Vergangenheit zu den Pharaonen oder Aztekenpriestern hinab, ohne zu erkennen, daß sich dahinter oft nur ein verlorener Lebenssinn (Vergangenheitssuche als Ich-Findung) verbirgt.

HINTERGRUND

So kannst du alle Mythen mit neuen Zielen zu Pseudowahrheiten verbinden, deren Zwecke einzig darin liegen, die innere Leere auszufüllen und von den eigentlichen Zielen abzulenken. Das richtige Ziel aber wäre, in der Vergangenheit das Zeitlose zu erkennen und daraus reale Gegenwartsbezüge zu gewinnen. Dazu bieten sich neben der Tiefenpsychologie, der Religionsphilosophie und vielen esoterischen Disziplinen auch die moderne Physik (das Wissen um die gleichzeitige Richtigkeit sich widersprechender Theorien) an.

Wenn du dein eigenes Unfaßbares also in dir selber finden willst - und nichts weniger als das ist es, was du unter dieser Konstellation anstrebst -, dann mußt du alle Werte aufgeben, die dir heilig sind, ohne aber die Form zu zerbrechen, worin du die neuen Inhalte auffängst. Wenn du erfahren willst, was dich noch trägt, wenn dich die allgemeinen Modelle nicht mehr tragen (und das ist es gerade, was wir "Jupiter" oder "Gottvertrauen" nennen), mußt du die Modelle aufs Spiel setzen, ohne aber die Form zu riskieren, in welche wir uns selber hineingestellt haben.

FRAU/MANN

Merkur/Jupiter erweitert Geist und Verstand, denn die Widersprüche im Leben wollen durch hinterfragendes Denken gelöst und darin gleichzeitig ein innerer Sinn erkannt werden. Die merkurial-jupiterhafte Form des Denkens ist vom inneren Wunsch erfüllt, Harmonie und Frieden durch den Austausch von Informationen herzustellen und aus der Erweiterung des Wissens Perspektive zu gewinnen. Die Verschmelzung von Seele und Geist muß über die Denkkanäle vollzogen werden, was mystische Ergriffenheit und seelische Bewegung nur in Modellen zuläßt. Mit einem gutgestellten Mond kann dennoch auf die überindividuellen, kollektiven und mythischen Bilder zurückgegriffen werden, weil sich in den lunarischen Kräften das archaisch oder magisch Unbewußte verborgen hält. In der Regel aber mußt du dein seelisches Manko, die Gefühlswelt transparent zu machen, durch denkerische Klimmzüge ausgleichen. Die seelische Transparenz muß über die Handhabung der Sprache geschehen, was natürlich einen Widerspruch in sich darstellt.

Tiefenpsychologisch finden wir hier das Streben, die "Dreidimensionalität des Ewigen" in die "Zweidimensionalität des Intellekts" hineinzuzwängen, was zu verschachtelt-vernebelten Gedankengebilden führt, die sich kristallisierend auflösen. Die kristallinen Verschwebungen finden sich in den gedanklichen Widersprüchen, die aber Anreiz zur Vereinigung bieten und damit das Unaussprechliche oder Undenkbare spiegeln, für das sie in der Dualität Symbol sein wollen. Du verstehst dich als ein nach Objektivität strebender Architekt des Ewigen, welcher die Grenzen der Vernunft "vernunftmäßig" sprengt, um das "Unaussprechliche" darin unterbringen zu können. Dabei bist du nur der Biograph im Akt des Erfassens deiner eigenen Seelenkräfte, der sich in den Möglichkeiten seiner Bilder selber untersucht. Du denkst dich locker ein, wo andere ihre Gefühlssensoren voll beanspruchen. Logisch-intuitives Denken ist angesagt (das sich ständig hinterfragt, ohne sich selber in Frage zu stellen), denn du siehst die Welt als ein Netzwerk gedanklicher Abläufe, die gesichtet, geordnet und in einen Gesamtzusammenhang gebracht werden müssen. Wissen wird hier zum totalen und allumfassenden Kanal, über den sich Kommunikation vollzieht. Einerseits zwischen Mensch und Mensch, andererseits aber auch zwischen Seele und Geist, weil unter Merkur/Jupiter den dunklen Schichten im Innern nur über das äußere Erfassen (Wissen) begegnet werden kann.

Wegen der Überfülle von Eindrücken, die es hier zu verarbeiten gilt, besteht allerdings auch die Gefahr, daß du dich in deinen eigenen Denkmustern verstrickst, denn deine Denkströme sind nie am Versiegen. Unentwegt damit beschäftigt, neue Eindrücke zu sichten, fließen deine Gedanken an allen Ecken und Enden über und die Begabung, auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu denken, macht dich für Hirnstörungen anfällig. Deine Bemühungen, allen widersprüchlichen Bereichen gerecht zu werden, lassen dich die Informationen aus einem so weitgesteckten Umfeld sammeln, daß es dir vielfach nicht gelingt, die vielen Meinungen und Belehrungen unter einen Hut zu kriegen. Die äußere Überfülle spiegelt sich im inneren Erleben wider und der Wunsch, Wanderer "und" Weg sein zu wollen, schlägt sich im gesellschaftlichen Verhalten nieder, gleichzeitig in vielen Sätteln unterwegs zu sein.

WELTBILD

Heute wird der Sinn unseres Daseins nicht mehr im Gottesdienst empfangen, sondern in den Denklaboren der Biochemie oder der Atomphysik. Die moderne Erkenntnisfindung berücksichtigt die Relativität ihrer eigenen Axiome, und die schnellen Medien verbreiten jede neue Sinnfindung in Windeseile in jedem Wohnzimmer. Unglaubliche Wirklichkeitseinbrüche pochen laut an die Pforten unserer Weltvorstellung, und die Phantastik durchdringt langsam den Alltag. So ist es nicht verwunderlich, daß durch die zunehmende Abhängigkeit von der sich immer schneller entwickelnden Technik sich auch die gefühlsmäßige Abwehr anstaut: daß sich in der Sehnsucht nach den Hochblüten vergangener Kulturen trotz Hochtechnisierung nur die seelische Verunsicherung zeigt. Das innere Empfinden ist nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für das äußere Gestalten zu übernehmen, und die zunehmende Bewußtwerdung, das Wissen um die Grundlagen der Umweltkatastrophen, welche die Auswirkungen des menschlichen Verhaltens widerspiegeln, stärkt die innere Revolte, sich den Bedingungen dieser Gesellschaft zu entziehen. Die Welt ist aus dem Lot geraten, die Epoche der naiven Fortschrittsfreude ist vorbei und nun schießen die tastenden Versuche wie Pilze aus dem Boden, die Wirklichkeit umzuinterpretieren, also neu zu definieren.

Da die Entwicklung in den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft, Forschung und Technik immer rascher voranschreitet und die wechselseitigen Einflüsse und Verknüpfungen untereinander dadurch immer undurchdringlicher werden, kannst du unter Spannungswinkeln bisweilen deinen Kopf verlieren. Merkur liefert dir die Informationen, Jupiter aber zwingt dich, diese Informationen zu einem fundierten Weltbild zu gestalten, was in der Vielfalt unserer heutigen Ereignisse nur mehr selten möglich ist. Gerade der denkerische Zwang, den Überblick nicht zu verlieren, liefert dich dieser Denk-Inflation oder Informations-Schwemme aus. Und da die Weltbilder im Kopf entstehen, schwingt sich dein Denken in die schwindelerregende Uferlosigkeit vernetzter Wechselseitigkeiten aus.

**** Venus in Quadrat zu Saturn

VORGEBURT

Unter diesem Gestirn mußt du viele Lektionen in Hinsicht auf die Gefühle und ihre Vertiefung in Beziehungen lernen. In früheren Leben konntest du lockeren Liebschaften frönen, ohne dich allzu tief in die Gefühlsbeziehungen mit einzubringen; dem wird heute unter Saturn nicht mehr stattgegeben.

Die Angst der Personalität besteht darin, in den Beziehungen von anderen abhängig zu werden, aber gerade dem wirst du unter diesem Aspekt zu begegnen haben: Du wirst lernen müssen, dich im Selbstausdruck zu versagen und dich an Beziehungen zu binden, welche deine Gefühle nicht wahrnehmen und sie im Eigenwert blockieren. Es wird für dich schwierig zu verstehen sein, daß dies der Umkehr deiner früher gelebten Selbstsucht entspricht, die exakt alle Probleme schuf, die du den anderen jetzt vorwirfst.

KIND

Als Kind wurdest du von den Eltern akzeptiert, solange sich deine Rolle mit ihrer Aufgabe vereinen ließ, dich in allen Bereichen zu dirigieren (weil die Ausübung von Kontrolle der Perspektive ihrer Verantwortung entsprach). So wurdest du von den Eltern völlig fremdbestimmt und konntest deine eigenen Werte nicht entwickeln. Vergnügen und Freude wurden dir vergällt, hingegen Strafe ausgesprochen, wenn du z.B. den Anforderungen der Schule nicht genügtest.

So konntest du deine eigenen Empfindungen nur noch loswerden, indem du deine Gefühle umgekehrt an die Verhinderung der Empfindung bandest: Arbeit ist gut, auf das Vergnügen folgt Strafe. Jede Freude zieht eine Blockierung nach sich.

FRAU

Für dich bedeutet dieser Aspekt, daß du von der inneren Anmut deines weiblichen Bildes getrennt bist. Das heißt, daß deine Unfähigkeit, deine eigene Bedeutung mit Inhalt zu füllen, dich in Sachen Liebesverlangen zu einem Faß ohne Boden werden läßt. Dein in der Kindheit ausgelöstes Syndrom, nicht um deiner selbst Willen geliebt worden zu sein, wächst sich zur Vorstellung aus, dafür aber wenigstens verehrt und hoch geschätzt werden zu müssen. Du lieferst dich der Vorstellung aus, dich selbst nur lieben und empfinden zu können, wenn dir jemand zu Füßen fällt und dich anbetet.

Unter Venus/Saturn wird jede Illusion auf die Wirklichkeit reduziert. Und da du die Liebe ebenfalls für eine Illusion hältst, gibst du dich ihr nur unter der Voraussetzung hin, eine reale Gegenleistung dafür zu erhalten: Prostitution oder wenigstens einen gesicherten Lebensunterhalt (gesicherte Unterhaltszahlungen nach der Scheidung), frei nach dem Motto: Tausche "Illusion von Hingabe" gegen die "Befriedigung eines realen Versorgungsanspruches".

Deine Zuneigung zu Kindern bewegt sich in den Kanälen, wenigstens die eigene Verantwortung zu mögen, die du dir durch Kinder aufbürden läßt. Denn um der eigenen Verantwortung gerecht zu werden, spannst du einen ganzen Katalog von Eigenwerten um die Kinder auf. Dadurch wird dein eigenes Manko (Kindheit!) in die Vorstellung gehoben, und du kannst als Elternteil endlich das nachholen, was du als Kind nicht selber entwickeln durftest: die Bestimmung eigener Werte.

**** Mars in Trigon zu Neptun

VORGEBURT
 
 

In deiner Seele hält sich ein potentieller Drachentöter versteckt, der den Kampf mit dem Ungeheuer zwar wagen möchte, diesem selber aber noch nicht begegnet ist. Da der Drache auch den verschlingenden Aspekt der Frau darstellt, symbolisiert er die schreckliche Gefahr, die für den Ritter unter Mars/Neptun von der Mutterimago ausgeht. Das Problem dabei besteht, daß deine Seele durch die lähmende Angst, die vom Mutterbild ausgeht, bei der Begegnung hypnotisiert wird und vergißt, den Drachen zu durchbohren und den von ihm gehüteten Schatz (mythisch: Jungfrau oder Gold) zurückzuholen.

FRAU / MANN

Als Mann mußt du den negativen Attributen deines Mutterbildes entgegentreten und dir die Libido zurückerobern, damit du nicht deine negativen Bilder (Kastrationsängste) auf die Frauen projizierst und in der Machorolle deine eigenen Wurzeln zerstörst. Du mußt den Drachen überwinden, der ein Teil deiner eigenen Psyche ist, und nicht in supermännlichem Verhalten schwelgen, das die wirklichen Probleme nur verdeckt. Du mußt den Helden in dir selber finden, deinen Ängsten gegenübertreten und sie überwinden, wenn du nicht selbst verstümmelt bleiben willst.

Als Frau solltest du versuchen, dir bewußt zu werden, daß du dich auf der Beziehungsebene nur von Männern angesprochen fühlst, die aufgrund ihrer inneren Anlagen ihre Männlichkeit unbewußt ablehnen und dadurch glauben, sich gegenüber Frauen besonders behaupten zu müssen. Du genießt ihre Angst nicht nur, sondern läßt sie geradezu stellvertretend für dich ausleben, indem du die Männer in ihrer Schwäche provozierst und in ein kompensierendes Verhalten hineintreibst, das jede Möglichkeit einer wirklichen Beziehung ausschließt.

HINTERGRUND

In seiner positiven Erscheinungsmöglichkeit kann dieser Aspekt anzeigen, nach Dingen zu streben, die jenseits der Grenzen des Erfaßbaren liegen. In ihrem negativen Ausdruck kann sich diese Kombination aber auch als Selbsttäuschung darüber manifestieren, was du real erreichen willst oder als Bestreben, jede Auseinandersetzung zu umgehen, welche dich aus den Traumreisen auf den Boden der Realität jetzt zwingt.

Die Wirkung Neptuns reicht von den finstersten seelischen Abgründen bis zu höchster geistiger Klarheit. Die Motivation bleibt stets dieselbe. Es ist das Sehnen nach Unendlichkeit, die Verschmelzung mit Gott. Der Alkoholiker und Drogensüchtige, der Meditierende und Yoga-Übende, der Mystiker und auch der Wissende sind alles Kinder eines Vaters, der ihnen das unbewußte Streben nach den letzten Dingen mitgegeben hat. Nicht der Stammbaum ist es, der sie voneinander unterscheidet, sondern die persönliche Kraft im Umgang mit diesem höchsten aller Ziele. Es ist auch nicht das Inventar der Weltanschauung, das einen Heiligen von einem Schwindler unterscheidet, es ist der Umgang mit der Psyche, der den Unterschied zwischen einem Mystiker und einem Trinker ausmacht.

Es kommt ganz darauf an, wie stark die Verwurzelung im Weltlichen ist, um einen wohltätigen Idealisten und hilfreichen Visionär von einem launischen Tagträumer zu unterscheiden, der das Blaue vom Himmel herunterverspricht. Die Umsetzung von Mars/Neptun auf reale Ziele erfordert eine solide weltliche Grundlage. Erst dann wird es dir möglich sein, deine persönlichen Eingebungen in die Wirklichkeit zu integrieren, Inhalte aus dem Unbewußten ans Tageslicht zu heben oder dich in die verdrängten emotionalen Probleme anderer Menschen einzufühlen.

** Mars in Opposition zu Pluto

VORGEBURT

Mars/Pluto steht für die vielen kleinen Tode, die dich immer wieder zwingen, Abschied zu nehmen und Vertrautes hinter dir zurückzulassen, das deinem Schicksal im Wege steht. Da du dich aber gerne mit deinen Gewohnheiten identifizierst und die vertrauten Verhaltensmuster nur ungern aufgibst, legst du dich oft quer - mit dem Ergebnis, daß du alles Dunkle auf die bösen Feinde projizierst, die von außen auf dich zukommen, damit du die notwendigen Veränderungen über äußere Einwirkungen und Schicksalsschläge "ohne jede Schuld" erleiden kannst. Mars ahnt auf seiner niederen Bewußtseinsstufe nicht, daß diese Schatten Verkörperungen aus seinem eigenen Unbewußten sind - also Teile von ihm selbst.

Da Mars die bewußte Kraft darstellt, die zur Durchsetzung persönlicher Ziele zur Verfügung steht, und Pluto den dunklen Urgrund symbolisiert, aus dem sich alle bewußten Handlungen speisen, kann zur Verbindung dieser beiden Gestirne nur gesagt werden, daß durch den Raster der Vergangenheit eine Vision der Zukunft in die Gegenwart übertragen wird.

Pluto bringt laufend die veralteten Verhaltensstrukturen zum Vorschein, die von Mars eliminiert werden müssen, wenn man für das Neue aufnahmebereit sein will. Dieser Vorgang läßt sich im Frühjahr beim Sprießen der Saat besonders gut beobachten, weil das Saatkorn gerade durch seine eigenen Kräfte zerstört wird, wenn der innere Wachstumsprozeß in Erscheinung tritt.

Ähnlich muß man sich Liebe und Tod im Lauf der menschlichen Entwicklung vorstellen. Die sexuelle Kraft zeichnet sich dadurch aus, daß sie als Vermittlerin zwischen Geist und Materie der menschlichen Seele ermöglicht, in den körperlichen Leib geboren zu werden. Gleichzeitig zwingt sie den Menschen, seine innere Spannung im Geschlechtsverkehr zu lösen und durch Zeugung und Vermehrung die nie zu befriedigende Spannung immer weiter in Raum und Zeit hinauszutragen, bis sein Bewußtsein zum göttlichen Allbewußtsein zurückkehrt.

