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Horoskopanalyse 10 Fenster der Seele

Die 10 Fenster der Seele

Esoterische Horoskopdeutung

für

Donna Summer

geboren am 31.12.1948
in Boston
 
 

Erstellt am 22.03.2000

Eine
SolaNova-Auswertung
CosmoWorld GmbH - Texte von Akron
 

Inhaltsverzeichnis
HOROSKOP - 10 FENSTER DER SEELE 3

PERSONENDATEN 3

 LIEBE LESERIN! 5
SONNE 6
MOND 9
MERKUR 12
VENUS 15
MARS 18
JUPITER 20
SATURN 23
URANUS 26
NEPTUN 29
PLUTO 32
MONDKNOTEN 35

 COPYRIGHT 36
 
  


HOROSKOP - 10 FENSTER DER SEELE

 

PERSONENDATEN

Name: Donna Summer Erstellt: 22.03.2000
Geb.-Datum: 31.12.1948 Geb.-Ort: Boston
Geb.-Zeit: 21:00:00 Breite: 42 21' 00" N
Geb.-Tag: Freitag Länge: 71 03' 00" W
Zeit-Zone: +05h 00m W (=EST) Häuser: GOH/Koch

 
 

PROLOG
 
 

WAS IST'S,
WAS DEN SEUFZERN DER LEERE LAUSCHT,
DEM RÄUSPERN DES NICHTS?
IST ES DEINE SEELE,
DIE IN DER EINSAMKEIT DES VERGÄNGLICHEN SCHAUDERT
UND VERGEBLICH EINEN SCHLÜSSEL
ZU IHREN TIEFEN VERBORGENEN INNEREN GEHEIMNISSEN SUCHT?
DENN ES STEHEN VIELE GESCHICHTEN
IN DEN GEHEIMNISVOLLEN ZAUBERBÜCHERN DER NACHT.
SIE BERICHTEN VON DINGEN UND EREIGNISSEN,
DIE SICH IN DER TIEFE DER SEELE EREIGNEN,
IN DER FINSTERNIS DES LICHTS.

 ABER NIRGENDS, O EFFENDI,
FINDET SICH DIE GESCHICHTE, DIE NUR DIR GEHÖRT,
WEIL SIE VON DEN SCHICKSALSNORMEN PERSÖNLICH
IN DEINE SEELE HINEINGESPONNEN WORDEN IST.
HALB WISSEND UND HALB AHNEND FÜHLST DU MIT SCHAUDERN,
DASS DU OHNE RUDER UND KOMPASS
DURCH DIE MYSTERIEN DER NACHTMEERE
BIS AN DIE GRENZEN VORGESTOSSEN BIST,
HINTER DEREN SCHWELLE ES KEINE UMKEHR GIBT:
DENN ES SIND DIE GRENZEN
DES ERKENNENS, AN DEREN TÜR DU POCHST ...


DIE SCHWELLE

Plötzlich geht die Pforte auf - das ist der Quantensprung durch Zeit und Raum. Ein Feuerwerk von Eingebungen entzündet sich mit ungeheurem Knall in deinem Hirn, und mitten im Feuer glüht ein loderndes Gesicht, so als hätten sich sämtliche Poren seiner Haut in ein Flammenmeer verwandelt. Es spricht: "Du also bist das Licht, das nicht nur an einem einzigen Punkt im Universum existiert, sondern das in verschiedene Dimensionen hineingekrümmt ist: Dein göttliches Wesen ist ein Konglomerat von verschiedenen Selbst, die zahllose Ebenen durchwachsen, und dort, wo sie sich mit anderen Dimensionen schneiden, entsteht ein Fenster, durch das du in andere Welten hineinsehen kannst. Es ist zwar gar kein Fenster, sondern ein Spiegel, oder genauer, ein gespiegeltes Fenster, durch das du durch dein gespiegeltes Bild hindurchblicken kannst, denn du bist hier nicht in der Zeit, die sich durch den Raum bewegt, sondern du bist der Raum, der durch sich selber stürzt, weil er sich vor sich selbst verschließt. Ich aber bin der Schlüssel, der dich öffnet und der dir Zugang zur Wahrnehmung ungeahnter Perspektiven verschafft. Wenn du mich Gott nennst, ist es gut, und wenn du mich Schlange nennst, dann ist es auch recht, nur darfst du mich nicht verdrängen, denn ich bin in dir, in jeder deiner Zellen, denn wisse, ich bin der Geist der Flammen, dieses lodernde Erkennen, das dir die zehn Pfade in die Tiefe der Seele, diese Elixiere der Cherubim, enthüllt!"

Schon fühlst du dich von einem Mantel roter Flammen eingehüllt, und einen Augenblick lang denkst du an Feuer, aber dein inneres Auge zeigt dir, daß es die Erkenntnis in dir selber ist, die ausbricht. Ein neues Besinnen ist zu deinem Empfinden gekommen und treibt dich über die Schwelle hinaus, weit hinaus in die Flammen. Dort erblickst du eine tanzende Gestalt mit weit ausgebreiteten Armen. Ihr Gewand zeigt die Milchstraße: Die Falten sind die Planetenbahnen, und im innersten Kreis dieser Flammen erkennst du die Sonne, aus der eine gigantische Lichtwelle hervorbricht:
 
 
 
 
 
 

In Lebensfluten, im Tatensturm,
wall ich auf und ab,
webe hin und her!
Geburt und Grab,
ein ewiges Meer (...)
So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit
und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

 Faust (Erdgeist)


LIEBE LESERIN!

Die "Zehn Fenster der Seele" sind ein Weg der Beschreibung, um dir die persönliche Ausrichtung deiner Planeten in den Zeichen und Häusern widerzuspiegeln. Sie sind unter der Perspektive formuliert worden, daß jeder Ausblick zuerst einmal nach der Möglichkeit eines Einblicks verlangt. Betrachte daher diesen Text als den Kommentar eines Reiseführers oder - besser noch - als freundliches Gespräch mit deinem Seelenführer, deinem Psychopompos, der dich in deine inneren Seelenkammern hinab begleitet, und dessen Rede stets mit der Aufforderung endet: "Aber hineinschauen in deine Innenwelt mußt du schon selbst!"

Auch wenn du dich noch so tief in den Text einliest, denke bitte immer daran, daß du von ihm keine Vollständigkeit erwarten kannst. Nicht nur, weil es sowieso keine Wahrheit gibt - Wahrheit ist immer nur eine Perspektive im Kopf der Erkennenden, die ihre persönlichen Erfahrungen kommentieren -, sondern auch, weil es sich bei diesen Ausführungen lediglich um den ersten Schritt einer Annäherung an dein inneres Wesen handelt, ans Tor deines Selbst. Die Schilderung der Planeten in den Zeichen und Häusern bedürfen als Ergänzung der Beschreibung der Beziehungen der Gestirne untereinander (Aspekte) sowie, wenn wir ihre Energien durch Raum und Zeit begleiten wollen, der Akzentuierung ihrer Auslösungen durch Direktionen und Transite.

Im weiteren wurde auf eine schmeichelhafte Porträtierung deiner Person absichtlich verzichtet, ging es doch darum, dich möglichst etwas näher ans Licht, und nicht mit esoterischem Geschwafel hinters Licht zu führen. Dünken dich die Ausführungen bisweilen etwas arg übertrieben oder gar unerträglich dunkel, darfst du auch ruhig darüber schmunzeln: über die Texte, die sich in deinen Vorstellungen genauso loswerden wollen wie du dich in ihrem Erkennen, sowie auch über deine bisweilen durchaus sinnvolle Art des Verdrängens. Geben wir es zu: Mit der Wahrheit allein läßt es sich nicht leben, sondern es braucht immer auch einen gewissen Platz für unsere Sehnsüchte und Verdrängungen. Sei dir deshalb darüber klar, daß nicht alles schlecht zu sein braucht was dennoch kritisiert werden kann und darf, denn wenn wir ein Bild für unsere ganze Vollständigkeit bekommen wollen, dann müssen wir uns auch dem stellen, was wir nicht gerne sehen wollen. Darüber können wir erschrecken. Wir können aber auch darüber lächeln, denn damit zeigen wir, wir haben uns erkannt!

Eine gute Reise wünschen
der Psychopompos und deine inneren Gespenster.
 

SONNE

DER SCHÖPFERISCHE WILLE

Die alles überstrahlende Sonne ist das befruchtende Symbol der Lebenskraft. Sie ist der Mittelpunkt, die Schöpfungsnabe, deren Strahlen alles durchdringen und auf deren Schwingen der Mensch zu sich selber findet, denn es ist sein eigener Herzton, der ihn trägt, der ihn mit dem irdischen Schicksal verwebt und durch die Wirren des Karmas führt.

Seit der Urfrühe der Menschheit erkennen wir in ihr das kraftvolle Prinzip, das nach nächtlichem Kampf mit den Mächten der Finsternis jeden Morgen mit unverminderter Kraft wieder aufersteht und ihre siegreiche Bahn über den Himmel zieht. Als Zentrum des Tierkreises ist sie auch ein Symbol des göttlichen Ich. Für die alten Ägypter verkörperte Horus die brennende Morgensonne, Ra die glühende Mittagssonne und Aoum die dämmernde Abendsonne, bis Echnaton den Sonnengott Aton als alleinigen Gott einführte.

Die Sonne entspricht der Suche nach dem Weg oder der Reise des Helden zu sich selbst, denn sie ist das Ziel des persönlichen Strebens und stellt alle Formen von Ich-Verwirklichungen dar. Doch erst in der Gewichtung der ganzen Lebensumstände und der Einsicht in die Ursache-Wirkungs-Prinzipien kann sich das Ich dann als das erkennen, was es ist: eine sich stets wandelnde, vitale Größe mit begrenzter Existenzdauer, die sich aus unbewußten Verhaltensmechanismen und kollektiven Urmustern zusammensetzt.

Mit anderen Worten: Wir projizieren unsere inneren Wünsche und Gedanken in die Außenwelt und erhalten sie von dort in der Verkörperung geeigneter Modelle zurück. Daraus basteln wir dann eine Form von Lebenssinn, ohne zu erkennen, daß die Außenwelt nur das Echo auf unsere Gedanken ist. Dadurch identifizieren wir uns mit der sonnenhaften Verkörperung unseres Willens, was immer dann zu Ich-Krisen führt, wenn die alten Sichtweisen durch neue Perspektiven ersetzt werden müssen. Genau das aber ist das Dilemma der unentwickelten Sonne: daß sich das Ich in seiner eigensten Entwicklungsabsicht nicht erkennt und Schmerz und Leid nicht als die Wirkungen erfährt, die es zur eigenen Transformierung sucht und findet!

SONNE IN STEINBOCK

FEUER/ERDE: DAS KONTROLLIERTE WACHSTUM

Thema: Verantwortung, Selbstdisziplin, Selbstverpflichtung

Ziel: Strukturierung, Verfestigung, Vertiefung

Wenn du deine Sonne im Steinbock hast, bescheinigt dir das eine konsequente und wirklichkeitsnahe Vorgehensweise. Das zeigt, daß du dich gern mit Themen wie Sicherheit, Stabilität und Ausdauer befaßt, und meistens gelingt es dir, aus der Fülle der Möglichkeiten diejenige auszuwählen, die sich langfristig am besten in die Tat umsetzen läßt. Dabei sind Beharrlichkeit und Tatkraft, aber auch das Wissen um die natürlichen Zeitrhythmen wertvolle und hilfreiche Verbündete.

Vor Extremen und zu großen Risiken bist du dank eines ausgeprägten pragmatischen Instinktes und einem Sinn für das Beständige geschützt. Denke aber auch nach, und versuche dir darüber klarzuwerden, warum du dich in deinen Sicherheitsbestrebungen und -vorkehrungen immer bestätigen mußt? Warum du Krankheit verdrängst, Schicksale als sozialen Marktwert verplanst und das schöpferische Chaos der Natur absichtsvoll verhinderst? Was versteckt sich hinter der Fassade der kontrollierenden Seele, die - anstatt ihre eigenen Gefühle zu leben - andere Menschen immer wieder zu belehren versucht? Heute ist Moral keine Frage mehr der Anpaßung an äußere Gesetze; vielmehr geht es darum, zu sich selbst zu finden!

Deine Sonne in Steinbock lädt dich ein, dich deiner inneren Verhinderungen bewußt zu werden und Schritt für Schritt vor dir selbst deine Maske abzulegen. Denn sobald du akzeptierst, daß alles, was geschaffen wurde, in Vollkommenheit und ohne dein Zutun existiert, hast du dich zugunsten einer inneren Erfahrung aus der Kontrolle um des Kontrollierens willen befreit.

DER SCHÖPFERISCHE WILLE AUS KARMISCHER SICHT

Durch die bewußte Auseinandersetzung mit deinem Tierkreiszeichen kannst du die Sonne aber auch dazu benutzen, dich den höheren inneren Dimensionen zu stellen: den Beweggründen, die dich zwingen, dich so zu verhalten, wie deine Sonnenposition im Horoskop dies anzeigt. Der spirituelle Sinn ist natürlich, die äußere Sonne auf eine höhere innere Ebene zu heben und dich damit deinen seelischen Prägungen bewußt zu werden.

Anders ausgedrückt: Du müßtest dein Feuer mit den Umrissen jener galaktischen Glut in Verbindung bringen, von der die Sonne nur ein Abziehbild ist, und auf den Strömen dieser Verschmelzung ins innere Milchstraßenbewußtsein eindringen, indem du dich als kleinen Teil eines unendlichen inneren Schöpfungswillens erkennst, von dem dein dir vertrautes Ich nur ein unbedeutender Ausschnitt ist.

Wer aber ist das Ich, dieses Gefühl von Individualität, welches eine unterscheidende Wahrnehmung zwischen sich und anderen erst ermöglicht? Materiell betrachtet ist es eine Illusion. Weder der Leib, die Seele oder der Geist beinhalten ein "Ich". Da ist nichts und trotzdem ist es da! Es resultiert aus dem Zusammenspiel des Seins, aus der Freude heraus zu sein: aus dem innersten Schöpferwillen, der sich aus sich selbst heraus gebärt. Dabei erhellt es sich durch sein eigenes Leuchten und stellt sich sofort in den Mittelpunkt, denn es verkörpert sich auf eine Weise, in der die kindlich unschuldige Freude am eigenen Strahlen zur Sucht nach Bewunderung durch die anderen wird.
 
