Horoskopbeispiele > 10 Fenster der Seele - Steffi Graf

Die 10 Fenster der Seele
Esoterische Horoskop Deutung

für

Steffi Graf

geboren am 14.06.1969
in Mannheim

Erstellt am 25.01.1999

 

Eine
SolaNova-Auswertung
CosmoWorld GmbH - Texte von Akron
 

Inhaltsverzeichnis

HOROSKOP - 10 FENSTER DER SEELE 3

PERSONENDATEN 3

DER ASTROLOGISCHE ANSATZ 5

LIEBE LESERIN! 10
SONNE 11
MOND 14
MERKUR 18
VENUS 20
MARS 22
JUPITER 25
SATURN 27
URANUS 30
NEPTUN 34
PLUTO 37
ASZENDENT - DAS AUFSTEIGENDE ZEICHEN 40
MEDIUM COELI - DIE MITTE DES HIMMELS 40
MONDKNOTEN 41

COPYRIGHT 42


HOROSKOP - 10 FENSTER DER SEELE

Eine SolaNova-Auswertung von Andreas Rebmann, Schwäbisch Hall

PERSONENDATEN

Name: Steffi GRAF Erstellt: 25.01.1999
Geb.-Datum: 14.06.1969 Geb.-Ort: Mannheim
Geb.-Zeit: 04:40:00 Breite: 49 29' 00" N
Geb.-Tag: Samstag Länge: 08 28' 00" E
Zeit-Zone: -01h 00m E (=MET) Häuser: Placidus

PROLOG

WAS IST'S,
WAS DEN SEUFZERN DER LEERE LAUSCHT,
DEM RÄUSPERN DES NICHTS?
IST ES DEINE SEELE,
DIE IN DER EINSAMKEIT DES VERGÄNGLICHEN SCHAUDERT
UND VERGEBLICH EINEN SCHLÜSSEL
ZU IHREN TIEFEN VERBORGENEN INNEREN GEHEIMNISSEN SUCHT?
DENN ES STEHEN VIELE GESCHICHTEN
IN DEN GEHEIMNISVOLLEN ZAUBERBÜCHERN DER NACHT.
SIE BERICHTEN VON DINGEN UND EREIGNISSEN,
DIE SICH IN DER TIEFE DER SEELE EREIGNEN,
IN DER FINSTERNIS DES LICHTS.

ABER NIRGENDS, O EFFENDI,
FINDET SICH DIE GESCHICHTE, DIE NUR DIR GEHÖRT,
WEIL SIE VON DEN SCHICKSALSNORMEN PERSÖNLICH
IN DEINE SEELE HINEINGESPONNEN WORDEN IST.
HALB WISSEND UND HALB AHNEND FÜHLST DU MIT SCHAUDERN,
DASS DU OHNE RUDER UND KOMPASS
DURCH DIE MYSTERIEN DER NACHTMEERE
BIS AN DIE GRENZEN VORGESTOSSEN BIST,
HINTER DEREN SCHWELLE ES KEINE UMKEHR GIBT:
DENN ES SIND DIE GRENZEN
DES ERKENNENS, AN DEREN TÜR DU POCHST ...


DIE SCHWELLE

Plötzlich geht die Pforte auf - das ist der Quantensprung durch Zeit und Raum. Ein Feuerwerk von Eingebungen entzündet sich mit ungeheurem Knall in deinem Hirn, und mitten im Feuer glüht ein loderndes Gesicht, so als hätten sich sämtliche Poren seiner Haut in ein Flammenmeer verwandelt. Es spricht: "Du also bist das Licht, das nicht nur an einem einzigen Punkt im Universum existiert, sondern das in verschiedene Dimensionen hineingekrümmt ist: Dein göttliches Wesen ist ein Konglomerat von verschiedenen Selbst, die zahllose Ebenen durchwachsen, und dort, wo sie sich mit anderen Dimensionen schneiden, entsteht ein Fenster, durch das du in andere Welten hineinsehen kannst. Es ist zwar gar kein Fenster, sondern ein Spiegel, oder genauer, ein gespiegeltes Fenster, durch das du durch dein gespiegeltes Bild hindurchblicken kannst, denn du bist hier nicht in der Zeit, die sich durch den Raum bewegt, sondern du bist der Raum, der durch sich selber stürzt, weil er sich vor sich selbst verschließt. Ich aber bin der Schlüssel, der dich öffnet und der dir Zugang zur Wahrnehmung ungeahnter Perspektiven verschafft. Wenn du mich Gott nennst, ist es gut, und wenn du mich Schlange nennst, dann ist es auch recht, nur darfst du mich nicht verdrängen, denn ich bin in dir, in jeder deiner Zellen, denn wisse, ich bin der Geist der Flammen, dieses lodernde Erkennen, das dir die zehn Pfade in die Tiefe der Seele, diese Elixiere der Cherubim, enthüllt!"

Schon fühlst du dich von einem Mantel roter Flammen eingehüllt, und einen Augenblick lang denkst du an Feuer, aber dein inneres Auge zeigt dir, daß es die Erkenntnis in dir selber ist, die ausbricht. Ein neues Besinnen ist zu deinem Empfinden gekommen und treibt dich über die Schwelle hinaus, weit hinaus in die Flammen. Dort erblickst du eine tanzende Gestalt mit weit ausgebreiteten Armen. Ihr Gewand zeigt die Milchstraße: Die Falten sind die Planetenbahnen, und im innersten Kreis dieser Flammen erkennst du die Sonne, aus der eine gigantische Lichtwelle hervorbricht:
 
 


In Lebensfluten, im Tatensturm,
wall ich auf und ab,
webe hin und her!
Geburt und Grab,
ein ewiges Meer (...)
So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit
und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

Faust (Erdgeist)


DER ASTROLOGISCHE ANSATZ

Der Zustand äußerer Dunkelheit ist ein Zustand der Entfremdung vom inneren Licht.

Ronald D. Laing

Die Astrologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen wahren Höhenflug erlebt. Das mag auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen, in einer Zeit, in der gerade die Hervorhebung des bewußten Verstandes, die Abhängigkeit von intellektuellen Schlüssen, die sich am objektiv Gegebenen zu orientieren haben, von unserer Leistungsgesellschaft gefordert werden.

Oder hat die Astrologie gerade deswegen zu ihrer Renaissance gefunden, weil sich das Herausheben der Individualität des Einzelnen und das Bekräftigen seiner unauswechselbaren Persönlichkeit vor einem allumfassenden, durch Symbole übertragenen Hintergrund kompensativ zum betonten Realismus der Welt verhält?

Denn dem Triumph des rationalen und technokratischen Geistes stehen die innere Unsicherheit und die bedrängenden Zweifel des Menschen gegenüber: der Zweifel an den Werten der immer größeren Eingriffe in natürliche Lebensbedingungen und die innere Sehnsucht als kompensatorisches Ventil zu einem Verständnis zu sich selbst, nach einem Weg zu der Begegnung mit sich selbst. Im Zeichen von New Age wurden das Licht, das Positive bis zur Realitätsferne beschworen; die Zukunft wird auch die dunklen Seiten beleuchten. Es kommt zu einem Zusammenbruch der Traditionen und der Auflösung der Werte, weil das Fehlen einer globalen Vision zur Flucht aus der Gesellschaft animiert. Nur wenn wir die innere Zerrissenheit integrieren, erlangen wir unsere körperliche Integrität. Zumindest nähern wir uns der größten Herausforderung, die die Menschheit je erlebt hat. Denn jetzt gilt es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Ich und Du, Ratio und Herz, Ökologie und Ökonomie, Nord und Süd.

Es wird also Zeit, die Verantwortung für unsere Handlungen selbst zu übernehmen. Denn die jüngere Entwicklung ist auch der ungeliebte Spiegel unserer selbst, in dem wir unser kurzsichtiges Verhalten erkennen können, wenn wir um des materiellen Vorteils willen unseren Mutterplaneten plündern und zerstören und gleichzeitig verdrängen, daß es in der Logik unseres Verhaltens liegt, wirtschaftlich davon zu profitieren. Denn die primitive, ursprüngliche und naturgesteuerte Instinktgebundenheit wollten wir nicht haben. Wir haben sie davongejagt aus den Katakomben unserer Entwicklung und an ihrer Stelle ein eigenes Wirklichkeitssystem gepflanzt, das uns vor der Anarchie jetzt schützt: ein System, das Krankheit mit Versicherungsprämien verdrängt, das Schicksale unter Gesichtspunkten der Marktwirtschaft verplant und das - als Nonplusultra der gesammelten Kulturleistungen der menschlichen Rasse - den Krieg in die Strategie zu seiner Selbsterhaltung fest einprogrammiert hat.

Der kollektive Schatten

Die Implikationen des Beobachtereffektes, eines Hauptlehrsatzes aus der Quantenphysik besagt, daß der Akt der Beobachtung selbst die scheinbar objektive Wirklichkeit, die beobachtet wird, verändert. Ein Atom nimmt, bis es beobachtet wird, eine unendliche Zahl möglicher Zustände ein, bis es schließlich in der möglichen Form erkannt wird, in der es vom Beobachter aus dessen Perspektive wahrgenommen werden kann. Damit zeigt die wahrgenommene Wirklichkeit im Grunde nur die Sichtweise des Betrachters an, der sich prinzipiell seine eigene Realität erschafft, denn wenn die Lokalisierung eines Teilchens im Raum unbestimmt ist, dann hängt es von der Sichtweise des Beobachters ab, wann und wo es sich manifestiert. Das bedeutet analog: Wenn der Sinn des Lebens unbestimmt ist, dann hängt es von der Sichtweise des Beobachters ab, wie und wo er den Sinn des Lebens definiert. Wahrnehmung manifestiert Wirklichkeit, und Wirklichkeit manifestiert Wahrnehmung. Das war es, was schon die alten Griechen und christlichen Mystiker wußten: Unsere Beobachtungsweise bestimmt die Wirklichkeit, die wir wahrnehmen. Verändern wir das Wie, verändern wir das Was.

Wenn wir also verstehen wollen, warum die Welt so ist, wie sie ist, müssen wir zu den Anfängen der Menschen zurückblenden, zu den Ursprüngen, als der Mensch begann, zu denken und sich mit seiner Umwelt bewußt auseinanderzusetzen, denn am Anfang reagierte die Instinktnatur: Fressen und Gefressenwerden. Mit der evolutionären Entwicklung hat sich der Mensch sozialisiert und damit seine Instinkte kultiviert. Man kann auch sagen, er hat seine Sexualbedürfnisse geregelt, weil die unkontrollierte Triebnatur die sozialen Grundlagen gefährdet. Der Lustbereich wurde bewußt ausgegrenzt und damit aus dem Licht des Bewußtseins verbannt. Je straffer die moralische Ordnung, je verdrängter die Sexualität, denn die Disziplinierung der Instinktnatur hängt mit der sozialen und kulturellen Entwicklung zusammen. Der Mensch wurde zum vernunftbegabten Wesen, weshalb von ihm erwartet wird, daß er seine Antriebe steuern kann, daß er für andere berechenbar ist, Zuverlässigkeit zeigt.

Doch heute, an den Grenzen des Wachstums angekommen, kann man erahnen, daß dieser Weg auch nicht in den Himmel führt. Am Wendepunkt unserer Entwicklung angelangt, da, wo uns die Errungenschaften unserer eigenen Kultur plötzlich gefährden, mag manch einer erahnen, zu welchem Preis wir dem Teufel unsere Instinkte verkauft haben. Denn das, was uns bedroht, ist gleichzeitig das, was uns nährt: Ohne den zerstörenden Wachstumsmechanismus, dem wir ausgeliefert sind, wären wir schon heute nicht mehr lebensfähig. Unter dem Vorwand des Fortschritts haben wir die in den Atomen schlummernden Urkräfte geweckt und den Entdeckern dafür reihenweise Nobelpreise verliehen. Heute nennen wir die Entdeckung böse, dabei ist sie weder gut noch böse, sondern nichts anderes als die natürliche Fortsetzung des im Kinde wirkenden Urtriebes, seinen Teddy zu zerstören, um zu sehen, wie er innen aussieht. Es ist das krampfhafte Streben nach Fortschritt, das uns Menschen zwingt, uns immer weiter zu entwickeln, selbst wenn diese Entwicklung in eine Sackgasse führt. Dieses Streben hat seine eigene Dynamik, die uns über die Grenzgebiete der Gegenwart hinaus in das Niemandsland der Zukunft trägt. Die furchtbare Bedrohung durch eine Technologie, die alles Leben vernichten kann, wenn sie in falsche Hände gerät, löst längst vergessen geglaubte Urängste aufs neue aus. Das ist der Preis für den Fortschritt, für die Atombombe und den Retortenmenschen, für den Computer, der den Menschen überflüssig macht, für die digitalen Träume virtueller Realitäten, die langsam in die Wirklichkeit eindringen. Wir haben der menschlichen Entwicklung buchstäblich unsere Seele versprochen, wenn sie uns dafür Fortschritt und Wohlstand beschert. Da wir an den Grenzen unseres Wachstums angekommen sind und plötzlich erkennen, daß die menschliche Entwicklung ohne Risiko und Zerstörung gar nicht denkbar ist, erinnern wir uns plötzlich wieder unserer Wurzeln und möchten in den geheimnisvollen Urschoß zurück: Wir möchten die Grundlagen erkennen, auf welchen sich unsere Entwicklung vollzieht und möchten wissen, wer wir sind und warum wir sind, wer wir sind.

Zum Umgang mit Akrons astrologischem Ansatz

Die energetischen Strukturen der Planetenstellungen und -anordnungen geben dem Leser einen Schlüssel in die Hand, anhand seiner persönlichen Konfigurationen eine Bestandsaufnahme nicht nur seiner bewußten Ebene, sondern auch seiner unbewußten Instinktnatur vorzunehmen. Daß die Sichtung der durch unsere Kultur seit Jahrtausenden verdrängten psychischen Anteile sich natürlich nicht ohne Schmerzen vollziehen kann, wird jeder nachvollziehen können. Trotzdem möchte dieser Text nicht auf die Chance verzichten, in die unbewußten Vernetzungen unserer Psyche vorzudringen, denn er repräsentiert die Astrologie nicht nur aus der traditionellen Sicht, sondern auch aus einer seelischen und geistigen Unterwelt, die den wahren Schatten im Verdrängen des Schattens - nämlich im Streben nach Licht - erkennbar werden läßt. Denn dazu eignet sich der Symbolgehalt der Astrologie ausgezeichnet. Unsere Absicht kann damit nur die sein, über die Bilder unserer Vorstellungen hinaus weiter in die Energien zu dringen, deren Schwingungen wir zwar nach unseren Gesichtspunkten beschriftet haben, deren Existenz aber jenseits unserer Etiketten liegt. Deshalb dürfen wir die Aussagen auch nicht auf der bewußten Ebene persönlich nehmen, sondern uns mit unserer Seele an die Empfindungen herantasten, welche die Inhalte der Themen in uns auslösen.

Dieser Text ist für Menschen geschrieben, die nach Wahrheit suchen, nach der Erklärung dessen, warum sie sind, was sie sind. Er ist nicht für jene geeignet, die sich wie Süchtige auf die Suche nach dem Licht begeben, indem sie den bei sich selbst längst überwunden geglaubten Schatten ausschließlich beim anderen suchen - und finden. Die Suche nach dem Licht ist in der Tat wie eine Sucht: Die Droge, die einem dabei im Nacken sitzt, ist der Schatten selbst! Denn viele von uns befinden sich noch immer in der Situation der Ratsuchenden, die den Ratgeber nicht benutzen, um an ihr Problem heranzukommen, sondern - ganz im Gegenteil - um von ihrem Problem abzulenken. Wir bezahlen den Therapeuten oder andere seelische Begleiter (Astrologen, Tarotleger, Wahrsager) für die Dienstleistung, unser Problem symbolisch in einem Bild zu bearbeiten, das wir von uns weghalten können, damit wir es verstandesmäßig bearbeiten können, ohne daß es uns wirklich seelisch schmerzt.

In diesen Bildern kann der Teufel gefahrlos erkannt werden, ohne daß man seinem eigenen Schatten wirklich begegnen muß. Und deshalb ist Therapie und Schattenarbeit oft nur ein erfolgreicher Verhinderungsmechanismus, vom Schatten erfolgreich abzulenken und ihn dort zu bearbeiten, wo er die Therapie nicht stört (der getroffene Schatten würde sich sofort auf den Therapeuten stürzen). Das war schon im Mittelalter so, als die Kirche gerade aus der Bekämpfung des Teufels ihre Legitimität bezog, und ist auch noch heute nicht anders: Böses wird verdrängt und auf andere projiziert, und die negativen Prägungen des eigenen Selbst werden vor sich selbst und anderen versteckt. Das entspricht der Sichtweise des Esoterikers, der nach dem Licht strebt, um von seinem unerkannten Schatten abzulenken, ohne sich bewußt zu sein, daß sich in diesem Licht sein Schatten reflektiert, den er aus der Position seiner eigenen Erlöstheit jetzt durch seine Umwelt lebt. Also würden alle diejenigen unter den Sinnfindern und Wegverkündern, die ihre eigene Erlösung aus der eigenen Verdrängung des Teufels und dessen Bearbeitung im Schatten der anderen beziehen, lieber selbst den Teufel beschwören, als zu erlauben, daß der Mensch außerhalb ihrer Dogmen Sinnerfüllung erfährt. Unter diesen Vorzeichen muß man alle Äußerungen und Beiträge der Anbieter zur Erlösung des Menschen betrachten, denn es kann sicher nicht im Interesse der Modelle liegen, die Seele wirklich zu erlösen. Schließlich würde ein erlöster Mensch kaum Sinnfindungs-Modelle finanzieren, die ihn an sich binden. Das gilt auch für die Astrologie.