FRAU

Das Sonderbare an diesem Verhalten aber ist, daß du dir absolut nicht im klaren darüber bist, was dich im Innersten bewegt. Da Mars die Energie symbolisiert, die du für die Durchsetzung deiner persönlichen Ziele in der Welt zur Verfügung hast, Pluto aber die Urmuster betrifft, welche diese Energien dirigieren und die inneren Bedingungen für die äußeren Zwänge anzeigen, können wir nur vermuten, daß die zwanghaften Kräfte, die unter dieser Konstellation zum Ausbruch kommen, irgendwie der Transformation deiner eigenen Personalität dienen.

Als Frau wirst du versuchen - falls du keine Amazone bist -, die zwanghaften männlichen Energieströme, die zu groben Verletzungen moralischer und sozialer Werte führen können, dadurch loszuwerden, daß du deine eigenen Aggressionen auf die Männer überträgst und deren asoziales oder gar kriminelles Verhalten zur eigenen Spannungsauslösung bekämpfst. Du wirst den Kampf gegen die Brutalität als deine ureigenste Aufgabe empfinden und dich mit einer fanatischen Hingabe dem Pfad der Gerechtigkeit zuwenden, was der Bekämpfung deines eigenen "Sündenbocks" in der Gestalt der anderen entspricht.

So versuchst du dich im anderen zu erlösen, indem du ihn zum Ausleben seiner Aggressionen bringst (und dadurch zur Annahme von Schuldgefühlen), ihn aber gleichzeitig zu retten suchst, sobald er die Rolle deines Schattens spielt und in dir dadurch den Wunsch auslöst, ihn durch die Opferrolle in deiner eigenen Inszenierung wieder zu erlösen. (Vgl. "Mythologisches Modell": Brunhilde verrät Siegfried, weil sie sich verraten fühlt, sühnt aber ihren eigenen Irrtum, indem sie ihm ohne Zögern in den Tod folgt!)

***** Jupiter in Sextil zu Saturn

VORGEBURT

Hier gilt es, die Erkenntnisse, die du in so vielen Leben zu suchen nie müde geworden bist, endlich als Illusion zu begreifen. Dieses geistige Nomadentum, ständig durch größere Gebiete des Bewußtseins zu reisen und dir stets größere Brocken an Erkenntnis einzuverleiben, bis du dich geistig überfressen hast, wird durch Saturn unterbunden. Damit ist dir die Chance gegeben, den Weg zum Wissen, den du stets gesucht und nie gefunden hast, als Pfad zu erkennen, der nur zur eigenen Vorstellung des Wissens führt; denn die Wege zur eigenen Mitte führen im Grunde auch nur wieder über unsere kollektiven Sehnsüchte nach den Göttern, die wir Menschen mit unserem Kommentar versehen und je nach Glaubensrichtung als persönliches Credo ausleben.

KIND / ELTERN

In der Unentschiedenheit der inneren Gefühle benutzt du schon früh die Umwelt, dir die Entscheidung abzunehmen, weil du unter diesem Gestirn vom Gewissen sehr geplagt bist, ob du richtig handelst oder nicht. Später ziehst du dann meistens Ereignisse in dein Leben, in denen du deinen frühkindlichen, durch die Eltern geprägten Entscheidungen nochmals zu begegnen hast.

Als Elternteil hast du umgekehrt die Gabe, deinen Kindern das Beste nach großzügigen Maßstäben aufzuzwingen und dich somit als Förderer von eigenen Gnaden zu empfinden. Du schöpfst die erzieherischen Möglichkeiten völlig aus und wünschst dir von deinen Kindern, daß sie dir dafür auch Dankbarkeit entgegenbringen. Das wiederum erweckt in ihnen Aggression, weil sie unbewußt die Übergriffe spüren, sich bewußt aber nicht durchzusetzen vermögen, weil die Eltern das Recht immer auf ihrer Seite haben.

FRAU / MANN

Es mag schwierig sein und dir manchmal auch recht hart erscheinen, den Sinn im Alltag zu begreifen, wenn der erdige Saturn die Höhenflüge Jupiters auf den Boden der Realität zurückbringt. Aber es ist ein notwendiger Schritt, die Visionen zu disziplinieren, wenn du dir einen realistischen Zugang zu den inneren Anlagen, wie sie diese beiden Planeten repräsentieren, eröffnen willst. Denn Saturn bündelt die Schwingungen Jupiters und bringt ihn den materiellen Gesetzmäßigkeiten unserer Gesellschaft näher, weil durch seine strukturierende, bezugsetzende Art das überschäumende Wachstum und der spontane Größenwahn Jupiters in einen realitätsnäheren Rahmen gesetzt werden.
 
 

Natürlich wird diese Berührung von deiner jupiterorientierten Seite als Einengung und Frustration empfunden, je nach Inhalt und Art der Lernerfahrung, die dir beibringt, daß du nicht alles bekommen kannst, was du dir wünschst. Andererseits ist es gerade die Blockade in den wuchernden Expansionsgelüsten, die dir zeigt, was jenseits deiner Wachstumsvisionen unternommen werden muß.

Hast du dich gegen Jupiter entschieden, dann begegnest du in der Umwelt häufig den schöpferischen, kulturellen Werten, von denen du beständig angezogen wirst, obwohl du sie verdrängt und deinem Realitätsbild geopfert hast. Hast du dich aber gegen Saturn bekannt, so wirst du von deiner Entscheidung dadurch wieder eingeholt, indem du in deiner jupiterhaften Toleranz plötzlich die anfängst zu kritisieren, welche diese Toleranz nicht leben und für eine strukturierte, durchrationalisierte Welt plädieren.
 

DIE HINTERGRÜNDE DES KARMAS

Willst du die Voraussetzungen deiner karmischen Beweggründe in die Sichtweise mit einbeziehen, durch welche du dein Schicksal interpretierst, kannst du auch bestimmte planetarische Tierkreis- und Häuserstellungen in die Deutung mit einfließen lassen. Unter dieser Rubrik findest du eine Handvoll von AKRON bevorzugter Zeichen- und Häuserstellungen, die dir helfen sollen, deine innere Seelenlandschaft weiter abzurunden.

SONNE IM 11. HAUS

Zwischen Uranus und Sonne fehlt die cherubinische Harmonie, und zwar deshalb, weil beide "Sonnen" sind. Unsere Sonne reflektiert den bewußten und sichtbaren Teil und Uranus den visionären, unbewußten. Denn Uranus ist der Übermittler unsichtbaren Lichts und zieht alle Ziele, welchen die Sonne auf der Erde leuchtet, am Ende aller Tage in die unsichtbare Welt zu sich, zur Lossprechung von unseren materiellen Bildern, oder symbolischer: zur Loskettung von unseren Fesseln am Tage des "Jüngsten Gerichts".

Dieses Gleichnis steht für die Entwicklung des Menschen, die zentrierten Fixierungen an die überlieferten Bilder früher oder später in den größeren Rahmen erleuchteter Schöpfungsvisionen überzuführen, was aus materiellerer Sicht aber ebenso berechtigt auf einen Weg ins Chaos schließen läßt. In diesem Sinn ist Ende und Anfang, Zerstörung und Aufbau identisch und Uranus die Synthese von Tod und Leben, Frühling und Fäulnis, was dem innersten Wesen des Unsichtbaren entspricht.

Gerade diese Antipoden, die in der Verbindung ihrer Kräfte unmittelbar ins Licht führen, zeigen gleichermaßen tiefstes Dunkel an, solange sie noch unvereinigt sind. Und das ist beim Start ins Leben meist der Fall.

Deiner Geburt ging die Ablehnung der Mutter voraus, die sich gegen die Rolle der Schwangerschaft wahrscheinlich wehrte, sei es, daß sie sich in ihrer Weiblichkeit selbst nicht darstellen wollte, sei es, daß sie sich in der Rolle der Erzieherin überfordert sah. Möglicherweise injizierte aber auch eine Ablehnung der eigenen Mutter bzw. der eigenen Weiblichkeit tief im Unbewußten ein ablehnendes Gefühl gegenüber der eigenen Mutterrolle. Auf alle Fälle kommt es zur Bedrohung bereits im Mutterbauch: durch die direkt beabsichtigte Gefährdung als Versuch der Schwangerschaftsunterbrechung.

Diese Gefährdung, welche sich in den Strukturen deiner Seele schon während der Empfängnis spiegelt, wird zur ersten Erfahrung der Geburt. Sie nistet sich als unterschwellige Lebensbedrohung in deinem instinktiven Lebensverhalten ein und wird von dort aus als unbewußte Abwehr gegen jegliche Anpassung an die Bedingungen der Umwelt in den Alltag einbezogen. Wie eine unterschwellige Angst, die hochsteigt, eine Reaktion auf das Leben, etwas abzuwehren. Dadurch kommt es zur ständigen Rebellion, zum Ausbruch.

MERKUR IM 11. HAUS

Dieser Aspekt mag etwas über deine frühere Auseinandersetzung mit Mathematik und Wissenschaft aussagen, ohne daß du die innere Bedeutung der Zahlen (als Schlüssel symbolischer Weltanschauung) erfaßt hast. Nun wirst du durch Uranus eingeladen, die Relativität der menschlichen Sinne zu erfahren, indem du lernst, daß deine Wirklichkeit, in welcher zwei Schienenstränge in der Ferne zu einem einzigen Punkt verschmelzen, gerade in deiner urtümlichen Wahrnehmung liegt.

Und so wie du erfährst (wenn du bereit bist, den Geleisen zu folgen), daß es keinen Punkt gibt, in welchem die Schienen enden, daß sie sich immer wieder öffnen, wo du das Ende vermutest, so gibt es auch im Leben keinen Anfang und kein Ende. Die Vorstellung des Endes ist nur ein intellektuelles Bedürfnis, deiner materiellen Vorstellung von Leben einen Abschluß zu geben, weil das, was du zu Ende gebracht hast, gerade die Fortsetzung ist, etwas Neues anzufangen.

Uranus verkörpert die Ausweitung der Einsichten über den Bereich des durch Fakten gesicherten Wissens hinaus. Damit bist du in der Lage, über die Beschränkung saturnaler Dualitäten hinauszuwachsen und die Frage nach allem Anfang dort anzusiedeln, wo alle Unterschiede zusammenbrechen.

VENUS IN FISCHE

Hier entsteht das Bild einer Seele, die, vertrieben von den faden Alltagsgestaden, in den körperwarmen Gewässern des Unbewußten sanft dahintreibt. Die schlummernde Psyche ist befriedet, jedoch vom wirklichen Geschehen abgeschnitten; auf die Herausforderung des Lebens erfolgen keine persönlichen Reaktionen mehr. Daraus resultiert irgendwann das Gefühl, der Realität ausgeliefert zu sein, weil der Wunsch nach Vergeistigung nicht in wirkliche Transzendierung der menschlichen Begrenztheiten mündet, sondern letztlich das Gefühl der eigenen Schwäche nährt. Unter dieser verführerischen Konstellation bildet sich vor unserem geistigen Auge eine bezaubernde, betörende Frau in einem seltsam irisierenden und opalisierenden Licht heraus. Sie ist aus den Tiefen der Wasserfluten hochgestiegen, um das Feuer einer Sehnsucht in die Welt zu tragen, in dem wir unsere Sehnsucht nach dem Mutterschoß erfahren. Es ist der Archetyp der inneren Sehnsucht, der da ins Licht des Bewußtseins dringt und uns mit unserem inneren Bild der Weiblichkeit verbindet, das mit der Mutter und dem Bild des Ewigweiblichen beginnt.

VENUS IM 10. HAUS

Unter diesem Gestirn mußt du viele Lektionen in Hinsicht auf die Gefühle und ihre Vertiefung in Beziehungen lernen. In früheren Leben konntest du lockeren Liebschaften frönen, ohne dich allzu tief in die Gefühlsbeziehungen mit einzubringen; dem wird heute unter Saturn nicht mehr stattgegeben.

Die Angst der Personalität besteht darin, in den Beziehungen von anderen abhängig zu werden, aber gerade dem wirst du unter diesem Aspekt zu begegnen haben: Du wirst lernen müssen, dich im Selbstausdruck zu versagen und dich an Beziehungen zu binden, welche deine Gefühle nicht wahrnehmen und sie im Eigenwert blockieren. Es wird für dich schwierig zu verstehen sein, daß dies der Umkehr deiner früher gelebten Selbstsucht entspricht, die exakt alle Probleme schuf, die du den anderen jetzt vorwirfst.

MARS IN FISCHE

In deiner Seele hält sich ein potentieller Drachentöter versteckt, der den Kampf mit dem Ungeheuer zwar wagen möchte, diesem selber aber noch nicht begegnet ist. Da der Drache auch den verschlingenden Aspekt der Frau darstellt, symbolisiert er die schreckliche Gefahr, die für den Ritter unter Mars/Neptun von der Mutterimago ausgeht. Das Problem dabei besteht, daß deine Seele durch die lähmende Angst, die vom Mutterbild ausgeht, bei der Begegnung hypnotisiert wird und vergißt, den Drachen zu durchbohren und den von ihm gehüteten Schatz (mythisch: Jungfrau oder Gold) zurückzuholen.

MARS IM 10. HAUS

Mars/Saturn weist auf Brutalitäten in vergangenem Karma hin, das zur Bewußtwerdung, zur Konfrontation mit den Auswirkungen seines eigenen Scheiterns, nochmals in die Welt hinausdarf. Deine Aufgabe in diesem Leben, dich in deiner Personalität weniger wichtig zu nehmen, ist dann erreicht, wenn du durch Hinterfragung und Aufarbeitung deiner Erlebnisse deine Spannungsknoten löst und dich damit einem positiveren Lebensgefühl öffnest. Oder wenn es dir gelingt, Abstand zu dir selber zu gewinnen - Abstand zu deinem eigenen Durchsetzungswillen, der gleichzeitig gefördert und verhindert werden will. Gefördert, wo er sich mit den Interessen anderer zu gemeinsamen Zielen verbindet, und verhindert, wo sich nur das eigene Ego zur Demonstration seines Willens in den Mittelpunkt der Welt bringt.

Saturn im 7. Haus

Beschreibung siehe weiter oben: Venus im 10. Haus

URANUS IM 3. HAUS

Beschreibung siehe weiter oben: Merkur im 11. Haus

NEPTUN IM 5. HAUS

Der Träumer träumt, und der Träumer im Traum träumt sein Geträumtes, denn der Träumer ist sowohl Beobachter wie auch Akteur, denn es gibt nichts, was außerhalb seines Traumes liegt. Unter diesem Zeichen bist du besser in der Lage, diese Wahrheit zu ertragen, weil du dich selbst als Mysterium erfährst, wenn du dich einmal aus den Fesseln deiner Vorstellung befreit hast. Dir fällt es leichter, der Auflösung zu begegnen, da du dein Ego weniger auslebst, sondern deine Identität mehr den Vorstellungen der anderen nachempfindest, in der Darstellung der "fremdbestimmten" Rolle dann allerdings den Verlust der eigenen Identität beklagst. Doch wenn es dir gelingt, deine Aufmerksamkeit von den äußeren Wirkungen abzuziehen und dich den inneren Ursachen zuzuwenden, kannst du alle Ursachen des Lebens in dir selber finden, weil dir durch die kosmische Berührung der Sonne Einsichten zufließen, die normalen Sterblichen nicht zugänglich sind.

PLUTO IM 4. HAUS

Wie der Mond, so steht auch Pluto für das Gefühlsnaturell. Allerdings verkörpert er eine andere Dimension dieser Gefühlsnatur. Während der Mond sich auf das Selbstbildnis beschränkt, auf eine Gefühlsübereinstimmung mit der Umwelt, fördert Pluto die Tendenz, die alten Bilder zu zerstören, und erzwingt somit durch seine Destruktivität Wachstum. Die Notwendigkeit, alte Lebensstrukturen zu eliminieren, um sich dadurch neu zu formen, und der Drang, Tabus zu durchbrechen und über sich selbst hinauszuwachsen, um das Mysterium des Lebens zu ergründen, kann bis zum Selbstvernichtungswahnsinn führen. Dieses Verhalten ist der Instinktnatur nicht fremd, wo sich die Starken behaupten und die Schwachen einfach aufgefressen werden. Die Naturgesetze, welche diese Abläufe steuern, werden durch Pluto symbolisiert.

Damit hilft der Fürst der Unterwelt dem Menschen, sich seiner Gefühle (Mond) immer bewußter zu werden. Erst wenn wir die Wünsche unseres Egos, welche in den Polaritäten von Gut und Böse schmachten, überwinden, kommen wir in den Besitz der Urkraft, welche durch die Vorstellung im Menschen die Dualität überhaupt erst ausmacht. Wenn wir das Göttlich-Schöpferische außerhalb von uns als einen Teil von uns selber erkennen, als einen Teil des Schicksals, dann erst können wir uns als der erleben, der wir sind.

Nur wenn wir alle Kontrollbedürfnisse und Übergriffe zurücklassen, können wir Raum und Zeit überspringen und das Wunder in uns selbst vollbringen, die Gegensätze in uns selber zu verbinden.
 

PSYCHOLOGISCHE STRUKTUR

 **** Sonne in Quadrat zu Uranus

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Menschen mit harmonischen Uranus/Sonne-Aspekten (Trigon, Sextil) fällt es naturgemäß leichter, das Resultat dieser bedrohlichen Voraussetzungen - nämlich spirituelle Einsicht - mit ihrem Leben zu vereinen. Sie stehen mit höheren Dimensionen in Verbindung und können unbewußt zu Wellenbrechern des noch unentdeckten Zeitgeists werden, wenn andere dem Geist der Zukunft noch völlig fassungslos begegnen.