 

Das unerlöste Ich, das sich gern mit der Sonne identifiziert ("Ich bin!"), realisiert nicht, daß es selbst ein Sammelsurium von Trieben und Wünschen, Minderwertigkeitskomplexen und ungelösten Autoritätskonflikten ist, das sich beständig umschichtet und erweitert. Es ist nichts anderes als eine gegenwärtige Momentaufnahme, ein Zeit- und Raumausschnitt des Menschen auf dem Wege zu sich selbst.

Und dieses Ich wird von der Sonnenstellung in den sogenannten "Häusern" auf der materiellen Ebene gespiegelt, da es die Hausstellung der Sonne ist, die dir erläutert, wie du die seelische Prägung deiner Tierkreis-Sonne in der Welt anstrebst.

SONNE IM 5. HAUS

DER SCHÖPFUNGSNABEL ODER DIE GÖTTLICHE LEBENSKRAFT

Das fünfte Haus, vom höchsten Schöpfergeist umstrahlt, ist nicht nur das Haus der Emotionen, der Sexualität und der Kreativität, sondern auch der Platz der Identitätsfindung und der Selbstpräsentation.

Im Zusammenspiel mit deiner Sonne ergibt das ein Psychogramm der Flammen als Himmelsglut oder eine Art Schöpfungsnabel, dessen Strahlen alles durchdringen und auf dessen Schwingen du dich über dich selbst hinaustragen lassen kannst, denn Lebendigkeit, Lebensbejahung und Vitalität sind hier zu einer gebündelten Kraft leuchtender Lebensfasern geworden, die alles Dunkle im Licht der Kraft triumphierend durchströmen. Die alles überstrahlende Sonne ist ein Symbol der universalen Lebenskraft, denn sie ist die spirituelle Helle, die sich auf das alles durchleuchtende Prinzip des Bewußtseins stützt, um nicht vom Schatten des unermeßlichen Nichts verschlungen zu werden, denn sie ist auch ein Symbol des göttlichen Lichts und das letzte Ziel deiner Reise zu dir selbst.
 
 

Symptome: Hypertonie, Arteriosklerose, Gefahr des Mißbrauchs der eigenen Kraft (Stolz, Hochmut, Prahlerei)

Ritual: Große Empfänge

Archetyp: Zeus

Analogie: Die olympische Hierarchie

Kraftort: Schloß Versailles

Kultstätte: Akropolis

Kraftfarbe: Rotgold

Kraftstein: Rubin, Diamant

Räucherwerk: Jasmin-Mandarinen-Mischung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die Sonne symbolisiert neben Eigenschaften wie Selbstüberschätzung, Angeberei und Arroganz aber auch die innere Mitte, die spirituelle Basis oder den direkten Zugang zur mehrdimensionalen inneren Persönlichkeit. Sie ist das erste und wichtigste Urprinzip, die Quelle allen Lebens, Mittlerin zwischen Himmel und Hölle, und repräsentiert dieses starke, aus sich heraus strömende Gefühl von Vollkommenheit. Ihr entspricht nicht nur das äußere Licht, das man direkt sehen kann, sondern auch das innere, unsichtbare, das aber die ganze Sichtbarkeit in sich birgt (weil es alles sehend macht), und in ihr vereinigen sich alle Lebensströme und alle elementaren Bestandteile des Seins. Erst wenn wir alle planetaren Energien im Herzzentrum der Sonne zur Entfaltung gebracht haben, können wir uns mit dem identifizieren, was wir sind und was mehr als ein Schnappschuß unseres Momentanbewußtseins ist.

Erst wenn wir uns mit allen Aspekten unseres Seins identisch fühlen, kommt unser Herz mit allen unseren inneren Schöpfungsformen in Berührung. Dann brauchen wir uns auch nicht mehr länger nach innen zu konzentrieren, um uns zu spüren, sondern können direkt nach außen expandieren, weil wir dann in jedem anderen immer auch den Teil unserer eigenen Schöpferkraft mitfühlen.

Erst, wenn ich in der Berührung mit der Umwelt meine eigenen Schöpferkräfte spüre, kann ich eine liebevolle und kollektive Verantwortung für alle Kreaturen übernehmen, die ja immer für die "innere Seite" der Sonne stehen. Dann erst bin ich in der Lage, angstlos aus meiner Mitte zu agieren, wenn Kreis und Punkt, die Symbole der Sonne, eins geworden sind. Erst dann kann ich mich dem Hier und Jetzt hingeben, wenn ich mit dem Ganzen, an dem ich teilhabe, wieder ganz verschmolzen bin.
 

MOND

DAS SEELISCHE ERLEBEN

Der Mond, dessen 'Bild sich in hundert mit Wassern gefüllten Schüsseln spiegelt' (Tschögyam Trungpa), verkörpert die unterirdischen Räume der Seele, die tiefen Brunnenstuben der Mütter und die unergründlichen Wasser weiblicher Geheimnisse. Er verleiht ein besonderes Hingabeverlangen.

Um die Strahlen der Sonne in der Tiefe der Nacht zu empfangen und zu den düsteren Hainen Persephones hinunterzuziehen, um die verborgenen Quellen der Ungeborenen zu erschließen und die Wasser des Lebens mit dem Schöpferlicht zu verbinden, müssen die gefährlichen Kräfte und geheimen Schätze der Tiefe entdeckt und das innere Licht wieder ins Sonnenlicht heraufgeführt werden. Wenn die Sonne als Symbol jenes Prinzips betrachtet werden kann, das in den sichtbaren Auswirkungen menschlichen Verhaltens seinen Ausdruck findet, dann symbolisiert der Mond die geheimnisvolle Mondgöttin Selene (Luna), Schwester und zugleich Gemahlin des lebensspendenden Sonnengottes. Die Legende berichtet von ihrer abgöttischen Liebe zum schönen Endymion, den sie in seiner Höhle auf dem Berge Latmos im Schlaf zu küssen pflegte. Um dieser göttlichen Liebkosung ewig teilhaftig werden zu können, hatte sich Endymion von den Göttern ewigen Schlaf gewünscht.

So, wie sie Endymion zwischen den Welten begegnet, so begegnet sie auch dir auf der Schwelle zwischen Innen- und Außenwelt, denn Luna ist die Ahnin, die die Geheimnisse seelischer Innenräume berührt und die Tiefenbilder der Seele beschreibt, die auf das Unbewußte ausgerichtet sind: auf den "Urbronnen" der Mütter, in den Faust hinabgestiegen ist, um den Ungeheuern zu begegnen: um in den Kröten, Würmern und Spinnen die Schattenanteile des verdrängten Weiblichen zu erkennen, das gleichzeitig die Basis allen Lebens ist.

Der Mond ist ein Symbol der Mütter, im hellen wie im dunklen Sinn, und die lunarische Seite in jedem Mensch strebt danach, sich mit dem Prinzip der Großen Mutter zu verbinden, um wieder einen Zugang zu den Urwurzeln zu finden. Er symbolisiert das Ungesehene in dir, die abgespaltenen Teile deines Selbst, die du ins Exil der finstersten seelischen Korridore verwiesen glaubtest, die jedoch in den Negativprojektionen deines Tagesbewußtseins ihr bequemes Domizil gefunden haben und dich von dort bedrohen, ohne daß du es wahrhaben willst.

Sie sind aber nicht nur ein Symbol des Schreckens, sondern symbolisieren auch den Schrecken des Erkennens, wenn sich deine Angst in den Schächten des Abgründigen selbst begegnet und die negativen seelischen Bilder erkennt, die sie in den Raum um sich herum aussendet. Was im Schlaf die Träume bewirken, wenn sie die seelischen Schwingungen in Bilder umsetzen, das bewirken im Wachbewußtsein die mondhaften Launen, die dir alles in die Realität übertragen, was dir deine inneren Gesichter vorgaukeln.

MOND IN STEINBOCK

WASSER/ERDE: DER ALTE KNIGGE

Thema: Besonnenheit, Verschlossenheit, Verantwortung; Pflichtbewußtsein, Selbstbeherrschung, Zurückhaltung (emotionale Abgrenzung)

Ziel: Kristallisierung der Gefühle (Sicherheit, Fixierung, Stabilität)

Im Steinbock-Mond zeigt sich das seelische Erscheinungsbild einer sich in ihrem Selbstausdruck behindernden inneren Natur. Du richtest dich nicht mehr an der lebendigen, instinkthaften Gottheit, am Wurzelchakra oder Steiß der Schöpfung aus. Vielmehr bindest du dich an den Geist konventioneller gesellschaftlicher Inhalte. Doch damit verhinderst du das Leben, denn in deinem Bild der Ordnung, an das du dich bindest und in dessen Bann stehend du deinen Geist in Ketten legst, drückt sich nichts als die Furcht vor dem Leben aus.

Anstelle der Eltern unterwirfst du dich einer Autoritätsperson oder einer gesellschaftlichen Institution, deren Anordnungen du befolgst, wofür du wiederum Belohnung erwartest; oder du machst umgekehrt ein geeignetes Opfer von deinen seelischen Übergriffen abhängig, um es in den erzieherischen Schraubstock deiner gefühlsblockierten "Wohlanständigkeit" zu pressen. Aus Angst vor dem Leben bestrafst du das Kindliche, da du einen Schuldigen dafür brauchst, weil du nicht imstande bist, das Leben wirklich zu leben. Dabei kannst du erfahren, wie schwer es ist, eigene Gefühle zu entwickeln, wenn man diese nicht an die konventionellen Prägungen gesellschaftlicher Umgangsformen anlehnen kann.

Deine Seele versteckt sich hinter einem schützenden Panzer, um sich vor den Angriffen zu schützen, weil sie nicht gelernt hat, ja zu sagen: ja zu sich selbst und zu ihrer Pein als Auswirkung der Abgeschnittenheit von ihren Wurzeln.

DIE TRÄUMENDE SEELE AUS KARMISCHER SICHT

Die Welt des Mondes ist nicht die Welt, die du durch deine Rationalität erfahren kannst. Sie ist kein dreidimensionales Gebilde, durchschaubar bis in die Haarspitzen der Mikrostrukturen, sondern sie enthüllt sich dir in der Trunkenheit der Sinne oder in deinen Träumen - und zwar in all ihren Paradoxien, Dichotomien und Antinomien.

Während die Sonne nach Gestaltung und Ausformung des Willens strebt, geht das Streben des Mondes umgekehrt in Richtung Auflösung der Identität. Das hat weniger mit Realität zu tun als mit den Formen der Materie, deren Erscheinungen er widerspiegelt. Er symbolisiert die "gespiegelte Erscheinungsform der Welt", was nur innerhalb des Denkens einen Widerspruch bedeutet. Jenseits polarer Denkvorstellungen versinnbildlicht er jene tiefe Einsicht in die Abläufe des Ewigen, aus dem sich deine Träume nähren und die dadurch zum Rahmen werden, in dem sich dir die Wahrheit darstellt. Jenseits solarer Denkvorstellungen symbolisiert der Mond die Urbilder, die sich über Traumerinnerung in dein Bewußtsein übertragen. Das entspricht dem Rahmen, in dem sich dir das Chaos zeigt, das teilweise zu erahnen ist, weil es einem übergeordneten Ganzen entspricht, von dem deine Träume wiederum ein Ausschnitt sind. Der Träumer träumt, und der Träumer im Traum träumt sein Geträumtes, denn der Träumer ist sowohl Beobachter als auch Akteur, denn es gibt nichts, was außerhalb seines Traumes liegt. Er träumt die Urwasser des Lebens, aus denen sich alles Leben zeugt, was gleichermaßen göttlich und dämonisch ist, wenn man den Zyklus von innen her begreift.

Somit wird die Illusion der realen Erfahrung an die Seite gestellt, und zwar im Grunde als gleichberechtigte existenzielle Erfahrung. All unser äußeres Streben dient im Prinzip nur dem Versuch, das Innere zu erhellen und es in seinen sphinxhaften Verschleierungen dem Vorstellungsbild des analysierenden Denkens einzuverleiben, denn die sichtbare Welt und ihr unsichtbarer Gott sind das Erscheinungsbild unserer Träume, weil alles, was wir wähnen, nur die Materialisation dessen ist, was wir träumen. Der Mond trinkt sein Licht aus dem unerschöpflichen Born des Unbewußten, das unseren Träumen, bevor sie sich zu erlebbarer Wirklichkeit gestalten, die inneren Urbilder und Archetypen zur Verfügung stellt.

Sobald wir erkennen, daß die äußeren Handlungen nur das eine Ziel vor Augen haben - nämlich alle Vorstellungsinhalte auf die Ebene hinunterzuziehen, auf der sie sich selbst reflektieren, und sie dann damit in Übereinstimmung zu bringen, was sich tatsächlich in der Außenwelt vorfindet -, verbirgt sich die Wirklichkeit nicht mehr hinter der Ambiguität der Frage: "Was träumt Gott?", sondern sie offenbart sich in der überraschenden Antwort: "Uns!"
 

MOND IM 5. HAUS

DAS INNERE FEUER ODER DIE EROTISCHE SELBSTDARSTELLUNG

Dein Herz schlägt für Aphrodite, die griechische Liebesgöttin, die aus der Pose erotischer Selbstdarstellung handelt, ohne bindende Absicht, solange die züngelnde Flamme der Leidenschaft anhält. Es schlägt für die sengende Macht des inneren Feuers, wenn ihr betäubender Hauch deine Seele berührt, deshalb ist es für dich auch ein Akt höchsten Genießens, wenn sie dich mit ihrer lustvollen Sehnsucht umgarnt. Dein Herz schlägt aber nicht nur für die sengende Macht des libidinösen Feuers, das alles verbrennt, was es berührt, sondern es schlägt auch für die von innen her aufsteigende Lebenskraft, die kraftvolle, lebensbejahende Energie, die alles durchdringt und dabei Lebenslust, Vitalität und jugendliche Frische zum Ausdruck bringt.
 