Zur Beschäftigung mit Astrologie

Demzufolge richtet sich dieser Text an Menschen, die zuerst herausfinden wollen, warum sie überhaupt die Wahrheit suchen, bevor sie die Wahrheit selbst zu finden versuchen. Denn die Beschäftigung mit Astrologie verschafft uns zunächst einmal die Möglichkeit, die Welt im Spiegel unserer inneren Erwartungen zu betrachten und sie dabei als ein getreues Abbild unserer Ideen und unserer Überzeugungen zu erkennen, die unsere äußere Sichtweise prägen. Doch wenn wir uns dem System der Astrologie nicht blindlings ausliefern wollen, müssen wir uns auch fragen, warum wir suchen. Wir müssen uns fragen, welche innere Sehnsucht uns zwingt, aus einem in Wahrheit unendlichen Chaos von stellaren Einflüssen ein paar Ähnlichkeiten auszuwählen und durch ihre Strukturierung und Vernetzung Cluster von Weltvorstellungen herbeizuzaubern. Die Antwort ist klar: Um durch die Astrologie Antworten auf unser Schicksal zu bekommen, die wir uns aus unserer rationalen Beschränkung nicht zutrauen. Das muß nicht falsch sein: Astrologie darf ein Wegweiser, ein Treppengeländer sein, um in die Tiefe unserer Psyche hinabzusteigen und uns anhand der Bilder dort einen Überblick zu verschaffen, unter welchen Umständen und zu welchen Zielen wir gewissen dunklen Teilen unserer Psyche im Laufe unserer Entwicklung zu begegnen haben. Doch darf Astrologie niemals zum spirituellen Überbau werden, unter dessen schützendem Dach wir unser Leben verhindern (und die Verhinderung bebildern), weil wir, statt des schmerzenden Lebens dann unsere dramatischen Erklärungen leben, also die Bilder, wie wir uns vorstellen, daß unser Leben so aussähe.

Jede hierarchisch aufgebaute Glaubens-Architektur gibt ihren Mitgliedern Sicherheit und Wissen nicht umsonst, sondern verlangt im Gegenzug deren Seelen, denn sie bindet sie an ein verbindliches Konzept der Wahrheit, das in der Dualität von Gut und Böse den letzten Ratschluß göttlicher Weisheit formuliert. Deshalb ist jede absolute Überzeugung, ob Astrologie, Religion oder spirituelles Modell, letztlich eine Täuschung, die nicht nur jene, die daran glauben, in die Irre führt, sondern auch die, welche die Lehre predigen. Da jeder Gläubige, der sich mit seinem Glauben identifiziert, seinen Glauben nur aus der Sichtweise erkennen kann, wie dieser das Vakuum seiner inneren Leere ausfüllt, kann er die Wurzel seines menschlichen Glaubens natürlich niemals dort erkennen, wo sie sitzt, nämlich in der Leere und Trostlosigkeit der rationalen Angst vor dem Tod, sondern er wird sie immer in der himmlischen Botschaft reflektieren, die ihm gleichfalls von oben einen Weg aus seinem irdischen Jammertal zeigt. Aus der Position seiner Blindheit wird er deshalb in der Leere stets die Hölle, im himmlischen Sinnbringer (Guru) den Messias und in dessen Botschaft (Erklärungsmodell) die Heilslehre erkennen. Zwar ist es das Ziel jedes Einweihungsweges, danach zu suchen, was wir sind; aber wir ahnen dabei nicht, daß das wirkliche Ziel nicht darin besteht, zu finden, was wir sind, sondern nur die Voraussetzungen dafür zu erfahren, warum wir nicht erfahren können, was wir sind. Deshalb führt uns jede Selbsterkenntnis in Wahrheit vom Weg des Suchens ab. Denn alles, was wir finden, sind immer nur die Prägungen, die innerhalb der Strukturen unseres Vorstellungsvermögens liegen also innerhalb des Bewußtseinsinventars, das unsere Vorstellung der Welt konstelliert. Schon die alten Priester erlangten mit Hilfe ihrer inneren Überzeugung Macht über Gott oder Macht über das Bild ihrer Vorstellung, die sie die höchste Einsicht nannten - die aber mehr das Bild ihrer kompensierten inneren Trostlosigkeit als die Wahrheit über Gott war. Weder sie selbst noch die Gläubigen erkannten den Mechanismus dieser Wahrheitsfindung, denn der Maßstab des Erkennens, mit dem das Bewußtsein die durch sich selbst erkannte Wahrheit maß, war ja die Ausrichtung oder die Sinnsuche des Menschen selbst.

So auch hier: Die Planeten können niemals Schicksal sein; sie zeigen lediglich an, was unser inneres Empfinden an die Welt heranträgt. Sie stellen einen eigenen Kosmos, ein symbolisches Abbild unserer Energien dar und liefern uns die Formeln zu unserer Realität, wie wir die Welt durch die Muster unserer Gestirne wahrzunehmen haben. Da die Welt für uns erst durch die Aspekte zu dem wird, was sie für uns ist, können wir unsere Realität als ein komplexes Gewebe betrachten, das aus dem Zusammenspiel aller seiner Komponenten erst wird. Erst wenn wir wissen, daß sich im Denken nur das Denken selbst erkennt, und wenn wir die Symbole als die Werkzeuge sehen, um unserer Kreativität Ausdruck zu verleihen, sozusagen als einen Spiegel dessen, was wir aus der unbewußten Ebene in die bewußte übertragen, dann können uns unsere astrologischen Dispositionen dazu einladen, uns über das astrologische Weltbild hinauszuheben und unsere täglichen Erfahrungen und Beziehungen auch in anderen analogen Bewußtseins-Schubladen und Denkmodellen zu reflektieren, die alle - je nach der Sichtweise des Beurteilenden - gleichermaßen richtig und falsch sein können. Dazu ein Beispiel.

Die Relativität der Wirklichkeit

Eine Frau leidet an einer Allergie und Sauberkeitsmanie. Der Arzt behandelt sie gegen Hausstauballergie (äußere Ebene), der Psychologe diagnostiziert seelische Berührungsangst (innere Ebene), der Magnetiseur rät zur Vermehrung der Lebenskraft (Störungen im Ätherleib), die esoterische Lebensberaterin zum Bauchtanz (Mut zur Weiblichkeit), die okkulte Kartenlegerin empfiehlt eine neue Partnerschaft (das Problem liegt in der Außenwelt) und der theosophische Freund redet von vorgeburtlichen Umständen (kosmische Ursachen). Der Pfarrer erkennt in der seelischen Unberührbarkeit die Stigmen der Jungfräulichkeit, der Astrologe spricht von einem Neptun/Venus-Quadrat, der Schamane sieht eine Verletzung der schützenden Lebenshülle, die Hexe den magischen Angriff der Nachbarin und der Ehemann schließlich eine übertriebene Hysterie. So fällt jeder sein Urteil aus der Sicht, wie sich ihm der Zusammenhang der Dinge darstellt. Wer hat nun recht? Jeder hat recht, weil jeder die Wahrheit auf seiner Ebene erkennt, und keiner hat recht, weil sich die Wahrheit auf jeder Ebene anders ausdrückt. Damit sind wir wieder beim Kernpunkt Astrologie. Der Astrologe hat recht, weil sich in seiner Sicht der Dinge ein Stück Wahrheit ausdrückt. Aber auch der Psychologe, der Philosoph, der Naturwissenschaftler, der Arzt, der Pfarrer, der Magier, der Schamane und der Ehemann: sie alle haben recht, wenn sie sich bewußt sind, daß die Wahrheit relativ ist und sich ihnen immer gerade auf der Ebene spiegelt, auf welcher sie ihr Weltbild montiert haben.

Das Leben ist wie ein Film, und der Betrachter gibt dem Film Sinn, weil das Leben ist, wie er es sieht. Und er sieht die Welt, wie er sie sehen will. Darin liegt letztlich menschliche Erfüllung - oder der Beginn geistiger Erkenntnis. Wie läßt doch Goethe seinen Herrgott sagen:


Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,
Umfass' euch mit der Liebe holden Schranken,
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,
Befestiget mit dauernden Gedanken.

Faust I (Prolog im Himmel)


LIEBE LESERIN!

Die "Zehn Fenster der Seele" sind ein Weg der Beschreibung, um dir die persönliche Ausrichtung deiner Planeten in den Zeichen und Häusern widerzuspiegeln. Sie sind unter der Perspektive formuliert worden, daß jeder Ausblick zuerst einmal nach der Möglichkeit eines Einblicks verlangt. Betrachte daher diesen Text als den Kommentar eines Reiseführers oder - besser noch - als freundliches Gespräch mit deinem Seelenführer, deinem Psychopompos, der dich in deine inneren Seelenkammern hinab begleitet, und dessen Rede stets mit der Aufforderung endet: "Aber hineinschauen in deine Innenwelt mußt du schon selbst!"

Auch wenn du dich noch so tief in den Text einliest, denke bitte immer daran, daß du von ihm keine Vollständigkeit erwarten kannst. Nicht nur, weil es sowieso keine Wahrheit gibt - Wahrheit ist immer nur eine Perspektive im Kopf der Erkennenden, die ihre persönlichen Erfahrungen kommentieren -, sondern auch, weil es sich bei diesen Ausführungen lediglich um den ersten Schritt einer Annäherung an dein inneres Wesen handelt, ans Tor deines Selbst. Die Schilderung der Planeten in den Zeichen und Häusern bedürfen als Ergänzung der Beschreibung der Beziehungen der Gestirne untereinander (Aspekte) sowie, wenn wir ihre Energien durch Raum und Zeit begleiten wollen, der Akzentuierung ihrer Auslösungen durch Direktionen und Transite.

Im weiteren wurde auf eine schmeichelhafte Porträtierung deiner Person absichtlich verzichtet, ging es doch darum, dich möglichst etwas näher ans Licht, und nicht mit esoterischem Geschwafel hinters Licht zu führen. Dünken dich die Ausführungen bisweilen etwas arg übertrieben oder gar unerträglich dunkel, darfst du auch ruhig darüber schmunzeln: über die Texte, die sich in deinen Vorstellungen genauso loswerden wollen wie du dich in ihrem Erkennen, sowie auch über deine bisweilen durchaus sinnvolle Art des Verdrängens. Geben wir es zu: Mit der Wahrheit allein läßt es sich nicht leben, sondern es braucht immer auch einen gewissen Platz für unsere Sehnsüchte und Verdrängungen. Sei dir deshalb darüber klar, daß nicht alles schlecht zu sein braucht was dennoch kritisiert werden kann und darf, denn wenn wir ein Bild für unsere ganze Vollständigkeit bekommen wollen, dann müssen wir uns auch dem stellen, was wir nicht gerne sehen wollen. Darüber können wir erschrecken. Wir können aber auch darüber lächeln, denn damit zeigen wir, wir haben uns erkannt!

Eine gute Reise wünschen
der Psychopompos und deine inneren Gespenster.
 

SONNE

DER SCHÖPFERISCHE WILLE

Die alles überstrahlende Sonne ist das befruchtende Symbol der Lebenskraft. Sie ist der Mittelpunkt, die Schöpfungsnabe, deren Strahlen alles durchdringen und auf deren Schwingen der Mensch zu sich selber findet, denn es ist sein eigener Herzton, der ihn trägt, der ihn mit dem irdischen Schicksal verwebt und durch die Wirren des Karmas führt.

Seit der Urfrühe der Menschheit erkennen wir in ihr das kraftvolle Prinzip, das nach nächtlichem Kampf mit den Mächten der Finsternis jeden Morgen mit unverminderter Kraft wieder aufersteht und ihre siegreiche Bahn über den Himmel zieht. Als Zentrum des Tierkreises ist sie auch ein Symbol des göttlichen Ich. Für die alten Ägypter verkörperte Horus die brennende Morgensonne, Ra die glühende Mittagssonne und Aoum die dämmernde Abendsonne, bis Echnaton den Sonnengott Aton als alleinigen Gott einführte.

Die Sonne entspricht der Suche nach dem Weg oder der Reise des Helden zu sich selbst, denn sie ist das Ziel des persönlichen Strebens und stellt alle Formen von Ich-Verwirklichungen dar. Doch erst in der Gewichtung der ganzen Lebensumstände und der Einsicht in die Ursache-Wirkungs-Prinzipien kann sich das Ich dann als das erkennen, was es ist: eine sich stets wandelnde, vitale Größe mit begrenzter Existenzdauer, die sich aus unbewußten Verhaltensmechanismen und kollektiven Urmustern zusammensetzt.

Mit anderen Worten: Wir projizieren unsere inneren Wünsche und Gedanken in die Außenwelt und erhalten sie von dort in der Verkörperung geeigneter Modelle zurück. Daraus basteln wir dann eine Form von Lebenssinn, ohne zu erkennen, daß die Außenwelt nur das Echo auf unsere Gedanken ist. Dadurch identifizieren wir uns mit der sonnenhaften Verkörperung unseres Willens, was immer dann zu Ich-Krisen führt, wenn die alten Sichtweisen durch neue Perspektiven ersetzt werden müssen. Genau das aber ist das Dilemma der unentwickelten Sonne: daß sich das Ich in seiner eigensten Entwicklungsabsicht nicht erkennt und Schmerz und Leid nicht als die Wirkungen erfährt, die es zur eigenen Transformierung sucht und findet!

SONNE IN ZWILLINGE

FEUER/LUFT: DER RÖSSELSPRUNG

Thema: Streben nach Wissen, sprunghafter Erkenntnisdrang

Ziel: Ausdrucksfähigkeit, Kommunikation, Verstand

Wenn du deine Sonne in den Zwillingen hast, verkörperst du oftmals den neunmalklugen Besserwisser oder den Luftikus, der seine Gedanken nicht zu zügeln weiß. So springst du von einer Sache zur anderen und weißt nicht, was du einen Augenblick vorher noch wolltest. In dir wirkt eine nervöse Energie des Denkens, die sich ständig zwischen den Zielen hin- und herbewegt, ohne zu einem klaren Standpunkt zu kommen. Dabei hast du einen scharfen, zupackenden Verstand, der sich leicht in die Lüfte der Denkvorstellungen erhebt, und überall dort, wo du, statt die Kommunikation zu dominieren, locker und freundlich mit der Umwelt parlierst, kann diese Neigung sehr bereichernd sein. Im Durchschneiden von Fesseln und dem Überwinden von Hindernissen versteckt sich eine Suche nach Erkenntnissen und Lösungen, die vielfach sehr brauchbare Einsichten aufzeigt, denn dahinter findet sich oftmals ein Erfindergeist, der ein gerüttelt Maß an Klarheit und Erkenntnis in sich vereint.

Vielfach bist du aber auch ein Spötter, ein Lästermaul oder ein vorwitziger Besserwisser, der Scheinlösungen anstrebt und dessen Streben sich darin erschöpft, recht zu haben und in den Augen der anderen als der Klügere zu erscheinen - also ein Klugschwätzer zu sein!

DER SCHÖPFERISCHE WILLE AUS KARMISCHER SICHT

Durch die bewußte Auseinandersetzung mit deinem Tierkreiszeichen kannst du die Sonne aber auch dazu benutzen, dich den höheren inneren Dimensionen zu stellen: den Beweggründen, die dich zwingen, dich so zu verhalten, wie deine Sonnenposition im Horoskop dies anzeigt. Der spirituelle Sinn ist natürlich, die äußere Sonne auf eine höhere innere Ebene zu heben und dich damit deinen seelischen Prägungen bewußt zu werden.

Anders ausgedrückt: Du müßtest dein Feuer mit den Umrissen jener galaktischen Glut in Verbindung bringen, von der die Sonne nur ein Abziehbild ist, und auf den Strömen dieser Verschmelzung ins innere Milchstraßenbewußtsein eindringen, indem du dich als kleinen Teil eines unendlichen inneren Schöpfungswillens erkennst, von dem dein dir vertrautes Ich nur ein unbedeutender Ausschnitt ist.