Unter aggressiveren Aspekten (Konjunktion, Quadrat, Anderthalbquadrat, Quincunx, Opposition) muß man durch das Fegefeuer des unvorstellbaren Erkennens bewußt hindurch, und man kann die neuen Erkenntnisse auf den Fundamenten des überlieferten Wissens nicht mehr unterbringen. Damit ist man gezwungen, diesen Aspekt durch sein eigenes psychisches Chaos solange darzustellen, bis man die Plattform jener geistigen Radnabe erklommen hat, in deren Zentrum die Widersprüche aller Lebensläufe zusammenfallen, weil diese nur in unserem Bewußtsein existieren. Man hat Schwierigkeiten, den Wald vor lauter Bäumen zu erkennen, weil man von seinen eignen Visionen einfach überfahren wird.

Die ganze Umwelt wird dabei zum Käfig: Man wird durch ihre Wünsche ständig eingepfercht. Die seelische Rastlosigkeit drängt ins Erleben: Man will vor der Bedrohung davonlaufen. Da in dieser Gefährdung aber die eigne Schwangerschaftsgefährdung eingebettet ist, will man im Grunde vor sich selbst davonlaufen.

Dieses "Vor-sich-Davonlaufen" wird durch die Beständigkeit in einen Lebensrhythmus umfunktioniert, in dem die Unruhe ein Teil des persönlichen Verhaltens wird. Es kommt zum ständigen Anrennen gegen die gewohnten Pfade, zum ständigen Ausbruch aus den von der Gesellschaft angebotenen Verwirklichungsmöglichkeiten. Der Gedanke schon an die Einbindung in die Gesellschaft wird zur Bedrohung - eine unbewußte Aversion gegen alle unausgesprochenen Anforderungen und Erwartungen.

Die Befreiung aus den Erwartungen der Welt entsteht in einem freiwilligen Überdrehen der Ansprüche, indem man die Forderungen der Umwelt übertreibt und sich die Felder der Tätigkeit aussucht, welche die Unruhe absorbieren: in denen Hektik und Aufhebung des Alltäglichen schon einbezogen sind. So will man die Angst von sich aus lösen, indem man die Angst immer wieder hervorzwingt und ihr bewußt begegnet. Auf dem Höhepunkt dieses Prozesses kann der Wunsch nach Wiederholung hochsteigen, nach Wiederholung der vorgeburtlichen Prägung, welche durch den bewußten Suizidversuch eine unbewußte Schwangerschaftsbedrohung wieder ausgleicht.

Aus dieser Blockade im seelisch-körperlichen Erleben wächst der Wunsch im Inneren, die ganzen Voraussetzungen, die zur Blockade führten, wieder aufzuheben. Da es aber die eigenen Mechanismen sind, die in den Alltag hochgehoben, über geeignete Bezugspersonen nur auf die projizierten Probleme zurückreflektieren, haben wir hier das Syndrom vorliegen, ständig über seine eigene Hülle hinauszuwachsen und einen Blick in den Himmel tun zu wollen, von dem man annimmt, daß er jenseits der eigenen Probleme liegt.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Die latente Unruhe unter diesem Zeichen dürfte ihre innere Ursache in den vorgeburtlichen Begleitumständen haben. Du warst unerwünscht, solltest nach den Wünschen deiner Eltern vielleicht gar nicht geboren werden; auf jeden Fall ging der Geburt die Bedrohung des Ungeborenen voraus.

Durch diese unterschwelligen Bedrohungen schon im Embryonalzustand fühlst du dich in deiner Existenz nicht nur bedroht, sondern innerhalb der Bedrohung auch nicht ernstgenommen. Denn irgendwie ist es dir bewußt, daß du deine Existenz nur dem Umstand verdankst, daß nicht einmal deine Verhinderung ernstgenommen wurde und die erwogene Abtreibung wahrscheinlich nur aufgrund eines Versäumnisses unterblieb.

Dadurch fühlst du dich dauernd unter Druck gesetzt. Unterschwellige Vernichtungsängste assoziieren sich dir zur immerwährenden Gefährdung. Sie bestimmen deinen emotionalen Background, wachsen sich zum unbewußten Verlangen aus, aus deiner eignen Form herauszubrechen und dabei die Hülle zu sprengen.

Schließlich mutiert der innere Zug nach Unabhängigkeit zu einer Bewegung aus der Form, und du versteigst dich zu der Annahme, tun und lassen zu dürfen, was du willst. Du fühlst dich in der Lage, alles in Frage zu stellen und ohne Rücksicht auf Verluste zu neuen Ufern aufzubrechen.

Auf dem Gipfel dieses Aktes, alle Werte zu zerbrechen, um die unbewußte Erinnerung an die eigene Vernichtung loszuwerden, kann die Krise ausbrechen, die dich zwingt, dein Karma nicht nur anzunehmen, sondern als Motor zur Einsicht zu benutzen, daß deine Realität durch die Art deiner eigenen Wahrnehmung geschaffen wird und demnach die Verantwortung für alles, was dir von außen zustößt, bei dir selber liegt.

Dadurch läßt sich die Möglichkeit ableiten, daß du umgekehrt auch in der Lage bist, dich durch Einsicht und bewußte Kenntnisse zu ändern. Dein Bewußtsein ist die Steuerungszentrale dieser Kräfte, welche die Möglichkeiten haben, deine eindimensionale Wahrnehmung in die aufgebrochene Wirklichkeit einer mehrdimensionalen Kosmosophie zu tragen.

**** Sonne in Halbquadrat zu Venus

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Sonne und Venus verkörpern in ihrem Zusammenspiel keinesfalls die bloße Freude und den Optimismus, wie es in vielen astrologischen Rezeptbüchern geschrieben steht, denn hinter der Fassade von Höflichkeit und Harmonie klafft auch ein Gefühl von Leere, weil der Mensch ahnt, daß er die Schönheitsideale, denen er in der äußeren Welt nachjagt, in der Tiefe seines Herzens nie wird finden können. Unter diesem Zeichen verbirgt sich neben dem Streben nach äußerem Glanz auch eine Annäherung an das Tiefenselbst, an die Seele als Ganzes oder an Gott. Die völlige Abhängigkeit der Venus von der äußeren Begegnung symbolisiert nämlich die nicht zu erfüllende Vereinigungssehnsucht mit dem Ewig-Göttlichen oder den Wunsch nach Wiedervereinigung der Polaritäten, deren Trennung durch den Sündenfall mythologisch gut bebildert ist. Das ganze äußere Bestreben ist darauf ausgerichtet, Harmonie herzustellen, um von der inneren Unerfülltheit abzulenken, und man muß attestieren, daß dies hervorragend gelingt. Sonne/Venus-Typen sind die geborenen Vermittler, wenn es darum geht, zu schlichten. Geht es darum, die Mitte in irgendeiner Form zu finden, sind sie sogar bereit, kurzfristig gegenteilige Ansichten zu übernehmen und, um von der Augenblicksituation abzulenken, für einen kurzen Moment das Muster eines zeitloseren, überräumlichen Verstehens durchschimmern zu lassen.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Hinter deinem Verhalten, jeder Auseinandersetzung und Entscheidung auszuweichen, verbirgt sich das lebensfeindliche Prinzip, das körperliche Leben in seinen Auswirkungen gar nicht annehmen zu wollen. Hier versteckt sich der Wunsch, dem Leben in allen Lagen ein ästhetisch-verlogenes Mäntelchen überzuziehen, um das nicht wahrhaben zu müssen, was menschliches Verhalten oft mit sich bringt: Chaos und Zerstörung. Damit sitzt du aber in der Falle: Ewiges will erspürt und dann von der Begrifflichkeit deiner Gefühle vereinnahmt werden. Gleichzeitig sehnst du dich nach Liebe, um den materiellen Zwängen zu entgehen und merkst nicht, daß du, indem du nach Erfüllung strebst, deine Vorstellung von Glück bewegst, die stets gesucht, aber nie gefunden werden darf, damit die menschliche Entwicklung nicht stillhält. Glück und Liebe sind ewige Bewegungen und halten nie ein; alles befindet sich in einer "ewig fließenden Offenbarung der Absicht Gottes", und Evas Versuch, die Absicht anzuhalten (Sündenfall) und das Ewige in sich hineinzuessen (Paradiesapfel), mutet im Angesicht des Unerbittlichen bisweilen naiv und kindlich an.

* Sonne in Opposition zu Neptun

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR
 
 

Die Sonne/Neptun-Verbindung symbolisiert einen Aspekt des Lebens, bei dem man den Schwingungsfeldern zwischen den Dingen die eigenen unbewußten Sehnsüchte überträgt. Die Betreffenden scheinen der realen Welt entrückt durch Sphärenklänge, die nur sie fühlen. Sie haben sich zu den unsichtbaren Quellen zurückgezogen, die nur sie spüren und die ihnen Ursprung zu Verwirrungen und Täuschung sind, oder aber göttliche Einsichten bescheren. Diese Menschen halten sich bisweilen gar vom Göttlichen durchdrungen, derweil sie Opfer ihrer eigenen Bilder sind. Wenn sie zu mystischer Versenkung neigen, glauben sie sich als Werkzeug eines Meisters oder Gottes auserkoren, was in Wirklichkeit nur der verzerrten Wahrnehmung ihrer Wirklichkeit entspricht.

Sonne/Neptun-Aspekte können aber auch darauf hinweisen, daß der Mensch aufgrund seiner inneren Sensibilität in der Lage ist, sich der Wirklichkeit zwischen Idealität und Realität von verschiedenen Perspektiven zu nähern. Diese hüten in ihrem tiefen Inneren die Einsicht, daß das, was wir die Wirklichkeit nennen, nur ein Bild unserer eigenen Vorstellung ist, da jeder Mensch über eine eigene, persönliche Vorstellung verfügt, es also so viele Wirklichkeiten wie Menschen gibt.

In den weniger hochfliegenden Sphären des täglichen Lebens wird sich der Mensch mit Sonne/Neptun mehr zu einer Weltanschauung hingezogen fühlen, die er zwar selber in sich spürt, die er aber nicht riskiert, persönlich darzustellen. Diese nicht selber dargestellte Persönlichkeit führt über den Umweg der fremdinterpretierten Erfahrungen zum Wissen, welches man aber darzustellen sich wiederum nicht selbst entschließt.

So sichert man sich nach innen mit fremden Bildern der Erkenntnis ab, um die Blockierung des eigenen Ahnens einerseits durch die Angst zu lösen und andererseits die Konsequenz des eigenen Erkennens auf die Vorstellung übernommener Bilder zu verteilen.

Daraus entsteht eine Ziellosigkeit der inneren Sehnsüchte. Es ist dies ein sich Hinwegheben in den Himmel fixierter Vorstellungen, die der Realität unerreichbar sind. Dort fühlt man sich vor Menschen sicher und ist gleichzeitig den Göttern näher.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Da Neptun die innere Sehnsucht verkörpert, die materiellen Fesseln abzustreifen und sich mit dem Göttlichen zu verbinden, wirst du jede Ich-Verwirklichung (Sonne) nicht nur unterbinden, sondern die ganze Realitätsverkörperung verhindern, indem du spirituelle Einsichten in die materiellen Gegebenheiten einfließen läßt.

Daraus kristallisiert sich das Bestreben, deine materiellen Bedürfnisse nicht mehr zu leben, weil du mit der Ablehnung deines Egos gleichzeitig jede Ausrichtung nach realen und gesellschaftlichen Zielen ablehnst.

Irgendwann entwickelt sich die illusionäre Einbildung, die materiellen Gesetze schon überwunden zu haben. Damit versuchst du, die Verhinderung deiner materiellen Selbstverwirklichung hinter einem kosmischen Mäntelchen zu verstecken, was ein Widerspruch in sich ist, nämlich das "Bild der Überwindung" durch das Ego darzustellen. Auf diesem Weg hast du dich meistens in den Fängen eines Dogmas verstrickt, das dir hilft, deine eigenen gesellschaftlichen Ängste hinter kosmischen Zielen zu verbergen.

Wenn nun diese Grundlagen zusammenbrechen, auf denen du dein verdrängtes Ego aufgebaut hast - sei es, daß du deinen Guru verlierst, sei es, daß du dessen Dogma aus irgendwelchen Gründen nicht mehr akzeptierst -, dann wird das Unvermögen, dein eigenes Ego darzustellen und deine innere Individualität zu leben, in die Krise führen, weil du nie gelernt hast, dich in deiner ursprünglichen Personalität zu erfahren, sondern deine Persönlichkeit nur immer auf das projiziertest, was dir die Außenwelt reflektierte und von dem du dich angesprochen fühltest.

Die einzige Lösung wäre, diesen Verdrängungsmechanismus aufzuheben, weil du darin die Verhinderung erkennst, deine persönliche Eigenart auszuleben, die nur so lange sinnvoll ist, wie du sie nicht siehst!

Gerade durch das Erkennen machst du dich frei, den Sinn der Verhinderung anzunehmen, die dich zwar hindert, bloße Selbstverwirklichung anzustreben, deren Sinn aber andererseits nicht sein kann, den Vorstellungen der anderen nachzuleben. Sondern deren Aufgabe sich allein in der Einsicht erfüllt, dich dem Göttlichen wie dem Irdischen hinzugeben und deine eigene Brücke zu werden, auf der du zwischen den Welten hin- und herschwebst!
 
 

* Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Ein Berührungswinkel zwischen Sonne und Saturn weist dem Horoskopeigner die Aufgabe zu, seine Polaritäten zu entspannen. Und zwar zwischen dem, was er ist, und dem, was er zu sein glaubt. Sonst wird er das vom Schicksal Vorgegebene unbarmherzig auf das reduzieren, was von der Gesellschaft akzeptiert wird. Saturn reduziert nämlich die ganze Potenz des Handlungsträgers auf das, was nach den Gesetzen der Gesellschaft geprüft und in ihren Werten auch verbrieft ist.

Psychologisch ausgedrückt, könnte man sagen, daß ein Mensch mit Sonne/Saturn-Aspekten dazu neigt, die Leistungen zu betonen und die Gefühle abzuwerten. In der Umgebung, wo er Macht ausübt, erwartet er von den Mitmenschen, daß sie sich seinem Verdrängungsmechanismus unterwerfen und nicht Gefühle zeigen, die ihn bedrohen, weil er sie nicht akzeptieren kann. Denn keiner möchte im Grunde so geliebt werden wie er, und keiner hat ein solches Verlangen nach Anerkennung, darum ist auch keiner bereit, für diese Gefühle so viel zu tun wie er, allerdings nicht ohne Garantie für eine Gegenleistung. Genau damit hat er aber die Liebe in ein System gezwängt und die Türe zu den Gefühlen zugeschlagen.

Das heißt nichts anderes, als daß alle Anlagen des Horoskopträgers, solange sie nicht in seine gesellschaftliche Umwelt übertragen und nach den gängigen Regeln fest mit seiner Person verbunden werden können, von ihm selber gegen sich verwendet werden. Daß ein vorhandener Autoritäts- und Führungsanspruch mit jungen Jahren z.B. auf den Vater oder Lehrer übertragen wird, die einen stellvertretend zwingen, die erwartete Leistung zu erbringen. Erst wenn diese Leistungen durch das Bestehen eines Examens oder das Erreichen einer Schlüsselposition verbrieft sind, kann die Projektion von der Umwelt abgezogen und die freigewordene Autoritätsstelle durch sich selber ausgefüllt werden.

Gelingt dies nicht, wird man sich gegen seine eigenen Kräfte, die man auf die Umwelt projiziert hat, auflehnen, und einen ebenso unerbittlichen wie sinnlosen Kampf gegen die eigenen, unverwirklichten Autoritäten in der Welt aufführen - was natürlich nie zu einer Lösung führen kann, weil beide Polaritäten ja in einem selber liegen. Gelingt es aber, das Rollenverhalten umzukehren und die Autoritätsposition selber einzunehmen (sein Kindsverhalten dabei auf die Umwelt projizierend), will man die ganze Welt erziehen und belehren. Wie wir leicht ersehen können, führen beide Wege nicht zum Ziel, weil sie sich den Extremen verbunden geben, die zuviele Kompensationen wieder loswerden müssen und keine Zwischentöne kennen.

Erst wenn der Betroffene erkennt, daß dieser ganze Abwehrmechanismus dem einzigen Ziel dient, die fehlende Verbindung zu seiner eignen Mitte zu verbergen, kann er den Stier bei den Hörnern packen und dem Schicksal dabei ins Auge schauen. Dann erkennt er auch, daß jeder sich sein eigenes Schicksal ist. Und sein persönliches Problem ist die Fixierung an die eigne Perspektive: Seine Angst vor innerer Leere, vor dem Leben, vor der Seele und vor dem Mythos seiner Existenz.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Diese Konstellation kann ihre Ursache darin haben, daß du als Kind zu früh vernünftig wurdest, Verantwortung übernehmen mußtest und zwar nach heute veralteten Maßstäben, die sich für die spätere Entwicklung als hinderlich erwiesen. Dabei wurde die kindgemäße Entfaltung verhindert, das seelische Erleben blockiert, die Pubertät verpaßt.