 

Symptome: Divergenz zwischen Fühlen und Wollen, sexuelle Verspannungen aus der Diskrepanz zwischen Aggression und Hingabe

Ritual: Orgasmus

Archetyp: Aphrodite

Analogie: Geburt der Venus

Kraftort: Rosengarten

Kultstätte: Der Löwenhof in der Alhambra

Kraftfarbe: Granatapfelrot

Kraftstein: Granat, Rubin

Räucherwerk: Neroli-Lavendel-Mischung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Esoterisch gesehen erschließt die Mondstellung jenen Bereich, in dem du dich gern deinen triebhaften Reaktionsstrukturen auslieferst, in dem du dich nicht mehr als vernünftiges, zielorientiertes Wesen, sondern als instinktgebundene Wunschnatur begreifst, in der sich die innersten Urbilder nach Entfaltung sehnen, denn in der Begegnung mit der Mondgöttin entziehen sich dir die rationalen Bilder. Sie versinken in lunaren Perspektiven, wo sich jede Wirklichkeit als Maya, nämlich als materielle Verdichtung bloßer Denkvorstellung zeigt. In der Begegnung mit der Mondin spiegelt sich das "Urseiend-Weibliche", in deren Formen alles fließend erscheint. Es ist, als ob du untergetaucht wärest in den Ozeanen des Unbewußten, und das entspricht auf der exoterischen Ebene dem Fötus im Mutterschoß, der noch wachsen muß, um ins Licht des Bewußtseins geboren zu werden. Es handelt sich um eine dunkle und dämonische Welt, die keinerlei Klarheit und Orientierung besitzt und die sich in Verwirrung und Gefühlsschwankungen ausdrückt.

Der Mond symbolisiert das unerschöpfliche Kraftpotential der Psyche, das die inneren Urbilder und Archetypen zur Verfügung stellt, aus denen du deine Sehnsucht schöpfst. In dieser Sehnsucht verbrennen alle Grenzen, und Realität und Träume verschmelzen zu jener unbewußten Absicht, loszulassen und mit dem Ewigen wieder eins zu sein. Es ist eine Ebene, die sich mit den Werkzeugen deiner Sinne nicht erfassen läßt und die sich in allen Wesenheiten spiegelt, so daß sie den Anschein erweckt, selbst rational zu existieren. Dabei existiert sie gar nicht wirklich, sondern umkreist in einer unbeschreiblichen Gebärde "Alles-was-da-ist", von dem deine begriffliche Welt nur ein Teil und deine Suche nach dir selbst wiederum ein noch kleinerer Ausschnitt ist. Der einzige Halt ist die innere Ahnung, die dich auf dem Pfad nach innen mit dem tiefen Wissen verbindet, daß alle Monumente menschlichen Strebens innerhalb des Ewigen nur ein Staubkorn sind.

MERKUR

DAS INTELLEKTUELLE ERKENNEN

Merkur oder Hermes wird in der Mythologie als eine hermaphroditische Gestalt umschrieben, die den Schlüssel zu den tieferen Wahrheiten in sich birgt. Er ist einerseits ein Symbol für die Art, wie wir wahrnehmen, andererseits aber auch, warum wir was wahrnehmen und wie wir die Wahrnehmung vergleichen und weitergeben.

Emotionslos, unparteiisch und objektiv beschreibt und rekonstruiert er kausale Zusammenhänge, verbindet Widersprüche und gleicht Gegensätze mit den glättenden Argumenten verbindender Sichtweisen aus. Damit ist er auch hervorragend geeignet, das vermittelnde und übertragende kommunikative Urprinzip zum Fließen zu bringen. Als Gott des Windes erscheint er flink, eilend, stürmend, mit Flügelschuhen und einem beflügelten Hut dargestellt und kann somit als Vorbereitung auf Reisen oder im Vorfeld wichtiger Besprechungen und Entscheidungen angerufen werden.

Als Gott der Schlauheit und des Geschäfts ist er der Schelm unter den Göttern und unterstützt Diebe, Kaufleute, Narren und Betrüger; und als Gott der Unterscheidung ist er der Ahnherr des Denkens ('Ich denke, also bin ich!'), der Erschaffer aller Realitäten, der die Menschen in ihre Weltbilder einbindet und damit aber auch gleichzeitig vom Erkennen der Relativität des Erkennens abhält: 'Ich bin, weil ich erkenne - deshalb erkenne ich mich als der, der ich bin!'

MERKUR IN STEINBOCK

LUFT/ERDE: DIE ZEHN GEBOTE

Thema: Konzentrierter Intellekt (Gedankentiefe), ökonomischer Verstand (Systematik und Methode)

Ziel: Verantwortungsbewußtsein, Wunsch nach intellektueller Anerkennung

Dahinter erkennen wir den von einem Streben nach besseren Lösungen beseelten Über-Vater, der die Barrieren der Wahrnehmung zementiert, denn Merkur in Steinbock ist das Symbol der kontrollierenden Instanz schlechthin. Als wertende Instanz verlangt er meistens Verzichte auf die Antriebsziele des Es. In unbewältigten Konfliktsituationen kann dies zu Verdrängungen der für das Über-Ich unannehmbaren Wünsche oder Affekte führen. Denn sobald der Über-Vater in die von ihm selbst imaginierte materielle Welt eintritt, errichtet er die Zehn Gebote, die alles kontrollieren, denn er lebt in einer Welt, in der der Verstand sich zum Tyrannen aufschwingt, indem er die Triebnatur unterdrückt, und in der aus der Verachtung der Instinkte sich das Übel in die Welt einschleicht.

In einer auf solchen Voraussetzungen gründenden Kultur unterliegt jede Lebenssphäre der strukturellen Gewalt ihrer eigenen Selbsterhaltungsmuster, und wenn du erkennst, daß wir nicht nur den himmlischen Frieden, sondern auch die totale Macht über unsere Feinde suchen, bekommt der Krieg in der Strategie zur Selbsterhaltung überhaupt erst Sinn.

DIE STRUKTUREN DES DENKENS AUS KARMISCHER SICHT

Spirituell betrachtet ist Merkur aber nicht nur ein Symbol dafür, wie du die Welt erfährst und wie du das Erfahrene in deine Bewußtseinsmuster einordnest, sondern er ist auch das Symbol des Musters selbst, alles, was du erfaßt, einordnen zu müssen und aus dem Eingeordneten gleichzeitig das zu gestalten, was du dann für die äußere Welt hältst.

Merkur entspricht dem denkerischen Gestalten, nämlich die unbildhaften, energetischen Ströme als Symbole zu erfassen und damit den Sinnen zugänglich zu machen. Damit wird seine Position in der Mythologie, nicht nur zwischen Göttern, sondern auch zwischen Menschen und Göttern zu vermitteln, einsichtig: Es ist der Austausch zwischen dem inneren und dem äußeren, zwischen dem bewußten und dem unbewußten Selbst. Aus den tieferen Schichten des kollektiven Menschseins dringen ungeformte Energiewolken herauf, die darauf warten, in Symbole umgedeutet und damit in menschliches Handeln übertragen zu werden.

Anders ausgedrückt: Deine Begriffswelt ist das Ergebnis der Wirkungen Merkurs, die aus dem Rohmaterial schöpferischer Ursubstanz materialisiert wurde, denn die Methode, Symbole zu schaffen und miteinander zu kombinieren, entspricht exakt deinen merkurischen Anlagen und Fähigkeiten. Damit erschaffst du dir eine begriffliche Welt, die du der instinktiven Welt überlagerst, bis du selbst überzeugt bist, daß die begriffliche, von dir selber geschaffene Realität der Wirklichkeit entspricht.

MERKUR IM 5. HAUS

DAS WORT VON DER KANZEL

Du identifizierst dich gerne mit Rollen, die mit Bewußtseinsausdehnung zu tun haben und bist darauf erpicht, der Umwelt ein auf Horizonterweiterung ausgerichtetes Bild zu vermitteln, gerade weil es nicht um Wissen, sondern nur um die Identifizierung mit dem Bild von Wissen geht. Dagegen wäre im Grunde überhaupt nichts einzuwenden, wenn es nur im Bewußtsein deiner eigenen Projektion geschähe. Denn sobald du dich an deine selbstgeschaffenen Bilder klammerst, anstatt sie zum Ausgangspunkt eines Weges zu machen, auf dem du dich irgendwie auf den Weg in deine innere Heimat machst, wird die Sache beschwerlich.

Dann nämlich, wenn du nicht erkennst, daß deine Bindung an esoterische oder religiöse Modelle weniger dem Wunsch nach Wahrheit als vielmehr dem Wunsch nach der Macht des Wissens entspricht, um aus der Position des Wissenden heraus andere zu dirigieren. In diesem Sinne lebst du immer noch die Inkarnation des mittelalterlichen Pfaffen, der die Gläubigen zum Gebet aufrief, denn dein "Wort von der Kanzel" besitzt auch heute noch die feurige Überzeugungskraft schöpferischer Vision und führt zur allumfassenden Gewichtung weltlicher Zusammenhänge.
 
 

Symptome: Wahrnehmungsstörungen im Bereich des Sehens oder Hörens entsprechen exakt der Unfähigkeit, sich selber objektiv zu sehen. Sie versinnbildlichen die Diskrepanz, die zwischen den eigenen Vorstellungen und den Vorstellungen der Umwelt liegt.

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Das merkurische Prinzip basiert auf der Erfassung von Gesetzmäßigkeiten und Schlußfolgerungen und entscheidet darüber, ob ein Inhalt in seinem Zusammenhang erkannt werden kann oder in seine Einzelteile zerfällt. Was die Welt für unseren Verstand zusammenhält, ist die Gewißheit, daß die Welt so ist, wie wir gelernt haben, sie wahrzunehmen.

Die logischen Axiome des Aristoteles, seit mehr als zweitausend Jahren das Fundament des abendländischen Denkens, sind nicht nur die sichere Grundlage, auf der unser Weltbild steht, sondern sie sind auch der Preis für diese Sicherheit. Sie errichten die hohen Mauern der rationalen Wissenschaft, die alles ausgrenzen, was sich nicht in die Gesetze der Logik eingliedern läßt. Sie sind ein Filter unserer Erkenntnis, der alles aussondert, was nicht durch Stoff und Form, Bewegung und Ziel definiert werden kann. Platon dagegen ging davon aus, daß wir im sichtbaren Objekt nur das erkennen können, was wir an Informationen oder Vorstellungen über das betreffende Objekt in uns tragen. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, ist auch das Modell der naturwissenschaftlichen Erkenntnis nur eine Vorstellung vom Leben, denn alles, was wir in unserer Anschauung der Welt erfassen, ist eine Vorstellung von Wahrheit, ein Abbild der Wirklichkeit, abhängig von Gesetzen, die wir uns selbst geschaffen haben.
 
 

Hier beherrscht die Vorstellung bereits die Wirklichkeit, und viele Suchende glauben, daß die Vorstellung die Wirklichkeit nur ausdrückt. Wie kann die Vorstellung aber die Wirklichkeit ausdrücken, wenn sie nicht weiß, was die Wirklichkeit ist? Darum können wir auch nichts erkennen, was außerhalb dieser Vorstellung liegt, und alle Wahrheiten und Erkenntnisse sind nie etwas anderes als mehr oder weniger interessante Denkmodelle. Unser denkendes Ich ist ein besonders raffiniertes Gebilde, das uns unsere Handlungen aufgrund der Betrachtungen vorschreibt, wie wir die Welt zu sehen haben: 'Die Welt zu sehen, wie wir sie sehen ... und das auch noch zu wollen!' (Hermes-Mercurius der Trickster)
 

VENUS

DIE LUST DER HINGABE / DIE WEIBLICHE SEXUALITÄT

Aphrodite (römisch Venus) ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, des Friedens und des Glücks. Sie wird als das höchste Ideal weiblicher Schönheit gepriesen. Als Venus-Urania verkörpert sie die reine, himmlische und idealisierende Liebe. Man nennt sie auch "die Himmlische", "die aus dem Schaume Geborene" oder "die aus dem Meer Aufsteigende".

Die Legende weiß zu berichten, daß Venus der Verbindung des gestürzten Himmelsgottes Uranos und seiner Gattin Gaia, der Erde, entsprang. Uranos, der seine Kinder verschlang, wurde von Saturn, seinem Sohn, mit einer Sichel entmannt. Aus dem abgeschlagenen Glied des Vaters, von Saturn ins Meer geschleudert, floß weißer Schaum, dem Venus an den Gestaden der Insel Kythera entstieg. In ihrer Manifestation als Venus-Pandemos hingegen regiert sie über die irdischen Triebe, denn sie ist genauso die Fürstin der Schönheit und der Kultur wie die Dämonin des Verfalls und der Genußsüchtigkeit.

Venus verkörpert die Flammen der Sehnsucht nach der sexuellen Vereinigung zwischen Mann und Frau und symbolisiert damit den paradiesischen Vorhof des körperlichen Verlangens: die verschlingende Hingabe, die zum Numinosum wird, indem sie das verlorene Gefühl der Ganzheit durch das Empfinden der Vereinigung wieder zu erreichen verspricht. Wenn der Mond für die Befruchtung steht, dann ist Venus der Kuß: die erste, vorsichtige Öffnung dem anderen gegenüber, gleichsam als seelische Eintrittskarte in das Körperinnere, aber auch die höllischen Zungenküße, jene Elixiere des Teufels, die in den uterinen Höhlen und tiefen Wassertümpeln gründeln und ihre Opfer porentief einsaugen.

VENUS IN SCHÜTZE

LUFT/FEUER: DER HEIßLUFTBALLON / DIE SPIRITUELLE BLÄHUNG

Thema: Geselligkeit, Kommunikation, kollektive Harmonie, Beschäftigung mit Religion und Philosophie

Ziel: Humanitäre Ideale, Weltverbesserungs-Ideologien (Wohlstand für alle)

Du siehst dich ins Auge Gottes mit seinen Millionen Perspektiven von Selbstwahrnehmung katapultiert, wo du aus sicherer Entfernung zur materiellen Welt erkennst, daß Erlösung und Zerstörung, Krieg und Frieden, Gott und Teufel dasselbe sind. Im erlösenden Liebesakt materialisiert sich der ideelle Geist in Raum und Zeit, denn diesem Gestirn wohnt der spirituelle "Verdauungsfurz" als innere Aufblähung von Größe inne, und die Ideale kosmischer Sinnfindung kollidieren mit der weltlichen Trieberfüllung. Feierlich gehen alle Pforten auf, ein Licht, heller als ein Blitz, schießt heraus, der Raum löst sich auf, schlagartig gehen alle Lichter aus und das gedämpfte Wimmern der Erde ballt sich zu einem letzten Schrei zusammen und bricht dann ab, und du begreifst: Erst, wenn du das weißt, wenn du das alles begriffen hast, kannst du von deiner Wolke heruntersteigen und an der Lösung der Probleme dieses Planeten mitarbeiten.