Wer aber ist das Ich, dieses Gefühl von Individualität, welches eine unterscheidende Wahrnehmung zwischen sich und anderen erst ermöglicht? Materiell betrachtet ist es eine Illusion. Weder der Leib, die Seele oder der Geist beinhalten ein "Ich". Da ist nichts und trotzdem ist es da! Es resultiert aus dem Zusammenspiel des Seins, aus der Freude heraus zu sein: aus dem innersten Schöpferwillen, der sich aus sich selbst heraus gebärt. Dabei erhellt es sich durch sein eigenes Leuchten und stellt sich sofort in den Mittelpunkt, denn es verkörpert sich auf eine Weise, in der die kindlich unschuldige Freude am eigenen Strahlen zur Sucht nach Bewunderung durch die anderen wird.

Das unerlöste Ich, das sich gern mit der Sonne identifiziert ("Ich bin!"), realisiert nicht, daß es selbst ein Sammelsurium von Trieben und Wünschen, Minderwertigkeitskomplexen und ungelösten Autoritätskonflikten ist, das sich beständig umschichtet und erweitert. Es ist nichts anderes als eine gegenwärtige Momentaufnahme, ein Zeit- und Raumausschnitt des Menschen auf dem Wege zu sich selbst.

Und dieses Ich wird von der Sonnenstellung in den sogenannten "Häusern" auf der materiellen Ebene gespiegelt, da es die Hausstellung der Sonne ist, die dir erläutert, wie du die seelische Prägung deiner Tierkreis-Sonne in der Welt anstrebst.

SONNE IM 12. HAUS

JENSEITS DER SCHWELLE

Das zwölfte Haus repräsentiert Ewigkeitssehnsucht, Einsamkeit, Bewußtseinserweiterung, Transzendenz und verkörpert die spirituelle Versenkung im kollektiven Unbewußten, also die Tendenz nach Wahrnehmung dessen, was jenseits der Schwelle liegt. Im Verbund mit der Sonne führt dich das tief in die Urgründe der Schöpfung hinein. Du strebst nicht nach klaren Zielen, sondern nach einem Mythos, der in seinen metaphorischen, symbolischen und allegorischen Ummäntelungen ebenso unerschöpflich wie für das pragmatische Denken unverständlich ist. Erfaßt du ihn abstrakt, umgreift er nichts weniger als Anfang und Ende; untersuchst du ihn aber konkret, dann stellt er sich als das rätselhafte Nichts heraus, aus dem alles Göttliche hervorgegangen ist.

In seinem negativen Ausdruck kann sich dieser Aspekt aber auch als Selbsttäuschung darüber manifestieren, was du real erreichen willst und was nicht. Aus der Illusion, die spirituelle Ekstase festhalten zu wollen, kommt es oft zur Flucht (Guru, Droge). Du kannst dich aber lösen, indem du dein Gebundensein an die Qualität deiner inneren Visionen freudig akzeptierst. Dann erlebst du eine Periode der inneren Klarheit und der Harmonie, denn die Sonnenenergie schafft den natürlichen Einklang mit der kosmischen Energie durch das hohe Prinzip ihres Wesens für alle auf spirituellen Wegen sich erkennenden Seelen: 'Ich bin die Zauberin, deren Zauber die Träume des Bewußtseins schafft: Alles ist in allem - nichts ist in mir!' (Sonne in Haus 12)

Symptome: Verminderte Zurechnung und Launenhaftigkeit durch Drogenmißbrauch (Halluzinationen, Teilnahmslosigkeit, Apathie), Erschlaffung (Eiweißabbau der Muskulatur), Lymphstau, Wassersucht, Ödeme

Ritual: Autogenes Training, Yoga

Archetyp: Nereiden, Zikaden, verzauberte Totenseelen

Analogie: Klingsors Zaubergarten

Kraftort: All-Eins in den Wellen des Ozeans

Kultstätte: Avalon; Santorin

Kraftfarbe: Algengrün, Meerschaumweiß

Kraftstein: Aquamarin, Jade, Smaragd

Räucherwerk: Sandelholz-Opium-Mischung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die Sonne symbolisiert neben Eigenschaften wie Selbstüberschätzung, Angeberei und Arroganz aber auch die innere Mitte, die spirituelle Basis oder den direkten Zugang zur mehrdimensionalen inneren Persönlichkeit. Sie ist das erste und wichtigste Urprinzip, die Quelle allen Lebens, Mittlerin zwischen Himmel und Hölle, und repräsentiert dieses starke, aus sich heraus strömende Gefühl von Vollkommenheit. Ihr entspricht nicht nur das äußere Licht, das man direkt sehen kann, sondern auch das innere, unsichtbare, das aber die ganze Sichtbarkeit in sich birgt (weil es alles sehend macht), und in ihr vereinigen sich alle Lebensströme und alle elementaren Bestandteile des Seins. Erst wenn wir alle planetaren Energien im Herzzentrum der Sonne zur Entfaltung gebracht haben, können wir uns mit dem identifizieren, was wir sind und was mehr als ein Schnappschuß unseres Momentanbewußtseins ist.

Erst wenn wir uns mit allen Aspekten unseres Seins identisch fühlen, kommt unser Herz mit allen unseren inneren Schöpfungsformen in Berührung. Dann brauchen wir uns auch nicht mehr länger nach innen zu konzentrieren, um uns zu spüren, sondern können direkt nach außen expandieren, weil wir dann in jedem anderen immer auch den Teil unserer eigenen Schöpferkraft mitfühlen.

Erst, wenn ich in der Berührung mit der Umwelt meine eigenen Schöpferkräfte spüre, kann ich eine liebevolle und kollektive Verantwortung für alle Kreaturen übernehmen, die ja immer für die "innere Seite" der Sonne stehen. Dann erst bin ich in der Lage, angstlos aus meiner Mitte zu agieren, wenn Kreis und Punkt, die Symbole der Sonne, eins geworden sind. Erst dann kann ich mich dem Hier und Jetzt hingeben, wenn ich mit dem Ganzen, an dem ich teilhabe, wieder ganz verschmolzen bin.
 

MOND

DAS SEELISCHE ERLEBEN

Der Mond, dessen 'Bild sich in hundert mit Wassern gefüllten Schüsseln spiegelt' (Tschögyam Trungpa), verkörpert die unterirdischen Räume der Seele, die tiefen Brunnenstuben der Mütter und die unergründlichen Wasser weiblicher Geheimnisse. Er verleiht ein besonderes Hingabeverlangen.

Um die Strahlen der Sonne in der Tiefe der Nacht zu empfangen und zu den düsteren Hainen Persephones hinunterzuziehen, um die verborgenen Quellen der Ungeborenen zu erschließen und die Wasser des Lebens mit dem Schöpferlicht zu verbinden, müssen die gefährlichen Kräfte und geheimen Schätze der Tiefe entdeckt und das innere Licht wieder ins Sonnenlicht heraufgeführt werden. Wenn die Sonne als Symbol jenes Prinzips betrachtet werden kann, das in den sichtbaren Auswirkungen menschlichen Verhaltens seinen Ausdruck findet, dann symbolisiert der Mond die geheimnisvolle Mondgöttin Selene (Luna), Schwester und zugleich Gemahlin des lebensspendenden Sonnengottes. Die Legende berichtet von ihrer abgöttischen Liebe zum schönen Endymion, den sie in seiner Höhle auf dem Berge Latmos im Schlaf zu küssen pflegte. Um dieser göttlichen Liebkosung ewig teilhaftig werden zu können, hatte sich Endymion von den Göttern ewigen Schlaf gewünscht.

So, wie sie Endymion zwischen den Welten begegnet, so begegnet sie auch dir auf der Schwelle zwischen Innen- und Außenwelt, denn Luna ist die Ahnin, die die Geheimnisse seelischer Innenräume berührt und die Tiefenbilder der Seele beschreibt, die auf das Unbewußte ausgerichtet sind: auf den "Urbronnen" der Mütter, in den Faust hinabgestiegen ist, um den Ungeheuern zu begegnen: um in den Kröten, Würmern und Spinnen die Schattenanteile des verdrängten Weiblichen zu erkennen, das gleichzeitig die Basis allen Lebens ist.

Der Mond ist ein Symbol der Mütter, im hellen wie im dunklen Sinn, und die lunarische Seite in jedem Mensch strebt danach, sich mit dem Prinzip der Großen Mutter zu verbinden, um wieder einen Zugang zu den Urwurzeln zu finden. Er symbolisiert das Ungesehene in dir, die abgespaltenen Teile deines Selbst, die du ins Exil der finstersten seelischen Korridore verwiesen glaubtest, die jedoch in den Negativprojektionen deines Tagesbewußtseins ihr bequemes Domizil gefunden haben und dich von dort bedrohen, ohne daß du es wahrhaben willst.

Sie sind aber nicht nur ein Symbol des Schreckens, sondern symbolisieren auch den Schrecken des Erkennens, wenn sich deine Angst in den Schächten des Abgründigen selbst begegnet und die negativen seelischen Bilder erkennt, die sie in den Raum um sich herum aussendet. Was im Schlaf die Träume bewirken, wenn sie die seelischen Schwingungen in Bilder umsetzen, das bewirken im Wachbewußtsein die mondhaften Launen, die dir alles in die Realität übertragen, was dir deine inneren Gesichter vorgaukeln.

MOND IN ZWILLINGE

WASSER/LUFT: DER SPIRALNEBEL

Thema: Einfühlsame Kommunikation, schnelles Eindringen in die Gefühle des anderen, sprudelnde Ideen und Gedanken

Ziel: Emotionale Erkenntnis (verstandesmäßiger Zugang zu den Gefühlen und umfassende Sichtweise durch rationale Kontrolle)

Dein Zwillings-Mond, in dessen Inhalt sich das Licht in ständig neuen Selbstbespiegelungen bricht, zerstäubt die Strukturen des Denkens und verwandelt den pulsierenden Strom sich verändernder Bilder in ein inbrünstiges Sehnen nach Verschmelzung. Darin teilt sich der Verstand der Seele mit: Ist doch der Mond die Himmelstreppe, die in das Allerheiligste führt, der Spiralnebel, aus dessen Entwindungen sich das Gesicht embryonaler Entrückung schält, oder die Schwelle, auf der deine Seele wie ein Fötus wartet, bis sie für den Himmel reif geworden ist.

Bisweilen erlebst du ein von deinen Gefühlen abgespaltenes Denken oder ein von den Denkmustern getrenntes Fühlen und damit die Diskrepanz zwischen Seele und Geist. Wenn du deine Zeit damit vertrödelst, diese beiden Opponenten, die sich dir hartnäckig verweigern, zwanghaft zu verbinden, erreichst du nichts. Wenn du aber ein gewisses Maß an innerer Spannung als notwendige Folge dieser Stellung akzeptierst, dann verleiht dir dein Mond Mut, Witz und geistreiches Reagieren gegenüber den intellektuellen und gefühlsmäßigen Ansprüchen deiner Umwelt.

Es wird dir mit der Zeit gelingen, mit der reinen Erkenntniskraft Annäherungen an den ungreifbaren Gefühlsbereich zu finden, wo sich Fühlen und Denken nicht mehr nur gegenseitig ausschließen oder behindern.

DIE TRÄUMENDE SEELE AUS KARMISCHER SICHT

Die Welt des Mondes ist nicht die Welt, die du durch deine Rationalität erfahren kannst. Sie ist kein dreidimensionales Gebilde, durchschaubar bis in die Haarspitzen der Mikrostrukturen, sondern sie enthüllt sich dir in der Trunkenheit der Sinne oder in deinen Träumen - und zwar in all ihren Paradoxien, Dichotomien und Antinomien.

Während die Sonne nach Gestaltung und Ausformung des Willens strebt, geht das Streben des Mondes umgekehrt in Richtung Auflösung der Identität. Das hat weniger mit Realität zu tun als mit den Formen der Materie, deren Erscheinungen er widerspiegelt. Er symbolisiert die "gespiegelte Erscheinungsform der Welt", was nur innerhalb des Denkens einen Widerspruch bedeutet. Jenseits polarer Denkvorstellungen versinnbildlicht er jene tiefe Einsicht in die Abläufe des Ewigen, aus dem sich deine Träume nähren und die dadurch zum Rahmen werden, in dem sich dir die Wahrheit darstellt. Jenseits solarer Denkvorstellungen symbolisiert der Mond die Urbilder, die sich über Traumerinnerung in dein Bewußtsein übertragen. Das entspricht dem Rahmen, in dem sich dir das Chaos zeigt, das teilweise zu erahnen ist, weil es einem übergeordneten Ganzen entspricht, von dem deine Träume wiederum ein Ausschnitt sind. Der Träumer träumt, und der Träumer im Traum träumt sein Geträumtes, denn der Träumer ist sowohl Beobachter als auch Akteur, denn es gibt nichts, was außerhalb seines Traumes liegt. Er träumt die Urwasser des Lebens, aus denen sich alles Leben zeugt, was gleichermaßen göttlich und dämonisch ist, wenn man den Zyklus von innen her begreift.

Somit wird die Illusion der realen Erfahrung an die Seite gestellt, und zwar im Grunde als gleichberechtigte existenzielle Erfahrung. All unser äußeres Streben dient im Prinzip nur dem Versuch, das Innere zu erhellen und es in seinen sphinxhaften Verschleierungen dem Vorstellungsbild des analysierenden Denkens einzuverleiben, denn die sichtbare Welt und ihr unsichtbarer Gott sind das Erscheinungsbild unserer Träume, weil alles, was wir wähnen, nur die Materialisation dessen ist, was wir träumen. Der Mond trinkt sein Licht aus dem unerschöpflichen Born des Unbewußten, das unseren Träumen, bevor sie sich zu erlebbarer Wirklichkeit gestalten, die inneren Urbilder und Archetypen zur Verfügung stellt.

Sobald wir erkennen, daß die äußeren Handlungen nur das eine Ziel vor Augen haben - nämlich alle Vorstellungsinhalte auf die Ebene hinunterzuziehen, auf der sie sich selbst reflektieren, und sie dann damit in Übereinstimmung zu bringen, was sich tatsächlich in der Außenwelt vorfindet -, verbirgt sich die Wirklichkeit nicht mehr hinter der Ambiguität der Frage: "Was träumt Gott?", sondern sie offenbart sich in der überraschenden Antwort: "Uns!"

MOND IM 12. HAUS

DER JENSEITS-CHANNEL

Du bist nicht bereit, persönliche Gefühle zu entwickeln, denn du möchtest in Übereinstimmung mit dem Göttlichen bleiben und hoffst, ein Medium des Geistigen zu werden, wenn du die Signale des Kosmischen empfängst und reflektierst. In dem Moment, da sich die Sehnsucht nach dem Unergründlichen im Herzen bildet, fühlst du dich durch deinen Mond dazu berufen, diesen Vorgang zu interpretieren, denn du empfindest dich als mikrokosmischen Abdruck eines makrokosmischen Schöpferwillens.

Persönliche Ziele werden durch spirituelle Schwingungen ersetzt und in allem dem Jenseitigen nachgeeifert, das neue Schwerpunkte im Leben setzt. Das Gefühl, irgendwie aus Raum und Zeit hinauszutreiben, nimmt überhand, je mehr du dich deinen inneren Regungen überläßt, und obwohl dein vertrautes Ich nur ein undenkbar kleiner Ausschnitt dieses universellen Willens ist, kannst du dich, in einer geistigen Luftblase gewissermaßen, um die Materie in Schach zu halten, lustvoll deiner göttlichen Kreativität hingeben, die alles Leben in sich birgt und dich in einem einzigen Atemzug kommen und gehen, werden und vergehen läßt, immer und immer wieder ...

Symptome: Unterfunktion der Hormondrüsen, Gewebsaufschwellung, Milchdrüsen, lymphathische Konstitution

Ritual: Channeling, Traummeditation (schauende Versunkenheit unter Ausschaltung allen Wollens)

Archetyp: Undine

Analogie: Schneewittchens vergifteter Apfel; Persephones Granatapfel, den ihr Hades anbot

Kraftort: Versunkene Dörfer (Unterwasserlandschaften); Kanarische Inseln (einer alten Sage nach sind die Kanarischen Inseln die Berggipfel von Atlantis)

Kultstätte: Isistempel auf der heute ständig überspülten Nilinsel Philä bei Assuan

Kraftfarbe: Luzid

Kraftstein: Wasseropal

Räucherwerk: Jasmin-Narden-Mischung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Esoterisch gesehen erschließt die Mondstellung jenen Bereich, in dem du dich gern deinen triebhaften Reaktionsstrukturen auslieferst, in dem du dich nicht mehr als vernünftiges, zielorientiertes Wesen, sondern als instinktgebundene Wunschnatur begreifst, in der sich die innersten Urbilder nach Entfaltung sehnen, denn in der Begegnung mit der Mondgöttin entziehen sich dir die rationalen Bilder. Sie versinken in lunaren Perspektiven, wo sich jede Wirklichkeit als Maya, nämlich als materielle Verdichtung bloßer Denkvorstellung zeigt. In der Begegnung mit der Mondin spiegelt sich das "Urseiend-Weibliche", in deren Formen alles fließend erscheint. Es ist, als ob du untergetaucht wärest in den Ozeanen des Unbewußten, und das entspricht auf der exoterischen Ebene dem Fötus im Mutterschoß, der noch wachsen muß, um ins Licht des Bewußtseins geboren zu werden. Es handelt sich um eine dunkle und dämonische Welt, die keinerlei Klarheit und Orientierung besitzt und die sich in Verwirrung und Gefühlsschwankungen ausdrückt.