Du getraust dich daher nicht, deine eigenen Gefühle auszuleben, sondern hältst dich hinter Grundsätzen versteckt. Du richtest dich also nicht mehr nach den eigenen Bedürfnissen, sondern nach den aufoktroyierten Maßstäben, wie die Welt zu sein hat. Dadurch kastrierst du dich in deinem eigenen Empfinden und hemmst jeden, der diese für verbindlich erklärte Sicht nicht akzeptiert.

Dieser Maßstab, als "Über-Ich" aus der Kindheit übernommen, zwingt dich sozusagen als Autoritätsersatz auch im Erwachsenenalter weiterhin zu einem defensiv-vorsichtigen Verhalten. Dein emotioneller Austausch ist blockiert. Du strebst ein untadeliges, keimfreies Verhalten an, welches gefühlsgehemmt, emotionsgestört ist und auch nicht deiner Individualität entspricht, das dich aber andererseits gerade vor der Auseinandersetzung mit deiner Subjektivität jetzt schützt.

Der unbewußte Frust, dich hinter einem Verhaltensrahmen verstecken zu müssen, kompensierst du dadurch, daß du den Inhalt dieses Verhaltensrahmens zum Prinzip erklärst. Das fehlende Selbstvertrauen, welches du durch Lebensernst und Selbstbehauptungswillen kompensierst, zwingst du deinen Untergebenen im Umweg über Leistungsforderungen in der Erfüllung sozialer Verantwortung auf.

In der akuten Situation eines Transits kann das an deinen eigenen Verdrängungen aufgehängte Weltbild zusammenbrechen, die blockierten Stauungen werden frei, und du wirst von deiner eignen fixen Vorstellung erschlagen.

Dadurch kannst du lernen, loszulassen und unabhängig von einem leistungsstützenden, gefühlsunterdrückenden Abwehrmechanismus der eigenen Subjektivität begegnen. Um diese neuen Erkenntnisse herum kannst du dann einen anderen Rahmen bilden, der weniger aufoktroyierten Maßstäben, sondern gerade deinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit diesen inneren Blockaden entspricht.

** Merkur in Opposition zu Jupiter

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR
 
 

Merkur und Jupiter weisen auf eine kreative und schöpferische, wenn auch widersprüchliche Perspektive hin, aus deren Verbindung und Ineinanderfaltung sich große Erkenntnisse herausmodulieren lassen. Aus dem Widerspruch, sich das Unfaßbare durch Denken faßbar zu machen, kann Großes wachsen, wenn man mit diesen Gegensätzen umgehen kann, denn in der Verschmelzung dieser beiden Zeichen liegt ein nur von wenigen Menschen benutzter Realitätsbegriff, der, ohne seine Denkgrundlagen zu verlassen, trotzdem nicht an der Schwelle begrifflichen Verstehens haltmacht.

Man kann diesen Zustand so umschreiben, daß sich das Denken (Merkur) in die inneren Empfindungen der Sehnsüchte (Jupiter) einschleicht und sich damit über die eigenen Grenzen hinaustragen läßt (das Denken vergißt sich kontrolliert, ohne jedoch seine Wachsamkeit aufzugeben!). Und in dieses von seinen eigenen Mustern befreite Denken können neue Eindrücke fließen, die bei Rücknahme der alten Begriffsmuster als sphinxhafte Visionen, allegorische Vexierbilder oder poetische Futurismen hängenbleiben. Diese Konstellation will Grenzerfahrungen in Formen kneten, denen man sich begrifflich nähern kann. Damit hat der Mensch die Chance, die Schranken seines Weltbildes nicht nur weiter hinauszuschieben, sondern sogar zu sprengen, solange er sich wenigstens des Umstands bewußt ist, daß er sich selber auch mitnimmt: daß jede Erweiterung gleichzeitig auch immer seine Ängste und inneren Gegenkräfte vermehrt.

Wenn Jupiter dominiert, identifiziert sich der Mensch mit dem Ewigen und greift dadurch auf die von Merkur symbolisierte Erkenntnisfindung ein. Das sachlich Denkende wird vom intuitiv Schöpferischen unterbrochen und vom kosmisch inspirierten Ego in jenseitige Gipfelhöhen gehoben, in denen sich ihm seine Göttlichkeit reflektiert. Das, was wir aus der Jupiter-Perspektive mit Gottvertrauen umschreiben, ist in Wirklichkeit nur das übersteigerte Ich-Gefühl, das über seine Grenzen hinauszufliegen sucht. Für diese kolossale Aufblähung setzt es seine eigenen Grenzen aufs Spiel, indem es sich in ein überdimensionales Bild hineinsuggeriert, welches Gott darstellt (oder sich als überdimensionierte Kraft ansieht, die das Rad des Schicksals dreht).

Dominiert Merkur, dann werden die Teile eines Ganzen übergewichtet und das Mysterium bestritten, daß das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist. Damit scheint jedes Sakrament gebannt: Zwei und zwei sind vier, und die Winkelsumme eines Dreiecks beträgt 360°! Die ganze Welt ausgemessen und korrekt verstaut in den Schubladen der Logik, haben wir die Wunder fein säuberlich in die Phantasie zurückgelegt. Es gibt keine Engel, Geister, Ufos mehr und Götter. Die "weiße Frau" ist in der Kiste "Ammenmärchen" verstaut und der Poltergeist im Gruselkino untergebracht. Und auch Gott funktioniert höchstens noch als TV-Spot für die weihnachtliche Einkaufswerbung.

Verbinden sich aber die Gestirne, indem sich das denkerische Erkennen und das intuitive Erahnen nicht mehr aneinander aufreiben, sondern sich gegenseitig zu einem intuitiv-erfaßbaren Prozeß antreiben, dann mündet das in verstandesmäßig kontrollierte Futurismen oder nachvollziehbare Zukunftsperspektiven.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Auf der spirituellen Ebene ist Merkur/Jupiter auch ein Bild für die Fähigkeit deines Geistes, die intellektuelle Enge zu vertreiben und sich dem Höchsten zuzuwenden. Das entspricht dem Drang nach Freiheit, der allem Denkerischen innewohnt: der Sehnsucht nach Befreiung und dem Drang nach Einsicht in die Abläufe der Natur. Merkur und Jupiter verkörpern intellektuelles Streben mit einer Vision von Zukunft, die das Ideal einer weltumspannenden Perspektive schon in sich trägt.

Das zeigt sich in allen Arten von Verhalten, wo geistige Ziele eine Rolle spielen. Dein Wissensdurst nimmt überhand und dabei sammelst du Informationen an, die du zu einer beeindruckenden Synthese verarbeitest. Großzügiges Denken, welches auf sachliche Argumente reagiert und auch gegensätzliche Meinungen toleriert, beherrscht die Szene; du siehst die Dinge global, ohne daß Details verlorengehen. Aber auch die moralischen und ethischen Gesichtspunkte von Gedanken und Handlungen ziehst du in Betracht und bist dem zugeneigt, was man unter Esoterikern als "Kraft des positiven Denkens" umschreibt. Dieser Aspekt ist besonders hilfreich für Menschen, die nach Höherem streben, also mit religiösen und philosophischen Themen in Berührung kommen (Denker, Dichter, Philosophen). Wenn sich das praktische, logische Denken (Merkur) und das mentale höhere Streben (Jupiter) glücklich miteinander verbinden, dann ist auch das weltliche Augenmerk nicht weit. Das kann viel Aufmerksamkeit bedingen in einer Zeit, wo der große schöpferische Wurf nur darauf wartet, in die Sichtbarkeit vorzudringen.

Auch unter den sogenannten Spannungswinkeln findet sich Weltverständnis und Erkenntnis. Zwar wirken sich diese zuerst einmal nachteilig aus, weil die vielen Ideen und Pläne nie halten, was du dir von ihnen versprichst, da sie meistens realitätsfremd und übertrieben sind. Doch sind sie auch ein Zeichen für jenen Prozeß, der im wichtigsten Moment des Scheiterns einsetzt: eine Rückschau, in deinen Pleiten die Ursachen zu erkennen und damit die Auswirkungen der eigenen Taten als Teil jenes intelligenten Musters, das sich in den "Absichten des Handelns" ausdrückt. Es ist ein Prozeß der Reife, das menschliche Tun zu durchschauen, die verfehlten Ziele in einen Zusammenhang mit den inneren Absichten zu bringen und daraus Einsicht zu gewinnen, denn in den erkannten Fehlern liegt Erkenntnis und darin Lebensweisheit oder Wissen.

Bevor du diese hohe Ebene jedoch erreichen kannst, neigst du dazu, zu übertreiben und dich der Welt als jemand zu beweisen, der du in Wahrheit gar nicht bist. Übersteigerter Optimismus prägt dein Verhalten; eitles Denken und große Gesten zeichnen dich aus. Selbstüberschätzung gesellt sich dazu und eine Neigung zu maßlosen Erwartungen. Auch der Hang zum Risiko und lügenhafter Leichtsinn sind angesprochen.
 
 

**** Venus in Quadrat zu Saturn

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Alles, was Liebe, Geborgenheit und Wärme betrifft, wird unter Venus/Saturn tiefgekühlt und eingefroren. Die Konstellation zeigt sich selbst in harmonischen Verbindungen von einer spröden und abweisenden Seite, in disharmonischen erstarrt sie aber zu einem klirrenden Panzer, welcher die Seele von ihren eigenen Gefühlen trennt und sie das Manko mit materiellen Werten kompensieren läßt, die sie immer mehr ihren inneren Werten entfremden.

Männer werden das "Gefühle-nicht-zeigen-können" in ein "Gefühle-nicht-zeigen-wollen" ummünzen und ein "Über-den-Gefühlen- stehen" anzeigen, eine Unempfindlichkeit gegenüber Emotionen und eine bis zur Gefühlskälte reichende Sachlichkeit, um von ihrem inneren Dilemma abzulenken, von dem sie glauben, daß es sich in der Gesellschaft vorzuzeigen nicht schickt.

Frauen kompensieren diese innere Schwäche mit einer Tüchtigkeit auf Gebieten, wo sie ihre Verführbarkeit nicht beweisen müssen. Wo sie sie entweder ganz weglassen (Management) oder dann extrem darstellen (Film, Theater, Mode) können. Für letztere ist die gesellschaftliche Übereinstimmung mit weiblichen Attributen wie Schönheit, Charme oder verführerischer Ausstrahlung besonders wichtig. In krassen Fällen kann dieser Aspekt sogar bis an die Grenze führen, wo sie ihre Umwelt zu terrorisieren beginnen, um sich deren Gefühlsabhängigkeit zu beweisen, und dann enttäuscht sind, wenn diese sich von ihnen abwendet.

Was sich hier zeigt, ist das Streben nach Sicherheit in den Gefühlen, die es gar nicht gibt. Saturn legt seine schwere Pranke auf die zarte Schulter Venus', welche unter dem Gewicht zusammenbricht. Trotzdem ist sie nicht bereit, auf die Gefühle zu verzichten. Das Resultat dieser Verbindung aber ist, daß der Horoskopeigner einen Kompromiß eingeht, denn er dann "Liebe zur Pflicht" oder "Verantwortungsbewußtsein" nennt. Denn die Sicherung ist ihm näher als die Liebe, und lieber verzichtet er, als daß er sich auf etwas einläßt, das kurzfristig zwar schön sein mag, ihm langfristig zur Erreichung seiner Ziele aber nicht real genug erscheint.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Du wurdest von den Eltern nicht geliebt. Du wurdest akzeptiert, solange das Kindsein nicht mit der Absicht, eigene Gefühle zu entwickeln, kollidierte. So wurde dein kindliches Verlangen, Gefühle zu zeigen, blockiert. Du mußtest dir die inneren Werte gemäß denen deiner Eltern bilden.

Damit sind die Voraussetzungen gegeben, daß du dich später den Bedingungen der Gesellschaft auslieferst, weil du deine Gefühle von den Reaktionen deiner Umwelt abhängig machst. Du unterwirfst dich den Maßstäben der Gesellschaft, weil du die eigene Gefühlswelt, die du dagegensetzen könntest, den gefühlsmäßigen Eigenwert, jetzt nicht entwickelt hast.

Kannst du deinen inneren Eigenraum aber nicht entfalten, bist du auf der Suche nach Selbstfindung entweder auf den Raum des Partners oder auf die kollektiven Räume der Gesellschaft angewiesen. Das läßt sich, auf den Alltag übertragen, so umschreiben, daß du dir deine Gefühlswelt von außen aufoktroyieren läßt.

Willst du dich von außen aber nicht bestimmen lassen, obwohl du deinen inneren Selbstwert nicht gefunden hast, so suchst du dir einen Partner, der sich dazu motivieren läßt, die eigene Schwäche in der Umwelt stellvertretend auszuleben, die du selbst darzustellen dich nicht traust.

Da du die Beziehung jetzt dazu benutzt, den nicht entwickelten Eigenwert im anderen darzustellen, sind die ganzen Beziehungsverhältnisse nichts anderes als der Versuch, das ungelöste Selbstwertdrama in immer neuen Partnerschaften auszuleben.

Wenn du aber einmal akzeptiert hast, daß du vom Partner nicht das kriegen kannst, was du in ihn injiziert hast, so kannst du auch erkennen, daß die Krise durch falsche Erwartungshaltungen geradezu vorprogrammiert ist. Die Krise in der Partnerschaft zeigt die Bruchstelle an, wo du nicht den anderen, sondern nur deine eigene Vorstellung vom anderen liebst.
 
 

Die Erkenntnis aber, daß der andere nicht so ist, wie du ihn dir vorstellst, weil diese Vorstellung ja gerade das eigene Problem anzeigt, kann die Befreiung aus diesen Zwängen bedeuten.

**** Mars in Trigon zu Neptun

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Mars' direkte Absicht, die Objekte seiner Begierde möglichst rasch und ohne Umweg anzusteuern, wird durch Neptuns Brechungen und Vernebelung völlig irritiert. Der rote Kriegsplanet wird durch das Eintauchen in Neptuns Spiegelmeere seiner direkten Aggressivität beraubt, um über die unbewußten Kanäle mit jener kollektiven Zielgerichtetheit zu verschmelzen, die sich in karmischer Verstrickung zum persönlichen Schicksalsweg herauskristallisiert. Denn auf seine schillernd-unbegreifliche Art ist Neptun die Achillesferse jedes Horoskops. Und zwar aus dem Grund, weil alle von Neptun verkörperten Bereiche jenen Gebieten zuzurechnen sind, die nicht mehr von der Vernunft regiert werden. Wo Bezirke angesprochen sind, die Schranken von Raum und Zeit jetzt niederzureißen und auf die Barrikaden zu steigen, um die unbewußte Todessehnsucht wieder zu erreichen.

Gleichzeitig trägt Mars die neptunische Vision im Nacken, daß alles, was er als Realität akzeptiert, relativer Natur sein soll und stellt diesem die unzubeantwortende Frage, warum etwas überhaupt erst wird, wenn es schon am Anfang seines Keimens die Folgerichtigkeit des Endes in sich spürt?

Daraufhin wird Mars von Neptun eingeladen, sein nach außen gerichtetes Denken nach innen zu verlagern und in dem Bild der milden Dämmerung die strahlende Abendröte zu erfahren, welche nach des Tages Kampf und Sieg sich nach dem schlummernden Erlöschen sehnt. Damit lernt er erkennen, daß im ewigen Wechsel der Gezeiten, in der Aufeinanderfolge von Tod und Auferstehung Gott jetzt wohnt. Wie könnte er sonst wissen, daß Gott selbst in ihm thront, wenn er nicht weiß, daß die Unversöhnlichkeit von Tod und Leben das Wesen aller Schöpfung ist?

Die weise Seele ahnt, daß das Leben ein Traum ist, aber sie vermengt die Realität dieses Wissens nicht mit der Realität des täglichen Geschehens, damit aus dem Traum kein Alptraum wird. Leider ist das aber nicht so einfach, denn wir befinden uns (mit unserem Geist) in der Materie, aus der wir uns nur befreien können, wenn wir die Bedingungen ihres Wirkens zwar kennenlernen, ohne aber ihre Gesetzmäßigkeiten in Frage zu stellen, denn damit vernichten wir uns selbst.

Auch wenn wir die Materie als Illusion erkennen, die sich aus Energie und Kraft zusammensetzt, müssen wir doch lernen, die Wirkungen dieser Illusionen zu erfassen und ihren Ausdruck zu beherrschen. Denn wie könnten wir uns Neptun öffnen, wenn wir nicht vordem unser Ego (Mars) mittels strukturierter Grenzen (Saturn) gegen das Grenzenlose hin abgesichert hätten?

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Die durch deine inneren Versagensängste potenzierte Aggressions- und Willenslähmung (Neptun löst Durchsetzung auf) wirkt sich so aus, daß es dir nie gelingt, dich auf konkrete Bilder einzustimmen und materielle Ziele zu konkretisieren. Das führt dazu, allen persönlichen Entscheidungen und persönlicher Durchsetzung auszuweichen.

Das kann bis zu Reaktionen führen, die Realität nicht nur passiv zu erleben, sondern die Hemmung auszuleben und allen Verantwortungen zu entschweben (z.B. durch Alkohol oder Drogen). Da Sexualität als Befreiung von Begrenzung erlebt wird, erhält der Orgasmus unter diesem Aspekt enorme Bedeutung.

