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Horoskopanalyse Karma Psyche Mythos Maximal Version:

Karma, Psyche, Mythos

Esoterische Horoskopdeutung

für

Tina TURNER

geboren am 26.11.1939
in Brownsville

Erstellt am 28.01.1999


Eine
SolaNova-Auswertung
© CosmoWorld GmbH - Texte von Akron


Inhaltsverzeichnis

HOROSKOP - KARMA/PSYCHE/MYTHOS 4

PERSONENDATEN 4

EINFÜHRUNG IN DIE ASTROLOGIE 4
Der kybernetische Ansatz 6

DER ASTROLOGISCHE ANSATZ 10

DAS KARMA IM HOROSKOP 15
Sonne in Quadrat zu Mars 15
Sonne in Opposition zu Mond 15
Sonne in Trigon zu Pluto 16
Sonne in Konjunktion zu Merkur 17
Sonne in Trigon zu Jupiter 18
Mond in Opposition zu Merkur 19
Mond in Quadrat zu Mars 20
Mond in Sextil zu Pluto 22
Merkur in Quadrat zu Mars 23
Venus in Trigon zu Saturn 24
Venus in Quadrat zu Neptun 25
Venus in Quadrat zu Jupiter 26
Mars Spiegelpunkt zu Saturn 27
Jupiter in Opposition zu Neptun 28
Jupiter in Trigon zu Pluto 28
Saturn in Quincunx zu Neptun 29

DIE HINTERGRÜNDE DES KARMAS 32
Mond im 10. Haus 32
Mars in Fische 32
Jupiter in Fische 32
Jupiter im 8. Haus 33
Saturn im 9. Haus 33
Uranus im 10. Haus 33
Pluto im 12. Haus 34

PSYCHOLOGISCHE STRUKTUR 35
Sonne in Quadrat zu Mars 35
Sonne in Opposition zu Mond 36
Sonne in Trigon zu Pluto 37
Sonne in Konjunktion zu Merkur 38
Sonne in Trigon zu Jupiter 39
Mond in Opposition zu Merkur 40
Mond in Quadrat zu Mars 41
Mond in Sextil zu Pluto 42
Merkur in Quadrat zu Mars 43
Venus in Trigon zu Saturn 44
Venus in Quadrat zu Neptun 46
Venus in Quadrat zu Jupiter 47
Mars Spiegelpunkt zu Saturn 48
Jupiter in Opposition zu Neptun 49
Jupiter in Trigon zu Pluto 50
Saturn in Quincunx zu Neptun 51

PSYCHISCHE HINTERGRÜNDE 54
Mond im 10. Haus 54
Mars in Fische 54
Jupiter in Fische 55
Jupiter im 8. Haus 55
Saturn im 9. Haus 56
Uranus im 10. Haus 56
Pluto im 12. Haus 57

MYTHOLOGISCHES MODELL 59
Sonne in Quadrat zu Mars 59
Sonne in Opposition zu Mond 60
Sonne in Trigon zu Pluto 61
Sonne in Konjunktion zu Merkur 62
Sonne in Trigon zu Jupiter 63
Mond in Opposition zu Merkur 64
Mond in Quadrat zu Mars 65
Mond in Sextil zu Pluto 67
Merkur in Quadrat zu Mars 68
Venus in Trigon zu Saturn 69
Venus in Quadrat zu Neptun 69
Venus in Quadrat zu Jupiter 70
Mars Spiegelpunkt zu Saturn 71
Jupiter in Opposition zu Neptun 72
Jupiter in Trigon zu Pluto 73
Saturn in Quincunx zu Neptun 74

COPYRIGHT 75


HOROSKOP - KARMA/PSYCHE/MYTHOS

Eine SolaNova-Auswertung von Andreas Rebmann, Schwäbisch Hall

PERSONENDATEN

Name: Tina TURNER Erstellt: 28.01.1999
Geb.-Datum: 26.11.1939 Geb.-Ort: Brownsville
Geb.-Zeit: 22:10:00 Breite: 35° 36' 00" N
Geb.-Tag: Sonntag Länge: 89° 16' 00" W
Zeit-Zone: +06h 00m W (=CST) Häuser: Placidus

EINFÜHRUNG IN DIE ASTROLOGIE

Kurzer Rückblick durch Raum u. Zeit

Altertum

Die ersten astrologischen Texte stammen von den Babyloniern, auch wenn man annimmt, dass sie aus der Kultur der Sumerer, einem noch älteren Volk, übernommen wurden. Darin begegnen wir den Gestirnen als machtvollen Göttern, die das Schicksal der Völker bestimmen, denn die babylonische Astrologie war auf die Vorherbestimmung von Ereignissen großen Ausmaßes wie Kriege, Dürren oder Überschwemmungen angelegt. Ihre Überlieferungen weisen sie als exzellente Beobachter des Sternenhimmels aus. Es war ihnen gelungen, die inneren Gesetzmäßigkeiten der Himmelsbewegungen zu erkennen, denn die ersten Ephemeriden (Vorausberechnungen der Gestirnsläufe) finden wir schon auf den Tontafeln des assyrischen Königs Assurbanipals (7. Jh. v. Chr.).