Der Mond symbolisiert das unerschöpfliche Kraftpotential der Psyche, das die inneren Urbilder und Archetypen zur Verfügung stellt, aus denen du deine Sehnsucht schöpfst. In dieser Sehnsucht verbrennen alle Grenzen, und Realität und Träume verschmelzen zu jener unbewußten Absicht, loszulassen und mit dem Ewigen wieder eins zu sein. Es ist eine Ebene, die sich mit den Werkzeugen deiner Sinne nicht erfassen läßt und die sich in allen Wesenheiten spiegelt, so daß sie den Anschein erweckt, selbst rational zu existieren. Dabei existiert sie gar nicht wirklich, sondern umkreist in einer unbeschreiblichen Gebärde "Alles-was-da-ist", von dem deine begriffliche Welt nur ein Teil und deine Suche nach dir selbst wiederum ein noch kleinerer Ausschnitt ist. Der einzige Halt ist die innere Ahnung, die dich auf dem Pfad nach innen mit dem tiefen Wissen verbindet, daß alle Monumente menschlichen Strebens innerhalb des Ewigen nur ein Staubkorn sind.
 

MERKUR

DAS INTELLEKTUELLE ERKENNEN

Merkur oder Hermes wird in der Mythologie als eine hermaphroditische Gestalt umschrieben, die den Schlüssel zu den tieferen Wahrheiten in sich birgt. Er ist einerseits ein Symbol für die Art, wie wir wahrnehmen, andererseits aber auch, warum wir was wahrnehmen und wie wir die Wahrnehmung vergleichen und weitergeben.

Emotionslos, unparteiisch und objektiv beschreibt und rekonstruiert er kausale Zusammenhänge, verbindet Widersprüche und gleicht Gegensätze mit den glättenden Argumenten verbindender Sichtweisen aus. Damit ist er auch hervorragend geeignet, das vermittelnde und übertragende kommunikative Urprinzip zum Fließen zu bringen. Als Gott des Windes erscheint er flink, eilend, stürmend, mit Flügelschuhen und einem beflügelten Hut dargestellt und kann somit als Vorbereitung auf Reisen oder im Vorfeld wichtiger Besprechungen und Entscheidungen angerufen werden.

Als Gott der Schlauheit und des Geschäfts ist er der Schelm unter den Göttern und unterstützt Diebe, Kaufleute, Narren und Betrüger; und als Gott der Unterscheidung ist er der Ahnherr des Denkens ('Ich denke, also bin ich!'), der Erschaffer aller Realitäten, der die Menschen in ihre Weltbilder einbindet und damit aber auch gleichzeitig vom Erkennen der Relativität des Erkennens abhält: 'Ich bin, weil ich erkenne - deshalb erkenne ich mich als der, der ich bin!'

MERKUR IN ZWILLINGE

LUFT/LUFT: DER SCHNELLDURCHLAUFERHITZER

Thema: Kontakt- und Kommunikationsfreude

Ziel: Intellektuelle Selbstdarstellung

Hier sind es nicht hundert, hier sind es tausend Ideen, die du gleichzeitig verwirklichen möchtest. Dabei geht es dir nicht immer um einen tiefschürfenden Gedankenaustausch, sondern oft auch um schiere Redelust. Das macht dich zum intellektuellen Durchlauferhitzer, denn du handelst nach dem Motto: Zeit ist Geld!

Energetisch charakterisiert diese Stellung das unterscheidende Denken, das die Welt polarisiert, um sie zu begreifen. Und weil es nie ein Ende für das gibt, was wir mit Denken umreißen, symbolisiert dein Zwillinge-Merkur die wohltuende Kraft des Verstandes, der beständig neue Standpunkte entwickelt und Ideen und Lösungsvorschläge kreiert, die in den Kern der Dinge eindringen und Klärungen und Lösungen herbeiführen können, die ausgewogen sind und damit zünden.

Metaphysisch ist hier die Initialzündung für den Prozeß der Bewußtwerdung angesprochen, denn die Idee ist durch die Leere des raumzeitlosen Nicht-Seins hindurchgetreten, und du beginnst, dir ein Bild von dir selbst - und damit von der Welt - zu machen. Merkur in Zwillinge erfaßt bereits die ersten Schritte in den aus dem Nichts entfalteten Raum, in die aus der Ewigkeit geborene Zeit und in das konkrete, dynamische Leben. Damit befindet er sich ganz am Anfang seiner inneren Erkundungsreise, auf der er die Vorstellung seiner Welt entdeckt.

DIE STRUKTUREN DES DENKENS AUS KARMISCHER SICHT

Spirituell betrachtet ist Merkur aber nicht nur ein Symbol dafür, wie du die Welt erfährst und wie du das Erfahrene in deine Bewußtseinsmuster einordnest, sondern er ist auch das Symbol des Musters selbst, alles, was du erfaßt, einordnen zu müssen und aus dem Eingeordneten gleichzeitig das zu gestalten, was du dann für die äußere Welt hältst.

Merkur entspricht dem denkerischen Gestalten, nämlich die unbildhaften, energetischen Ströme als Symbole zu erfassen und damit den Sinnen zugänglich zu machen. Damit wird seine Position in der Mythologie, nicht nur zwischen Göttern, sondern auch zwischen Menschen und Göttern zu vermitteln, einsichtig: Es ist der Austausch zwischen dem inneren und dem äußeren, zwischen dem bewußten und dem unbewußten Selbst. Aus den tieferen Schichten des kollektiven Menschseins dringen ungeformte Energiewolken herauf, die darauf warten, in Symbole umgedeutet und damit in menschliches Handeln übertragen zu werden.

Anders ausgedrückt: Deine Begriffswelt ist das Ergebnis der Wirkungen Merkurs, die aus dem Rohmaterial schöpferischer Ursubstanz materialisiert wurde, denn die Methode, Symbole zu schaffen und miteinander zu kombinieren, entspricht exakt deinen merkurischen Anlagen und Fähigkeiten. Damit erschaffst du dir eine begriffliche Welt, die du der instinktiven Welt überlagerst, bis du selbst überzeugt bist, daß die begriffliche, von dir selber geschaffene Realität der Wirklichkeit entspricht.

MERKUR IM 12. HAUS

DER STOFF, AUS DEM TRÄUME SIND

Oft scheinst du unfähig zu klaren Gedanken und neigst in einem gefährlichen Maß zu Tagträumen und unrealistischen Sehnsüchten, denn dein Denken wird leicht von Illusionen und Nachtgespenstern durchdrungen und endlose Abfolgen von medialen Botschaften erscheinen dir. Die daraus resultierende Angewohnheit, alles Klare und Eindeutige zu vermeiden, kann deine Umgebung oft in Rage bringen, denn Merkur in Haus 12 erzeugt aus verworrenen und verschwommenen Gedankengängen oft wahnhafte Gesichter und hysterische Verstrickungen. Das kann aber auch eine Eignung für die Fiktionen mathematisch-mystischer oder okkult-utopischer Richtungen anzeigen, in denen weniger das Detail, sondern mehr der Sinn fürs Ganze herausgehoben werden will.

Dieser Aspekt ermöglicht es dir, aus der Zeit herauszutreten und einen kurzen Blick hinter die Bewußtseinstüren zu werfen, ins Reich des Unfaßbaren, bevor sich die Ozeane des Vergessens wieder über den Zugriff des polarisierenden Verstandes legen. Durch deine visionäre Einstrahlung kannst du deinen Mitmenschen den Weg zu einem Mythos weisen, der wahr und doch nicht wahr ist, da sein Inhalt, da symbolisch, für alle Zeiten unerschöpflich ist.

Symptome: Verworrenheit, Phantasterei, geistige Betäubung; Reaktionsschwäche, Denkmüdigkeit, Lügenhaftigkeit

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Das merkurische Prinzip basiert auf der Erfassung von Gesetzmäßigkeiten und Schlußfolgerungen und entscheidet darüber, ob ein Inhalt in seinem Zusammenhang erkannt werden kann oder in seine Einzelteile zerfällt. Was die Welt für unseren Verstand zusammenhält, ist die Gewißheit, daß die Welt so ist, wie wir gelernt haben, sie wahrzunehmen.

Die logischen Axiome des Aristoteles, seit mehr als zweitausend Jahren das Fundament des abendländischen Denkens, sind nicht nur die sichere Grundlage, auf der unser Weltbild steht, sondern sie sind auch der Preis für diese Sicherheit. Sie errichten die hohen Mauern der rationalen Wissenschaft, die alles ausgrenzen, was sich nicht in die Gesetze der Logik eingliedern läßt. Sie sind ein Filter unserer Erkenntnis, der alles aussondert, was nicht durch Stoff und Form, Bewegung und Ziel definiert werden kann. Platon dagegen ging davon aus, daß wir im sichtbaren Objekt nur das erkennen können, was wir an Informationen oder Vorstellungen über das betreffende Objekt in uns tragen. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, ist auch das Modell der naturwissenschaftlichen Erkenntnis nur eine Vorstellung vom Leben, denn alles, was wir in unserer Anschauung der Welt erfassen, ist eine Vorstellung von Wahrheit, ein Abbild der Wirklichkeit, abhängig von Gesetzen, die wir uns selbst geschaffen haben.

Hier beherrscht die Vorstellung bereits die Wirklichkeit, und viele Suchende glauben, daß die Vorstellung die Wirklichkeit nur ausdrückt. Wie kann die Vorstellung aber die Wirklichkeit ausdrücken, wenn sie nicht weiß, was die Wirklichkeit ist? Darum können wir auch nichts erkennen, was außerhalb dieser Vorstellung liegt, und alle Wahrheiten und Erkenntnisse sind nie etwas anderes als mehr oder weniger interessante Denkmodelle. Unser denkendes Ich ist ein besonders raffiniertes Gebilde, das uns unsere Handlungen aufgrund der Betrachtungen vorschreibt, wie wir die Welt zu sehen haben: 'Die Welt zu sehen, wie wir sie sehen ... und das auch noch zu wollen!' (Hermes-Mercurius der Trickster)

VENUS

DIE LUST DER HINGABE / DIE WEIBLICHE SEXUALITÄT

Aphrodite (römisch Venus) ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, des Friedens und des Glücks. Sie wird als das höchste Ideal weiblicher Schönheit gepriesen. Als Venus-Urania verkörpert sie die reine, himmlische und idealisierende Liebe. Man nennt sie auch "die Himmlische", "die aus dem Schaume Geborene" oder "die aus dem Meer Aufsteigende".

Die Legende weiß zu berichten, daß Venus der Verbindung des gestürzten Himmelsgottes Uranos und seiner Gattin Gaia, der Erde, entsprang. Uranos, der seine Kinder verschlang, wurde von Saturn, seinem Sohn, mit einer Sichel entmannt. Aus dem abgeschlagenen Glied des Vaters, von Saturn ins Meer geschleudert, floß weißer Schaum, dem Venus an den Gestaden der Insel Kythera entstieg. In ihrer Manifestation als Venus-Pandemos hingegen regiert sie über die irdischen Triebe, denn sie ist genauso die Fürstin der Schönheit und der Kultur wie die Dämonin des Verfalls und der Genußsüchtigkeit.

Venus verkörpert die Flammen der Sehnsucht nach der sexuellen Vereinigung zwischen Mann und Frau und symbolisiert damit den paradiesischen Vorhof des körperlichen Verlangens: die verschlingende Hingabe, die zum Numinosum wird, indem sie das verlorene Gefühl der Ganzheit durch das Empfinden der Vereinigung wieder zu erreichen verspricht. Wenn der Mond für die Befruchtung steht, dann ist Venus der Kuß: die erste, vorsichtige Öffnung dem anderen gegenüber, gleichsam als seelische Eintrittskarte in das Körperinnere, aber auch die höllischen Zungenküße, jene Elixiere des Teufels, die in den uterinen Höhlen und tiefen Wassertümpeln gründeln und ihre Opfer porentief einsaugen.

VENUS IN STIER

ERDE/ERDE: DIE NACKTE EVA

Thema: Anziehung, Genuß und wucherndes Verlangen

Ziel: Die verschlingende Sinnlichkeit

In der sexuellen Flora dieses Gestirns ereignen sich die Orgasmen nicht im Gehirn, sondern entspringen der immerwährenden Befreiung übermäßiger Fleischeslust. Die venusische Energie, die auf äußerst emphatische Weise auch die naive Liebe einschließt, stellt eine der wesentlichen Bahnen dar, durch die unsere natürliche Lebensfreude strömen kann. Auch der Stier verkörpert eine sinnliche Komponente, die von wucherndem Verlangen nur so strotzt. Du bist in jeder Hinsicht eine starke Persönlichkeit - stark, was deine Schöpferkraft angeht. Das bedeutet nicht, daß du keine schlechte Seite hast - du kennst die Gier und leidest oft unter ihr, statt sie zu kultivieren -, sondern daß du voll intensiven Lebens und zur Entwicklung fähig bist.

DIE SEXUELLE HINGABE AUS KARMISCHER SICHT

Venus drückt die Anziehung der Gegensätze aus, die Sehnsucht zwischen Mann und Frau, die verlorene Einheit wiederherzustellen, den Zustand vor der Vertreibung aus dem Paradies. Mit dem Sündenfall zerbrach die Einheit zwischen Gott und Schöpfung, Mensch und Natur, und seither stehen sie sich als Polaritäten unversöhnlich gegenüber. Aufgrund ihrer inneren, wesenhaften Zusammengehörigkeit ziehen sich alle Gegensätze jedoch wiederum unwiderstehlich an. Jedes Wesen ist ein Teil des Ganzen und versucht deshalb immer wieder, mit dem Ganzen zu verschmelzen.

Im ewigen Schöpfungsplan, der die Vorgänge in der Natur steuert und auch für die Erhaltung der Arten sorgt, liegt der Drang nach Einswerdung in der Sexualität. In der alltäglichen Beziehungsrealität bedeutet dies oft nichts anderes, als daß du den anderen dazu benutzt, deine eigene innere Leere mit einer intensiven Erfahrung zu füllen, ohne jedoch dabei und - dies ist das Entscheidende - den anderen Menschen in seinem eigenen Wesen auch wirklich annehmen zu können. Was wir im Grunde erfahren wollen, ist die Erfüllung unserer eigenen Sehnsucht nach Liebe. Sie leben wir in unserem Inneren aus, und dazu benötigen wir oft mehr das Bild des Partners in uns als diesen selbst. In solchen Momenten scheint er uns all das, was wir bei uns vermissen, zurückzugeben, damit wir in uns diese Empfindung von Vollständigkeit, derer wir allein nicht fähig sind, erfahren können.

VENUS IM 11. HAUS

DER BIZARRE SEX ODER DIE NERVENKITZEL-PSYCHO-NUMMER

Venus in Haus 11 inszeniert ein irisierendes Spiel mit dem Feuer, das die Lust nach Abwechslung entfacht. Hier suchst du keine ewige Liebe, sondern originellen Sex, weil sich Seelen in Haus 11 besser öffnen können, wenn es sich weniger um individuelle Lust als vielmehr um nervenkitzelnde Psychospielereien handelt, die von dem ablenken, wovon sie wenig zu bieten haben: von ihrer emotionalen inneren Mitte.

Dabei fühlst du dich von eigenwilligen und verrückten Menschen angezogen, denn gewöhnlich drücken sich in deinem Wunsch nach Originalität und im Verlangen nach Experimenten oft bizarre oder andere unkonventionelle Neigungen aus. Doch hinter den Flammen lustvoller Nähe und Hingabe lauert ein kühles, distanziertes Liebesverlangen, und es ist gut um dich bestellt, wenn du ohne seelische Schäden aus den Betten hintergründiger Verweigerungen wieder an die Oberfläche kommst. Die Gefahr, die Venus in Haus 11 darstellt, ist die, daß sie dich zum Opfer deiner Sehnsucht macht, indem sie deine Lust nach Abwechslung festhält, denn es ist dein inneres Verlangen, das sich durch sie personifiziert, und das dich dazu bringt, daß du dich in deiner Sehnsucht nach ihr in ihrem Bild (in dir!) festhältst.

Symptome: Unkonventionelle Zuwendungen, bizarre Neigungen, hysterische Spasmen, Triebverweigerung; Magersucht, Eingeweidesenkung, Schilddrüsen-Überfunktion

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Wie bei der Liebesgöttin Venus, so strömt auch deine Hingabe aus der unergründlichen Tiefe, die im Zauber der Liebe zwar die Gegensätze verbindet, ohne sich aber persönlich zu öffnen und sich den Menschen hinzugeben. Du glaubst, dich deinen inneren Sehnsüchten hingeben zu können, ohne selbst durch die Höhen und Tiefen menschlicher Leidenschaft zu gehen, denn die Venus-Qualität entspricht dem urinstinktiv-weiblichen Verlangen nach dem Spiel von Zu- und Abneigung, dem Reiz von Ablehnung und Gewährung, und nicht nur der drallen Lust einfältiger Hingabe.