DIE SEXUELLE HINGABE AUS KARMISCHER SICHT

Venus drückt die Anziehung der Gegensätze aus, die Sehnsucht zwischen Mann und Frau, die verlorene Einheit wiederherzustellen, den Zustand vor der Vertreibung aus dem Paradies. Mit dem Sündenfall zerbrach die Einheit zwischen Gott und Schöpfung, Mensch und Natur, und seither stehen sie sich als Polaritäten unversöhnlich gegenüber. Aufgrund ihrer inneren, wesenhaften Zusammengehörigkeit ziehen sich alle Gegensätze jedoch wiederum unwiderstehlich an. Jedes Wesen ist ein Teil des Ganzen und versucht deshalb immer wieder, mit dem Ganzen zu verschmelzen.

Im ewigen Schöpfungsplan, der die Vorgänge in der Natur steuert und auch für die Erhaltung der Arten sorgt, liegt der Drang nach Einswerdung in der Sexualität. In der alltäglichen Beziehungsrealität bedeutet dies oft nichts anderes, als daß du den anderen dazu benutzt, deine eigene innere Leere mit einer intensiven Erfahrung zu füllen, ohne jedoch dabei und - dies ist das Entscheidende - den anderen Menschen in seinem eigenen Wesen auch wirklich annehmen zu können. Was wir im Grunde erfahren wollen, ist die Erfüllung unserer eigenen Sehnsucht nach Liebe. Sie leben wir in unserem Inneren aus, und dazu benötigen wir oft mehr das Bild des Partners in uns als diesen selbst. In solchen Momenten scheint er uns all das, was wir bei uns vermissen, zurückzugeben, damit wir in uns diese Empfindung von Vollständigkeit, derer wir allein nicht fähig sind, erfahren können.

VENUS IM 4. HAUS

DER SUKKUBUS

Auf der hellen Seite bist du die lebendige, nährende Seite des instinkthaften Selbst, die Urgestalt der Erde, ohne die Leben nicht entstehen kann, auf der dunklen verschlingst du aber auch rücksichtslos, was sich dir nicht öffnet, denn unter der Maske der Liebe verbirgt sich eine starke, leidenschaftliche Person in dir, die ihre Partner nicht nur emotional verspeist, sondern sie auch sexuell antreibt. Du bist entstanden aus der Kraft des Ganzen und der Reibung am Leben als ein Funke jener Kraft, die dich in immer neuen Bildern zeugt, denn der Sukkubus (weiblicher Buhlteufel des mittelalterlichen Volksglaubens) ist die Nadel in der Rille der Seele, die deine Gefühle zum Klingen bringt.

Dein Symbol ist die Schlange, die Adam verführt, die alten Werte zerstört und den fruchtbaren Aspekt des Weiblichen (Eva) wieder mit der orgiastischen Lust (Persephone oder Lilith) vereint, die beide aus Gott-Teufel hervorgegangen und innig mit der menschlichen Natur verwachsen sind.
 
 

Symptome: Drüsenstörungen (Insuffizienz der Bauchspeicheldrüse), Gebärmutter-, Eierstock- und Brustprobleme (fehlende Geborgenheit, irritierender Umgang mit der inneren Weiblichkeit)

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Wie bei der Liebesgöttin Venus, so strömt auch deine Hingabe aus der unergründlichen Tiefe, die im Zauber der Liebe zwar die Gegensätze verbindet, ohne sich aber persönlich zu öffnen und sich den Menschen hinzugeben. Du glaubst, dich deinen inneren Sehnsüchten hingeben zu können, ohne selbst durch die Höhen und Tiefen menschlicher Leidenschaft zu gehen, denn die Venus-Qualität entspricht dem urinstinktiv-weiblichen Verlangen nach dem Spiel von Zu- und Abneigung, dem Reiz von Ablehnung und Gewährung, und nicht nur der drallen Lust einfältiger Hingabe.

Als Frau klingt in dir der Venus-Dämon an, nämlich den Mann zu einem Besitz deiner eigenen Vorstellung zu machen, denn nur, wer unerreichbar scheint, ist es wert, besessen zu werden. Was sich halten läßt, wird schal und nur, was sich nicht halten läßt, ist es wert, von dir erobert und einverleibt zu werden.

Umgekehrt kann das bei dir als Mann zu einer Abhängigkeit von deinen inneren Projektionen führen, wenn die jahrtausendealten Konfliktherde in den Tiefen des kollektiven Unterbewußtseins aufbrechen: Ist es die Erinnerung an die Höllenpriesterin und Urhexe, die dir die Einheit von Liebe und Leidenschaft mit der Peitsche einbleute, ist es die Kühle der Wasserfee, welche dich durch ihre Unberührtheit zur siedenden Lust antrieb, oder mit wem suchst du notdürftig den Riß zu kitten, der sich durch deine Seele zieht, um die seelische Hypothek abzutragen, unter deren Last die gebrandmarkten Jünglinge im Feuerofen stöhnen?

So verbinden sich Realität und Wahn in Venus' Liebe zur Vorstellung, der geformte Teil einer universellen formenden Kraft zu sein und an einem kosmischen Hintergrundgeschehen teilzuhaben, das dir als göttlich erscheint. In Wirklichkeit ist es aber nur der Stoff, aus dem deine Sehnsüchte gewoben sind.
 

MARS

DIE DURCHSETZUNG DES EGOS - DIE MÄNNLICHE SEXUALITÄT

Mars, in Rom als Sohn Jupiters und der Juno National- und Kriegsgott, galt als Vater von Romulus und Remus und wurde als Ahnherr der Römer verehrt. Von den Griechen Ares, den Germanen Thor genannt, ist er ein Symbol der blinden Vorwärtsbewegung und der unbeugsamen Durchsetzung, denn er ist der Herr des Krieges, der Zerstörung, des Streites und der ewigen Zwietracht. Als junger, kriegerischer Mann charakterisiert, behelmt und von Kopf bis Fuß bewaffnet, liebt er jegliche Form von Aufruhr, Sturm und Angriff, denn als Gott des Kampfes freut er sich am Getümmel und Geschrei der Schlacht. Dadurch wird er ständig in äußere Auseinandersetzungen verstrickt, die seinem inneren Ziel entsprechen, das sich nicht auf irgend etwas hinentwickelt, sondern sich aus der Spannung jedes Augenblickes nährt.

Mars symbolisiert nicht nur den Aufbruch des Sonnenhelden oder die sich fauchend entzündende Flamme als Sinnbild des triumphierenden Willens, sondern auch den Absturz, das Scheitern an Hindernissen. Er verkörpert auch die Rebellion gegen patriarchale Gewalt, den aktiven Animus, der den alten König stürzt, die pubertäre Phase der Suche und der Selbstfindung, oder die Vater-Sohn- Beziehung als Wiege nährender Konflikte der männlich-aggressiven Triebnatur.

In der mythologischen Umschreibung trennt Mars die Polaritäten, ohne sie allerdings zu werten, denn es ist ihm gleich, auf welche Seite er sich stellt, wenn nur Krieg und Streit dabei gewinnen. Jede Auseinandersetzung bietet ihm die Chance, Dinge durcheinanderzubringen und Gewohnheitsmuster zu zerstören, was immer wieder neue Perspektiven von Entwicklung und Erkenntnis mit sich bringt. Vom Wunsch nach Freiheit und Erlösung motiviert, versucht er stets, alles Einschränkende aus dem Weg zu räumen. Damit wird er aber in seinem Freiheitswahn gerade zu einem Teil jener Zerstörungskraft, die den Ursache-Wirkungs-Kreislauf entfacht und damit den Weg für Neuentwicklung und Erkenntnis frei macht.

MARS IN STEINBOCK

FEUER/ERDE: DER "GERECHTE" KRIEG

Thema: Herausforderung, Trotz, Eigensinn, Wirklichkeitssinn, Durchsetzungssinn, Tollkühnheit, Verhärtung

Ziel: Kampf und Widerstand gegen die Außenwelt (kompensierte Triebhemmungen)
 
 

Mars in Steinbock ist der rücksichtslose Gott des Scheiterns, der das Machtprinzip des Egos an den Verhinderungen des Unbewußten aufreibt. Deshalb bist du einerseits bestrebt, alle Hindernisse zu beseitigen, die dein äußeres Handeln beeinträchtigen; andererseits ist es aber gerade die Behinderung deiner Entfaltungsmöglichkeiten, die dich zur Überwindung immer höherer Hindernisse antreibt. Das verhinderte Wollen erhebt sich drohend aus den Niederungen der Gewalt und wird zu Affekthandlungen, Unfällen oder akuten Krankheitsausbrüchen führen, wenn diese inneren Spannungen nicht durch Einsichten und entsprechende Reife aufgefangen werden können.

Es ist das überkommene Weltbild, das zunichte gemacht werden will, denn Mars kündet vom Scheitern als notwendigen Voraussetzung, um zu einer umfassenderen Wahrheit zu gelangen: Will man die eigenen Forderungen erzwingen, muß man sich des Krieges bedienen, was natürlich nie im eigenen Unrecht, sondern immer in der Uneinsicht der anderen liegt. Aus der Rolle des Advocatus diaboli heraus wäre demnach die boshafte Frage zu stellen, ob nicht gerade erst Aggressionen, Kriege und Unterdrückung das Überleben in einer Gesellschaft erlauben, die ihren Mitgliedern die systematische Verdrängung ihrer Instinkte auferlegt?

DIE DURCHSETZUNG DES EGOS AUS KARMISCHER SICHT

Ohne Mars gäbe es wahrscheinlich keinen Krieg. Aber ohne ihn könnten wir unsere individuellen Absichten auch nicht zum Ausdruck bringen.

Bevor wir also das marsische Prinzip zum Sündenbock erklären, sollten wir uns klarwerden, daß uns nur Aggressivität und Geltungswille zu einem eigenständigen Wesen machen, das sich durchsetzen und seine Entwicklung selber in die Hand nehmen kann. Daß sich diese Entwicklung nur über Krieg und Zwist abspielt, mag dem bedauerlich erscheinen, der die Abgespaltenheit des Egos von der Ur-Einheit nicht in Betracht zieht und dadurch den Menschen nicht in seiner Angst vor dem Getrenntsein mit dem Kosmos sieht (was dieser mittels Durchsetzung des Egos krampfhaft kompensiert). Er setzt sich durch, um wenigstens sein Ego zu spüren, da die Idee des Sieges ja das einzige ist, was ihm von der Verbundenheit mit dem All-Einen geblieben ist. Darum ist es auch töricht, wenn sich der Mensch gegen seine eigenen Grundlagen verbündet, denn wenn er gegen den Krieg protestiert, protestiert er in Wirklichkeit gegen sich selbst, denn Krieg und Mensch sind Synonyme.

Akzeptieren wir uns also, wie wir sind, damit die Kriege, die wir nicht verhindern können, nicht auch noch sinnlos werden. Denn wie sagte schon Heraklit: "Krieg ist der Vater aller Dinge!"

MARS IM 5. HAUS

DER DRACHENTÖTER

Hier befindest du dich im Einklang mit deinen inneren Gefühlen, denn du verfügst über eine feurige Hitze und strahlst eine immense Sinnlichkeit aus. In seiner primitiven Prägung jedoch befindet sich dein Gefühlsleben noch nicht ganz auf der Höhe der Zeit, denn unter diesem Gestirn hältst du dich für den großen Drachentöter oder die kämpfende Amazone, der jedes Ungeheuer verfällt. Wirst du in deiner Aggression gehemmt, führt dies zu großer Frustration und Zorn, denn all deine Gedanken kreisen um das egozentrische Ich- Empfinden - im Schatten zu stehen ist allein Sache der anderen. Von daher rührt auch dein Bemühen, dich stets vorteilhaft zu präsentieren, denn innere Stärke zu demonstrieren ist für dich geradezu lebenswichtig.

Dein Spiel heißt "leben und durchsetzen" und ist ein echtes Konditionstraining für deine Konzentration; es verschafft dir den Nervenkitzel des Lebenskampfes. Dies wiederum stachelt dich an, deine Aktivitäten auf Biegen und Brechen durchzusetzen, worauf du die Empörung der Umwelt zu spüren bekommst, die dein Vorgehen bisweilen als unverschämt empfindet und dich in der Realisierung spontanen Wollens durch ihre Norm-Strukturen hemmt.
 
 

Symptome: Tendenz zu Verletzungen (Zerrungen, Verrenkungen, Verbrennungen), Unfällen, hohem Fieber, erhöhtem Blutdruck, Kopfschmerzen, Herzschwäche, Infektionen

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Mars verkörpert also das, was wir die Aggressionskräfte nennen (die Ausschüttung von Adrenalin ins Blut), und in dieser Position ist er der natürliche Feind von Hemmung und Blockade. Risikofreude, Kampfbereitschaft, Unternehmungslust und sexuelle Triebhaftigkeit sind seine Merkmale, und als männlich-aggressive Kraft steuert er alle Hindernisse auf direktem Wege an, wobei er den Gordischen Knoten nicht durch vergleichendes, reflektierendes Denken löst, sondern indem er ihn ganz einfach mit dem Schwert durchschlägt. Er verkörpert die instinktive Kraft, die stets aufs neue blüht, wenn der Zyklus karmagestaltender Umwandlung in dir erwacht.

In dieser Tollkühnheit und Abenteuerlust kannst du aber auch gleichzeitig die unergründliche Schöpferkraft erkennen, die dich auffordert, die äußere Welt zu erobern und über den Weg der Tat zur Einsicht zu gelangen, daß zwischen "Eroberung" (+) und "Zerstörung" (-) nur die individuelle Perspektive deiner Weltanschauung liegt. Mars treibt dich nicht nur aus den Bezirken seligster Verklärtheit, sondern er läßt auch durchblicken, daß diese aggressive Energie gerade der Treibstoff für deine geistige und seelische Entwicklung ist. Du bist nun einmal, wie du bist, und nicht einmal aus der Perspektive abgeklärter Greise ist es sinnvoll, Ego und Ich-Durchsetzung zu verteufeln, weil dann Entwicklung nicht mehr möglich ist.