Der Orgasmus ist der entfernteste Zustand, den du mit deinen Sinnen nachvollziehen kannst - sozusagen ein Riß zwischen den Welten, an dem sich Mars und Neptun begegnen. Es ist natürlich schwierig, über diese andere Seite etwas auszusagen, weil sie von Mensch zu Mensch verschieden erlebt wird. Sicher wirst du unter diesem Aspekt in den sich überschneidenden Welten deiner erweiterten Perspektive zuerst einmal von den "Müttern" empfangen, die dir nicht eben freundlich entgegentreten, beinhalten sie doch deine eigenen Versagensängste, welche dir aus dem Schatten deiner verdrängten Libido entgegenschimmern.

Da du aber nicht auf deine inneren Bilder ("Mütter") triffst, sondern nur auf äußere Partner, die dich akzeptieren oder nicht, gibst du dich nur solchen hin, die du vollständig beherrschst (aus Angst, das innere Bild an ein äußeres zu verlieren, das dir irgendwann entwischt).

In ihrem positiven Ausdruck kann diese Konstellation anzeigen, daß du deinen Aggressionen bewußt entgegentrittst und sie dadurch besiegst, daß du sie als das erkennst, was sie jetzt sind: die eigenen Versagensängste (Neptun löst Mars auf). In ihrer negativen Auswirkung kann sich diese Kombination als ein Verhalten ausdrücken, vor deinen eigenen Verdrängungen so zu erschrecken, daß du den "Ausgang" nicht mehr findest und sozusagen "zwischen den Welten" vor deinen eignen Ängsten davonrennst.
 
 

** Mars in Opposition zu Pluto

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Mars versinnbildlicht das Ich eines Menschen oder wenigstens jenen kleinen, persönlichen Teil seines Ichs, der ihm schon bewußt geworden ist. Pluto und Mars sind neben Uranus die Planeten, durch die wir am meisten mit einschneidenden Eingriffen und äußeren Veränderungen konfrontiert werden. Während die Aktionen von Mars aber auf bewußten Motivationen ruhen, beruhen die von Pluto und Uranus verkörperten Tatsachen auf der Folgerichtigkeit kosmischer Ursprünge. Das Gefährliche von Mars/Pluto liegt in der Möglichkeit, die instinktiven Kräfte für eigenmächtige Zwecke einzusetzen, welche außerhalb der persönlichen Kontrolle skrupellose und diabolische Züge annehmen können, die nur noch als Besessenheit und Wahnsinn zu charakterisieren sind.

Der Betroffene ist von dem Zwang besessen, seine instinktiven Triebkräfte einzusetzen. Gleichzeitig aber wird er, wenn er einer bestimmten Idee ergeben ist, diese Besessenheit als eine karmische Mission erkennen. Oft werden solche Menschen unmittelbar in Kämpfe verwickelt oder von Krisen, Umwälzungen und Revolutionen angezogen, welche das Erlösungsmoment von Gewalt und Tod schon in sich tragen. Oder sie können die größenwahnsinnige Tendenz haben, alles Unvollkommene und Schwache zu zerstören.

Wenn Mars/Pluto aktiviert wird, kann der zwanghafte Wunsch entstehen, sich gegen alle Schwierigkeiten zu behaupten, der Gefahr ohne Zögern ins Auge zu schauen und den Teufel geradezu herauszufordern. Hier verbindet sich der Zwang zur Selbstdurchsetzung mit anderen Motiven: Man hängt an heroischen Vorstellungen, welche einen zwingen, über sich hinauszuwachsen. Diese Inhalte, die archetypische Muster in sich tragen, verlangen, daß wir das unbewußte Wirken der Instinkte zu höheren Zielen transformieren, damit kreative und geistige Ventile geschaffen werden, ohne sich selbst zerstörerisch zu manifestieren.

Nur ein hochentwickelter Geist ist in der Lage, dieses "Stirb- und-Werde"-Prinzip Plutos zu erfahren, weil er erkannt hat, daß Wille und Weg eins geworden sind. Was wir Freiheit des Geistes nennen (Mars), ist der Zwang zu unserem eigenen Wachstum (Pluto). Real kann daher nur sein, sich an die eigene Natur anzupassen, was im eigentlichen Sinn aber nicht mehr Anpassung, sondern schon Entwicklung ist.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Die Ellbogenmentalität, alles aus dem Weg zu boxen, was sich dir entgegenstellt, mag im Umfeld eines brutalen Vaters wurzeln, der alles aus dem Weg räumte, was ihm zum Erreichen seiner Ziele hinderlich erschien.

So wirst du den Spieß später umdrehen und gegen die Umwelt so agieren, wie du von ihr selber behandelt worden bist. Das ist kein unnatürlicher Prozeß, deinen angestauten Aggressionen zu begegnen; unangenehm ist nur dieser ewige "Actio-Reactio"-Mechanismus, nämlich genau das in die Umwelt abzustrahlen, was dir einstmals selbst widerfahren ist.

Es kann natürlich auch vorkommen, daß du durch Niederlagen so sehr verunsichert worden bist, daß du das verlorene Potential über Personen zurückzubekommen versuchst, die das verkörpern, was du selber darzustellen dich nicht traust: äußere Gewalt. (Der Ohrfeige ist es egal, ob du sie austeilst oder erhältst!)

Umgekehrt kannst du dich von den Hindernissen aber auch herausfordern lassen und dir einen persönlichen Sport daraus machen, alle Widerstände aus dem Weg zu fegen, da du die Selbsteinschätzung vom Erreichen deiner Ziele abhängig machst. Mars ist in mancher Hinsicht wie ein kleiner Bub, der sich im Mittelpunkt des Universums wähnt und darauf besteht, daß sich die Dinge um ihn drehen.

Da aber Pluto die Bedingungen, unter denen Mars agieren kann, anzeigt und gleichzeitig auf Transformationen hinweist, kannst du hier sehen, wie selbst Mord und Totschlag zum göttlichen Baustein in der unerbittlichen Folgerichtigkeit des Schöpfungsplanes werden und auf die karmischen Urmuster zurückweisen, die sich einmal in die Welt gesetzt, in immer neuen Verästelungen zu immer komplizierteren Verflechtungen auswirken, deren Ausdruck unser karmisches Verhalten ist.

Weil dein persönliches Verhalten zwar nie richtig, aber genausowenig falsch, sondern nur immer folgerichtig ist, kann die Lösung nur heißen, daß es keiner Lösung bedarf, weil es auch keine Probleme gibt.

Man könnte natürlich auch optimistischer argumentieren und dir empfehlen, durch geistige Reife eine weitere Perspektive zu gewinnen, die groß genug ist, um deinen ungebändigten Egoismus in den Griff zu bekommen (aber nicht so groß, um einzusehen, daß es nicht das Wirken dieses Aspekts sein kann, dich in deinen eigenen Auswirkungen zu torpedieren).
 
 

Innerhalb des Zusammenspieles aller Gestirne steht Mars für das spontane Durchsetzen kurzfristiger Ziele, die ebenso ein Teil vom Ganzen sind wie die durchrationalisierten, ausbalancierten Strategien. Durch die Beteiligung von Pluto geht es aber weniger um die Frage, diese Durchsetzungszwänge in den Griff zu bekommen, als um die Tatsache, eine Ebene zu finden, wo sie sich weniger kriegerisch auf dein gesellschaftliches Leben auswirken.
 

***** Jupiter in Sextil zu Saturn

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Aus der Perspektive Jupiters ist das Sichtbare eines jeden Dinges nur die in Zeit und Raum gehobene Reflexion seiner inneren Spannung und damit nur ein Symbolträger oder Archetyp jener kosmischen Urerfahrung, die hinter dem eigentlichen Sichtbaren liegt. Für Saturn hingegen existiert kein Ding aus sich heraus und nur für sich unabhängig vom Betrachtenden, denn es existiert nur in Beziehung zu anderen Dingen, und in jeder Beziehung existiert es anders - je nach den Wertmaßstäben und in der Perspektive des Betrachtenden.

Wir sehen also, auf einer höheren geistigen Ebene drücken die Prinzipien dieser beiden Planeten fast dasselbe aus, unterschieden nur durch die mehr intuitive Einfärbung Jupiters, die tief innerlich immer einen Gott oder wenigstens einen Sinn voraussetzt, der unserem Leben Bedeutung zuerkennt, und die mehr analytische Seite Saturns, die allem mißtraut, was sie nicht versteht, und welche vom spirituellen Kuchen nur das analytisch Erfaßbare annimmt.

Im normalen Alltag liegen die Dinge jedoch etwas anders. Die Möglichkeiten, die beiden Qualitäten "gut und böse" zu verschmelzen, bleiben zwar unangetastet, nur ist ihre Integration unter einem Gesichtswinkel, der beide Teile gleich gut und wichtig sieht, in unserer materiellen Gesellschaft kaum zu verwirklichen, weil deren eingeimpfte Ziele einseitig auf Erfolg, Wachstum und Leistung ausgerichtet sind. Das macht einen Jupiter/Saturn-Typen schon in seiner Kindheit skeptisch. In seiner Ausrichtung auf die Welt mißtraut er deren Werten, die er intuitiv zu durchschauen spürt, und stellt sich gegenüber deren Ansprüchen taub.

Unter dem einsetzenden Druck der elterlichen und lehrermäßigen Gewalt kann das kindliche Ich seine intuitiv erkannte Mitte aber nicht mehr verteidigen und muß sich meist einem der beiden Pole des in ihm liegenden Aspekts verpflichten. Ist es Jupiter, dann opfert er in Saturn die kritische Analyse und die reale Einschätzung zur Erreichung seiner Ziele und handelt sich von Jupiter dafür eine spontane Lebensfreude und Visionen seiner inneren Träume ein. Ist es aber Saturn, dann tauscht er sich für die Erreichung seiner äußeren Ziele das Gefühl einer inneren Sinnlosigkeit ein.

Beides ist aber für sich allein genommen an diesen hier implizierten Möglichkeiten zu leichtgewichtig. Denn in der Welt da draußen gibt es nichts, was sich nicht rührt, nichts, was sich nicht ändert oder wandelt. Jedes Ding tritt in Erscheinung, entwickelt sich und verschwindet wieder aus dem Dasein (Jupiter). Von einer anderen Perspektive aus betrachtet, tritt aber weder etwas in Erscheinung noch verschwindet etwas aus dem Dasein. Es ist alles schon immer da, unabänderlich, ewig (Saturn).

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Voraussetzung für diese Ausprägung dürfte die mangelnde Entwicklung deiner intuitiven, spontanen Mitte in der Kindheit gewesen sein. Das unbelastete, naive und fröhliche Verhalten deines Kindseins wurde durch die Realitätsansprüche der Erwachsenen schwer belastet. Du wurdest aus deiner Identität herausgerissen und sozusagen in die Polarität gedrängt, deine innere Mitte aufzuteilen in das, was für die Phantasie schöpferisch und befruchtend war und das, was im Alltag nutzbringend angewendet werden konnte, die schöpferische Phantasie aber nicht ausfüllte.

Dadurch fühltest du dich immer ein bißchen zwischen innerer Wahrheit und materiellem Streben hin- und hergerissen und trägst heute jenen Teil, den du nicht verwirklichen konntest, als feindliches Bild in dir, in welchem sich die Umwelt spiegelt. Wirst du dabei in deinem Jupiterbild gehemmt, so sind der innere Glaube, die schöpferische Phantasie und die intuitive Wahrnehmung verdrängt, und du setzt statt dessen auf die Tugend saturnaler Realitätsfindung, welche die Sicherung deiner Lebensbedingungen gewährleistet, gleichzeitig aber das Streben nach höheren Dingen den Zielen eines regelmäßigen Einkommens opfert. Das entgegengesetzte Manöver bringt dich in die umgekehrte Lage, den gesellschaftlichen Anpassungszwängen Lebewohl zu sagen und der Jupiter-Vision entgegenzufliegen, die dir sagt, daß alle realen Ansprüche aufzugeben sind, um das hinter der Realität liegende göttliche Licht anzuziehen.

Die Krise stellt sich für dich entweder als Verlust aller Lebensfreude (Jupiterhemmung) dar oder als Einbuße jeglichen Realitätsverständnisses (Saturnhemmung). Lösung kann nur aus der Einsicht kommen, die beiden entgegengesetzten Prinzipien wieder zu vereinen. Du mußt also versuchen, sowohl deine Träume zu realisieren, als auch deine Realität zu erträumen.

Das heißt, daß du deine Träume durchaus in die Realität einpassen kannst, wenn du nur lernst, deinen Alltag zu erfassen und demnach zu erfahren, wo du deine Träume verwirklichen kannst und wo nicht. Auf jeden Fall muß die Zukunft in den Träumen realistisch vorhanden sein, damit dieses Hin- und Hergerissensein zwischen Illusion und Wahrheit in jenen höheren Zustand überführt werden kann, wo beide zum sich ergänzenden Teil im anderen werden: Der Weg ist das Ziel in sich selber!
 

PSYCHISCHE HINTERGRÜNDE

In den folgenden Textpassagen findest du eine Anzahl gewichtiger, von AKRON bevorzugter Zeichen- und Hausstellungen, die dir helfen sollen, deine "inneren Personare" noch tiefer zu erkennen bzw. beim inneren Namen zu nennen.

SONNE IM 11. HAUS

Die latente Unruhe unter diesem Zeichen dürfte ihre innere Ursache in den vorgeburtlichen Begleitumständen haben. Du warst unerwünscht, solltest nach den Wünschen deiner Eltern vielleicht gar nicht geboren werden; auf jeden Fall ging der Geburt die Bedrohung des Ungeborenen voraus.

Durch diese unterschwelligen Bedrohungen schon im Embryonalzustand fühlst du dich in deiner Existenz nicht nur bedroht, sondern innerhalb der Bedrohung auch nicht ernstgenommen. Denn irgendwie ist es dir bewußt, daß du deine Existenz nur dem Umstand verdankst, daß nicht einmal deine Verhinderung ernstgenommen wurde und die erwogene Abtreibung wahrscheinlich nur aufgrund eines Versäumnisses unterblieb.

Dadurch fühlst du dich dauernd unter Druck gesetzt. Unterschwellige Vernichtungsängste assoziieren sich dir zur immerwährenden Gefährdung. Sie bestimmen deinen emotionalen Background, wachsen sich zum unbewußten Verlangen aus, aus deiner eignen Form herauszubrechen und dabei die Hülle zu sprengen.

Schließlich mutiert der innere Zug nach Unabhängigkeit zu einer Bewegung aus der Form, und du versteigst dich zu der Annahme, tun und lassen zu dürfen, was du willst. Du fühlst dich in der Lage, alles in Frage zu stellen und ohne Rücksicht auf Verluste zu neuen Ufern aufzubrechen.

Auf dem Gipfel dieses Aktes, alle Werte zu zerbrechen, um die unbewußte Erinnerung an die eigene Vernichtung loszuwerden, kann die Krise ausbrechen, die dich zwingt, dein Karma nicht nur anzunehmen, sondern als Motor zur Einsicht zu benutzen, daß deine Realität durch die Art deiner eigenen Wahrnehmung geschaffen wird und demnach die Verantwortung für alles, was dir von außen zustößt, bei dir selber liegt.

Dadurch läßt sich die Möglichkeit ableiten, daß du umgekehrt auch in der Lage bist, dich durch Einsicht und bewußte Kenntnisse zu ändern. Dein Bewußtsein ist die Steuerungszentrale dieser Kräfte, welche die Möglichkeiten haben, deine eindimensionale Wahrnehmung in die aufgebrochene Wirklichkeit einer mehrdimensionalen Kosmosophie zu tragen.

MERKUR IM 11. HAUS

Eine Verbindung zwischen Merkur und Uranus zwingt dich schon in deiner Kindheit zu einem denkerischen Schnellfeuer, in dem bewußtseinsmäßige Auskristallisierungen keinen Platz haben. Dieser Aspekt unterstützt dein frühkindliches Unterfangen, dich von den Übertragungen elterlicher Realitäten zu befreien und über alle gedanklichen Stränge zu schlagen, um die Welt der reinen Ideen zu erfahren.

Diese Neigung mag dir schon in der Schule Schwierigkeiten bereitet haben, weil dir das mühsame Zusammentragen der Fakten unnötig erschien und dir sowieso alles immer viel zu langsam ging. Es bestand eine Neigung zu vorschnellen Schlüssen aufgrund deiner Weigerung, die Gedanken um einen festen Mittelpunkt zu formieren und in das Vokabular der begrifflichen Vorstellung zu übertragen.

Aus der Angst heraus, von seiten der Umwelt nicht akzeptiert zu werden, weil diese kein Verständnis für deine Einsicht aufbringt, daß sich die Dinge ändern müssen, um die gleichen zu bleiben, kann es dazu führen, daß du deine inneren Visionen blockierst. Oder du biederst dich dem Wissen an, das du gedanklich vielleicht ablehnst, welches dir aber andererseits ermöglicht, die anderen zu belehren, und zur Strafe bringst du sie durch Hinterfragen und Relativieren des gerade selbst verkündeten Wissens wieder durcheinander. Aus diesem Betragen läßt sich leicht das Verhalten ablesen, den eigenen Frust auf die anderen zu übertragen und sie an eigener Statt dafür zu bestrafen, weil sie es sich ebensowenig leisten können, die bestehenden Grundsätze in Frage zu stellen.