Als Frau klingt in dir der Venus-Dämon an, nämlich den Mann zu einem Besitz deiner eigenen Vorstellung zu machen, denn nur, wer unerreichbar scheint, ist es wert, besessen zu werden. Was sich halten läßt, wird schal und nur, was sich nicht halten läßt, ist es wert, von dir erobert und einverleibt zu werden.

Umgekehrt kann das bei dir als Mann zu einer Abhängigkeit von deinen inneren Projektionen führen, wenn die jahrtausendealten Konfliktherde in den Tiefen des kollektiven Unterbewußtseins aufbrechen: Ist es die Erinnerung an die Höllenpriesterin und Urhexe, die dir die Einheit von Liebe und Leidenschaft mit der Peitsche einbleute, ist es die Kühle der Wasserfee, welche dich durch ihre Unberührtheit zur siedenden Lust antrieb, oder mit wem suchst du notdürftig den Riß zu kitten, der sich durch deine Seele zieht, um die seelische Hypothek abzutragen, unter deren Last die gebrandmarkten Jünglinge im Feuerofen stöhnen?

So verbinden sich Realität und Wahn in Venus' Liebe zur Vorstellung, der geformte Teil einer universellen formenden Kraft zu sein und an einem kosmischen Hintergrundgeschehen teilzuhaben, das dir als göttlich erscheint. In Wirklichkeit ist es aber nur der Stoff, aus dem deine Sehnsüchte gewoben sind.

MARS

DIE DURCHSETZUNG DES EGOS - DIE MÄNNLICHE SEXUALITÄT

Mars, in Rom als Sohn Jupiters und der Juno National- und Kriegsgott, galt als Vater von Romulus und Remus und wurde als Ahnherr der Römer verehrt. Von den Griechen Ares, den Germanen Thor genannt, ist er ein Symbol der blinden Vorwärtsbewegung und der unbeugsamen Durchsetzung, denn er ist der Herr des Krieges, der Zerstörung, des Streites und der ewigen Zwietracht. Als junger, kriegerischer Mann charakterisiert, behelmt und von Kopf bis Fuß bewaffnet, liebt er jegliche Form von Aufruhr, Sturm und Angriff, denn als Gott des Kampfes freut er sich am Getümmel und Geschrei der Schlacht. Dadurch wird er ständig in äußere Auseinandersetzungen verstrickt, die seinem inneren Ziel entsprechen, das sich nicht auf irgend etwas hinentwickelt, sondern sich aus der Spannung jedes Augenblickes nährt.

Mars symbolisiert nicht nur den Aufbruch des Sonnenhelden oder die sich fauchend entzündende Flamme als Sinnbild des triumphierenden Willens, sondern auch den Absturz, das Scheitern an Hindernissen. Er verkörpert auch die Rebellion gegen patriarchale Gewalt, den aktiven Animus, der den alten König stürzt, die pubertäre Phase der Suche und der Selbstfindung, oder die Vater-Sohn- Beziehung als Wiege nährender Konflikte der männlich-aggressiven Triebnatur.

In der mythologischen Umschreibung trennt Mars die Polaritäten, ohne sie allerdings zu werten, denn es ist ihm gleich, auf welche Seite er sich stellt, wenn nur Krieg und Streit dabei gewinnen. Jede Auseinandersetzung bietet ihm die Chance, Dinge durcheinanderzubringen und Gewohnheitsmuster zu zerstören, was immer wieder neue Perspektiven von Entwicklung und Erkenntnis mit sich bringt. Vom Wunsch nach Freiheit und Erlösung motiviert, versucht er stets, alles Einschränkende aus dem Weg zu räumen. Damit wird er aber in seinem Freiheitswahn gerade zu einem Teil jener Zerstörungskraft, die den Ursache-Wirkungs-Kreislauf entfacht und damit den Weg für Neuentwicklung und Erkenntnis frei macht.

MARS IN SCHüTZE

FEUER/FEUER: DER STREITER FÜR DEN GRAL

Thema: Begeisterung, Entzückung, Leidenschaftlichkeit; aber auchc Neigung zu Übertreibung und Selbstüberschätzung

Ziel: Spirituelle Entgrenzung (Streit aus innerer Überzeugung bei gleichzeitigem Drang nach Erweiterung des geistigen Horizonts)

Die aktiven, nach Entwicklung drängenden Aggressionsflammen des Mars verlangen nach Wegen, die von den konventionellen Gestaden weg zu neuen Zielen führen, denn Mars in Schütze ist ein Synonym für Tiefensehnsucht, die sich gern in einen Mantel scheinbar wärmenden Erkennens hüllt (scheinbares Erkennen ist eine der wirksamsten Formen raffinierten Verdrängens). Er verkörpert ein kraftvolles, energisches Engagement in ökologischer oder philosophischer, weltanschaulicher oder religiöser Richtung, nämlich die aggressive Verkörperung von Einsichten und Erfahrungen aus neuen Begegnungen.

Dieser Weg führt zu mehr oder weniger starken Identifikationen mit überpersönlichen religiösen Modellen, zu einem mystisch-esoterischen Sektierertum, das sein wissendes Image (Schütze) ich-vergrößernd durchsetzt (Mars), ohne zu bedenken, daß in diesem Akt weder Bewußtseinserfahrung noch Gotteserkenntnis, sondern nur die egoaufblähende Auswirkung einer grandiosen Selbstbespiegelung schlummert. Doch dieser Spiegel hat kein Ziel, und auch das gespiegelte Bild im Spiegel ist nur ein Bild, das niemals etwas anderes als dich selber zeigen kann. Erst wenn du dich in der Rolle des Edlen erkennst, der nicht für die anderen, sondern immer nur für seine eigenen inneren Überzeugungen kämpft, bist du für die wahren inneren Ziele dieser geistigen Verbindung bereit.

DIE DURCHSETZUNG DES EGOS AUS KARMISCHER SICHT

Ohne Mars gäbe es wahrscheinlich keinen Krieg. Aber ohne ihn könnten wir unsere individuellen Absichten auch nicht zum Ausdruck bringen.

Bevor wir also das marsische Prinzip zum Sündenbock erklären, sollten wir uns klarwerden, daß uns nur Aggressivität und Geltungswille zu einem eigenständigen Wesen machen, das sich durchsetzen und seine Entwicklung selber in die Hand nehmen kann. Daß sich diese Entwicklung nur über Krieg und Zwist abspielt, mag dem bedauerlich erscheinen, der die Abgespaltenheit des Egos von der Ur-Einheit nicht in Betracht zieht und dadurch den Menschen nicht in seiner Angst vor dem Getrenntsein mit dem Kosmos sieht (was dieser mittels Durchsetzung des Egos krampfhaft kompensiert). Er setzt sich durch, um wenigstens sein Ego zu spüren, da die Idee des Sieges ja das einzige ist, was ihm von der Verbundenheit mit dem All-Einen geblieben ist. Darum ist es auch töricht, wenn sich der Mensch gegen seine eigenen Grundlagen verbündet, denn wenn er gegen den Krieg protestiert, protestiert er in Wirklichkeit gegen sich selbst, denn Krieg und Mensch sind Synonyme.

Akzeptieren wir uns also, wie wir sind, damit die Kriege, die wir nicht verhindern können, nicht auch noch sinnlos werden. Denn wie sagte schon Heraklit: "Krieg ist der Vater aller Dinge!"

MARS IM 6. HAUS

DIE FALLE, DIE SICH SELBER FÄNGT

Mars in Haus 6 repräsentiert das unbewußte Streben, Anpassung zu predigen und neue gesellschaftliche (Sozial-)Formen anzustreben, ohne sich aber über die eigenen Beweggründe Gedanken zu machen. Das entspricht einem inneren Verhalten, sich durch die eigenen Verhinderungen aggressiv zu profilieren, weil Mars für soziale Angelegenheiten gar kein Auge hat. Jede Aggression trägt deshalb den Stempel intellektueller Vernunft, die sich bestätigen will oder zu erkennen sucht, aber immer nur vor sich selber davonläuft, weil hinter allen Zielen bloß die eigene Verhinderung steht. Die Verhinderung ist das Spiel, das das Ego mit sich selber spielt, denn jetzt wird es klar: Die Verhinderung ist die Straße (Haus 6), auf der sich die Aggression (Mars) ständig selber überholt.

Symptome: Auf der physischen Ebene Darmschwäche, auf der psychischen Pedanterie, Kritiklust, Nörgelei, Hirnüberreizung, Reflexsteigerung und neuralgische Schmerzen

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Mars verkörpert also das, was wir die Aggressionskräfte nennen (die Ausschüttung von Adrenalin ins Blut), und in dieser Position ist er der natürliche Feind von Hemmung und Blockade. Risikofreude, Kampfbereitschaft, Unternehmungslust und sexuelle Triebhaftigkeit sind seine Merkmale, und als männlich-aggressive Kraft steuert er alle Hindernisse auf direktem Wege an, wobei er den Gordischen Knoten nicht durch vergleichendes, reflektierendes Denken löst, sondern indem er ihn ganz einfach mit dem Schwert durchschlägt. Er verkörpert die instinktive Kraft, die stets aufs neue blüht, wenn der Zyklus karmagestaltender Umwandlung in dir erwacht.

In dieser Tollkühnheit und Abenteuerlust kannst du aber auch gleichzeitig die unergründliche Schöpferkraft erkennen, die dich auffordert, die äußere Welt zu erobern und über den Weg der Tat zur Einsicht zu gelangen, daß zwischen "Eroberung" (+) und "Zerstörung" (-) nur die individuelle Perspektive deiner Weltanschauung liegt. Mars treibt dich nicht nur aus den Bezirken seligster Verklärtheit, sondern er läßt auch durchblicken, daß diese aggressive Energie gerade der Treibstoff für deine geistige und seelische Entwicklung ist. Du bist nun einmal, wie du bist, und nicht einmal aus der Perspektive abgeklärter Greise ist es sinnvoll, Ego und Ich-Durchsetzung zu verteufeln, weil dann Entwicklung nicht mehr möglich ist.

In jedem Scheitern findet sich auch ein Samenkorn zu reiferer Entfaltung, und damit dient Mars in seinem zwanghaften Tatendrang gleichzeitig jener höheren Führung, die in der Zusammenfügung allen Wesens "Sein" und "Werden" überhaupt erst sinnvoll macht.
 

JUPITER

DIE INNERE SINNFINDUNG

Jupiter, milder Regent und harter Diktator, freundlicher Freund und feindlicher Feind, Hüter des Rechts und Brecher des Widerstandes, Gott der Gerechtigkeit und Gott der Rache, wird als höchster Himmelsherr verehrt. Als Gott der Wahrheit ist er Lichtbringer, Siegverleiher und Sitz der höchsten Weisheit der Welt, und als Vater der Götter und Menschen gilt er als Mehrer, Erhalter und Erretter in der Not.

Als allumfassender und universaler Gott nennt man ihn "höchste Macht", und als Beherrscher des Erdkreises ist er der oberste Gott, Regierer und Erhalter des Weltalls. Als innerer Guru und Wohltäter, der selbst aus den profansten Alltäglichkeiten kraftspendende und lebensbejahende Affirmationen zu ziehen vermag, steht er für den unstillbaren Drang nach geistiger Horizonterweiterung, und mit seinem unerschöpflichen Trieb nach Ausdehnung repräsentiert er eine guruhafte Omnipotenz in der Außenwelt, die das Wesentliche erst in der Übersteigerung durchscheinen läßt. Das Bestreben, die Dinge in einem größeren Zusammenhang zu sehen, krönt sich in der Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Daseinsfragen.

Auf unbewußter Ebene entspricht das einer Ein- und Rückbindung ins Zeitlos-Ewige. Dieses Empfinden eines Eingebettetseins in einen größeren Rahmen erlaubt ihm, ein Gefühl von Sicherheit und Wissen auszustrahlen, das ihn in den Augen seiner Umwelt als einen Übermittler spiritueller Einsichten erscheinen läßt.

JUPITER IN JUNGFRAU

FEUER/ERDE: DER ERBSENZÄHLER ODER DIE SUCHE NACH SICH SELBST

Thema: Lerneifer, Spitzfindigkeit, Kritikvermögen; Ordnungssinn, Perfektionismus, Zuverläßigkeit

Ziel: Kritische Vernunft (vorsichtige, durch Wissenschaft oder Überlieferung abgesicherte Weltbildfindung)

Bevor du nach dem Gipfel faustischer Erkenntnis strebst und den Sinn der Schöpfung zu erkennen suchst, solltest du erst deine Selbstdisziplin und dein geistiges Entwicklungspotential entdecken, denn Jupiter in Jungfrau zeigt das enervierende Streben, die numinosen Sehnsüchte durch die zweidimensionale Brille in einem erklärbaren Weltbild zu suchen, das allen vernünftigen Argumenten gewachsen ist.

Oft hältst du deine Realität für ein Gefängnis, aus dem du eines Tages fliehen wirst, manchmal auch für eine Todeszelle, aus der es kein Entrinnen gibt. Doch die Erkenntnis der Wahrheit über dich selbst besteht im wesentlichen darin, daß du entdecken wirst, was du unbewußt von dir selbst hältst. Denn das, was du von dir selbst hältst, ist letzten Endes das, was du bist. Gerade die Ansicht, daß sich in den Bildern und Denkvorstellungen immer nur das eigene Erkennen "erkennt", gibt dir die Kraft, die eigenen Widersprüche zu formulieren, denn du erkennst jetzt in dem, was du für die Welt hältst, nicht die Welt, sondern nur deine eigene Wahrnehmung, die sich als deine Welt darstellt.

DIE INNERE SINNFINDUNG AUS KARMISCHER SICHT

In seiner positiven Prägung zeugt Jupiter von einer Haltung, die von Güte, Optimismus und lebenszugewandter Expansivität nur so strotzt. Man glaubt ihm den offenen und großzügigen Menschen, der "leben und leben lassen" zum Credo seines persönlichen Verhaltens kürt. Als Hüter väterlich-milder Autorität dient ihm Freiheit und Selbstverwirklichung zur höchsten Prämisse, aber nur solange, wie man die gnädigst zugewiesenen Freiräume nicht überschreitet.

Solange man seinen Führungsanspruch nicht in Frage stellt, ist er der gütigste, gerechteste und wohlwollendste, Reichtum und Fülle über die Menschen ausstreuende Gottvater. Scheinbar befreit von den äußeren Zwängen vermag Jupiter ein kolossales Gemälde des Universums zu malen und sich gleichzeitig als spiritueller Befruchter darzustellen, der die Gestirne dirigiert. Er strebt nach einem inneren Erkennen, das sich selbst höchstes Gesetz ist. In diesem Sinne ist er nichts anderes als eine Wiedergeburt des alten Priesters, der die Schaffung seines inneren Gottesbildes selber in die Hand genommen hat, denn Jupiter verkörpert das Verlangen, der Sehnsucht nach Gott ein inneres Bild zu widmen und dieses in die Welt zu schicken, damit er es "draußen" finden und wieder in die Seele zurückspiegeln kann. Diese veräußerlichte Sinnbildung dient ihm als Ziel, außen zu finden, was er innen sucht. Gleichzeitig läßt er das gefundene Bild wieder nach innen verschwinden, weil dieser Gott, den er außen findet, sich in seiner inneren Sehnsucht ja "erkennt"!

Was der Mensch aus dieser Not heraus "Gott" nennt, ist in Wahrheit sein eigenes, von ihm allein geschaffenes Ebenbild, weil er sich an Gott selbst nicht (mehr) erinnern kann. Und was er als Ziel bezeichnet, enthüllt im Grunde nur seine Absichten, und zwar in Form des von ihm selbst entworfenen Schöpfungssinns. Finden ist seine spezifische Form von Suchen - und daraus ergibt sich ein im Suchen selbst liegender Lebenssinn!

JUPITER IM 5. HAUS

DER OLYMPIER

Im fünften Haus ist Jupiter das Symbol jener Kraft, die - stets auf ihre Unabhängigkeit bedacht - zu neuen Ufern aufbricht, um den inneren Schöpfergeist aus sich hervorzubringen und die Welt damit flammend zu entzünden. Du solltest ihn dir als den Teil vorstellen, der seine eigene Gottähnlichkeit erkennt. Dieser Teil ist sich seiner selbst aber auch als etwas bewußt, das über das hinausgeht, was du bist, und der das Leuchtende, Würdevolle und Einzigartige in dir aus der Tiefe deiner Seele in die Welt hinauswirft.

Er, der sich als dich erkennt und zugleich mehr ist, als du bist, ist der persönliche Gott oder das Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, den du persönlich aus dir herausrufen kannst. Deshalb unterstehst du unter seinem Einfluß einem starken Zwang, auffallen und mit hohen Zielvorstellungen glänzen zu wollen. Dabei peilst du die Spitze der Spitze an und schießt oft über alle Ziele hinaus. Manchmal bricht aber auch der Gipfel zusammen und die Psychologen haben dann alle Hände voll zu tun, deine erschöpften Ich-Inhalte mit neuen Identifikationsvarianten wieder aufzufüllen.