In jedem Scheitern findet sich auch ein Samenkorn zu reiferer Entfaltung, und damit dient Mars in seinem zwanghaften Tatendrang gleichzeitig jener höheren Führung, die in der Zusammenfügung allen Wesens "Sein" und "Werden" überhaupt erst sinnvoll macht.

JUPITER

DIE INNERE SINNFINDUNG

Jupiter, milder Regent und harter Diktator, freundlicher Freund und feindlicher Feind, Hüter des Rechts und Brecher des Widerstandes, Gott der Gerechtigkeit und Gott der Rache, wird als höchster Himmelsherr verehrt. Als Gott der Wahrheit ist er Lichtbringer, Siegverleiher und Sitz der höchsten Weisheit der Welt, und als Vater der Götter und Menschen gilt er als Mehrer, Erhalter und Erretter in der Not.

Als allumfassender und universaler Gott nennt man ihn "höchste Macht", und als Beherrscher des Erdkreises ist er der oberste Gott, Regierer und Erhalter des Weltalls. Als innerer Guru und Wohltäter, der selbst aus den profansten Alltäglichkeiten kraftspendende und lebensbejahende Affirmationen zu ziehen vermag, steht er für den unstillbaren Drang nach geistiger Horizonterweiterung, und mit seinem unerschöpflichen Trieb nach Ausdehnung repräsentiert er eine guruhafte Omnipotenz in der Außenwelt, die das Wesentliche erst in der Übersteigerung durchscheinen läßt. Das Bestreben, die Dinge in einem größeren Zusammenhang zu sehen, krönt sich in der Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Daseinsfragen.

Auf unbewußter Ebene entspricht das einer Ein- und Rückbindung ins Zeitlos-Ewige. Dieses Empfinden eines Eingebettetseins in einen größeren Rahmen erlaubt ihm, ein Gefühl von Sicherheit und Wissen auszustrahlen, das ihn in den Augen seiner Umwelt als einen Übermittler spiritueller Einsichten erscheinen läßt.

JUPITER IN STEINBOCK

FEUER/ERDE: DER ALCHIMIST / DIE KRISTALLISIERTE FORM

Thema: Verantwortung, Würde, Pflichterfüllung; noble Ziele, hohes Prestige, sozialer Aufstieg

Ziel: Universalbewußtsein (Menschenkenntnis plus Selbsterkenntnis gleich Welterkenntnis)

Wenn Jupiter die geistige Autorität in den Mittelpunkt rückt, dann erschließt Steinbock die tieferen Schichten des von Jupiter autoritativ postulierten Sinns. Ihm geht es nicht mehr um das Vorgaukeln von Bildern, ihm geht es um Wahrheit! Präziser: um die Haltung des Wahrheitssuchers. Nur ein innerer Sinn kann auch zum unmittelbaren Erfassen der einer Vorstellung zugrunde liegenden Idee verhelfen, und das wiederum wird durch Steinbock erzwungen.

Bist du einmal selbst bist zu den kollektiven Schöpfungsprozessen vorgestoßen, wo die Fragen zu den Prozessen entstehen, die durch die Vernunft nicht beantwortet werden können, dann magst du auch erkennen, daß die Antworten auf alle Fragen, die du dir stellst, in dir selbst liegen. Sie enthüllen sich dir, wenn du deine Ausrichtung von der äußeren Welt weg und nach innen wendest; dann wirst du dir deines Urwissens bewußt. Das mag als höchste Prämisse auch bedeuten, Gott und Teufel als die verschiedenen Seiten einer gleichen Münze zu erfahren: nämlich die Identität zwischen dem Realen in der Illusion der Vorstellung und dem Illusionären im Bild der Realität festzustellen.

Damit hast du die Chance, den Weg zum Gipfel, den du stets gesucht und nie gefunden hast, als Pfad zu erkennen, der gleichzeitig in die Tiefe führt. Denn hinter der Maske von Bewußtsein und Selbsterkenntnis lauern die Abgründe unbewußter Selbstverlogenheit: Alle Wege führen immer nur zu den Archetypen egoistischer Ich-Identifikationen, die wir uns als persönliche Ziele jetzt ausgewählt haben.

DIE INNERE SINNFINDUNG AUS KARMISCHER SICHT

In seiner positiven Prägung zeugt Jupiter von einer Haltung, die von Güte, Optimismus und lebenszugewandter Expansivität nur so strotzt. Man glaubt ihm den offenen und großzügigen Menschen, der "leben und leben lassen" zum Credo seines persönlichen Verhaltens kürt. Als Hüter väterlich-milder Autorität dient ihm Freiheit und Selbstverwirklichung zur höchsten Prämisse, aber nur solange, wie man die gnädigst zugewiesenen Freiräume nicht überschreitet.

Solange man seinen Führungsanspruch nicht in Frage stellt, ist er der gütigste, gerechteste und wohlwollendste, Reichtum und Fülle über die Menschen ausstreuende Gottvater. Scheinbar befreit von den äußeren Zwängen vermag Jupiter ein kolossales Gemälde des Universums zu malen und sich gleichzeitig als spiritueller Befruchter darzustellen, der die Gestirne dirigiert. Er strebt nach einem inneren Erkennen, das sich selbst höchstes Gesetz ist. In diesem Sinne ist er nichts anderes als eine Wiedergeburt des alten Priesters, der die Schaffung seines inneren Gottesbildes selber in die Hand genommen hat, denn Jupiter verkörpert das Verlangen, der Sehnsucht nach Gott ein inneres Bild zu widmen und dieses in die Welt zu schicken, damit er es "draußen" finden und wieder in die Seele zurückspiegeln kann. Diese veräußerlichte Sinnbildung dient ihm als Ziel, außen zu finden, was er innen sucht. Gleichzeitig läßt er das gefundene Bild wieder nach innen verschwinden, weil dieser Gott, den er außen findet, sich in seiner inneren Sehnsucht ja "erkennt"!
 
 

Was der Mensch aus dieser Not heraus "Gott" nennt, ist in Wahrheit sein eigenes, von ihm allein geschaffenes Ebenbild, weil er sich an Gott selbst nicht (mehr) erinnern kann. Und was er als Ziel bezeichnet, enthüllt im Grunde nur seine Absichten, und zwar in Form des von ihm selbst entworfenen Schöpfungssinns. Finden ist seine spezifische Form von Suchen - und daraus ergibt sich ein im Suchen selbst liegender Lebenssinn!

JUPITER IM 5. HAUS

DER OLYMPIER

Im fünften Haus ist Jupiter das Symbol jener Kraft, die - stets auf ihre Unabhängigkeit bedacht - zu neuen Ufern aufbricht, um den inneren Schöpfergeist aus sich hervorzubringen und die Welt damit flammend zu entzünden. Du solltest ihn dir als den Teil vorstellen, der seine eigene Gottähnlichkeit erkennt. Dieser Teil ist sich seiner selbst aber auch als etwas bewußt, das über das hinausgeht, was du bist, und der das Leuchtende, Würdevolle und Einzigartige in dir aus der Tiefe deiner Seele in die Welt hinauswirft.

Er, der sich als dich erkennt und zugleich mehr ist, als du bist, ist der persönliche Gott oder das Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, den du persönlich aus dir herausrufen kannst. Deshalb unterstehst du unter seinem Einfluß einem starken Zwang, auffallen und mit hohen Zielvorstellungen glänzen zu wollen. Dabei peilst du die Spitze der Spitze an und schießt oft über alle Ziele hinaus. Manchmal bricht aber auch der Gipfel zusammen und die Psychologen haben dann alle Hände voll zu tun, deine erschöpften Ich-Inhalte mit neuen Identifikationsvarianten wieder aufzufüllen.
 
 

Symptome: Selbstbewunderung, Eitelkeit und Standesdünkel (aufgeblähtes Ich-Empfinden); Übertreibungen und Übermaß (Herzerweiterung); Drang nach Macht und Anerkennung

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Du selbst bist der Schöpfer, der nicht wahrhaben will, daß er seine eigene Schöpfung sucht, denn seine eigene Schöpfung entspricht ja der Sehnsucht, ohne das nicht leben zu können, was er immer wieder "findet": einen im Suchen selbst versteckten Lebenssinn! Finden ist deine eigene Form von Suchen, und solange du dies nicht erkennst, wird dein eigener Gott dir ein Rätsel bleiben, weil du dich selbst nicht erkennst. Erst wenn du merkst, daß das eigene Ziel du selbst bist, wirst du das Rätsel lösen, denn im Rätsel verbirgt sich die Wahrheit, die nur deshalb als Rätsel erscheint, weil du dich selbst in ihr nicht siehst: 'Gott ist überall! Der einzige Weg, ihn nicht zu finden, ist der, ihn suchen zu wollen!' (Der Geist der Wahrheit) Die Wahrheit versucht immer, aus sich herauszutreten, doch in immer neuen Bildern und Erklärungen hältst du sie gefangen. Aber in allen Schmerzen und Enttäuschungen erfährst du sie ein bißchen mehr:

'Und je mehr du deiner selbst wüst und leer bist und aller Dinge unwissender, um so näher kommst du dem. Ihn kann man nur sehen in Blindheit, in Nicht-Erkennen, ohne Form und Laut und ohne Gemächte der Vernunft. Gott wird geboren in dem Nichts...' Meister Eckehart
 

SATURN

DER STACHEL DER VERHINDERUNG

Saturn ist der gestrenge und unerbittliche Gott der Reife und Zeit, der Hüter der Schwelle, Gott des Karmas, der Erbsünde und der Tugend, der die Menschen an ihr Schicksal, an das Abbüßen ihrer Sünden ohne Vergebung oder Gnade bindet, bis daß die Sünden getilgt und der Leidenszyklus abgeschlossen ist.

Als Gott der Kargheit und Askese weist er alle Übertreibungen in die Schranken, züchtigt die Übermäßigen und läutert die Edlen, er achtet auf die Einhaltung der Gesetze, die durch die Vergangenheit strukturell gewachsen sind, ungeachtet ihrer Berechtigung und jenseits seiner persönlichen Meinung, und als Gott der Verhärtung zeigt er die Stelle an, wo jegliches Fließen der Lebensströme und jegliches Sichöffnen gegenüber den intuitiven Eingebungen der karmischen Bilder versiegt - wo die Bereiche des Lebens zur Bürde und die Schritte im Alltag zur Qual werden und wo jegliches Entfalten und Höherstreben der Seele schon im Keime erstickt wird, solange du die Ebenen deiner Verhinderungen noch nicht erkannt und in dein persönliches Erleben eingebunden hast, kurz: wo du dich ans Inventar seiner Bilder gebunden hast, die dir Sicherheit und Ruhe garantieren. Das ist das weltliche Geschenk von Saturn. Der Preis aber ist die Angst um diese Sicherheit. Durch seine Position im Radix zeigt dir Saturn das Maß dessen an, was du bis zum Überschreiten dieser Schwelle zu zahlen hast!

SATURN IN JUNGFRAU

ERDE/ERDE: DER ABGESPALTENE SCHATTEN

Thema: Gewissenhaftigkeit, Übersicht, Selbstdisziplin; Detailgewichtung, Formalismus, Anpassung

Ziel: Erkennen der detaillierten Zusammenhänge; objektive Neutralität

Oft kämpfst du für deine Vorstellung von (sozialer) Ordnung, ohne deine eigenen Aggressionen zu erkennen, wonach du notfalls auch bereit wärest, dein Recht gegen die Gewalttätigkeiten der anderen mit Gewalt zu erzwingen. Du spaltest das Böse von dir ab und lagerst es aus, damit du es unbemerkt dort draußen bekämpfen kannst, und merkst nicht, daß du dich in deiner eigenen Falle gefangen hast.

Meist hast du das Böse gar nicht ausgelagert, sondern nur sein Bild, das du in Form von Sündenböcken in der Außenwelt bekämpfst, denn oft wirst du unerkannt selbst zum Bösen und verwendest im Kampf gegen das Böse genau die Mittel, aufgrund derer du das Böse bekämpfst. Deshalb solltest du wissen, daß du mit deiner analytischen Intellektualität dein eigenes Lebensgefühl so stark verengt hast, daß der Zugang zum Lebenssinn für dich sehr schmal geworden ist.

Du hast deinen Schatten im gefühlsmäßigen Erleben durch ein kontrollierbares Weltbild ersetzt, um deine Vorstellung vom Leben dann nur noch durch diesen Filter hindurch zuzulassen. Damit begegnen dir im Leben all jene zahllosen äußeren Sündenböcke, die dir helfen, dein inneres Böses unentdeckt zu leben. Und süffisant stellt dir der Teufel die Frage, ob es nicht dein verdrängtes Böses selbst ist, das für Gerechtigkeit in der Welt sorgt, und ob nicht "gerechte" Kriege, Gewalt gegen Böse und gewaltsame Ausgrenzung der Sünder unserer Triebnatur insgeheim die Erfüllung ihrer atavistischen Sehnsüchte sichern.

DIE KRISTALLISIERENDE SPIEGEL AUS KARMISCHER SICHT

Saturn gilt seit jeher als der Inbegriff des Bösen. Dies nicht etwa aus dem Grund, weil Saturn ein Übeltäter wäre, sondern ganz allein, weil wir aus unserer Welt des Dualen, in der wir uns stets für das Gute und gegen das Böse zu entscheiden haben, der Wahrheit nicht gern ins Gesicht schauen. Denn Saturn ist gerade nicht die transzendierende, höherschwingende Erlösung, sondern die sich zusammenziehende, pragmatische und eine die Bindungen unseres Planeten in den Mittelpunkt stellende Wahrheit, die alle höherstrebenden Ideale, Hoffnungen und Wünsche auf ihre Verwirklichungsmöglichkeiten reduziert - auf ihre Umsetzbarkeit verkleinert oder auf die Sichtbarkeit ihrer Ewigkeit kristallisiert. Das beinhaltet aber auch die Abwesenheit von idealistischen Hirngespinsten und geistig-verklärten Höhenflügen. Der Maßstab, mit dem alles ausgemessen wird, ist die Sichtbarkeit (im geistigen Bereich die Wirksamkeit), und diesen Wirkungen haben sich die Ursachen zu stellen.