In der Tat gehört es zur tragischen Ironie wie zur Glaubwürdigkeit dieses Aspektes, daß er gerade das Versäumte selber demonstriert, das er anklagt und denunziert. Dieses Realitätsdefizit gipfelt in der Krise, daß der Verstand mit seinen Blitzen von Einsichten den Menschen derart betört, daß dieser vergißt, seinem intellektuellen Onanieren ein Ende zu setzen und lieber bereit ist, die Kontakte zur ganzen Umwelt zu verlieren, als sein exzentrisches Denken zu disziplinieren.

VENUS IN FISCHE

Venus in dir verkörpert die "liebliche Verführerin", die aus den Wassern gestiegen ist, um die Psyche daran zu erinnern, daß ihre wahre Heimat die Katakomben unter der Wasseroberfläche (Neptun) sind, in denen sie jederzeit wieder willkommen ist.
 
 

Das symbolisiert die Verstrickungen mit den unerlösten Sehnsüchten, die für das Bewußtsein nicht zu lösen sind, weil du dich ihnen aus dem Blickwinkel der Ratio nicht nähern, dich ihren unbewußten Auswirkungen aber andererseits auch nicht entziehen kannst.

Deshalb steigt die Angst in deiner Seele auf, dich selber zu verlieren. Weil du mit dieser Angst auf die Dauer nicht leben kannst, löst du sie auf, indem du dich betäubst (körperliche Betäubung durch Drüsendysfunktionen). Damit hast du die Angst, dich zu verlieren, gebannt, weil du die Angst "im Ozean der Gleichgültigkeit" aufgelöst hast.

Indem du dein Leben träumst und deine Sehnsucht lebst, glaubst du, deinem Schicksal zu entrinnen und dich ungelebt deinen inneren Sehnsüchten überantworten zu können.

Das führt dazu, sogar das Gefühl der Liebe aufzulösen, um deine spirituellen Ziele nicht mit deinen instinktiven Trieben zu verbinden. Mit anderen Worten, um die Liebe venusischen Elysiums in den neptunischen Gewässern nicht zu verletzen, verzichtest du auf die Erfüllung deiner Triebe.

Auf der Suche nach Liebe hast du also nur die Vergleichsmöglichkeiten deiner unbewußten Sehnsucht. Es ist daher leicht verständlich, daß alle konkreten Bemühungen um intime menschliche Beziehungen immer in der Sackgasse deiner irrealen Wünsche landen und im Leben nicht zu verwirklichen sind.

Deshalb zieht es dich unterschwellig zur "Großen Mutter" zurück. Da diese aber als liebliche Verführerin verkleidet ist, die ja gerade für dein Dilemma verantwortlich zeichnet, bist du verloren, wenn du ihr erliegst; denn die Verführung ist gleichbedeutend mit dem Verschlungenwerden. Der Verführung zu unterliegen, bedeutet das Versinken in dem, was sich als ein Faß ohne Boden umschreiben ließe.

VENUS IM 10. HAUS

Du wurdest von den Eltern nicht geliebt. Du wurdest akzeptiert, solange das Kindsein nicht mit der Absicht, eigene Gefühle zu entwickeln, kollidierte. So wurde dein kindliches Verlangen, Gefühle zu zeigen, blockiert. Du mußtest dir die inneren Werte gemäß denen deiner Eltern bilden.

Damit sind die Voraussetzungen gegeben, daß du dich später den Bedingungen der Gesellschaft auslieferst, weil du deine Gefühle von den Reaktionen deiner Umwelt abhängig machst. Du unterwirfst dich den Maßstäben der Gesellschaft, weil du die eigene Gefühlswelt, die du dagegensetzen könntest, den gefühlsmäßigen Eigenwert, jetzt nicht entwickelt hast.

Kannst du deinen inneren Eigenraum aber nicht entfalten, bist du auf der Suche nach Selbstfindung entweder auf den Raum des Partners oder auf die kollektiven Räume der Gesellschaft angewiesen. Das läßt sich, auf den Alltag übertragen, so umschreiben, daß du dir deine Gefühlswelt von außen aufoktroyieren läßt.

Willst du dich von außen aber nicht bestimmen lassen, obwohl du deinen inneren Selbstwert nicht gefunden hast, so suchst du dir einen Partner, der sich dazu motivieren läßt, die eigene Schwäche in der Umwelt stellvertretend auszuleben, die du selbst darzustellen dich nicht traust.

Da du die Beziehung jetzt dazu benutzt, den nicht entwickelten Eigenwert im anderen darzustellen, sind die ganzen Beziehungsverhältnisse nichts anderes als der Versuch, das ungelöste Selbstwertdrama in immer neuen Partnerschaften auszuleben.

Wenn du aber einmal akzeptiert hast, daß du vom Partner nicht das kriegen kannst, was du in ihn injiziert hast, so kannst du auch erkennen, daß die Krise durch falsche Erwartungshaltungen geradezu vorprogrammiert ist. Die Krise in der Partnerschaft zeigt die Bruchstelle an, wo du nicht den anderen, sondern nur deine eigene Vorstellung vom anderen liebst.

Die Erkenntnis aber, daß der andere nicht so ist, wie du ihn dir vorstellst, weil diese Vorstellung ja gerade das eigene Problem anzeigt, kann die Befreiung aus diesen Zwängen bedeuten.

MARS IN FISCHE

Die durch deine inneren Versagensängste potenzierte Aggressions- und Willenslähmung (Neptun löst Durchsetzung auf) wirkt sich so aus, daß es dir nie gelingt, dich auf konkrete Bilder einzustimmen und materielle Ziele zu konkretisieren. Das führt dazu, allen persönlichen Entscheidungen und persönlicher Durchsetzung auszuweichen.

Das kann bis zu Reaktionen führen, die Realität nicht nur passiv zu erleben, sondern die Hemmung auszuleben und allen Verantwortungen zu entschweben (z.B. durch Alkohol oder Drogen). Da Sexualität als Befreiung von Begrenzung erlebt wird, erhält der Orgasmus unter diesem Aspekt enorme Bedeutung.

Der Orgasmus ist der entfernteste Zustand, den du mit deinen Sinnen nachvollziehen kannst - sozusagen ein Riß zwischen den Welten, an dem sich Mars und Neptun begegnen. Es ist natürlich schwierig, über diese andere Seite etwas auszusagen, weil sie von Mensch zu Mensch verschieden erlebt wird. Sicher wirst du unter diesem Aspekt in den sich überschneidenden Welten deiner erweiterten Perspektive zuerst einmal von den "Müttern" empfangen, die dir nicht eben freundlich entgegentreten, beinhalten sie doch deine eigenen Versagensängste, welche dir aus dem Schatten deiner verdrängten Libido entgegenschimmern.

Da du aber nicht auf deine inneren Bilder ("Mütter") triffst, sondern nur auf äußere Partner, die dich akzeptieren oder nicht, gibst du dich nur solchen hin, die du vollständig beherrschst (aus Angst, das innere Bild an ein äußeres zu verlieren, das dir irgendwann entwischt).

In ihrem positiven Ausdruck kann diese Konstellation anzeigen, daß du deinen Aggressionen bewußt entgegentrittst und sie dadurch besiegst, daß du sie als das erkennst, was sie jetzt sind: die eigenen Versagensängste (Neptun löst Mars auf). In ihrer negativen Auswirkung kann sich diese Kombination als ein Verhalten ausdrücken, vor deinen eigenen Verdrängungen so zu erschrecken, daß du den "Ausgang" nicht mehr findest und sozusagen "zwischen den Welten" vor deinen eignen Ängsten davonrennst.
 

MARS IM 10. HAUS

Da deine Eltern es nicht zulassen wollten, daß du in der Kindheit deinen Willen durchsetzen konntest, haben sie dich - vielleicht auch, weil du sehr wild warst und immer ein bißchen über die Stränge schlugst - schon sehr früh in deinen Aggressionen blockiert.

Dadurch haben wir später die in die Kindheit zurückreichende Verhaltensstörung vorliegen, Aggressionen schnell loszuwerden, bevor du durch die Umwelt daran gehindert werden kannst, indem du gegen alle möglichen Einschränkungen schon von vornherein rebellierst.

Umgekehrt kann dieser Aspekt im Leben auch zur Unterwerfung gegenüber Autoritätspersonen führen. Unbewußt suchst du in diesen nämlich deine Eltern, um dich in der eigenen Durchsetzung von ihnen behindern zu lassen. Damit hast du einerseits die Sicherheit, dein kindliches Rollenverhalten fortsetzen zu können, andererseits hast du gleichzeitig die Sündenböcke, denen du die Schuld zuschieben kannst, um deine eigenen Aggressionen nicht ausleben zu müssen.

Möglicherweise wird aber der Ehrgeiz gerade noch mehr angestachelt, dich um jeden Preis durchsetzen und alle übertreffen zu müssen, um dich mit deinen paranoiden Gipfelstürmen einer allgemeinen Anerkennung zu versichern.

Unter Saturn/Mars liegst du dauernd mit dir selbst im Streit, weil sich hier die eigene Willenskraft (Durchsetzung um jeden Preis) und die Angst (Wissen um das eigene Unvermögen) aneinander aufreiben. In der Krise kann sich das Bedürfnis auslösen, diese Blockade durch die Eltern nochmals in die Umwelt hochzuheben, aber diesmal den Elternrollen-Spieler anzugreifen und zu besiegen: In Extremfällen bis zu Mord und Totschlag!

Die Lösung liegt hier in der Erkenntnis, daß nur derjenige zum Opfer werden kann, der die verhinderte Aggression gegen sich selbst auslebt. Es geht um das behutsame Aufarbeiten des innerpsychischen Spannungsfeldes zwischen Täter und Opfer, indem du dich in beiden Rollen selbst erkennst und dann vorsichtig nicht nur das "innere Gaspedal" losläßt, sondern auch den "Fuß von der Bremse" nimmst, damit die Psyche weder blockiert ist, noch überdreht.

SATURN IM 7. HAUS

Beschreibung siehe weiter oben: Venus im 10. Haus

Uranus im 3. Haus

Beschreibung siehe weiter oben: Merkur im 11. Haus

NEPTUN IM 5. HAUS

Da Neptun die innere Sehnsucht verkörpert, die materiellen Fesseln abzustreifen und sich mit dem Göttlichen zu verbinden, wirst du jede Ich-Verwirklichung (Sonne) nicht nur unterbinden, sondern die ganze Realitätsverkörperung verhindern, indem du spirituelle Einsichten in die materiellen Gegebenheiten einfließen läßt.

Daraus kristallisiert sich das Bestreben, deine materiellen Bedürfnisse nicht mehr zu leben, weil du mit der Ablehnung deines Egos gleichzeitig jede Ausrichtung nach realen und gesellschaftlichen Zielen ablehnst.

Irgendwann entwickelt sich die illusionäre Einbildung, die materiellen Gesetze schon überwunden zu haben. Damit versuchst du, die Verhinderung deiner materiellen Selbstverwirklichung hinter einem kosmischen Mäntelchen zu verstecken, was ein Widerspruch in sich ist, nämlich das "Bild der Überwindung" durch das Ego darzustellen. Auf diesem Weg hast du dich meistens in den Fängen eines Dogmas verstrickt, das dir hilft, deine eigenen gesellschaftlichen Ängste hinter kosmischen Zielen zu verbergen.

Wenn nun diese Grundlagen zusammenbrechen, auf denen du dein verdrängtes Ego aufgebaut hast - sei es, daß du deinen Guru verlierst, sei es, daß du dessen Dogma aus irgendwelchen Gründen nicht mehr akzeptierst -, dann wird das Unvermögen, dein eigenes Ego darzustellen und deine innere Individualität zu leben, in die Krise führen, weil du nie gelernt hast, dich in deiner ursprünglichen Personalität zu erfahren, sondern deine Persönlichkeit nur immer auf das projiziertest, was dir die Außenwelt reflektierte und von dem du dich angesprochen fühltest.
 
 

Die einzige Lösung wäre, diesen Verdrängungsmechanismus aufzuheben, weil du darin die Verhinderung erkennst, deine persönliche Eigenart auszuleben, die nur so lange sinnvoll ist, wie du sie nicht siehst!

Gerade durch das Erkennen machst du dich frei, den Sinn der Verhinderung anzunehmen, die dich zwar hindert, bloße Selbstverwirklichung anzustreben, deren Sinn aber andererseits nicht sein kann, den Vorstellungen der anderen nachzuleben. Sondern deren Aufgabe sich allein in der Einsicht erfüllt, dich dem Göttlichen wie dem Irdischen hinzugeben und deine eigene Brücke zu werden, auf der du zwischen den Welten hin- und herschwebst!

PLUTO IM 4. HAUS

Mond/Pluto wird durch die matriarchalische Göttin regiert - ein mächtiges Mutterbild, welches das Kind mit der Rechten nährt und mit der Linken verschlingt.

Dadurch erlebst du die Beziehung zu deiner Mutter als Einschließungs- und Erstickungstrauma und du mußt später dieses Mutterbild zerstören, um innerlich wieder frei zu werden.

Da dieses schreckliche Muttergesicht aber der Disposition in dir selber entspricht, können wir erkennen, daß die starke Aggression gegen die Mutter nur der Umweg zu deinen wahren inneren Gefühlen ist.

Schon die starke bestimmende Mutter war nichts anderes als ein Erfüllungsgehilfe deines unbewußten Karmas, um dir zu helfen, dich neu zu strukturieren und deine alten Gefühlsstrukturen zu zerstören, denn unter Mond/Pluto besteht der Zwang, dich aus den veralteten, sinnlosen Gefühlswindungen herauszuschälen, weil du dich in ihnen nicht mehr weiterentwickeln kannst.

Oder du suchst dir Menschen, denen du - stellvertretend für das eigene Unvermögen, dich selber zu befreien - hilfst, aus ihren seelischen Verstrickungen herauszufinden, indem du sie nach den Bedingungen deiner eigenen Erlösungsmuster formst. Hier finden wir dann die "Supermütter" und "Erziehungsgeneräle", die im völligen Unwissen um die wirklichen Zusammenhänge die anderen zwingen, sich nach Methoden auszurichten, die nicht einmal für sie selber stimmen.

Schicksalskrisen ziehen sich wie ein roter Faden durch dein Leben, weil durch das starke Gefühlsengagement und die intensiven Beziehungen zu anderen Menschen immer genügend Außenreize in den "Hexenkessel" (Schmelztiegel) einfließen, um das Loslassen der Gefühle und die Selbstfindung in Bewegung zu halten.

Lösungen sind da zu erwarten, wo du im besitzergreifenden Verlangen, Mitmenschen zu "Filialen" eigener Strukturen auszubauen, deine eigene Unsicherheit erkennst.
 

MYTHOLOGISCHES MODELL

Um die Verbindungen zwischen den Gestirnen auch auf einer allegorisierenden Ebene erfassen zu können, findest du hier eine "mythologische" Bebilderung. Der Mythos ist dabei weder als eine konkrete Schilderung noch eine assoziative Umschreibung eines Planeten-Aspektes zu verstehen, sondern er verweist auf die Frequenzen der Bilder, die hinter den Konstellationen der Gestirne liegen und in deren allegorischen Tiefen sich menschliche Wahrheit verbergen mag.

**** Sonne in Quadrat zu Uranus

TILL EULENSPIEGEL

Uranus ist die Personifizierung des Himmels, des Urmännlichen und der alle Formen sprengenden Entwicklungskraft. Als Sohn und Vater der Gäa (Erde), Ahnherr aller Götter, Ursprung und Zeuger der Natur- und Himmelsgewalten ist er ein Symbol des sich immer neue Wege bahnenden Schöpfungsstroms. So wie er selbst aus dem Nichts entstanden ist, umhüllt ihn eine Aura des Plötzlichen, Neuen und Unerwarteten. Er haßt Struktur und Norm, denn die kontinuierliche Entwicklung ist ihm zuwider; er springt aus der Form, denn er liebt das Sprunghafte, Unberechenbare, denn er ist das Symbol des Urknalles an der Wiege von Zeit und Raum, an der Schwelle zum Schöpfungsanfang. Man könnte ihn sich auch als Till Eulenspiegel vorstellen, der mit der Einfältigkeit seiner Mitmenschen Schabernack trieb und, indem er ihnen ihre Dummheit vor Augen hielt, sie im gleichen Atemzug auch noch bloßstellte. Nun mag er lernen, diese kühle Distanz selber zu ertragen, indem er die emotionale Kälte, den spielerischen Zufall, durch den ihn das Schicksal in die Welt schlüpfen ließ, annimmt und darin sein vergangenes Karma erkennt, mit den Werten seiner Mitmenschen nur jongliert zu haben, ohne je im Herzen von ihnen berührt worden zu sein.

FAZIT

Er ist "der Blitz aus heiterem Himmel", der die natürliche Entwicklung stört, der die Veränderung einleitet und generell das Alte zugunsten des Neuen stürzt, der aber plötzliches und unverhofftes Glück genauso wie unvermutet über den Menschen hereinbrechendes Unglück bedeuten kann. Denn Uranus verkörpert immer eine Wende; er ist das Symbol der plötzlichen Veränderung, die sich auf leisen Sohlen anpirscht. Wenn sich der Saturneinfluß durch langsam anwachsenden Druck ankündigt, durch stetiges Ansteigen von Widerstand und Hemmung, dann überkommen uns die Uranuseinwirkungen völlig überraschend: sie überfallen uns so unvorbereitet, daß wir keine Chancen zur Verdrängung oder Abwehr haben.