Die Griechen vertrauten sich dagegen lieber ihren Göttern und Orakeln an, die ihnen in ihrem sibyllinischen Charakter näherstanden als die starre Himmelsmechanik der Babylonier. Nur zögernd übernahmen sie deren Planetenmodelle, und es dauerte mehrere Jahrhunderte, bis sich die Gestirnslehre gegenüber der Götterwelt durchgesetzt hatte. In der Alexandrinischen Zeit jedoch zerfielen die alten Vorstellungen von Zeit und Raum, und es entstanden Erkenntnisse, die bis heute gültig sind. Der große alexandrinische Mathematiker und Astrologe Ptolemäus erkannte als erster die Verschiebung des Sternenhimmels, aufgrund dessen ein Mensch, der im Zeichen des Widders geboren wurde, zweitausend Jahre später am gleichen Ort und zur gleichen Zeit astronomisch im Zeichen der Fische zur Welt käme. Er löste das Problem symbolisch und verlagerte den Zodiak einfach von Raum (astronomisch) in symbolische Zeit (astrologisch). Durch diesen Akt wurde die Astrologie von der Astronomie getrennt, denn die wirkliche Stellung der Fixsterne am Himmel wurde für die Astrologie nun uninteressant. Anstelle der wirklichen Gestirne setzte sie das Modell einer zeitlichen Abfolge von Tierkreiszeichen an den Himmel, wobei der Widder immer mit dem Frühlingsanfang beginnt, ganz egal, ob sich dieser räumlich im Zeichen der Fische oder wie in unserer Zeit am Übergang zum Wassermann befindet.

Im Rom der Kaiserzeit war die Stellung der Astrologie stark von den Launen der Mächtigen abhängig. Die Vorliebe zur Vorausschau war zwar ungebrochen, aber die Techniken der Weissagung wechselten sich in der Gunst der Herrscher ab. Überflügelt wurden die Astrologen vor allem von den Auguren, Priestern, die aus dem Vogelflug den Willen der Götter zu deuten verstanden.

Stellvertretend für die Astrologie in anderen Kulturen seien hier die Priesterseher der Maya und Azteken genannt. Die Zukunft der männlichen Nachkommen wurde durch das Sternbild geregelt. Nach der Geburt traten die Priester zusammen und erstellten das Horoskop, aus dem sie die Bestimmung des Knaben herauslasen: Sklave oder Priester, Ritualopfer oder Soldat. Sie sahen in den Gestirnen den Willen der Götter, und durch das Entschlüsseln der himmlischen Chiffren festigten sie ihre Macht.

Mittelalter

Im frühen Mittelalter stellte sich für die Theologen die Frage, ob sie die Astrologie als rechtmäßige Wissenschaft betrachten oder als böses Zauberwerk verwünschen sollten. Was für die einen eine ernstzunehmende Wissenschaft war, war für die anderen eine widerrechtliche Einmischung in die allein geltende göttliche Weissagung. Thomas von Aquin schließlich fand einen Ausgleich: Solange sich die Astrologie der Geisterbeschwörung enthielt, könne sie die Lehren der Kirche durch ihre kosmische Komponente bereichern. Lehrstühle wurden an den Universitäten eingerichtet, und unter den Dozenten befanden sich die berühmtesten Astronomen jener Zeit. Es war nicht zuletzt die Unterstützung durch die Päpste, die der Astrologie während der Renaissance zu einer Blütezeit verhalf. Böse Zungen behaupten sogar, dass Luthers schroffe Abweisung der Astrologie ihren Ursprung in der Tatsache hatte, das sie sich im Vatikan so ausbreitete.

Mit dem Aufkommen der exakten Naturwissenschaft verlor die Astrologie aber ihre Bedeutung. In dem von den Lehren René Descartes (1596-1650) geprägten Zeitalter des Rationalismus war kein Platz mehr für die ungesicherten Botschaften der Astrologie, denn sie denkt weder logisch, kausal, rational noch linear, sondern symbolisch, ganzheitlich, irrational und analog. Zuerst verschwanden die astrologischen Lehrstühle an den Universitäten, dann wurde die Astrologie verboten und schließlich die Astrologen als Ketzer verbrannt.