Symptome: Selbstbewunderung, Eitelkeit und Standesdünkel (aufgeblähtes Ich-Empfinden); Übertreibungen und Übermaß (Herzerweiterung); Drang nach Macht und Anerkennung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Du selbst bist der Schöpfer, der nicht wahrhaben will, daß er seine eigene Schöpfung sucht, denn seine eigene Schöpfung entspricht ja der Sehnsucht, ohne das nicht leben zu können, was er immer wieder "findet": einen im Suchen selbst versteckten Lebenssinn! Finden ist deine eigene Form von Suchen, und solange du dies nicht erkennst, wird dein eigener Gott dir ein Rätsel bleiben, weil du dich selbst nicht erkennst. Erst wenn du merkst, daß das eigene Ziel du selbst bist, wirst du das Rätsel lösen, denn im Rätsel verbirgt sich die Wahrheit, die nur deshalb als Rätsel erscheint, weil du dich selbst in ihr nicht siehst: 'Gott ist überall! Der einzige Weg, ihn nicht zu finden, ist der, ihn suchen zu wollen!' (Der Geist der Wahrheit) Die Wahrheit versucht immer, aus sich herauszutreten, doch in immer neuen Bildern und Erklärungen hältst du sie gefangen. Aber in allen Schmerzen und Enttäuschungen erfährst du sie ein bißchen mehr:

'Und je mehr du deiner selbst wüst und leer bist und aller Dinge unwissender, um so näher kommst du dem. Ihn kann man nur sehen in Blindheit, in Nicht-Erkennen, ohne Form und Laut und ohne Gemächte der Vernunft. Gott wird geboren in dem Nichts...' Meister Eckehart

SATURN

DER STACHEL DER VERHINDERUNG

Saturn ist der gestrenge und unerbittliche Gott der Reife und Zeit, der Hüter der Schwelle, Gott des Karmas, der Erbsünde und der Tugend, der die Menschen an ihr Schicksal, an das Abbüßen ihrer Sünden ohne Vergebung oder Gnade bindet, bis daß die Sünden getilgt und der Leidenszyklus abgeschlossen ist.

Als Gott der Kargheit und Askese weist er alle Übertreibungen in die Schranken, züchtigt die Übermäßigen und läutert die Edlen, er achtet auf die Einhaltung der Gesetze, die durch die Vergangenheit strukturell gewachsen sind, ungeachtet ihrer Berechtigung und jenseits seiner persönlichen Meinung, und als Gott der Verhärtung zeigt er die Stelle an, wo jegliches Fließen der Lebensströme und jegliches Sichöffnen gegenüber den intuitiven Eingebungen der karmischen Bilder versiegt - wo die Bereiche des Lebens zur Bürde und die Schritte im Alltag zur Qual werden und wo jegliches Entfalten und Höherstreben der Seele schon im Keime erstickt wird, solange du die Ebenen deiner Verhinderungen noch nicht erkannt und in dein persönliches Erleben eingebunden hast, kurz: wo du dich ans Inventar seiner Bilder gebunden hast, die dir Sicherheit und Ruhe garantieren. Das ist das weltliche Geschenk von Saturn. Der Preis aber ist die Angst um diese Sicherheit. Durch seine Position im Radix zeigt dir Saturn das Maß dessen an, was du bis zum Überschreiten dieser Schwelle zu zahlen hast!

SATURN IN STIER

ERDE/ERDE: DIE ÖLPEST

Thema: Angst, Beklemmung, Hemmung, Verhinderung und Quälerei (Sicherheitsdenken, Sparsamkeit, Pflichtgefühl, Ausdauer)

Ziel: Abgrenzung, Umbruch, Wandlung, Konsequenz

Saturn in Stier symbolisiert die dunkle Seite der Mutter Natur, die verwüstet, was sich ihr nicht unterwirft, denn Saturn ist der kollektive Dämon, der vor der Atomzertrümmerungsanlage schwebt; ein Inferno aus den seelischen Katakomben des technischen Zeitalters, nicht weniger gnadenlos als Dantes mittelalterliche Höllenvision, die die Sünder bei lebendigem Leibe im Schlamm begraben, in Sümpfe verbannt oder an der Pest dahinsiechend vorführte.

Er ist der Archetyp der Ohnmacht, bei dem der Mensch zum hilflosen Opfer der Auswirkungen seiner eigenen Handlungen wird, denn bei dieser Konstellation steigt sofort ein alptraumartiges Gefühl auswegloser, erstickender Beklemmung auf. Saturn bedeutet zunächst Verhinderung des Lebens (Beklemmung, Quälerei, Isolierung und Tod) und ist damit auch unabdingbarer Wegbereiter für das Neue und Kommende. Leben heißt aber auch, ständig Abschied zu nehmen, weil jeder Anfang eines Weges gleichzeitig das Ende eines anderen ist, und deshalb steht dieses Gestirn auch für den Akt der (Wieder-)Geburt. Jedes Leben basiert auf der Grundlage von Verfall, denn alles Neue basiert auf der Vergänglichkeit des Alten. Saturn in Stier lädt dich ein, die Verhinderung des Lebens anzunehmen statt die Abwehr der Verhinderung zu leben.

DIE KRISTALLISIERENDE SPIEGEL AUS KARMISCHER SICHT

Saturn gilt seit jeher als der Inbegriff des Bösen. Dies nicht etwa aus dem Grund, weil Saturn ein Übeltäter wäre, sondern ganz allein, weil wir aus unserer Welt des Dualen, in der wir uns stets für das Gute und gegen das Böse zu entscheiden haben, der Wahrheit nicht gern ins Gesicht schauen. Denn Saturn ist gerade nicht die transzendierende, höherschwingende Erlösung, sondern die sich zusammenziehende, pragmatische und eine die Bindungen unseres Planeten in den Mittelpunkt stellende Wahrheit, die alle höherstrebenden Ideale, Hoffnungen und Wünsche auf ihre Verwirklichungsmöglichkeiten reduziert - auf ihre Umsetzbarkeit verkleinert oder auf die Sichtbarkeit ihrer Ewigkeit kristallisiert. Das beinhaltet aber auch die Abwesenheit von idealistischen Hirngespinsten und geistig-verklärten Höhenflügen. Der Maßstab, mit dem alles ausgemessen wird, ist die Sichtbarkeit (im geistigen Bereich die Wirksamkeit), und diesen Wirkungen haben sich die Ursachen zu stellen.

Aus diesem Gesichtswinkel heraus läßt sich erkennen, daß es hier um die Konfrontation mit deinem Schatten geht, dem Verdrängten, mit dem, was du an dir nicht wahrhaben willst. Der Betroffene erkennt die wahre Natur seiner eigenen Wahrheit nicht, denn das würde ja voraussetzen, den erkenntnispsychologischen Mechanismus, der zur inneren Erschaffung der erkannten Wahrheit führt, zu durchschauen. Das aber gerade kann er nicht, denn der schattenhafte Teil des Saturns erkennt immer nur den Schatten seines eigenen Unerkannten. Und weil er die Unvollkommenheit seiner Erkenntnis nicht erkennen kann, schließt er sich in den Panzer seiner subjektiven Überzeugungen ein. Seine Wahrnehmung dringt nicht in die Tiefe des Seins, sondern verbleibt in den Untiefen seines eigenen Geistes, und indem er die Welt ansieht, sieht er doch immer nur sich selbst im Spiegel seines eigenen Erkennens. Er ist in seiner Selbsterkenntnis gefangen wie der Einsame in seinem Gefängnis tief unterhalb der klaren Transparenz des Bewußtseins. Sein dumpfes Verständnis der kosmischen Gesetze reicht nicht über den auf sich selbst fixierten Geist hinaus, der sich in allem, was er sieht, nur immer selbst betrachtet.

In allem, was du siehst, kannst du immer nur dich selbst sehen, und im Umgang mit der Außenwelt kannst du immer nur mit der nach außen projizierten Innenwelt umgehen. Indem du die Verantwortung für dieses In-sich-selbst-Kreisen deiner Erkenntnis aber übernimmst, konfrontierst du dich schrittweise mit den von dir selbst geschaffenen Wirkungen und siehst schließlich auch, was an deinem Handeln richtig ist und was nicht. Das Thema ist aber nicht nur die Vorstellung von Schuld oder die Konfrontation mit den inneren Ängsten: Diese sind ja die Grundlage für alle Handlungen, die wiederum die Ursachen und die Wirkungen bilden, durch die hindurch die Entwicklung des Menschen voranschreitet. Thema ist auch - und hier kommen wir zur Metamorphose, die eine abgearbeitete Ebene transzendiert - der immerwährende Beginn, die Zukunft, die in der Vergangenheit beginnt, oder apokalyptischer: die Gegenwart, die morgen für uns gestern sein wird. Saturn führt die in den Taten der Menschen verborgene Struktur vor Augen, die gleichermaßen Ursache und Wirkung ist. Doch ist die Position Saturns auch nicht als unbedingt hilfreich zu bezeichnen. Man könnte sie als einen Weg der Wahrheit umschreiben, als einen Drang vielleicht, hinter die Dualität zu kommen und den Mechanismus zu erkennen, der zu unseren Problemlösungen führt.

SATURN IM 11. HAUS

DER ZERKNALL

Langsam gehen die Pforten auf, und ein Licht, heller als ein Blitz, fließt heraus. Eine geheimnisvolle Erscheinung bäumt sich vor dir auf, in ihren Augen Feuerflammen. Es sind deine eigenen Augen, die dich ansehn, denn gleichzeitig erkennst du, daß du es selbst bist, der vor dir steht. Und indem du dich sozusagen von außen betrachtest, spürst du dich gleichzeitig im Inneren wachsen, denn dieses überräumliche Erkennen zeigt den Durchbruch zu einer größeren Perspektive, den Zerknall, der aus den alten Strukturen herausführen kann.

Dieser Sprengschlag setzt das Scheitern als notwendige Bedingung voraus, um den alten Rahmen zu sprengen, denn Saturn in Haus 11 verkörpert die explosive Kraft, die sich plötzlich erneuert, wenn die vom Zeitgeist zerfetzte Kultur ihrer kreativen Vitalität verlustig gegangen ist. Auf der spirituellen Ebene ist er das "Auge Gottes" oder das Licht der Wahrheit, das wie ein Blitz vom Himmel fällt und den gefangenen Geist in einem Blitzstrahl des Erkennens aus den Vorstellungsfesseln der Alltagswelt befreit.

Symptome: Gereizte Spannungszustände, Krämpfe (Angst vor Veränderung bei gleichzeitiger Überpeitschung); gesteigerte Erregbarkeit und Überreaktionen (gleichzeitig mit unterdrückter Libido); Allergien, neuralgische und neuritische Symptome, Schock

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die Relativität saturnaler Zwänge kannst du erst dort richtig verstehen, wo du auch erkennst, daß Zwang nicht nur Einschränkung, sondern im Gegenteil auch Freiheit sein kann. Nämlich die Freiheit, dich innerhalb von fest strukturierten Grenzen frei zu entfalten. Die Konsequenz liegt jetzt darin, daß bei Wegfall dieser Zwänge ein anderer Zwang an deren Stelle tritt, nämlich der Zwang, die Verantwortung für die eigene Begrenzung selbst übernehmen zu müssen. Und diese Verantwortung kann nur der übernehmen, der den Mechanismus in der menschlichen Psyche zur Schaffung der Bilder, die der Mensch dann als die erkannte Wahrheit bezeichnet, erkennt. Und zwar als das, was diese Bilder sind: die Relativität der Welt, geschaffen aus der menschlichen, begrenzten Perspektive. Wenn du erst erkennst, daß echte Sicherheit nicht in den äußeren Verwandlungen der materiellen Welt zu finden ist, sondern nur in den Abläufen ihrer Gesetzmäßigkeiten, dann erst hast du die Funktion Saturns als des Hüters der Zeit erfaßt. Er befindet sich als Wächter genau an der Grenze zwischen materieller und geistiger Welt, und läßt dich erst passieren, wenn du in der Veränderung durch die Zeit gerade die Unveränderlichkeit des Ewigen erlebst.
 

URANUS

DIE SPRENGUNG DER NORM

Uranus ist die Personifizierung des Himmels, des Urmännlichen und der alle Formen sprengenden Entwicklungskraft. Als Sohn und Vater der Gäa (Erde), Ahnherr aller Götter, Ursprung und Zeuger der Natur- und Himmelsgewalten ist er ein Symbol des sich immer neue Wege bahnenden Schöpfungsstroms. So wie er selbst aus dem Nichts entstanden ist, umhüllt ihn eine Aura des Plötzlichen, Neuen und Unerwarteten. Er haßt Struktur und Norm, denn die kontinuierliche Entwicklung ist ihm zuwider; er springt aus der Form, denn er liebt das Sprunghafte, Unberechenbare, denn er ist das Symbol des Urknalles an der Wiege von Zeit und Raum, an der Schwelle zum Schöpfungsanfang. Er ist "der Blitz aus heiterem Himmel", der die natürliche Entwicklung stört, der die Veränderung einleitet und generell das Alte zugunsten des Neuen stürzt, der aber plötzliches und unverhofftes Glück genauso wie unvermutet über den Menschen hereinbrechendes Unglück bedeuten kann.

Mit anderen Worten ist Uranus also ein Gestalter sowohl der Zeit als auch des Raumes, nur daß seine Visionen von Raum und Zeit sich in viel größeren Dimensionen gestalten, als wir uns das durch die irdisch-saturnale Brille vorstellen können. Seine Berührung mit der menschlichen Psyche ist anschaulich verkörpert in der Symbolgestalt des Prometheus, dessen plötzlich aufbrechendes Bedürfnis nach Erweiterung seines Horizontes ihm den Wunsch eingab, das Feuer der Götter vom Himmel zu holen und es für die Menschen nutzbar zu machen. Uranus überfällt uns wie ein plötzlich hereinbrechendes Gewitter, das das Inventar, also das, was wir vorher für unsere Wirklichkeit gehalten haben, hinwegfegt, und zwar so gründlich, daß die Welt nachher nie mehr so aufgebaut werden kann, wie sie vorher war.

Diese losgelassenen und unkontrollierten Kräfte sind vonnöten, um der nach Wachstum strebenden Psyche gegen die Denkbarrieren und Abwehrmechanismen der inventarisierten Welt im Durchstoßen der Grenzen den nötigen Schwung zu geben. Damit avanciert Uranus zum großen Befreier aus den Fesseln der Materie, zum Erwecker aus dem Schlaf der eigenen Bilder oder zum Wegweiser aus den Polaritäten des Denkens, denn er zwingt uns zu einer durchgreifenden Veränderung unserer Sichtweisen und zu der damit verbundenen Neubeurteilung der Welt, die der vergrößerten Perspektive Rechnung trägt. Psychologisch könnte man dies veranschaulichen, indem man sagt, daß das zur Integration bereite Unbewußte in Form von noch unstrukturierten Gefühlen und Erkenntnissen als Vision oder Idee ins Bewußtsein schimmert und den Zwang auslöst, diese auf eine umfassendere Weise jetzt verstehen zu wollen und ihrem Drängen nachzugehen, ganz egal, wohin der Weg jetzt führt.

URANUS IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Uranus durchschnittlich 7 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Uranus-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.
 

URANUS IN JUNGFRAU

1962-1968: DIE KRITISCHEN FAKTOTEN

Differenziertes Denken, geistige Beweglichkeit, Organisations- und Planungsfähigkeit, Ausweitung konventioneller Normvorstellungen, Krisenmanagement, Flexibilität, Scharfsinn, Zukunftsperspektiven, mehrgleisige Logik (virtuoses Verknüpfen scheinbarer Widersprüche zwischen parallel fließenden Gedankenblöcken), Lockerung von Leistungsforderung und Anpassungszwang, neue Paradigmen zur Arbeitsplatz-Philosophie

DIE REVOLUTIONIERUNG DER NORM AUS KARMISCHER SICHT

Mit einer starken Uranus-Betonung im Horoskop träumst du von einer idealen Welt und kämpfst für sie, ohne zu bemerken, daß das Ideale nur das Produkt deiner eigenen Vorstellung ist, denn Uranus verkörpert auch einen inneren Zwang zur seelenlosen Technologie, die jegliches Maß verlieren kann. Dann wird aus dem Wunsch, dich selbst außerhalb der Gesetze neu zu entdecken, der persönliche Größenwahn, dich mit diesem erkannten Größeren zu personifizieren und dich als "erleuchtet" zu erleben. In deiner subjektiven Schöpferrolle stellst du alles in Frage und nährst so den Keimungsprozeß des Irrationalen im Rationalen, des Geistigen im Zeitlich-Räumlichen, der Vorstellungsüberwindung im Vorstellbaren. Diese Visionen können völlig von dir Besitz ergreifen und die ganze Macht deines Unbewußten heraufbeschwören, auf deren Altar du am Ende aber selber geschlachtet wirst. Denn näherst du dich dem Strom deines inneren Feuers aus einer persönlich eingeengten Perspektive, dann wird dir die Wucht des Erkennens die Perspektive zertrümmern.