Dies ist mit einer Bootsfahrt durch dichten Nebel zu vergleichen. Wenn man im Nebel einen Dampfer vor sich auftauchen sieht, kommt jede Reaktion zu spät. Dort aber, wo sich ein Zusammenstoß durch eine Kursänderung noch leicht vermeiden ließ, dort sieht man die Gefahr noch nicht. Uranus/Sonne können bei starker Aspektierung im Radix Schnittpunkte markieren, deren Auslösungen wie ein Blitz aus heiterem Himmel einschlagen. Wenn es uns nicht gelingt, diese Kräfte zu absorbieren, kann unser ganzes Weltgebäude wie ein Kartenhaus zusammenfallen.
 

**** Sonne in Halbquadrat zu Venus

DIE SCHÖNE HELENA

Als auf dem Olymp zwischen Hera, Athene und Aphrodite ein Streit ausbrach, wer die Schönste sei, wurde Paris die zweifelhafte Ehre zuteil, diesen zu schlichten. Vor die Wahl gestellt, zwischen Hera (die ihm Weltherrschaft bot), Athene (die ihm Weisheit, Tapferkeit und Gerechtigkeit antrug) und Aphrodite zu wählen, entschied er sich schließlich für die Liebesfürstin, die ihm dafür das schönste Weib der Welt versprach. Die Tatsache, daß die schönste Frau schon die Gattin König Menelaos von Kreta war und dieser nie und nimmer bereit sein würde, den Ehebruch ungestraft hinzunehmen, schien weder Aphrodite noch Paris zu berühren.

Helena, die Schönste unter den Sterblichen, symbolisiert das nie zu erreichende Traumbild, das den optisch Besessenen in seiner tiefsten Seele betört. Sie wird uns geschildert als eine zwielichtig-schillernde Gestalt: Zeugnis der Liebe zwischen Leda und Zeus. Zeus soll sich dem Ziel seiner Begierde in der Gestalt eines Schwanes genähert haben, da er offenbar nicht hoffen konnte, in seiner ursprünglichen Gestalt vor den Augen der schönen Frau Gnade zu finden.

Wir sehen hier auf eine anschauliche Weise die Unbekümmertheit des Sonne/Venus-Prinzips. Da Zeus nicht glaubt, von Leda auf die übliche Weise erhört zu werden, nähert er sich ihr aus der Vogelperspektive (Schwan), wo die Gegensätze in einem übertragenen Sinn durch die große räumliche Entfernung ineinander verschmelzen. Das Symbol des Schwanes zeigt nichts anderes als den Versuch, die Wirklichkeit hinter den eigenen Zauberkunststücken verschwinden zu lassen, um sich die eigenen Bilder zu erhalten.

Da die Frucht aus der Verbindung mit einem Schwan nicht leiblich ausgetragen werden kann, spricht die Mythologie von einem befruchteten Ei, aus dem Helena hervorging. In diesem Sinn ist Helena eine leibliche Übertragung der archetypischen Venus (Aphrodite), die ja auch nicht aus einem Mutterleib geboren wurde, sondern direkt dem Samen des Vaters im Kontakt mit dem mütterlichen Ozean entsprang.

Helena repräsentiert die auf die Fleischlichkeit des Leibes reduzierte, im Prinzip aber unstillbare Liebeslust. Damit entspricht sie der menschlichen Verkleinerung der mythologischen Venus, die nicht aus dem Gefühl kosmischer Verschmelzungssehnsucht heraus, sondern aus der drängenden Gewalt sexueller Selbstdarstellung handelt. Als sie ihrem männlichen Ebenbild in der Gestalt des Paris begegnet, ist es um die beiden geschehen.

Genauso, wie Helena nicht aus einem spirituellen Liebesbedürfnis heraus handelte, sondern dem Ruf ihrer inneren Triebe folgte, genauso entsprach das "Urteil des Paris" nicht der Weisheit eines reifen Liebesverständnisses, sondern der jugendlichen Spontanität sexuellen Übermuts.

FAZIT

Sonne/Venus steht für die unschuldig-naive Triebbefriedigung, welche die Folgen der eigenen Handlungen weder erkennen noch absehen kann. Statt also deinen geschwächten inneren Selbstwert zu stärken, damit die Abhängigkeit von Außenwerten abnimmt, suchst du dich unter diesem Zeichen an die Werte zu klammern, die du auf andere projizierst. So wirst du im Umweg über die Umwelt (ohne es zu merken) von deinen eigenen Ansprüchen abhängig, die du aber nicht ausleben, sondern nur über die Begegnungen mit anderen erfahren kannst. Umgekehrt liegt in dieser emotionalen Unbeschwertheit auch das Glück, durch eine gewisse kindliche Spontanität sogar noch die zu betören, die du schon belogen und an der Nase herumgeführt hast.

Unter diesem Zeichen kennt man kein böses Zerstörenwollen oder Schlechtsein, sondern es ist einfach ein gewisser Leichtsinn, der sich nicht um die seelischen Verknüpfungen und die moralischen Eingrenzungen der anderen kümmert. (Menelaos brachte es nach der Eroberung von Troja trotz ihrer Untreue nicht fertig, Helena zu töten. Er verzieh ihr und nahm sie als seine Gattin wieder zurück nach Sparta.)

* Sonne in Opposition zu Neptun

UNIO MYSTICA
 
 

Es war, als ob die uns bekannte Erscheinungswelt plötzlich wie ein bloßes Gemälde auf dünnem Seidenpapier geworden wäre, durch das die Wirklichkeit hindurchschimmerte und durch das wir plötzlich, das Geräusch des Zerreißens in den Ohren, wie durch einen nebulösen Vorhang hindurchgeschleudert wurden. Wir fühlten uns durch Dingliches hindurchgezogen und stürzten durch unsere Weltvorstellung hindurch. Der Sturz war die Auflösung des Ichs, von dem wir uns verlierend durch Selbstbetrachtung wieder zurückgewinnen konnten. Aus dem Zustand der Auflösung heraus konnten wir jede Form annehmen. Wir stürzten durch die Vernetzungen von DNS und RNS hindurch, aus deren tanzenden Verstrickungen sich immer neues Leben bildet, und fanden uns vor einer offenen Türe wieder. Es war eine schillernde Welt, die sich da vor uns auftat. Lichtwesen huschten auf uns zu und führten uns in einen weiten Raum, in welchem sich sonnengroße Lichteier an den Kristallwänden reflektierten. Kosmische Reiter schwebten durch die Galaxis und die Lichteier verwandelten sich in galaktische Sternenmeere, welche die ganze Umgebung in einen multidimensionalen Lichtschein tauchten. Plötzlich schoß aus einer Ecke eine hohe Flammenwand hervor und als wir uns umdrehten, pfiff uns aus einer anderen ein heftiger Orkan entgegen, aus der dritten wälzte sich eine riesige Brandungswelle heran und als wir schon davonrannten, versperrte uns aus der vierten eine brodelnde Lavamasse den Weg. Wir waren völlig eingekreist von diesen infernalen Elementen und wurden in einem alchimistischen Prozeß in die "Unio mystica" eingeschmolzen, als Feuer und Wasser, Luft und Erde zischend ineinander übergingen.

(Akron, Der Tanz des Lebens)

FAZIT

Neptun repräsentiert die unergründlichen Tiefen der Seele und als Gott der Meere und der visionären Geheimnisse ist es sein Ziel, die gefestigte Ordnung aufzuweichen und die Materie in ihre Urbestandteile aufzulösen. Doch hinter seiner Fähigkeit, Wunder und Illusionen zu erwirken, steht auch das hellsichtige Verlangen, den Menschen durch den vordergründigen Alltag zum transzendenteren Hintergrund zu führen, um die Sehnsüchte in den tieferen Schichten seines Unterbewußten selber zu entdecken, die wiederum die Grundlage seines Strebens sind. Sonne und Neptun sind die ätherischen Schleier der Seelenbilder, die die inneren Bilder lebendig werden lassen, die Zaubergärten der Delirien und Drogenräusche, die den Gespenstern als Zwischenwelt dienen oder die Ahnungen und Botschaften aus dem Reich der Tiefe, die zu den Quellen der Träume und den Schwellen des Unbewußten hinabführen. Sie sind das versunkene Atlantis als Symbol für das aus den Tiefen leuchtende Licht, der über den Wassern schwebende Geist Gottes als himmlische Wahrheit oder der Sternenhimmel für die Einstrahlung des Kosmos in den erahnenden menschlichen Geist.
 

* Sonne in Eineinhalbquadrat zu Saturn

DER ALTE WEISE (DIOGENES IN DER TONNE)

Im Analogiebereich dieser Gestirnsverbindung begegnen wir dem wohl bekanntesten Archetyp, dem alten, weisen Mann als Sucher und Führer. Der Alte verkörpert vor allem Rückzug, Abgeschiedenheit und Introvertiertheit als unerläßliche Voraussetzung, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und den eigenen Persönlichkeitskern herauszukristallisieren. Als Herr der Kargheit und Askese weist er alle Übertreibungen in die Schranken, züchtigt die Übermäßigen und läutert die Edlen, er achtet auf die Einhaltung der Gesetze, die durch die Vergangenheit strukturell gewachsen sind, ungeachtet ihrer Berechtigung und jenseits seiner persönlichen Meinung, und als Symbol der Verhärtung bringt er den Stoff zur größten Verdichtung, weshalb auch das rechtwinklige Kreuz sein Symbol ist. Generell ist er der Archetypus des alten, weisen Mannes, des "grand old man" oder des unerbittlichen Prüfers, der eine direkte Linie von der Vergangenheit durch das Heute zur Zukunft zieht, und mit ihm verbunden sind die Krähe auf dem Ast, die Vogelscheuche auf dem Akker, die verfaulende Leiche am Galgenbaum, der einsame Weg der Selbsterkenntnis, die in sich gekehrte, weltabgewandte Haltung des Wanderers, die unter den Strukturen des Bewußten verborgene Wahrheit des Unbewußten sowie die Grenzen des irdischen Seins ("Asche zu Asche, Staub zu Staub"). Wir können ihn aber auch mit Diogenes in der Tonne vergleichen, der auf Alexanders Angebot hin, ihm einen Wunsch zu erfüllen, nur bat: "Geh mir aus der Sonne!" Oder mit Diogenes, der am hellichten Tag mit einer angezündeten Laterne durch die Straßen Athens spazierte und auf die Frage nach dem Grund seines Tuns erwiderte: "Ich suche einen wirklichen Menschen!"

FAZIT

Die Sonne als das strahlendste Geschöpf unter den Wandelsternen verkörpert natürlich das Licht. Saturn als großer Gegenspieler erscheint dagegen düstergrau am Himmel und verkörpert Widerstand und Hemmung und deren positive Auswirkungen wie Ausdauer, Zähigkeit, Reduktion aufs Notwendigste und unerbittlicher Wahrheitsanspruch. Deshalb stehen Sonne und Saturn wie Gut und Böse, Tag und Nacht oder Licht und Schatten zueinander. So ist es leicht einsichtig, was die Auslösung einer solchen Stellung bedeuten kann: Hemmnis, Ärgernis, Erschwerung. Was dem geistig orientierten Menschen aber die verschiedenen Seiten einer gleichen Münze sind, macht dem Durchschnittsmenschen Kummer. Er, welcher nicht gewöhnt ist, diesen Gegensätzen die gleiche Bedeutung zuzumessen, kann kaum verstehen, daß das von Saturn verkörperte Dunkel in seinem Inneren gleichzeitig das von der Sonne symbolisierte Licht ist, und der Unterschied nur die verschiedenen Seiten aufzeigt, aus welcher eine in sich gleiche Sache gesehen werden kann.
 
 

** Merkur in Opposition zu Jupiter

PROMETHEUS UND ZEUS

In der Urfehde "Prometheus/Zeus" reflektiert sich das unerlöste Merkur/Jupiter-Prinzip. Prometheus, Zeus' gewichtigster Widersacher, kämpfte gegen dessen oft arroganten Machtanspruch mit List und Witz. Er galt als die Urquelle des Menschengeschlechts (aus Lehm formte er den Menschen nach dem Ebenbild der Götter), und diese Bezeichnung trifft nicht schlecht. Er lehrte die Menschen, sich gegen die Naturgewalten zu wehren, Häuser zu errichten, Bodenschätze zu bergen, Tiere zu nutzen, Schiffe zu bauen und unterrichtete sie auch in der Kunst der Kommunikation (Sprache) und des materiellen Austausches (Zahlen).

Dem Riesentitanen Jupiter (Göttervater Zeus) schien dieses Wissen in den Händen der Menschen allerdings nicht sonderlich geheuer, denn für ihn war Wissen nichts Kühles und Abstraktes, das man einfach zur Verfügung hatte, sondern ein Machtfaktor, der nur von wenigen Auserwählten gehandhabt werden durfte. Als oberste Instanz vertrat Jupiter eine Weltanschauung, die kosmische Universalität und schöpferisches Gestalten umfaßte. Auf eine zeitgemäße Ebene übertragen, verkörpert er den Wissensmanager, der alle Entscheidungen für sich beansprucht.

Für das Wohlwollen also, das menschliche Geschlecht gewähren zu lassen, forderte Zeus die Darbietung von Opfergaben, und als Prometheus die Götter bei der Opferung eines Stieres hinterging, versagte er den Menschen das Feuer. Auf der psychologischen Ebene entspricht das dem Versuch, der äußeren Wissensform (Information) die innere Intuition zu verweigern, und als es Prometheus gelang, den Menschen selbst diese zu erschließen (indem er den Stengel eines Riesenfenchels an der Glut des vorbeirasenden Sonnenwagens entzündete), da entschloß sich Zeus, die Menschheit zu vernichten. Hier erkennen wir die Angst des Schöpfers vor der Schöpfung oder die Angst des Lehrers, vom wißbegierigen und schnellreagierenden Schüler überrundet zu werden.

Prometheus symbolisiert diesen Schüler, der den Lehrer zu überflügeln sich anschickt und damit den Haß des Gottes auf sich zieht. Prometheus verpflichtete sich nicht irgendwelchen Ideologien, sondern er nutzte sein Wissen auf geschickte Art, ohne sich in väterliche Perspektiven zu verstricken. Er identifizierte sich nicht mit dem Wissen, sondern er benutzte es, und so war er auch bereit, alles zu riskieren, um seinen Schützlingen den Fortschritt zu sichern. Um den Menschen die Teilnahme an der Entwicklung neuer Ideale zu ermöglichen (Raub des Feuers), lieferte er sich sogar dem Zorn des Göttervaters aus, der ihn darauf an eine Felswand schmieden ließ, täglich besucht von einem Adler, der ihm seine immer wieder nachwachsende Leber (ein Jupiter- oder Sinnfindungssymbol) auffraß.

FAZIT

Prometheus ist ein Symbol der Forderung, dem Fortschritt seinen Lauf zu lassen, auch wenn uns der Fortschritt irgendwann zerstört. Das Risiko ist aus jeder Form von Fortschritt gar nicht wegzudenken, weil der Fortschritt ja immer Bestehendes in Frage stellt. Das ist der Lauf der Welt, und Prometheus symbolisiert das innere Bestreben, aus dem Bestehenden immer neue Einsichten zu gebären, ohne sich um die Einbindung in eine universale Gesamtperspektive zu scheren.

Daher entspricht diese Konstellation dem inneren Empfinden, die menschliche Entwicklung zu vollziehen, auch wenn wir deren Auswirkungen nicht überschauen. Die Auswirkungen sind immer Teil des Folgerichtigen, das wir getrost sich selber überlassen können, weil wir, wie auch immer, stets nur aufgrund unserer Anlagen reagieren können, die wiederum ein Teil des Ganzen sind.

So sehen wir, daß im Grunde zwischen "Tun" und "Nicht-Tun" gar kein Unterschied besteht, weil beide Ausdruck eines jeweiligen Verhaltens sind, das seinerseits auf vorangegangene Ursachen reagiert und somit selber nur Auswirkung eines sich immer weiter "ausströmenden" universellen Musters ist. Alles, was wir beabsichtigen, ist ein Teil des Ewigen, das auf Vorangegangenem basiert, und die Reaktionen, die wir menschliches Bestreben nennen, sind im Prinzip die Auswirkungen der Folgerichtigkeit der Natur. Merkur verkörpert das Ineinandergreifen der Schicksalsrädchen sowie das Ausstanzen der Denk- und Entwicklungsmuster, mit deren Ursachen sich Jupiter identifiziert (auch wenn sie hinter den Drehungen des Schicksalsrades natürlich verborgen bleiben).
 

**** Venus in Quadrat zu Saturn

ROTKÄPPCHEN UND DER BÖSE WOLF
 
 

Unter diesem Zeichen trägt man als Symbol die "Unvereinbarkeit von Kopf und Bauch" im Herzen, was seinen Niederschlag in vielen Gleichnissen gefunden hat. Im Märchen "Rotkäppchen und der böse Wolf" zum Beispiel reflektiert Rotkäppchen (Venus) das gefühlsmäßige Bestreben, mit der Welt der Anmut und der Liebe eine gewisse Herzlichkeit zu pflegen. Das bringt den bösen Wolf (Saturn) in Rage. Er neigt nämlich zu Eifersucht und Mißtrauen und lebt ständig im Bestreben, vor Gefühlen auf der Hut zu sein. Andererseits besteht zu Venus eine mehr oder weniger starke Anziehung, weil sie auf Gebieten, wo er sich schwerfällig und verkrampft vorkommt, Charme und Lieblichkeit verkörpert.