Aus diesem Gesichtswinkel heraus läßt sich erkennen, daß es hier um die Konfrontation mit deinem Schatten geht, dem Verdrängten, mit dem, was du an dir nicht wahrhaben willst. Der Betroffene erkennt die wahre Natur seiner eigenen Wahrheit nicht, denn das würde ja voraussetzen, den erkenntnispsychologischen Mechanismus, der zur inneren Erschaffung der erkannten Wahrheit führt, zu durchschauen. Das aber gerade kann er nicht, denn der schattenhafte Teil des Saturns erkennt immer nur den Schatten seines eigenen Unerkannten. Und weil er die Unvollkommenheit seiner Erkenntnis nicht erkennen kann, schließt er sich in den Panzer seiner subjektiven Überzeugungen ein. Seine Wahrnehmung dringt nicht in die Tiefe des Seins, sondern verbleibt in den Untiefen seines eigenen Geistes, und indem er die Welt ansieht, sieht er doch immer nur sich selbst im Spiegel seines eigenen Erkennens. Er ist in seiner Selbsterkenntnis gefangen wie der Einsame in seinem Gefängnis tief unterhalb der klaren Transparenz des Bewußtseins. Sein dumpfes Verständnis der kosmischen Gesetze reicht nicht über den auf sich selbst fixierten Geist hinaus, der sich in allem, was er sieht, nur immer selbst betrachtet.

In allem, was du siehst, kannst du immer nur dich selbst sehen, und im Umgang mit der Außenwelt kannst du immer nur mit der nach außen projizierten Innenwelt umgehen. Indem du die Verantwortung für dieses In-sich-selbst-Kreisen deiner Erkenntnis aber übernimmst, konfrontierst du dich schrittweise mit den von dir selbst geschaffenen Wirkungen und siehst schließlich auch, was an deinem Handeln richtig ist und was nicht. Das Thema ist aber nicht nur die Vorstellung von Schuld oder die Konfrontation mit den inneren Ängsten: Diese sind ja die Grundlage für alle Handlungen, die wiederum die Ursachen und die Wirkungen bilden, durch die hindurch die Entwicklung des Menschen voranschreitet. Thema ist auch - und hier kommen wir zur Metamorphose, die eine abgearbeitete Ebene transzendiert - der immerwährende Beginn, die Zukunft, die in der Vergangenheit beginnt, oder apokalyptischer: die Gegenwart, die morgen für uns gestern sein wird. Saturn führt die in den Taten der Menschen verborgene Struktur vor Augen, die gleichermaßen Ursache und Wirkung ist. Doch ist die Position Saturns auch nicht als unbedingt hilfreich zu bezeichnen. Man könnte sie als einen Weg der Wahrheit umschreiben, als einen Drang vielleicht, hinter die Dualität zu kommen und den Mechanismus zu erkennen, der zu unseren Problemlösungen führt.

SATURN IM 12. HAUS

SPIEGEL IM SPIEGEL ODER DAS BEWUßTSEIN GOTTES

Diese Konfiguration wirkt sich sehr hintergründig und verdeckt im Leben aus, denn hier bist du von alledem getrennt durch die Schwelle, die du überschritten hast: die Schwelle der Wahrnehmung. Du bist durch die Tür geschlüpft, durch die du in das Ewige eintrittst, in das Modell des Unbekannten, das wiederum ein Abguß des großen Unfaßbaren ist. Denn die Welt, wie du sie siehst, existiert nur aufgrund der Vorstellung, die du dir von ihr machst.

Man könnte es auch so ausdrücken: Die Welt enthält in sich selbst auch ihre eigene Reflexion im Spiegel unserer Bewußtseinsmuster, doch das, was wir im Spiegel unserer Vorstellung erkennen, ist immer nur das Gespiegelte unserer Denkstruktur. Jede Realität kreiert in deinem Gehirn Welten von anderen Sinneseindrücken und ruft das täuschend echte Gefühl hervor, als seiest du in ihr, denn dein Geist ist in die Datennetze des ganzen Universums eingebunden und auf sublime Weise mit jeder anderen Realität verbunden, obwohl du dir dessen nicht bewußt bist. Jeder Gedanke lebt im Bewußtsein anderer Dimensionen fort, und für viele Wesen sind diese Gedanken leuchtende Sonnen.

Umgekehrt ist das, was du als leuchtende Sterne am Himmel siehst, das lebendige Bewußtsein Gottes, von den Wesen anderer Systeme geträumt. Zwar sträubt sich deine Psyche gegen das Erwachen, aber auch in deinen Träumen tauchen Schuldgefühle auf (weil die verdrängte Realität durchschimmert). Auf dieser Seite kannst du nicht erwachen, weil du die Orientierung in der Welt verloren hast, drüben aber kannst du auch nicht schlafen, weil dir das saturnische Gewissen keine Ruhe läßt.
 
 

Symptome: Organzersetzung, Ablagerung von Giften, irrationale Ängste, Auflösungserscheinungen, Wahnvorstellungen, Disposition zur Ohnmacht, Flucht durch Sucht

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die Relativität saturnaler Zwänge kannst du erst dort richtig verstehen, wo du auch erkennst, daß Zwang nicht nur Einschränkung, sondern im Gegenteil auch Freiheit sein kann. Nämlich die Freiheit, dich innerhalb von fest strukturierten Grenzen frei zu entfalten. Die Konsequenz liegt jetzt darin, daß bei Wegfall dieser Zwänge ein anderer Zwang an deren Stelle tritt, nämlich der Zwang, die Verantwortung für die eigene Begrenzung selbst übernehmen zu müssen. Und diese Verantwortung kann nur der übernehmen, der den Mechanismus in der menschlichen Psyche zur Schaffung der Bilder, die der Mensch dann als die erkannte Wahrheit bezeichnet, erkennt. Und zwar als das, was diese Bilder sind: die Relativität der Welt, geschaffen aus der menschlichen, begrenzten Perspektive. Wenn du erst erkennst, daß echte Sicherheit nicht in den äußeren Verwandlungen der materiellen Welt zu finden ist, sondern nur in den Abläufen ihrer Gesetzmäßigkeiten, dann erst hast du die Funktion Saturns als des Hüters der Zeit erfaßt. Er befindet sich als Wächter genau an der Grenze zwischen materieller und geistiger Welt, und läßt dich erst passieren, wenn du in der Veränderung durch die Zeit gerade die Unveränderlichkeit des Ewigen erlebst.
 

URANUS

DIE SPRENGUNG DER NORM

Uranus ist die Personifizierung des Himmels, des Urmännlichen und der alle Formen sprengenden Entwicklungskraft. Als Sohn und Vater der Gäa (Erde), Ahnherr aller Götter, Ursprung und Zeuger der Natur- und Himmelsgewalten ist er ein Symbol des sich immer neue Wege bahnenden Schöpfungsstroms. So wie er selbst aus dem Nichts entstanden ist, umhüllt ihn eine Aura des Plötzlichen, Neuen und Unerwarteten. Er haßt Struktur und Norm, denn die kontinuierliche Entwicklung ist ihm zuwider; er springt aus der Form, denn er liebt das Sprunghafte, Unberechenbare, denn er ist das Symbol des Urknalles an der Wiege von Zeit und Raum, an der Schwelle zum Schöpfungsanfang. Er ist "der Blitz aus heiterem Himmel", der die natürliche Entwicklung stört, der die Veränderung einleitet und generell das Alte zugunsten des Neuen stürzt, der aber plötzliches und unverhofftes Glück genauso wie unvermutet über den Menschen hereinbrechendes Unglück bedeuten kann.

Mit anderen Worten ist Uranus also ein Gestalter sowohl der Zeit als auch des Raumes, nur daß seine Visionen von Raum und Zeit sich in viel größeren Dimensionen gestalten, als wir uns das durch die irdisch-saturnale Brille vorstellen können. Seine Berührung mit der menschlichen Psyche ist anschaulich verkörpert in der Symbolgestalt des Prometheus, dessen plötzlich aufbrechendes Bedürfnis nach Erweiterung seines Horizontes ihm den Wunsch eingab, das Feuer der Götter vom Himmel zu holen und es für die Menschen nutzbar zu machen. Uranus überfällt uns wie ein plötzlich hereinbrechendes Gewitter, das das Inventar, also das, was wir vorher für unsere Wirklichkeit gehalten haben, hinwegfegt, und zwar so gründlich, daß die Welt nachher nie mehr so aufgebaut werden kann, wie sie vorher war.

Diese losgelassenen und unkontrollierten Kräfte sind vonnöten, um der nach Wachstum strebenden Psyche gegen die Denkbarrieren und Abwehrmechanismen der inventarisierten Welt im Durchstoßen der Grenzen den nötigen Schwung zu geben. Damit avanciert Uranus zum großen Befreier aus den Fesseln der Materie, zum Erwecker aus dem Schlaf der eigenen Bilder oder zum Wegweiser aus den Polaritäten des Denkens, denn er zwingt uns zu einer durchgreifenden Veränderung unserer Sichtweisen und zu der damit verbundenen Neubeurteilung der Welt, die der vergrößerten Perspektive Rechnung trägt. Psychologisch könnte man dies veranschaulichen, indem man sagt, daß das zur Integration bereite Unbewußte in Form von noch unstrukturierten Gefühlen und Erkenntnissen als Vision oder Idee ins Bewußtsein schimmert und den Zwang auslöst, diese auf eine umfassendere Weise jetzt verstehen zu wollen und ihrem Drängen nachzugehen, ganz egal, wohin der Weg jetzt führt.

URANUS IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Uranus durchschnittlich 7 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Uranus-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.
 

URANUS IN ZWILLINGE

1942-1949: DIE FREIDENKER

Gedankenfreiheit, intellektueller Unabhängigkeitsdrang, neue Horizonte, Sprengung verkrusteter Denkmodelle, Ideenschmiede, freie Selbstverwirklichung, Interessenvielfalt

DIE REVOLUTIONIERUNG DER NORM AUS KARMISCHER SICHT

Mit einer starken Uranus-Betonung im Horoskop träumst du von einer idealen Welt und kämpfst für sie, ohne zu bemerken, daß das Ideale nur das Produkt deiner eigenen Vorstellung ist, denn Uranus verkörpert auch einen inneren Zwang zur seelenlosen Technologie, die jegliches Maß verlieren kann. Dann wird aus dem Wunsch, dich selbst außerhalb der Gesetze neu zu entdecken, der persönliche Größenwahn, dich mit diesem erkannten Größeren zu personifizieren und dich als "erleuchtet" zu erleben. In deiner subjektiven Schöpferrolle stellst du alles in Frage und nährst so den Keimungsprozeß des Irrationalen im Rationalen, des Geistigen im Zeitlich-Räumlichen, der Vorstellungsüberwindung im Vorstellbaren. Diese Visionen können völlig von dir Besitz ergreifen und die ganze Macht deines Unbewußten heraufbeschwören, auf deren Altar du am Ende aber selber geschlachtet wirst. Denn näherst du dich dem Strom deines inneren Feuers aus einer persönlich eingeengten Perspektive, dann wird dir die Wucht des Erkennens die Perspektive zertrümmern.

Das wahre Geschenk der von Uranus dimensionierten Möglichkeiten aber ist, dich als ein kleines Wassertröpfchen im riesigen Meer des Ewigen zu erfassen und gleichzeitig die innere Struktur des Ewigen zu erhaschen, welche umgekehrt ein Teil in dir ist. Um dieses uranische Bewußtsein aber zu erreichen, mußt du deine geschlechtsspezifische Rolle überwinden, um eine androgyne Wesensart zu leben, die den Kanälen polarisierender Spannungen entzogen ist. Denn das uranische Spektrum filtert aus dem kosmischen Reigen eine Perspektive, in der alles mit allem verbunden ist. Je mehr du dich vom Alltag vereinnahmen läßt, desto mehr entfernst du dich von deiner uranischen Möglichkeit, die Dinge ohne seelische Verbundenheit und persönlichen Kommentar einfach geschehen zu lassen, um aus dieser meditativen Gelassenheit blitzartig den inneren Plan jeglichen Geschehens in einem größeren Zusammenhang zu erfassen.

Deswegen tragen Visionen auch den Mantel plötzlichen Erkennens. Zur Veranschaulichung läßt es sich auch so ausdrücken, daß du nicht mit dem Fernrohr in der Welt herumreisen mußt, um die Wirklichkeit zu sehen, wenn du nur die richtige Brennschärfe einzustellen hast. Denn du bist nicht außerhalb der Wahrheit, du bist innerhalb von ihr, auch wenn du deine Denkfrequenz nicht auf sie auszurichten vermagst. Nicht das Unsagbare ist das Irreale, sondern deine begrenzte Weltvorstellung, deren selbstbemessenen Rahmen du als kulturelles Erbe zu bewahren hast und nicht in die Luft zu jagen wagst.

URANUS IM 10. HAUS

DIE LUST AM UNTERGANG

Dieser Einfluß konstelliert die Herausforderung, dich immer wieder mit Leuten herumschlagen zu müssen, die dir vor der Sonne stehen, denn nur in solchen Situationen lernst du die Nüchternheit und Gelassenheit, die du benötigst, um mit der Gegenwart umzugehen. Hier kommt es zur langsamen Anstauung der blockierenden Kräfte bis hin zum Punkt, an dem die Seele erstarrt und nur noch durch den uranischen Blitz wieder lebendig gemacht werden kann, denn hier wirst du von den Umständen bis aufs Blut gereizt, bis du die unsichtbaren Mauern zerbrichst und den Weg der Verhinderung verläßt.

Sieh deine Situation einmal klar: Du setzt dich gern dem Widerstand der Umwelt aus, nicht, um von ihr gehindert zu werden, sondern um das Hindernis für dich so groß werden zu lassen, daß es sich lohnt, darüber hinwegzuspringen. Dieser Drang, das Höchste zu überwinden, setzt wiederum die Hinderung voraus, denn was bliebe dir sonst übrig, was sich lohnt, überwunden zu werden? So ist gerade die Überwindung der Verhinderung (die Verbindung dieses Widerspruchs) das Ziel, das du anstrebst und das dich zu den Gipfeln der Erkenntnis führt.
 