Das wahre Geschenk der von Uranus dimensionierten Möglichkeiten aber ist, dich als ein kleines Wassertröpfchen im riesigen Meer des Ewigen zu erfassen und gleichzeitig die innere Struktur des Ewigen zu erhaschen, welche umgekehrt ein Teil in dir ist. Um dieses uranische Bewußtsein aber zu erreichen, mußt du deine geschlechtsspezifische Rolle überwinden, um eine androgyne Wesensart zu leben, die den Kanälen polarisierender Spannungen entzogen ist. Denn das uranische Spektrum filtert aus dem kosmischen Reigen eine Perspektive, in der alles mit allem verbunden ist. Je mehr du dich vom Alltag vereinnahmen läßt, desto mehr entfernst du dich von deiner uranischen Möglichkeit, die Dinge ohne seelische Verbundenheit und persönlichen Kommentar einfach geschehen zu lassen, um aus dieser meditativen Gelassenheit blitzartig den inneren Plan jeglichen Geschehens in einem größeren Zusammenhang zu erfassen.

Deswegen tragen Visionen auch den Mantel plötzlichen Erkennens. Zur Veranschaulichung läßt es sich auch so ausdrücken, daß du nicht mit dem Fernrohr in der Welt herumreisen mußt, um die Wirklichkeit zu sehen, wenn du nur die richtige Brennschärfe einzustellen hast. Denn du bist nicht außerhalb der Wahrheit, du bist innerhalb von ihr, auch wenn du deine Denkfrequenz nicht auf sie auszurichten vermagst. Nicht das Unsagbare ist das Irreale, sondern deine begrenzte Weltvorstellung, deren selbstbemessenen Rahmen du als kulturelles Erbe zu bewahren hast und nicht in die Luft zu jagen wagst.

URANUS IM 5. HAUS

DIE HYBRIS

In diesem Leben schaffst du dir selbst den Nährboden, auf dem das wuchernde Wachstum der menschlichen Hybris gedeiht, die zerstört und ihre Zerstörungsmechanismen mit immer neuen (sich wieder zerstörenden) Schöpfungsmonumenten am Leben erhält. Sie bestimmen deinen emotionalen Hintergrund, wachsen sich zum unbewußten Verlangen aus, aus deiner eigenen Form herauszubrechen und dabei die Hülle zu sprengen, denn hier umzingeln dich die Visionen, neue Sichtweisen in die Welt zu setzen. Fast körperlich spürst du hier die Zerreißprobe, wenn dir der Grenzsprenger deine Autoritätskonflikte, deine Herrscher- und Thronansprüche, deine emotionale Zurschaustellung persönlicher Standpunkte oder deine Diskrepanz zwischen titanischem Schöpfer-Selbst und zwerghaftem Stümper-Ego vor Augen führt, denn du fühlst dich ständig in die Zange genommen und unter Leistungsdruck gesetzt, weil Uranus in Haus 5 unverhältnismäßig und übertrieben auf jede Einmischung und jeden äußeren Einfluß reagiert.

Die seelische Rastlosigkeit drängt in dein Leben: Du willst vor jedem Druck davonlaufen. Schließlich mutiert der innere Drang nach Unabhängigkeit zu einer Zerstörung der äußeren Form, und du hast das Gefühl, durch das Weltall geschleudert zu werden und ins Bodenlose zu fallen. Wie durch einen Schleier siehst du die Sterne auf dich zurasen. Blitze kristallisieren sich zu Lichtgestalten, ein dumpfes Grollen quillt dir aus der Brust, und irgendwie ist dir, als ob du dich im eigenen Donnern auflöst, und das, was du bisher für dein Wesen hieltst, das Intervall zwischen den Tönen ist, die Struktur des Klanges also, von einem unbändigen Drang beseelt, das Grollen zusammenzuhalten und die zahllosen Empfindungen zu dirigieren, die nicht "Ich" sind, die aber durch ihre spezifische Aneinanderreihung etwas erschaffen, was du als deine Vorstellung von dir erkennst. Es sagt: 'Stets ist's das eigene Gesicht, wenn man sich selbst im Licht erblickt, weil sich das Ich im Licht erfüllt, auch wenn der Mensch nicht weiß, wohin der Weg ihn führt. Trotzdem tut er so, als kenne er den Zusammenhang der Dinge: nur damit das Streben weitergeht, damit er finden möge und auf dem Pfad des Suchens in die Sonne dringe ...' (Der Durchbruch ins Licht)

Symptome: Auf dem Sprungsein (Ausbruchs- und Zerstörungslust), Paranoia, Neigung zu Phobien, unterschwellige Bedrohungserwartungen, Beengungspsychosen, Herzflattern, nervöse Unruhe

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die uranische Dimension kann allerdings nicht abgehandelt sein, solange wir nicht auch die Identifikation mit dem Besonderen und Ewigen, wie sie durch uns Menschen in den Alltag übertragen und in unsere Motivationen hineingetragen werden, in ihren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft angesprochen haben. Denn gerade seit der jüngsten Vergangenheit befindet sich unsere Welt einer Situation der Umwälzung, in der ökologische Perspektiven (Umweltschützer, Rüstungs- und Atomkraftgegner) langsam beginnen, den materiellen Interessen entgegenzutreten.

Überspitzt ausgedrückt macht es für Uranus allerdings keinen Unterschied, ob ich mich um meinen persönlichen Wohlstand kümmere oder mich gegen die Armut in der Welt einsetze, ob ich einem technischen Fortschrittsglauben huldige oder mich gegen die Umweltzerstörungen stark mache. Immer handelt es sich um eine Fixierung auf ein inneres Bild, das einen Beziehungsrahmen benötigt, aus dem heraus es sich als einzig richtig taxiert und alles ihm sich Widersetzende als falsch ansieht.

Diese Philosophie wird bei vielen Lesern aus moralischen Erwägungen heraus Widerspruch erzeugen: "Wie kann das Streben um den eigenen Vorteil mit der Bekämpfung sozialer Ungleichheiten gleichzusetzen sein?" Das aber ist es gerade, was uns die Uranus- Komponente mit unendlicher Gelassenheit beizubringen versucht. Es gibt außerhalb der Perspektive unserer moralischen Wertungen gar keine Unterschiede, und die moralischen Werte sind wiederum gebunden an den herrschenden Zeitgeist, der sie beurteilt, und dieser setzt sich in seiner Identifikation mit dem erkannten Neuen von dem überwundenen Alten immer ab, egal, welche moralischen Werte hinter dessen hochgehobenen Parolen stehen.

Wenn ich durch meine innere Anlage also gebunden bin, etwas zu tun, was die herrschende Meinung als gut bezeichnet, so tue ich es nicht, weil es gut ist, sondern weil die Verkörperung von etwas Gutem der Lösung meiner inneren Spannungen gut tut (beispielsweise Mutter Teresa, Albert Schweitzer, Rudolf Steiner). Glück hat also der, dessen Verwirklichung seiner inneren Anlagen ihn zu Lösungsmöglichkeiten zwingt, die mit den Verwirklichungen der kollektiven Psyche, die sich im Zeitgeist niederschlagen, übereinstimmt.

Wir müssen bei allen uranischen Höhenflügen darauf achten, daß wir die Vision für eine bessere Welt nicht als Rechtfertigung für die eigene Verdrängung nehmen, die Kämpfe und den Einsatz für mehr Gerechtigkeit nicht als bloße Projektion hochheben, um den inneren Schweinehund zu bekämpfen und unser eigenes Problem dem politischen oder sozialen Gegner aufzubürden, der damit wirklich nichts am Hut hat.
 

NEPTUN

DIE AUFLÖSUNG DER FORM - DIE VISUALISIERUNG DER SPHÄREN

Neptun repräsentiert die unergründlichen Tiefen der Seele und als Gott der Meere und der visionären Geheimnisse ist es sein Ziel, die gefestigte Ordnung aufzuweichen und die Materie in ihre Urbestandteile aufzulösen. Doch hinter Neptuns Fähigkeit, Wunder und Illusionen zu erwirken, steht neben der Absicht, die Polaritäten aufzulösen und das materieorientierte Denken und Handeln ad absurdum zu führen, auch das hellsichtige Verlangen, den Menschen durch den vordergründigen Alltag zum transzendenteren Hintergrund zu führen, um die Sehnsüchte in den tieferen Schichten seines Unterbewußten selbst zu entdecken, die wiederum die Grundlage seines Strebens sind.

Wenn Uranus die Relativität ist, die sich an den Beschreibungsversuch des Unsagbaren heranwagt, dann ist Neptun der unbeschreibliche Inhalt des so Beschriebenen. Denn die Absicht, sich als unbeschreiblich darzustellen, entspringt dem menschlichen Bestreben nach dem Inventarisieren selbst des Unsagbaren. Neptun stellt die große Sehnsucht dar, in der sich unsere kleine Sehnsucht spiegelt, und deren Schatten Pluto ist. Neptun versinnbildlicht die Drehscheibe im göttlichen Schöpfungsplan, weil er einerseits das Nichts an der Nahtstelle zum Werden verkörpert, andererseits aber gerade durch sein Werden zu etwas wird, was sich nach dem so verlorenen Paradies zurücksehnt.

Er ist der Gedanke Gottes, der dem Nichts entspringt, in das er auch wieder zurückkehren muß, und damit begegnen wir gleich am Anfang der berühmten Frage nach dem letzten Sinn: 'Warum muß etwas werden, nur um sich selbsterkennend wieder aufzulösen und daraus wieder neu zu entstehen?' Die Antwort wäre: 'Neptun ist nicht nur der Anfang, der werden muß, sondern auch das Ende, das vergehen muß, um neu zu werden, damit es wieder werden kann, um aufs neue zu vergehen,' denn er entspricht dem schöpferischen Willen, der keine Absicht hat und ohne Pluto weder kommt noch geht, weil er in sich absichtslos ist und ohne die Strukturen des göttlichen Planes einfach die Potenz des sich selbst aus sich heraus gebärenden Urnichts darstellt.

NEPTUN IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Neptun durchschnittlich 14 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Neptun-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.

NEPTUN IN SKORPION

1955/57-1970/71: DIE KOSMISCHEN TÄNZER

Erkennen der geistigen Zusammenhänge, Dechiffrierung des kosmischen Schöpfungssinns, Suche nach transsexueller Vereinigung, Wunsch nach Ritualisierung überpersönlicher Bildprojektionen, spirituelle Entwicklung durch mystische Vision oder höchste Einweihung durch göttliche Initiation

DIE ZERSETZUNG DER FORM AUS KARMISCHER SICHT

Neptun steht also nicht für ein festes Ziel, auf das du dich hinbewegen kannst. Vielmehr erschafft er dir einen geistigen Raum durch bestimmte Assoziationsfelder, in denen dein Bewußtsein um sich selbst schlingernd unbemerkt versinken kann. Er ist dein letzter Blick auf den inneren Sternenhimmel, im letzten Moment vor dem Einschlafen, wenn du den "Hüter der Schwelle" passiert und dein Wachbewußtsein losgelassen hast, und er versucht, dich auf intuitive und mystische Weise verstehend in den Kosmos einzuführen.

Ständig damit beschäftigt, dein Inneres ahnend und träumend zu ergründen, handelt er eigentlich von der Sehnsucht der Seele nach einem Einblick in ihr eigenes Wesen, einem Einblick, der vom rational-logischen Gesichtspunkt aus als unmöglich erscheinen muß: 'Ich bin der Geist, der die Polaritäten überwunden hat, indem er Gott ins Auge blickte und darin die Wahrheit fand. Du bist der dem Schoß des Geistes entflohene Sproß, der wieder vom Geist aufgenommen werden will, damit er das aus sich selbst Entfernte erneut in sich zurücknehmen kann als das, was es ist, nämlich ein Teil von sich selbst.'

Er verkörpert die Auflösung des rationalen Denkens, um sich im Grenzenlosen zu ertränken, denn seine Sehnsucht nach dem Unendlichen ist gerade das verdrängte Gegengewicht zu den materiellen Zielsetzungen unserer gesellschaftlichen Prägungen: 'Das Durchbrechen dieser Wahrnehmungsbarriere ist das höchste Ziel unseres göttlichen Erkennens, das sich innerhalb und außerhalb des eigenen Sehens sieht. Von dem Augenblick an, da der Mensch diese Schwelle überschritten hat, kann er sich in seinem eigenen Betrachten betrachten und erkennen, welche innere Wahrheit hinter seinen äußeren Bildern liegt. Er überschreitet die Schwelle und geht unangefochten an den Masken und Projektionen vorbei, die ihm auf der feinstofflichen Ebene entgegentreten.

Sein Ziel ist der wahre Wesenskern in allen Erscheinungsformen, und sein Streben liegt darin, im Zustand des Wachbewußtseins in seine Träume hineinzugelangen und die Wahrheit zu ergründen - denn es gibt nichts, was außerhalb seiner Träume liegt. Der Traum ist das gespiegelte Bild der Wahrheit in der Seele des Menschen; der Mensch ist der Rahmen, und das Bild ist die Seele selbst. Wenn du das Bild im Rahmen bewegst, kannst du bis an die Enden dieser Welten reisen - oder darüber hinaus, wie es auch die alten Mystiker taten. Sie verschwanden aus dieser Welt, nachdem sie ihre Wahrnehmung über den Rahmen hinausschoben.'

In einem solchen Moment vermagst du im schemenhaften Glanz der Sterne tatsächlich Gott und die Engel zu erkennen. Wir können - etwas simplifizierend - auch sagen, daß Neptun dich einlädt, die Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes zum Himmel hinaufzusenden. Wir werden dadurch auch daran erinnert, daß das, was wir für Gott halten, nicht Gott, sondern nur ein Bild unserer eigenen Vorstellung ist: Darin nehmen wir unsere eigene Wahrnehmung wahr, glauben sie aber als "Gott" zu erkennen. Wenn wir aber, der Wirklichkeit entsprechend, erkennen, daß sich unsere Wahrnehmung aus unserer Sehnsucht nährt, erkennen wir in der als Gott "erkannten" Wahrnehmung in Wahrheit die göttliche Formel des Menschen, die Gott in allem, was sie sieht, nach ihrem eigenen Bild wahrnimmt. Aus der Sicht des Mystikers gesprochen: Das Universum ist hier der unzerstörte Teil der Erinnerung an das kosmische Bewußtsein oder jener Splitter göttlicher Sehnsucht, der im Menschen inkarniert ist. Damit ist Neptun auch die Verkörperung dessen, der du bist, wenn du glaubst, Gott oder der Schöpfer deiner Vorstellung zu sein!

NEPTUN IM 6. HAUS

DIE INNERE SINNSUCHE / KRANKHEIT ALS WEG

Solange du glaubst, daß du abhängig bist von den Molekülen und Atomen, die die Materie ausmachen, und nicht siehst, daß es unser ewiges Wesen ist, durch das hindurch du die Materie betrachtest, die sich ändert je nach Standpunkt, von dem du sie beobachtest, so lange kannst du keine Verantwortung für dein Schicksal und auch kein Verständnis übernehmen für das, was sich als karmischer Ausgleich hinter dem ewig Strömenden verbirgt. Dann ist jede Wertung von deinen persönlichen Erfahrungen abhängig, so daß du im Erfassen einer Sache nie die Sache selbst, sondern nur immer deine Subjektivität begreifst.

Erst wenn du bereit bist, alle Wertungen gleichermaßen zuzulassen, deine eigenen und jene, die du nicht gern hörst, dann bist du in der Lage, eine Sache aus sich selbst heraus zu erfassen, und das wiederum ist das Charisma von Neptun. Seine Stellung in Haus 6 ermöglicht es dir, dich mit Fragen der Sinnfindung auseinanderzusetzen und das Erkannte gleichzeitig in deinen eigenen Glaubensgrundsätzen und Wertvorstellungen unterzubringen (Krankheit als Entwicklung, Schmerz als Erkenntnis, Tod als Akt der Befreiung und der höchsten einzufordernden Einsicht), ohne daraus aber moralische Postulate zu entwickeln oder am Lauf der Welt irgend etwas ändern zu wollen. Durch die allumfassende Neptun-Sichtweise sind nämlich verworrene Vorstellungen, Fehlurteile, Unaufrichtigkeit sowie Lügenhaftigkeit genauso wichtig wie Einfühlungsvermögen, intuitives Denken, Tiefenschau und Erfassung der feinstofflichen Zusammenhänge. Dabei interessieren dich nicht nur objektive Befunde. Im Gegenteil: Neptun verkörpert hier gerade die Ebene deiner höchst subjektiven persönlichen Glaubenserfahrung, die sich einer allgemeinen Nachprüfbarkeit entzieht, ohne dadurch an Bedeutung oder Richtigkeit zu verlieren. Es geht um das Suchen und Finden des höheren Selbst als höchste Instanz, mit der du in Übereinstimmung zu leben dich bemühen solltest.