Natürlich meint es Saturn nicht nur böse, und sicher hat er auch gute Gründe für sein kritisches Verhalten. Der Raster, durch den er die Welt betrachtet, ist eben ein anderer, und die Erfahrungen, die er durch diesen anderen Raster von der Welt gemacht hat, sind den Erfahrungen der Venus entgegengesetzt. Wenn sich diese entgegengesetzten Erfahrungen aber in einem Menschen berühren, so sind die daraus erwachsenden Schwierigkeiten im Verkörpern der Gefühle schon vorprogrammiert. Man kann sagen, daß es Menschen unter dieser Konstellation sehr schwer fällt, ihre Liebe zu zeigen, weil ihr Abwehrmechanismus ("Das Mißtrauen des Wolfes") gleichzeitig immer mitangesprochen wird. Sie sind also gleichermaßen immer auf der Hut, wenn sie Liebe verspüren, oder umgekehrt wird ihr Abwehrmechanismus immer mit ausgelöst.

FAZIT

Dieser Abwehrmechanismus verkörpert die von Saturn symbolisierte Wahrheitsfindung, welche die von Venus vertretenen Gefühle ihrer emotionellen Darstellung entkleidet und bis auf die Strukturen reduziert. (Das Resultat ist allerdings erstaunlich und verhilft dem bösen Wolf als dem verdrängten Teil der lieben Großmutter in der Projektion von Rotkäppchen zu einer gewissen Sympathie.) Danach können Gefühle eine Sache nicht so sehen, wie sie ist, sondern nur in dem Maße, wie hierzu Bereitschaft besteht.

Wenn wir jetzt voraussetzen, daß der unbewußte Mensch nicht in der Lage ist, diese Gedankengänge zu verfolgen, er dem Resultat dieses Wirkens aber trotzdem unterworfen ist, dann begreifen wir, wie unbeholfen sich ein Venus/Saturn-Individuum vorkommt, wenn es in der Welt auf die Gefühle trifft, denen es gelöst und völlig unbeschwert nicht zu begegnen weiß.

Denn im Alltag werden wir vielen Menschen begegnen, die einerseits ihre Gefühle leugnen, andererseits auf die Gefühle aber nicht verzichten können und die verleugneten Gefühle so in den Stand der wirklichen Gefühle heben, was Assoziationen wie "Liebe als Pflicht" und "Treue zur Strafe" aufwirft.

**** Mars in Trigon zu Neptun

DIE GEOPFERTE LIBIDO (DER FEIGE HELD)

In allen Sagen speit der Drache Feuer. Das entspricht der männlichen Kraft, die vom Mutterbild zurückerobert werden will. Erst wenn es dem Helden gelingt, den Körper des Ungeheuers zu durchbohren, fließen ihm die feurigen Kräfte wieder zu, und indem er sich im Blut des Drachens wälzt, wird er in seiner umfaßenderen Männlichkeit, die das Weibliche nicht bekämpft, sondern miteinbezieht, wiedergeboren. Das ist zwar pure Sexualität, aber Sexualität von einer unschuldigen Kraft. Der Ruf seiner Instinkte erreicht den Mann dann nicht mehr über die Verbindung zu seinen frauenfeindlichen Tendenzen, die von der Ohnmacht gegenüber dem übermächtigen Mutterbild herrühren, sondern in der kraftvollen und natürlichen Unterstützung seiner Männlichkeit. Es ist die Kraft gelassener Stärke und das Urbild dessen, was Männer sein könnten, müßten sie nicht ihre eigene Weiblichkeit in der Außenwelt bekämpfen. Oder wären sie von den patriarchalischen Leistungs- und Gefühlszwängen befreit.

FAZIT

Auf der inneren Ebene versinnbildlicht das Durchbohren mit dem Schwert einen (versteckten phallischen) Prozeß, der auf einen psychischen Inzest hinausläuft, da er das Eindringen in das Mutterbild darstellt. Darum muß der Akt verschleiert werden, auch wenn er konstruktiv genutzt zur Wiedergeburt und Erlösung führt. Wenn sich der Geborene dem Inzest mit der Mutter widersetzt und sich der symbolischen Geschlechtsberührung schämt, muß er sich jeder Sexualität enthalten, um einer Auseinandersetzung mit dem Drachen zu entgehen. Da die Stärke der Frau über den Mann der Stärke seines Verlangens nach ihr entspricht (immer droht im Hintergrund das janusköpfige Muttergesicht), kann er versuchen, den Drachen auszuhungern, indem er Enthaltung übt und die Libido, die sonst immer zum unbewältigten Mutterbild hinströmt, zurückhält.

** Mars in Opposition zu Pluto

DAS DRACHENBLUT

Wenn sich hinter Mars/Neptun ein potentieller Drachentöter versteckt, der sich dem verschlingenden Aspekt der Frau zwar stellen wollte, vor dem schrecklichen Ungeheuer aber geflüchtet ist, dann werden wir unter Mars/Pluto den Helden vorfinden, der das Mutterbild besiegt, den Drachen mit dem Schwert getötet hat und dessen letzte Aufgabe darin besteht, sich mit sich selber zu versöhnen und die verletzte Weiblichkeit in sich zurückzunehmen. Er muß sich im Blut des Drachens wälzen, um sich mit seiner verdrängten Weiblichkeit wieder zu verbinden und damit vollständig zu werden.

In Richard Wagners "Nibelungenring" sehen wir, wie Siegfried an seinem weiblich Unbewußten scheitert, als er den Drachen besiegt und sich damit indirekt Brunhilde zur Braut erkürt. (Durch das Drachenblut wurde er unverletzlich und konnte als einziger den Feuerring durchdringen, der Brunhilde vor den Menschen schützte, denn als der unentwickelte weibliche Teil in seiner Psyche - seine Mutter starb bei der Geburt - war sie ja nur für ihn bestimmt.)

Zwar verbindet er sich mit ihr, erkennt sie aber nicht, weil er vom Weiblichen kein Bild hat. Im Bühnenstück wird das durch einen Zaubertrank symbolisiert, so daß er Brunhilde aus dem Gedächtnis verliert und sie für König Gunther freien geht, wofür er dessen Schwester Kriemhild zur Frau erhält. Damit setzt er sich aber Brunhildes Rache aus, die sich mit Hagen verschwört und diesem zeigt, wo er Siegfried töten kann, weil er durch das Blut des Drachens unverwundbar geworden war bis auf die Stelle, wo ihm ein Blatt beim Baden auf die Schulter fiel.

Indem er Brunhilde den Feinden überließ (seine verdrängte Weiblichkeit den Trieben überantwortete), die ihn dafür an seinen eigenen Schatten (Hagen) verriet, damit ihn dieser mit dem Speer dort töten konnte, mußte er seine Erlösung Brunhilde überlassen (seiner symbolisch durch den Zaubertrank verdrängten Weiblichkeit), die ihm dann lebendigen Leibes ins Feuer folgte, welches sie für seine Leiche aufhäufen ließ (vgl. "Karma einer Frau").

Oder machen wir einen Sprung in die Antike: Herakles, dem kein günstiges Mutterbild zur Seite stand, weil sich Zeus seiner Mutter Alkmene in der Gestalt ihres Gatten Amphitryon näherte und Herakles deshalb nicht nur eine unschuldig betrogene Mutter hatte, sondern in der Gattin des Zeus auch noch eine eifersüchtige Stiefmutter vorfand.

Diesem dunklen Mutteraspekt stellte der Held dann seinen Männlichkeitswahn entgegen, der ihn zwar sämtliche Ungeheuer besiegen ließ, ihn mit seiner inneren Weiblichkeit aber nicht aussöhnte. Denn als ihn sein Vater Zeus dazu verurteilte, drei Jahre lang bei der lydischen Königin Omphale (Venus/Pluto) zu dienen, war er nicht in der Lage, den negativen Attributen seines Mutterbildes entgegenzutreten und sich die Libido zurückzunehmen. Es war für ihn leichter, sich alle Schätze dieser Welt (Mars/Pluto) zu erobern, als sich die Libido vom Mutterbild zurückzuholen (Mars/Neptun). Statt also den "Drachen" zu überwinden, der ein Teil seiner eigenen Psyche war, wurde er zum Lustsklaven, der am Spinnrad saß, während Omphale ihn, mit Löwenfell und Keule parodierend, vor aller Augen bloßstellte.

Doch eines Tages begegnete er seinem Schicksal in der Gestalt des Kentauren Nessos, den er tötete, weil sich dieser an Deianeria, seiner Frau, vergreifen wollte. Da Herakles aber nicht daran dachte, sich in Nessos Blut zu wälzen, gab dieser Deianeria sterbend den Rat, sein Blut als Aphrodisiakum zu benutzen, falls sich Herakles' Liebe zu ihr einmal erschöpfe. Es dauerte auch gar nicht lange, bis sie (aus Eifersucht) das Gewand ihres Gatten im Blut des Kentauren tränkte. Herakles zog es nichtsahnend an und wurde sofort von rasenden Schmerzen gepeinigt. Er versuchte sich das Gewand sofort vom Körper zu reißen, doch er war von seiner dämonischen Weiblichkeit schon überwunden, die ihn ins Nessoshemd einflocht, denn gleichzeitig mit dem Stoff löste sich auch sein Fleisch vom Leib. Damit war seine schwerste Aufgabe, sich mit den dunklen Müttern wieder zu verbinden, mit dem letzten Atemzug erfüllt. (Sterbend läßt er sich einen Scheiterhaufen errichten, aus dessen Flammen er zu den Vätern emporsteigt.)

FAZIT

Vergegenwärtigen wir uns dieses Prinzip an der altgermanischen Siegfriedsage: Siegfried ersticht den Drachen mit dem Schwert des Bewußtseins (Mars) und badet sich anschließend im Drachenblut. Damit taucht er ins Unbewußte, verschmilzt mit der eigenen Spiritualität, wodurch er die Sprache der Tiere versteht. Man könnte das so deuten, daß der Drache die menschliche Form verkörpert, welche mit dem Schwert des Willens überwunden werden kann, wenn die innere Entwicklung dazu reif geworden ist. Denn so wie sich das Saatkorn durch seine eigene Kraft zerstört, wird die menschliche Form zerstört, wenn der geistige Wachstumszyklus (Pluto) in Erscheinung tritt und das äußere Weltbild zerbricht. Erst dann kann die Seele - von den Vorstellungsfesseln der Alltagswelt befreit - aus den Trümmern ihres Kerkers kriechen und wie ein Adler in die Sonne fliegen. Um dort im Feuer zu verglühen.

Wir können dieses Gestirn aber auch von der weiblichen Seite her interpretieren: Penthesilea, die Amazonenkönigin, Tochter des Kriegsgott Ares, liebt Achill, den griechischen Helden, liebt ihn ebenso leidenschaftlich, wie sie ihn haßt, da sie ihn nicht besiegen kann. Sie gesteht ihm ihre Liebe, liefert sich ihm aus, ist aber gleichzeitig über den Verlust ihrer Kraft und ihrer Selbstbeherrschung von Haß und Scham erfüllt: "Hetzt alle Hund' auf ihn! Mit Feuerbränden / die Elefanten auf ihn los! / Mit Sichelwagen schmettert auf ihn ein / und mähet seine üpp'gen Glieder nieder! / Mir diesen Busen zu zerschmettern, Prothoe!" ("Penthesilea", Heinrich von Kleist) Nachdem sie Achill in rasender Wut getötet hat, löst sie sich von ihrem allzumenschlich triebhaften Sein, das sie nicht bewältigen konnte; in einer Todestrance träumt sie sich in die reine Welt der Götter zurück. Die Frage nach dem Ausgleich zwischen der inneren Liebe und dem inneren Gefühl der Selbstbehauptung bleibt ungelöst. Ihr Konflikt wird beendet durch Entäußerung ihrer Liebe und durch Rückkehr zum klassischen Olymp.

***** Jupiter in Sextil zu Saturn

DER PAKT MIT DEM TEUFEL (DER PAKT MIT DER WAHRHEIT)

Wenn die Menschheit vor schwierigen Problemen steht, entsinnt sie sich gern ihres Erlösergottes (Jupiter), den sie dann schnell wieder aus der dunklen Rumpelkammer ihrer abgelegten Welterklärungsbilder evoziert, damit er sie hilfreich in dem unterstütze, was sie ohnehin zu tun und zu lassen beabsichtigt. Ist sie sich hingegen selber überdrüssig, dann sehnt sie sich nach der Hölle des Untergangs und träumt von Zerstörung und Neuanfang (Saturn bzw. Pluto). Gott und Teufel sind beide nur bildhafte Materialisationen der Energien unseres Unbewußten. Wir selbst sind es, die wir uns die Bedingungen unserer Realität setzen. Also sind wir nicht so, wie Gott uns haben will, sondern Gott ist so, wie wir ihn haben wollen und wie es uns durch den Teufel zurückgespiegelt wird. Denn sich in Gott bzw. Jupiter zu erkennen, ist Erkenntnis, und diese Erkenntnis ist der Preis, der allein dem Teufel (Saturn) innewohnt!

In himmlischen Höhen können wir "Gott-Teufel" (Jupiter/Saturn) als einen Gipfelpunkt unseres Denkens erleben, der über den Wolken unseres Bewußtseins im Licht der Erkenntnis als höchste Selbst- und Welterfahrung erstrahlt. Dort oben herrscht nicht das Dämmerlicht des Alltagsbewußtseins, und dieses Erkennen ist nicht an die gewöhnliche Wahrheit, sondern an das höllische Ich gebunden: "Ich bin nichts, weil ich alles bin! Denn gerade dadurch, weil ich alles bin, brauche ich nichts mehr zu sein, denn ich bin jetzt das alles umfassende, alles durchdringende und alles überstrahlende 'Ich selbst'!" (Baphomet)

Auf der materiellen Ebene aber ist Saturn der ungeliebte Spiegel unserer selbst, in dem wir unser kurzsichtiges Verhalten erkennen können, wenn wir um des materiellen Vorteils willen Mutter Erde plündern und zerstören und gleichzeitig verdrängen, daß es in der Logik unserer Systeme liegt, wirtschaftlich davon zu profitieren.

Der Teufel zieht uns die Maske vom Gesicht und zeigt uns, daß wir gerade von jenen unserer Aktivitäten am meisten profitieren, die wir verurteilen und zu bekämpfen vorgeben. Denn die menschliche Entwicklung ist ohne Risiko und Zerstörung gar nicht denkbar, ob wir dies wahrhaben wollen oder nicht. Haben wir nicht schon immer vernichtet, was sich unseren Bedürfnissen in den Weg stellte, und verdrängt, was sich mit unserer Moral nicht vereinbaren ließ? Dem Aberglauben, es könne jemals Licht ohne Schatten geben, muß ein Ende bereitet werden! Diese unbequeme Einsicht ist wohl das schönste Geschenk, das uns Jupiter/Saturn macht: Indem wir des einen Finsternis verdrängen, zerstören wir des andern Licht!

FAZIT

Eine Berührung dieser beiden durch die Planeten symbolisierten Werte mag als höchste Bedeutung beinhalten, Gott und Teufel als die verschiedenen Seiten der gleichen Münze zu erfahren: Das "Ewige" und das "Ewige im Bild des Ewigen" gleichermaßen zu erfahren. Denn dieser Gott, den wir erschaffen, kann nach Saturn nur ein Bild sein, weil wir nur erfahren können, was in uns selber angelegt ist. Dieses Erfahren ohne Hinterfragen aber ist gerade die Funktion Jupiters, unserem Leben über die Befriedigung biologischer Bedürfnisse hinaus einen Sinn zu geben. Beiden zusammen wäre hier die Möglichkeit gegeben, sich der Hintergründe dieser Vorstellungen zu bemächtigen, die uns Wahrheit vermitteln sollten, uns aber in Wahrheit nur Macht vermitteln, weil sie uns im Göttlichen nur die eigenen Assoziationen erschließen, die wir vordem zwischen ihren Bilderrahmen hineinprojiziert haben.

Diese in den Besitz unserer Vorstellung gebrachte Ewigkeit ließe sich für beide Teile befriedigend aufschlüsseln, weil beide Teile Ideale haben. Nur muß das durch Saturn verkörperte Prinzip zusätzlich den Schlüssel haben, mit welchem sich die von Jupiter imaginierte Tür auch aufschließen läßt. Dieser Schlüssel aber ist die Wahrnehmung, daß jede Erkenntnis bezüglich der Perspektive des Erkennenden gleichzeitig immer falsch und richtig ist. Richtig hinsichtlich der Perspektive des Erkennenden, und falsch hinsichtlich des Beziehungsrahmens, der außerhalb der Erfahrungen des Erkennenden ist.
 

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AKRON FÜR SOLANOVA ist eine Software-Umsetzung von Akrons

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erschienen im Hugendubel/Kailash-Verlag (ISBN 3-88034-798-0).

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