Damit war die Astrologie vorerst gestorben, aber sie wurde immer wieder zu neuem Leben erweckt, denn der Wunsch, Verborgenes zu erfahren, ist dem Menschen angeboren. Der Astrologe, der Schamane oder das Medium in Trance stehen genauso wie der Physiker oder der Tiefenpsychologe in einer langen Reihe, Unergründliches zu erforschen, die ihre Ahnen in der babylonischen Astrologie, den keltischen Steinkreisen, den griechischen Orakeln oder der römischen Wahrsagerei aus dem Vogelflug oder den Eingeweiden geschlachteter Opfertiere hat.

Neuzeit

Dass die Astrologie gerade in unserer Zeit einen solchen Aufschwung erlebt, ist zwar erfreulich, spricht aber nur indirekt für die Astrologie, drückt sich darin doch vielmehr das Unbehagen des Menschen gegenüber den Schattenseiten des rationalen Fortschritts aus, dessen rasender Entwicklung das Individuum nicht mehr zu folgen vermag. Von der Voraussetzung ausgehend, dass alles, was er in der äußeren Welt anstrebt, zuerst als inneres Bild in ihm selbst vorhanden ist, äußert sich in seinem Wunsch nach äußerer Erkenntnis gleichzeitig auch der Wunsch nach Selbsterkenntnis.

Trotzdem kann man jetzt nicht davon ausgehen, dass das Geburtshoroskop die Erklärungen für die Umstände abgibt, denen man im Leben begegnet, und dass diese in allen Fällen unverrückbar wären. Man kann eher davon ausgehen, dass die Planetenstellungen im persönlichen Horoskop den individuellen Gesichtswinkel bestimmen, aus dem heraus wir die Umwelt betrachten - also gewissermaßen einer Einladung gleichkommen, wie wir die an sich unbestimmten Eindrücke aus der Außenwelt zu erleben und für uns auszuwerten haben. Demnach ist unser Horoskop der Schlüssel, der uns aufzeigt, wie wir die Welt wahrnehmen, damit sie unserer Anlage entspricht. Nicht, weil dies der Wahrheit, sondern weil es der Perspektive unseres Bewußtseins entspricht. Denn die universale Energie ist eine unpersönliche Kraft, weder gut noch böse. Sie wird erst durch die Muster unseres Bewußtseins in weiß oder schwarz unterschieden. Die Unterscheidungen entstehen folglich im Gehirn, in unserem Denken.

Der kybernetische Ansatz

Die inneren Prägemuster

Fassen wir also zum Gedanken Vertrauen, dass alles, was uns aus der Außenwelt berührt, immer nur die äußere Reflexion auf unbewußte innere Verhaltensmuster ist. Wenn ein Mensch beispielsweise an der aggressiven Färbung seiner Umwelt leidet, dann erkennen wir darin die negative Prägung durch seine eigenen Verhaltensmuster. Voraussetzung zu dieser Störung könnte möglicherweise sein, dass er in der Kindheit für einen Anlaß so heftig bestraft wurde, dass fortan die Angst, wieder Prügel zu bekommen, stärker wurde als der Mut, die eigenen Aggressionen loszuwerden. Die Angst aber, Prügel zu erhalten, entspricht der inneren Vorstellung, Prügel zu verteilen. Mit anderen Worten, nur wenn ich mir selbst vorstellen kann, andere brutal zusammenzuschlagen, kann ich die gleiche Vorstellung umgekehrt dazu benutzen, mir das Beziehen von Prügeln durch andere aufregend auszumalen.

Versuchen wir uns dies an einem ausführlicheren Beispiel zu erhellen. Der kleine Peter, der sich von seiner Mutter nicht geliebt fühlt, reagiert darauf, indem er sich als unliebsam empfindet. Da er auf die Gefühle der Mutter aber nicht verzichten kann, liefert er sich eben den Gefühlen aus, keine Liebe zu bekommen, weil er sich mit der Mutter gegen sich selbst verbündet, um wenigstens das Gefühl der Schuld zu bekommen, wenn er schon das Gefühl der Liebe nicht erhält:

Ich bin nicht liebenswert, weil ich nicht so sein kann, wie meine Mutter mich liebt!

Ist der kleine Peter aber groß geworden, dann ist diese negative Fixierung immer noch vorhanden, denn jetzt interessiert er sich nur für Frauen, die ihm seinen negativen Gefühlswert bestätigen (die ihn also auch nicht lieben können, weil er nicht so ist, wie seine Mutter ihn liebt).