Symptome: Apathie, Empfindungsverlust, Reaktionsschwäche, Konzentrationsunvermögen, Wahrnehmungsbetäubung, Antriebs- und Willenslähmung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Neptun verkörpert sowohl das Nichts an der Schwelle zum Werden wie auch die grenzenlose Leere des Alls, die am Ende jeder Entwicklung das Sein wieder in sich aufnimmt. Er zeigt ein Sehnen nach Verschmelzung mit der Seele an und die Auflösung aller Einschränkungen. Sein wahres Streben, durchwebt von den Mustern des Ewigen, mit denen er sich in frommer Übereinstimmung wähnt, führt dich zu den Pforten mystischer Wahrnehmung, zu den Gipfeln göttlicher Erkenntnis, wo die Visionen die Wirklichkeit auf ihrer Seite haben und die Realität zur reinen Fiktion zerschmilzt. In seiner positiven Erscheinungsmöglichkeit kann er die Absicht zeigen, nach Dingen zu streben, die jenseits der Grenzen des Erfaßbaren liegen. Dabei reichen seine Wirkungen von den finstersten seelischen Abgründen zu höchster geistiger Klarheit. Seine Entsprechungen sind die ätherischen Schleier der Seelenbilder, die die inneren Bilder lebendig werden lassen, die Zaubergärten der Delirien und Drogenräusche, die den Gespenstern als Zwischenwelt dienen, oder die Ahnungen und Botschaften aus dem Reich der Tiefe, die zu den Quellen der Träume und den Schwellen des Unbewußten hinabführen. Sie sind das versunkene Atlantis für das aus den Tiefen leuchtende Licht, der über dem Wasser schwebende Geist Gottes als himmlische Wahrheit oder der Sternenhimmel für die Einstrahlung des Kosmos in den erahnenden menschlichen Geist.
 

PLUTO

DIE TRANSFORMATION - DER ABSTIEG IN DIE UNTERWELT
UND DIE BEFREIUNG DES INNEREN SELBST

Pluto, Gott des Totenreiches und der Unterwelt, ist oberster Gebieter über die Seelen der Abgeschiedenen und Richter über die Menschen nach dem Tode. Im griechischen Mythos ist er der Herrscher der Unterwelt, der auf einem schwarzen Thron sitzt, und sein Reich umfaßt das ganze geheimnisvolle Innere der Erde. Da alles Leben zu ihm zurückkehrt, alle Menschen nach ihrem Tode ins Schattenreich hinab müssen, repräsentiert er die Schwelle zwischen Leben und Tod. So wie in zahlreichen Überlieferungen der Abstieg des Helden in die Unterwelt die Voraussetzung dafür war, um nach vielen Auseinandersetzungen mit Ungeheuern und Dämonen vollständiger in die Welt zurückzukehren, so ist auch der Tod Voraussetzung für die Wiedergeburt und die geistige Entwicklung im Leben.

Pluto symbolisiert den Lebenskreislauf, wo das Ende bereits im Anfang jedes Werdens keimt. Ohne den Tod hätte das Ende kein Ende und der Anfang keinen Anfang, denn der wahre und einzige Anfang ist der Tod, der hinter uns eine Vergangenheit und vor uns eine Zukunft bildet. Aus lauter Angst vor dieser Macht, die wir nie beherrschen können, weil sie, einmal entfesselt, alles überrollt, verdrängen wir den Tod und verbinden uns lieber mit der damit verbundenen Angst vor der Zerstörung, die den dunklen Teil des Lebens ausmacht. Im Grunde werden wir betrogen - nicht vom Leben, sondern von unserer eigenen Sichtweise, mit der wir den Tod betrachten: Denn nichts ist lebendiger als der Tod, und er ist die Grundlage des Lebens!

PLUTO IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Pluto durchschnittlich 21 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Pluto-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.

PLUTO IN JUNGFRAU

1957-1972: DIE PSYCHO-HYGIENIKER ODER KANALREINIGER

Herauskristallisieren verborgener Zusammenhänge (Verhaltensforschung), Versteckspiel des Egos hinter sozialem Engagement, Bruch mit verkrusteten gesellschaftlichen Werten, Aufarbeitung psychischer Hintergründe und tiefgreifende Veränderungen im Rahmen der Seelenhygiene, großes Interesse an Gesundheitsfragen und ökologischen Problemen

DAS SICH EWIG ERNEUERNDE AUS KARMISCHER SICHT

Mit Pluto greifen wir nicht irgendeine Dimension des Lebens auf, sondern fassen sozusagen mitten in den Schöpfungskern hinein, denn Pluto steht für die Unerbittlichkeit des Ewigen, das den Rhythmus des Sterbens und Geborenwerdens verkörpert und das schraubenförmige Eindringen des Lebens in Raum und Zeit als Folgerichtigkeit des Schöpfungsplans anzeigt. Er steht für die Transformation schlechthin und ist damit ein Symbol der ewigen Erneuerung und der Auferstehung.

Wir sollten ihn mit dem unzerstörbaren Phönix vergleichen, der sich selbst verbrennt, um aus der Asche neugeboren wieder emporzusteigen. Seine Wirkung ist so komplex, daß er, aus tiefsten Urgründen gespeist, die Abgründigkeit des Unfaßbaren wie einen Feuermantel um sich trägt. Auch unser faustischer Geist zielt nach der flammenden Erleuchtung, in der Hoffnung, in die Bedeutung seines eigenen Wirkens und den Sinn seiner eigenen Existenz eingeführt zu werden. In seinem ewigen Erkenntnisstreben trachtet er danach, den wahren Sinn der Schöpfung zu erfassen. Aber er erreicht sein Ziel nicht mit der Emphase des Faust, sondern nur mit der klaren, kühlen Geisteskraft des Mephistopheles, der ohne Schrecken die Doppelnatur der höchsten Erkenntnis erkennt.

Mephisto verfügt, anders als Faust, über die Fähigkeit, bis zu den Quellen der Erkenntnis vorzudringen. Ihm öffnen sich Ebenen der Erfahrung, die dem gewöhnlichen Verstand unergründlich bleiben müssen. Da Pluto aber nicht nur Vernichtung, sondern auch Befreiung und Erkenntnis bedeutet, verkörpert der Herr der Tiefe nicht nur das menschliche, in seine selbstsüchtigen Ziele wie in einen Kokon versponnene Ego, sondern auch den mephistophelischen, sich selbst in Frage stellenden und dadurch alles erkennenden Geist. Der sich selbst erkennende Schatten ist gleichzeitig das sich selbst vernichtende und zerstörende Licht! So ist es unausbleiblich, daß jede echte Gotteserfahrung mit einer tiefgreifenden plutonischen Erschütterung verbunden ist.

PLUTO IM 4. HAUS

DIE RIPPE ADAMS IN DER UNTERWELT

Auf der mythologischen Ebene entspricht diese Konstellation der Rippe Adams, aus der Gott Eva schuf, denn Adam wurde gleichsam "unvollständig" gemacht, indem der Herr einen Teil aus ihm entfernte und als Eva in die Welt setzte. Diese Rippe, die zu dir gehört, aber außerhalb von dir existiert, ist die Flamme Gottes, die dir zuteil wurde, als du das Paradies verlassen und in die Finsternis hinabsteigen mußtest, um deinen verlorenen Teil wiederzuentdecken.

Sie ist gleichermaßen die Fackel, die dich in den unterirdischen Räumen der Seele leitet, wie das gesuchte Licht der Erkenntnis, das du dir in der Dunkelheit wieder zurückholen mußt. Das dämonische Ergründen, das sich nach unten hangelt, ist Pluto, der sich in die Tiefe der Seele (Haus 4) einschleusende Psychonaut, der die Dämonen in den Schächten des Unbewußten weckt, die hier seit Jahrtausenden überwintert haben, weil der normale Verstand sich weigert, das zellulare Territorium des Menschen mit seinen Milliarden von Jahren alten Entfaltungsmustern zu erfassen. Die emotionalen Ängste, die dich überfallen, wenn du deinen uralten Erinnerungen wieder ins Auge blickst, mögen dabei diametral zu deinem ewigen Empfinden liegen, in diesen Bildern auch Sinn zu finden, weil du darin jetzt die Auswirkungen deines Karmas entdeckst.

Um die verborgenen Quellen der Innenwelt mit dem äußeren Schöpferlicht zu verbinden, muß der unerschütterliche Geist wie ein Dschungelkämpfer die Schichten der seelischen Unterwelt durchdringen und die fehlende Rippe als fehlendes Glied in der Tiefe entdecken und zur inneren Vollständigkeit wieder ins Licht des Bewußtseins hinaufbringen. Erst wenn du deine Rippe wiedergefunden hast, kannst du wieder vollständig und damit überhaupt liebesfähig werden. Denn ohne daß du erkennst, was in dir selbst unerlöst ist, bist du zu keinen wirklichen Gefühlen fähig, weil du den anderen niemals getrennt von deinen eigenen Ängsten und Vorstellungen wirklich sehen und erleben kannst.

Symptome: Rückzug ins Unbewußte, Eintauchen in das Tiefenselbst, Begegnung mit dem Bösen, Aufarbeitung karmischer Rückstände, visionäres Erahnen, Stimulierung der inneren Gesichter, Manie und Wahnsinn, Selbsttäuschung und Flucht in die Phantasie

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Als Herrscher der Unterwelt ist Pluto aber auch ein Symbol für den Teufel, der das korrigieren muß, was du im Leben versäumt - der also die Fehler ausbügeln hilft, die du im Bewußtsein machst. Du fühlst dich dann durch den Teufel persönlich bedroht, ohne die Einsicht, daß dieser genau der Abweichung deines Fehlverhaltens entspricht und durch sein schicksalhaftes Walten gerade dein Manko wieder ausgleicht. Willst du die Begegnung mit ihm vermeiden, mußt du deine Sichtweise erweitern, weil das übliche Verhalten immer vom Teufel begleitet wird, der doch nichts anderes ist als die Schattenseite deines materiellen und egoistischen Verhaltens. Du mußt begreifen lernen, daß die plutonischen Kräfte nicht böse sind, sondern nur die Auswirkungen deiner eigenen Taten darstellen, für deren Zusammenhänge du kein Auge hast. Statt deinen Pakt mit dem Teufel einzulösen und den fälligen Tribut zu zahlen, spaltest du das Böse von dir ab und lagerst es aus, damit du es unbemerkt dort draußen bekämpfen kannst, und merkst nicht, daß du das Böse gar nicht auslagerst, sondern nur sein Bild, das du in Form von Sündenböcken in der Außenwelt bekämpfst, denn du bist jetzt selbst zum Bösen geworden und verwendest im Kampf gegen das Böse genau die Mittel, wofür du das Böse bekämpfst.

Erst wenn du merkst, daß die Ursachen aller Probleme in dir selbst liegen, dann bist du dem Schatten nicht mehr hilflos ausgeliefert, denn dann weißt du, daß er die andere Seite der Dualität verkörpert, die unsere Welt unerbittlich polarisiert. Erst dann kannst du ermessen, wie unlösbar du an deinen verdrängten Schatten gebunden bist, der dich immer wieder in unlösbare Situationen führt, wenn du erkennst, daß gerade in der Zerstörung auch Erlösung oder ein Anstoß zur Heilung liegen kann, um die eigene Mitte zu finden und um die Ganzheit des göttlichen Selbst zu erfahren. Darin erahnen wir die ewige Weisheit des Leidens: Chaos und Zerstörung machen nicht nur ehrlich, weil sie immer Auswirkungen unserer eigenen Handlungen sind, sondern sie machen auch vollständig, weil sie eben auch jenen Teil unserer selbst in die Welt bringen, demgegenüber wir in unserem Innersten blind sind.
 

ASZENDENT - DAS AUFSTEIGENDE ZEICHEN

Der Aszendent repräsentiert das Zeichen, das bei deiner Geburt am östlichen Horizont aufstieg. Es steht für die äußere Maske, die du in die Welt abstrahlt, das Erscheinungsbild, mit dem du dich identifiziert, die Art, wie du auf Menschen zugehst oder den Magnetismus deiner Ausstrahlung, den die Umwelt als ersten Eindruck von dir aufnimmt.

AC IN ZWILLINGE

DIE INTELLEKTUELLE SELBSTDARSTELLUNG

Weg: Neugierig, vielseitig, beweglich, kontaktfreudig

Ziel: Ausdrucksfähigkeit, Kommunikation und schnelle Reaktion auf Umweltseinflüsse

Stets auf der Suche, ohne zu wissen, was du eigentlich finden willst, bist du unablässig damit beschäftigt, dich auf eine nicht zielgerichtete, für neue Impulse jederzeit offene Weise zu verwirklichen. Der Mut, dich durch Kritikfähigkeit, Unterscheidungsvermögen und Strukturanalyse in der Umwelt durchzusetzen, verbindet sich glänzend mit deinem Streben, dir den inneren Horizont durch vergleichendes und in Bezug setzendes Denken zu erweitern. Doch einen Ruhepol ergibt das nicht. Informiertheit, Neugierde und Gesprächsbereitschaft entsprechen dem ewigen Wanderer, der überall auftaucht, sich aber nirgends niederläßt.

MEDIUM COELI - DIE MITTE DES HIMMELS

Das Medium Coeli ist die Achse an der Spitze des zehnten Hauses, der höchste Punkt (Mittag) im Horoskop und damit - symbolisch betrachtet - der Höchststand der Bewußtheit eines jeden Menschen. Es zeigt die Berufung, das Entwicklungsziel und das Schicksal an und amit alle Themen, Eigenschaften und Neigungen, die es gilt, im Laufe des Lebens aus der Latenz zu heben und im Sonnenlicht der Bewußtheit durch ihre Verwirklichung in der Welt zu krönen.

MC IN WASSERMANN

DIE REFORM

Zukunftsvisionen, Utopien, revolutionäre Weltanschauung, Streben nach unabhängiger Selbstverwirklichung, Tendenz zu unkonventionellem Verhalten, Originalität und Anderssein um jeden Preis, Bereitschaft, alle Werte in Frage zu stellen, Krise als Katalysator von Entwicklung
 

MONDKNOTEN

AUFSTEIGEND: RAHU
AUFGABEN, ZIELRICHTUNG, ZUKUNFT

ABSTEIGEND: KETU
VERGANGENHEIT, ALTE MUSTER, KARMA

Die Mondknoten sind die Schnittpunkte von Ekliptik und Mondbahn, die sich durch den Tierkreis bewegen. Sie stellen somit keine sichtbare Präsenz am Himmel, sondern lediglich eine symbolische Größe in den Berechnungen dar, deren Bedeutung man nicht überschätzen sollte, auch wenn sie in der Bilderwelt der karmischen Astrologie die zwölf Wege darstellen, die von der Seele auf der Höhe ihrer inneren Bestimmung deckungsgleich begangen werden können.

Der absteigende Mondknoten (indisch: Ketu) symbolisiert die Vergangenheit, die von der Seele in der Gegenwart wieder ausgelöst wird, also das Regredieren in vertraute Situationen und alte Erfahrungsmuster, die sich in der Seele festgefressen haben. Die Karma-Astrologie spricht hier von früheren Leben. Im Gegensatz dazu weist der aufsteigende Mondknoten (indisch: Rahu) in die Zukunft. Er zeigt die einzuschlagende Richtung an und symbolisiert damit die Themen, die gegensätzlich zu den Ebenen stehen, die im südlichen Mondknoten vorgegeben sind, denn hier werden Aufgabenstellungen angesprochen, die dich einladen, aus der gewohnten Sicherheit deiner alten Prägungen auszubrechen und dir auf deinem Individuationsweg all das zu erkämpfen, was dir zu einer vollständigeren Persönlichkeit noch fehlt.

Wir können die Mondknotenachse deshalb als eine Entwicklungsrichtung betrachten, die vom südlichen Mondknoten (Ketu) zum nördlichen (Rahu) führt. Das Haus, in dem der aufsteigende Mondknoten steht, zeigt die Thematik im Leben, die es zu integrieren gilt. Dagegen steht der absteigende Mondknoten im gegenüberliegenden Haus für Vorstellungen, Bereiche und Verhaltensweisen, von denen man sich lösen muß.

MONDKNOTEN IM 11. HAUS

DIE VOGELPERSPEKTIVE

ZIELE, DIE ES ZU ERREICHEN GILT

Streben nach Aufhebung gefühlsmäßiger Bindungen; Botschaften der höheren inneren Führung; Erfassen von neuen Strömungen und Reformbewegungen; Verwirklichung von Zukunftsvisionen

KARMA, DAS MAN ÜBERWINDEN MUß

Emotionaler Schöpferdrang; ich-betonte Selbstpräsentation; Liebesleben und Selbsterfüllung durch amouröse Abenteuer; übertriebenes Zurschaustellen schöpferischer Fähigkeiten
 

COPYRIGHT

AKRON FÜR SUNWORLD ist eine Software-Umsetzung von Akrons

"Astrologie-Handbuch, Charakteranalyse und Schicksalsdeutung",

erschienen im Hugendubel/Kailash-Verlag (ISBN 3-88034-798-0).

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