 

Das bedeutet, daß du den Kampfplatz zu einer Dimension ausweiten mußt, wo die sich bekämpfenden Gegensätzlichkeiten nicht nur beide Platz finden, sondern auch die Erkenntnis, daß beide zwar verschiedene Perspektiven eines menschlichen Standpunkts verkörpern, die aber Bestandteil einer gleichen göttlichen Summe sind. Wie sagte doch der christliche Gott zum kriegsentschlossenen Präsidenten, als dieser ihn im Gebet fragte, ob ein gerechter Krieg gegen das Böse nicht auch gottgefällig sei: 'Wenn du den Jüngsten Tag wirklich verhindern wolltest, dürftest du nicht den Feind bekämpfen, nur um die Wirklichkeit deiner inneren Ängste an den Umständen zu messen, die du äußerlich verändern kannst. Sondern du müßtest in dir zerstören, was sich sonst in der Welt unerbittlich erfüllt: die unbewußte Lust am Untergang.' - Vielleicht ist es Menschen wie dir vorbehalten, die gesellschaftlichen Erstarrungen zu knacken, weil sie im Innern spüren, daß der kollektive Rahmen für die Sinnfindung und Lebenserfüllung viel zu eng geworden ist.
 
 

Symptome: Blockaden, Schock, neuralgische und neuritische Symptome, gereizte Spannungszustände, motorische Störungen, Überreaktionen

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Die uranische Dimension kann allerdings nicht abgehandelt sein, solange wir nicht auch die Identifikation mit dem Besonderen und Ewigen, wie sie durch uns Menschen in den Alltag übertragen und in unsere Motivationen hineingetragen werden, in ihren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft angesprochen haben. Denn gerade seit der jüngsten Vergangenheit befindet sich unsere Welt einer Situation der Umwälzung, in der ökologische Perspektiven (Umweltschützer, Rüstungs- und Atomkraftgegner) langsam beginnen, den materiellen Interessen entgegenzutreten.

Überspitzt ausgedrückt macht es für Uranus allerdings keinen Unterschied, ob ich mich um meinen persönlichen Wohlstand kümmere oder mich gegen die Armut in der Welt einsetze, ob ich einem technischen Fortschrittsglauben huldige oder mich gegen die Umweltzerstörungen stark mache. Immer handelt es sich um eine Fixierung auf ein inneres Bild, das einen Beziehungsrahmen benötigt, aus dem heraus es sich als einzig richtig taxiert und alles ihm sich Widersetzende als falsch ansieht.

Diese Philosophie wird bei vielen Lesern aus moralischen Erwägungen heraus Widerspruch erzeugen: "Wie kann das Streben um den eigenen Vorteil mit der Bekämpfung sozialer Ungleichheiten gleichzusetzen sein?" Das aber ist es gerade, was uns die Uranus- Komponente mit unendlicher Gelassenheit beizubringen versucht. Es gibt außerhalb der Perspektive unserer moralischen Wertungen gar keine Unterschiede, und die moralischen Werte sind wiederum gebunden an den herrschenden Zeitgeist, der sie beurteilt, und dieser setzt sich in seiner Identifikation mit dem erkannten Neuen von dem überwundenen Alten immer ab, egal, welche moralischen Werte hinter dessen hochgehobenen Parolen stehen.

Wenn ich durch meine innere Anlage also gebunden bin, etwas zu tun, was die herrschende Meinung als gut bezeichnet, so tue ich es nicht, weil es gut ist, sondern weil die Verkörperung von etwas Gutem der Lösung meiner inneren Spannungen gut tut (beispielsweise Mutter Teresa, Albert Schweitzer, Rudolf Steiner). Glück hat also der, dessen Verwirklichung seiner inneren Anlagen ihn zu Lösungsmöglichkeiten zwingt, die mit den Verwirklichungen der kollektiven Psyche, die sich im Zeitgeist niederschlagen, übereinstimmt.

Wir müssen bei allen uranischen Höhenflügen darauf achten, daß wir die Vision für eine bessere Welt nicht als Rechtfertigung für die eigene Verdrängung nehmen, die Kämpfe und den Einsatz für mehr Gerechtigkeit nicht als bloße Projektion hochheben, um den inneren Schweinehund zu bekämpfen und unser eigenes Problem dem politischen oder sozialen Gegner aufzubürden, der damit wirklich nichts am Hut hat.

NEPTUN

DIE AUFLÖSUNG DER FORM - DIE VISUALISIERUNG DER SPHÄREN

Neptun repräsentiert die unergründlichen Tiefen der Seele und als Gott der Meere und der visionären Geheimnisse ist es sein Ziel, die gefestigte Ordnung aufzuweichen und die Materie in ihre Urbestandteile aufzulösen. Doch hinter Neptuns Fähigkeit, Wunder und Illusionen zu erwirken, steht neben der Absicht, die Polaritäten aufzulösen und das materieorientierte Denken und Handeln ad absurdum zu führen, auch das hellsichtige Verlangen, den Menschen durch den vordergründigen Alltag zum transzendenteren Hintergrund zu führen, um die Sehnsüchte in den tieferen Schichten seines Unterbewußten selbst zu entdecken, die wiederum die Grundlage seines Strebens sind.

Wenn Uranus die Relativität ist, die sich an den Beschreibungsversuch des Unsagbaren heranwagt, dann ist Neptun der unbeschreibliche Inhalt des so Beschriebenen. Denn die Absicht, sich als unbeschreiblich darzustellen, entspringt dem menschlichen Bestreben nach dem Inventarisieren selbst des Unsagbaren. Neptun stellt die große Sehnsucht dar, in der sich unsere kleine Sehnsucht spiegelt, und deren Schatten Pluto ist. Neptun versinnbildlicht die Drehscheibe im göttlichen Schöpfungsplan, weil er einerseits das Nichts an der Nahtstelle zum Werden verkörpert, andererseits aber gerade durch sein Werden zu etwas wird, was sich nach dem so verlorenen Paradies zurücksehnt.

Er ist der Gedanke Gottes, der dem Nichts entspringt, in das er auch wieder zurückkehren muß, und damit begegnen wir gleich am Anfang der berühmten Frage nach dem letzten Sinn: 'Warum muß etwas werden, nur um sich selbsterkennend wieder aufzulösen und daraus wieder neu zu entstehen?' Die Antwort wäre: 'Neptun ist nicht nur der Anfang, der werden muß, sondern auch das Ende, das vergehen muß, um neu zu werden, damit es wieder werden kann, um aufs neue zu vergehen,' denn er entspricht dem schöpferischen Willen, der keine Absicht hat und ohne Pluto weder kommt noch geht, weil er in sich absichtslos ist und ohne die Strukturen des göttlichen Planes einfach die Potenz des sich selbst aus sich heraus gebärenden Urnichts darstellt.

NEPTUN IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Neptun durchschnittlich 14 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Neptun-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.

NEPTUN IN WAAGE

1942/43-1955/57: DIE HIPPIEHAFTEN BLUMENKINDER

Entwicklung transzendenter Schwingungsfelder und Aufstieg in die kosmische Sphärenharmonie, mystische Liebe und Vereinigungssehnsucht mit den Idealen kosmischer Schwingungsenergie, Auflösung der Polaritäten und Ausweitung der Empfindungsebene durch die Verfließungen psychedelischen Erlebens: Paradiesstreben, Streben nach Gott und erotische Phantasien bei gleichzeitigem Verlangen nach Überwindung genitaler Verbindungen

DIE ZERSETZUNG DER FORM AUS KARMISCHER SICHT

Neptun steht also nicht für ein festes Ziel, auf das du dich hinbewegen kannst. Vielmehr erschafft er dir einen geistigen Raum durch bestimmte Assoziationsfelder, in denen dein Bewußtsein um sich selbst schlingernd unbemerkt versinken kann. Er ist dein letzter Blick auf den inneren Sternenhimmel, im letzten Moment vor dem Einschlafen, wenn du den "Hüter der Schwelle" passiert und dein Wachbewußtsein losgelassen hast, und er versucht, dich auf intuitive und mystische Weise verstehend in den Kosmos einzuführen.

Ständig damit beschäftigt, dein Inneres ahnend und träumend zu ergründen, handelt er eigentlich von der Sehnsucht der Seele nach einem Einblick in ihr eigenes Wesen, einem Einblick, der vom rational-logischen Gesichtspunkt aus als unmöglich erscheinen muß: 'Ich bin der Geist, der die Polaritäten überwunden hat, indem er Gott ins Auge blickte und darin die Wahrheit fand. Du bist der dem Schoß des Geistes entflohene Sproß, der wieder vom Geist aufgenommen werden will, damit er das aus sich selbst Entfernte erneut in sich zurücknehmen kann als das, was es ist, nämlich ein Teil von sich selbst.'

Er verkörpert die Auflösung des rationalen Denkens, um sich im Grenzenlosen zu ertränken, denn seine Sehnsucht nach dem Unendlichen ist gerade das verdrängte Gegengewicht zu den materiellen Zielsetzungen unserer gesellschaftlichen Prägungen: 'Das Durchbrechen dieser Wahrnehmungsbarriere ist das höchste Ziel unseres göttlichen Erkennens, das sich innerhalb und außerhalb des eigenen Sehens sieht. Von dem Augenblick an, da der Mensch diese Schwelle überschritten hat, kann er sich in seinem eigenen Betrachten betrachten und erkennen, welche innere Wahrheit hinter seinen äußeren Bildern liegt. Er überschreitet die Schwelle und geht unangefochten an den Masken und Projektionen vorbei, die ihm auf der feinstofflichen Ebene entgegentreten.

Sein Ziel ist der wahre Wesenskern in allen Erscheinungsformen, und sein Streben liegt darin, im Zustand des Wachbewußtseins in seine Träume hineinzugelangen und die Wahrheit zu ergründen - denn es gibt nichts, was außerhalb seiner Träume liegt. Der Traum ist das gespiegelte Bild der Wahrheit in der Seele des Menschen; der Mensch ist der Rahmen, und das Bild ist die Seele selbst. Wenn du das Bild im Rahmen bewegst, kannst du bis an die Enden dieser Welten reisen - oder darüber hinaus, wie es auch die alten Mystiker taten. Sie verschwanden aus dieser Welt, nachdem sie ihre Wahrnehmung über den Rahmen hinausschoben.'

In einem solchen Moment vermagst du im schemenhaften Glanz der Sterne tatsächlich Gott und die Engel zu erkennen. Wir können - etwas simplifizierend - auch sagen, daß Neptun dich einlädt, die Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes zum Himmel hinaufzusenden. Wir werden dadurch auch daran erinnert, daß das, was wir für Gott halten, nicht Gott, sondern nur ein Bild unserer eigenen Vorstellung ist: Darin nehmen wir unsere eigene Wahrnehmung wahr, glauben sie aber als "Gott" zu erkennen. Wenn wir aber, der Wirklichkeit entsprechend, erkennen, daß sich unsere Wahrnehmung aus unserer Sehnsucht nährt, erkennen wir in der als Gott "erkannten" Wahrnehmung in Wahrheit die göttliche Formel des Menschen, die Gott in allem, was sie sieht, nach ihrem eigenen Bild wahrnimmt. Aus der Sicht des Mystikers gesprochen: Das Universum ist hier der unzerstörte Teil der Erinnerung an das kosmische Bewußtsein oder jener Splitter göttlicher Sehnsucht, der im Menschen inkarniert ist. Damit ist Neptun auch die Verkörperung dessen, der du bist, wenn du glaubst, Gott oder der Schöpfer deiner Vorstellung zu sein!

NEPTUN IM 2. HAUS

DAS MATERIELLE LECK

Manchmal siehst du dich ein Leben lang an der Schwelle zum Licht, wo sich die Materie in Nichts auflöst und dich einen Schimmer ihrer atomaren Ursprünge erahnen läßt, denn Neptun in Haus 2 ist ein Ausdruck materieller Infragestellung und damit ein Symbol für jene andere Wirklichkeit, die jenseits unserer Leistungs- und Wachstumsgesellschaft liegt. Er symbolisiert den Abgrund, das Leck, das genau an jener Stelle ist, wo bei anderen das materielle Empfinden sitzt, und aus dessen Tiefe das verschleiernde Gefühl des Nichts aufsteigt und alle deine materiellen Werte langsam auflöst.
 
 

Diese Konstellation verkörpert die Ungeborenen an der Nahtstelle zum Werden, wo die Ängste der Vergangenheit an der Gegenwart zerschellen, bevor sie ihre Zukunft träumen und in diesen Träumen dann zu den zerbrochenen Grundlagen eben jener Gegenwart zurückgespült werden, von der sie sich einst träumend entfernt hatten und die jetzt für sie zum Tor des Lebens werden kann. Hier herrscht ein die Stille bewahrendes Grauen, eine Leere, in die hineinzusehen den Menschen schwindelt und durch die sich die Lichter verschämt ins Grenzenlose tasten. Aber wie raunt doch der Geist des Lebens, bevor er den Geschöpfen neues Leben einhaucht: 'Indem ihr euer Leben träumt und eure Träume lebt, glaubt ihr, der Materie entrinnen und euch ungelebt euren inneren Sehnsüchten überantworten zu können ... aber könnt ihr wirklich glauben, daß sich damit euer Schicksal erfüllt?'
 
 

Symptome: Schlaffe Drüsenfunktionen, Unterfunktion der Schilddrüsen, atrophierte Eierstöcke, testikuläre Feminisierung, Zeugungsschwäche

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Neptun verkörpert sowohl das Nichts an der Schwelle zum Werden wie auch die grenzenlose Leere des Alls, die am Ende jeder Entwicklung das Sein wieder in sich aufnimmt. Er zeigt ein Sehnen nach Verschmelzung mit der Seele an und die Auflösung aller Einschränkungen. Sein wahres Streben, durchwebt von den Mustern des Ewigen, mit denen er sich in frommer Übereinstimmung wähnt, führt dich zu den Pforten mystischer Wahrnehmung, zu den Gipfeln göttlicher Erkenntnis, wo die Visionen die Wirklichkeit auf ihrer Seite haben und die Realität zur reinen Fiktion zerschmilzt. In seiner positiven Erscheinungsmöglichkeit kann er die Absicht zeigen, nach Dingen zu streben, die jenseits der Grenzen des Erfaßbaren liegen. Dabei reichen seine Wirkungen von den finstersten seelischen Abgründen zu höchster geistiger Klarheit. Seine Entsprechungen sind die ätherischen Schleier der Seelenbilder, die die inneren Bilder lebendig werden lassen, die Zaubergärten der Delirien und Drogenräusche, die den Gespenstern als Zwischenwelt dienen, oder die Ahnungen und Botschaften aus dem Reich der Tiefe, die zu den Quellen der Träume und den Schwellen des Unbewußten hinabführen. Sie sind das versunkene Atlantis für das aus den Tiefen leuchtende Licht, der über dem Wasser schwebende Geist Gottes als himmlische Wahrheit oder der Sternenhimmel für die Einstrahlung des Kosmos in den erahnenden menschlichen Geist.
 

PLUTO

DIE TRANSFORMATION - DER ABSTIEG IN DIE UNTERWELT
UND DIE BEFREIUNG DES INNEREN SELBST

Pluto, Gott des Totenreiches und der Unterwelt, ist oberster Gebieter über die Seelen der Abgeschiedenen und Richter über die Menschen nach dem Tode. Im griechischen Mythos ist er der Herrscher der Unterwelt, der auf einem schwarzen Thron sitzt, und sein Reich umfaßt das ganze geheimnisvolle Innere der Erde. Da alles Leben zu ihm zurückkehrt, alle Menschen nach ihrem Tode ins Schattenreich hinab müssen, repräsentiert er die Schwelle zwischen Leben und Tod. So wie in zahlreichen Überlieferungen der Abstieg des Helden in die Unterwelt die Voraussetzung dafür war, um nach vielen Auseinandersetzungen mit Ungeheuern und Dämonen vollständiger in die Welt zurückzukehren, so ist auch der Tod Voraussetzung für die Wiedergeburt und die geistige Entwicklung im Leben.

Pluto symbolisiert den Lebenskreislauf, wo das Ende bereits im Anfang jedes Werdens keimt. Ohne den Tod hätte das Ende kein Ende und der Anfang keinen Anfang, denn der wahre und einzige Anfang ist der Tod, der hinter uns eine Vergangenheit und vor uns eine Zukunft bildet. Aus lauter Angst vor dieser Macht, die wir nie beherrschen können, weil sie, einmal entfesselt, alles überrollt, verdrängen wir den Tod und verbinden uns lieber mit der damit verbundenen Angst vor der Zerstörung, die den dunklen Teil des Lebens ausmacht. Im Grunde werden wir betrogen - nicht vom Leben, sondern von unserer eigenen Sichtweise, mit der wir den Tod betrachten: Denn nichts ist lebendiger als der Tod, und er ist die Grundlage des Lebens!

PLUTO IN DEN ZEICHEN

Die äußeren Planeten bewegen sich sehr langsam. So braucht Pluto durchschnittlich 21 Jahre zur Durchquerung eines Tierkreiszeichens. Insofern sagt seine Position im Zeichen auch weniger etwas Spezifisches zu deiner persönlichen Geschichte aus, sondern erzählt mehr über die Prägung und den Hintergrund des Kollektivs, in das du innerhalb eines betreffenden Zeitraumes hineingeboren wurdest (siehe dazu die vermerkten Jahreszahlen). Die individuelle Bedeutung des Pluto-Einflußes kannst du aus der Häuserstellung ablesen und aus der Vernetzung mit Aspekten zu persönlichen Planeten.

PLUTO IN LÖWE

1939-1957: DIE FAUSTISCHEN ÜBERWINDER

Bewußtseinsausdehnung durch magische Einweihungen oder psychogene Höhenflüge und Aufbruch in unüberschaubare Bewußtseinsdimensionen, kämpferische Dynamik, starke suggestive Ausstrahlung, Führungs-anspruch, Weltverbesserung, spiritueller Größenwahn

DAS SICH EWIG ERNEUERNDE AUS KARMISCHER SICHT

Mit Pluto greifen wir nicht irgendeine Dimension des Lebens auf, sondern fassen sozusagen mitten in den Schöpfungskern hinein, denn Pluto steht für die Unerbittlichkeit des Ewigen, das den Rhythmus des Sterbens und Geborenwerdens verkörpert und das schraubenförmige Eindringen des Lebens in Raum und Zeit als Folgerichtigkeit des Schöpfungsplans anzeigt. Er steht für die Transformation schlechthin und ist damit ein Symbol der ewigen Erneuerung und der Auferstehung.

Wir sollten ihn mit dem unzerstörbaren Phönix vergleichen, der sich selbst verbrennt, um aus der Asche neugeboren wieder emporzusteigen. Seine Wirkung ist so komplex, daß er, aus tiefsten Urgründen gespeist, die Abgründigkeit des Unfaßbaren wie einen Feuermantel um sich trägt. Auch unser faustischer Geist zielt nach der flammenden Erleuchtung, in der Hoffnung, in die Bedeutung seines eigenen Wirkens und den Sinn seiner eigenen Existenz eingeführt zu werden. In seinem ewigen Erkenntnisstreben trachtet er danach, den wahren Sinn der Schöpfung zu erfassen. Aber er erreicht sein Ziel nicht mit der Emphase des Faust, sondern nur mit der klaren, kühlen Geisteskraft des Mephistopheles, der ohne Schrecken die Doppelnatur der höchsten Erkenntnis erkennt.

Mephisto verfügt, anders als Faust, über die Fähigkeit, bis zu den Quellen der Erkenntnis vorzudringen. Ihm öffnen sich Ebenen der Erfahrung, die dem gewöhnlichen Verstand unergründlich bleiben müssen. Da Pluto aber nicht nur Vernichtung, sondern auch Befreiung und Erkenntnis bedeutet, verkörpert der Herr der Tiefe nicht nur das menschliche, in seine selbstsüchtigen Ziele wie in einen Kokon versponnene Ego, sondern auch den mephistophelischen, sich selbst in Frage stellenden und dadurch alles erkennenden Geist. Der sich selbst erkennende Schatten ist gleichzeitig das sich selbst vernichtende und zerstörende Licht! So ist es unausbleiblich, daß jede echte Gotteserfahrung mit einer tiefgreifenden plutonischen Erschütterung verbunden ist.

PLUTO IM 12. HAUS

DER TEMPEL GOTTES / DIE MASKIERUNG DES EXISTENZ DES NICHTS

Wenn du das Leben als Pfad zu deinen inneren Wurzeln siehst und die äußeren Dinge als die vorüberziehenden Perspektiven, die immer wieder in der Ferne verschwinden, um neuen Sichtweisen Platz zu machen, dann bist du den Göttern auf der Spur, oder treffender: der Maskierung der Existenz des Nichts. Dahinter öffnet sich der Eros, der ins Nichts ausfließt: energetischer Raum, ohne Ort und Zeit, der jeden Augenblick durch lichtschnelle Impulse ins Nichts implodiert.

Das ist verständlich, denn Pluto in Haus 12 läuft darauf hinaus, daß sich die Frage nach dem Bewußtsein nicht mehr stellt und mit dem Erlöschen der Frage der Fragesteller überflüssig wird, denn die Bitte um Nachsicht verfängt bei Pluto nicht: "Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist nicht Denken, sondern nur inhaltsloses Rekapitulieren kollektiver Bilder!" Wir sind sozusagen Bildverkörperungen und Figuren eines kollektiven Traums, denn das erste Axiom lautet, daß die Welt nicht ist, was sie ist, und "das" ist. Sie ist nicht so, wie unsere Wahrnehmung uns glauben macht, aber sie ist auch keine Fata Morgana. Sie formuliert ein Uferloses hinter dem Raum des Wahrnehmbaren, ein Unbezähmbares und Bedrohliches, das zugleich Erlösung von den wahrgenommenen Schrecken verheißt: Sie ist beides.

In diesem Licht stößt du das Tor zu neuen Dimensionen auf und dringst in jenes innere Schlachtfeld vor, auf dem das Ich seinen letzten Krieg um die Grandiosität der menschlichen Form zu führen gedenkt. Im Moment seines Vergehens sieht es sich auf der Schwelle zwischen Leben und Tod, am Ziel seiner Sehnsucht, wo der Abgrund aufbricht, und bereitwillig öffnet es sich dem Brausen des Nichts, jener ekstatischen Leere, die sich mit Worten nicht ausdrücken läßt. Es vergeht und wird als Lichtstrahl in den Tempel Gottes geboren, denn es hat erkannt, was es erkennen mußte: "Was hier ist, ist dort; was nicht hier ist, ist nirgendwo!"
 
 

Symptome: Endogene Depressionen, Überdruß am Leben, Sehnsucht nach Gott

DER SPIRITUELLE ANSATZ

Als Herrscher der Unterwelt ist Pluto aber auch ein Symbol für den Teufel, der das korrigieren muß, was du im Leben versäumt - der also die Fehler ausbügeln hilft, die du im Bewußtsein machst. Du fühlst dich dann durch den Teufel persönlich bedroht, ohne die Einsicht, daß dieser genau der Abweichung deines Fehlverhaltens entspricht und durch sein schicksalhaftes Walten gerade dein Manko wieder ausgleicht. Willst du die Begegnung mit ihm vermeiden, mußt du deine Sichtweise erweitern, weil das übliche Verhalten immer vom Teufel begleitet wird, der doch nichts anderes ist als die Schattenseite deines materiellen und egoistischen Verhaltens. Du mußt begreifen lernen, daß die plutonischen Kräfte nicht böse sind, sondern nur die Auswirkungen deiner eigenen Taten darstellen, für deren Zusammenhänge du kein Auge hast. Statt deinen Pakt mit dem Teufel einzulösen und den fälligen Tribut zu zahlen, spaltest du das Böse von dir ab und lagerst es aus, damit du es unbemerkt dort draußen bekämpfen kannst, und merkst nicht, daß du das Böse gar nicht auslagerst, sondern nur sein Bild, das du in Form von Sündenböcken in der Außenwelt bekämpfst, denn du bist jetzt selbst zum Bösen geworden und verwendest im Kampf gegen das Böse genau die Mittel, wofür du das Böse bekämpfst.

Erst wenn du merkst, daß die Ursachen aller Probleme in dir selbst liegen, dann bist du dem Schatten nicht mehr hilflos ausgeliefert, denn dann weißt du, daß er die andere Seite der Dualität verkörpert, die unsere Welt unerbittlich polarisiert. Erst dann kannst du ermessen, wie unlösbar du an deinen verdrängten Schatten gebunden bist, der dich immer wieder in unlösbare Situationen führt, wenn du erkennst, daß gerade in der Zerstörung auch Erlösung oder ein Anstoß zur Heilung liegen kann, um die eigene Mitte zu finden und um die Ganzheit des göttlichen Selbst zu erfahren. Darin erahnen wir die ewige Weisheit des Leidens: Chaos und Zerstörung machen nicht nur ehrlich, weil sie immer Auswirkungen unserer eigenen Handlungen sind, sondern sie machen auch vollständig, weil sie eben auch jenen Teil unserer selbst in die Welt bringen, demgegenüber wir in unserem Innersten blind sind.
 

MONDKNOTEN

AUFSTEIGEND: RAHU
AUFGABEN, ZIELRICHTUNG, ZUKUNFT

ABSTEIGEND: KETU
VERGANGENHEIT, ALTE MUSTER, KARMA

Die Mondknoten sind die Schnittpunkte von Ekliptik und Mondbahn, die sich durch den Tierkreis bewegen. Sie stellen somit keine sichtbare Präsenz am Himmel, sondern lediglich eine symbolische Größe in den Berechnungen dar, deren Bedeutung man nicht überschätzen sollte, auch wenn sie in der Bilderwelt der karmischen Astrologie die zwölf Wege darstellen, die von der Seele auf der Höhe ihrer inneren Bestimmung deckungsgleich begangen werden können.

Der absteigende Mondknoten (indisch: Ketu) symbolisiert die Vergangenheit, die von der Seele in der Gegenwart wieder ausgelöst wird, also das Regredieren in vertraute Situationen und alte Erfahrungsmuster, die sich in der Seele festgefressen haben. Die Karma-Astrologie spricht hier von früheren Leben. Im Gegensatz dazu weist der aufsteigende Mondknoten (indisch: Rahu) in die Zukunft. Er zeigt die einzuschlagende Richtung an und symbolisiert damit die Themen, die gegensätzlich zu den Ebenen stehen, die im südlichen Mondknoten vorgegeben sind, denn hier werden Aufgabenstellungen angesprochen, die dich einladen, aus der gewohnten Sicherheit deiner alten Prägungen auszubrechen und dir auf deinem Individuationsweg all das zu erkämpfen, was dir zu einer vollständigeren Persönlichkeit noch fehlt.

Wir können die Mondknotenachse deshalb als eine Entwicklungsrichtung betrachten, die vom südlichen Mondknoten (Ketu) zum nördlichen (Rahu) führt. Das Haus, in dem der aufsteigende Mondknoten steht, zeigt die Thematik im Leben, die es zu integrieren gilt. Dagegen steht der absteigende Mondknoten im gegenüberliegenden Haus für Vorstellungen, Bereiche und Verhaltensweisen, von denen man sich lösen muß.

MONDKNOTEN IM 8. HAUS

DIE GEHEIMNISSE DER UNTERWELT

ZIELE, DIE ES ZU ERREICHEN GILT

Transformierung durch Akzeptierung der inneren Hölle und das mutige Eindringen in die unergründlichen Seelenkammern mysteriöser Abgründe; durch die Eroberung okkulter Bezirke Einsicht in die spirituellen Geheimnisse hinter den Tabu-Bereichen von Sexualität und Leidenschaft

KARMA, DAS MAN ÜBERWINDEN MUß

Verknüpfung von Seele und Materie; das sinnlose Anhäufen stofflicher Werte und das Klammern an äußerem Besitz; die unersättliche Gier nach Gold und Schätzen; das Festhalten und -kleben an materiellem Besitz
 

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AKRON FÜR SOLANOVA ist eine Software-Umsetzung von Akrons

"Astrologie-Handbuch, Charakteranalyse und Schicksalsdeutung",

erschienen im Hugendubel/Kailash-Verlag (ISBN 3-88034-798-0).

(C) Texte Akron, St. Gallen (C) Codierung JGH Hoppmann, Berlin

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