Trotzdem kann man nicht behaupten, dass der große Peter keine Gefühle kennt, sind es doch ganz im Gegenteil sehr starke Gefühle, die er ausdrückt, nur eben auf der Haben-Seite, auf der Schuldebene, im Schattenbereich. Darum müssen wir uns hüten, falsche Schlüsse zu ziehen, indem wir zum Beispiel annehmen, dass sich diese Gefühle auf der unerlösten Ebene negativ in Peters Leben auswirken, denn damit würden wir die Werte polarisieren. Die Werte folgen in ihren Auswirkungen den Ursachen, auf die sie sich beziehen. Wie wir das beurteilen, ist unsere Sache, aber wir müssen auch wissen, dass Menschen in ihrer Geschichte mehr Leid durch die negative Fixierung des Leidens als durch das Leid selbst entfacht haben. (Mit anderen Worten, die soziale Gewichtung des Umfeldes bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann das Individuum mehr belasten als das Problem selbst.)

Die Schwierigkeit ist vielfach die, etwas ändern zu wollen, ohne die Zusammenhänge zu erkennen. Peter wird nicht krank, wenn er seine Gefühle auf der unerlösten Ebene ausleben kann, weil dieses Syndrom ja nicht nur Strafe, sondern gleichzeitig auch der Versuch der Psyche ist, sich durch Einbeziehung des Schattens wieder in Harmonie zu bringen. Anders ausgedrückt, Peters negatives Muttergefühl zwingt ihn dazu, sich im Leben Frauen zuzuwenden, die ihm keine Liebe geben können - was in sich stimmig ist, denn nur in diesen Frauen kann er sein eigenes Mutterbild finden, weil dies der logischen Wirkung auf die vorhandenen Ursachen entspricht. Damit ist Peter mit seinen eigenen Problemen auf eine unerlöste Art in Harmonie. Krank wird Peter erst, wenn man ihm erklärt, dass sein Frauenbild nicht stimmt und man eine Änderung herbeiführen will, ohne die Voraussetzungen in seiner Psyche zu berücksichtigen.

Die rückwärts wirkende Kausalität

Um das Problem aber in seinem inneren Zusammenhang zu betrachten, müssen wir das Prinzip von Ursache und Wirkung verlassen. Dieses Prinzip ist nur der Kunstgriff unseres Verstandes, um uns die Strukturen in der Welt einsichtiger zu machen (denn die Voraussetzungen unseres Verstandes zwingen uns, die Welt nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung zu betrachten).

Wir müssen begreifen, dass die Ursachen, aus denen sich die Wirkungen ergeben, selbst nur Wirkungen davorliegender Ursachen sind, die sich auf immer weiter zurückliegende Voraussetzungen zurückführen lassen. Die Ursache von Peters Frauentrauma, sein Mutterbild, ist lediglich die Wirkung weiter zurückliegender Ursachen, die wiederum Wirkungen noch tieferer Ursachen sind. Peter muß sich zumindest Gedanken über die Gesamtzusammenhänge machen, um sich mit seinem Problem spirituell auseinandersetzen zu können.

Es ist also wichtig zu wissen, dass Peters Probleme eine Folge von Wirkungsprinzipien sind, die auf Ursachen folgen, deren Grundlagen in Peter selbst zu suchen sind. Und ähnlich, wie die Menschheit keinen Frieden finden wird, solange sie ihr Verhalten nicht ändert, weil der Krieg exakt den Auswirkungen menschlicher Verhaltensmuster entspricht, so wird sich Peters Frauenbild nicht ändern, indem er der Mutter jetzt die Schuld gibt. Die Mutter ist nicht nur Ursache, sondern auch Wirkung in Peters traumatischem Verhalten, das gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft weist.

Versuchen wir einmal, die Ursachen in unserem Beispiel umzustellen. Dann ist Peters Frauenbild nicht mehr gestört, weil er von der Mutter keine Liebe empfing, sondern er benutzte im Gegenteil die Mutter, die ihm keine Liebe geben konnte, um sein eigenes, inneres Frauenbild in der Außenwelt zu gestalten. Oder noch drastischer: Peters Mutter will ihm alle Liebe geben, doch sein inneres Empfinden ist nicht auf diese Schwingung eingestellt, und so erhält er keine Mutterliebe. Er empfängt auf einer Frequenz, auf der die Liebe der Mutter nicht durchdringt oder umgekehrt, dort, wo die Muttergefühle fließen, erhält er keine Signale.

Solche Beobachtungen helfen uns zu erkennen, dass unsere objektive Wirklichkeit einem Denken entspricht, das sich aus seinen Beobachtungen selbst ausschließt, weil es glaubt, außerhalb zu stehen und die Welt getrennt von der eigenen Wahrnehmung zu sehen. In Wirklichkeit gibt es nur die Wechselwirkung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, wobei der Beobachter das, was er sehen will, in das zu Beobachtende einfließen läßt, um in der Außenwelt die Bestätigung für das zu erhalten, was er sehen will.

Erst wenn er die Mutter von seinem inneren Bild abzieht, kann er die äußere Frau rehabilitieren, die sonst nur zum Opfer seiner inneren Vorstellung wird. Wenn er seine Kindheit mittels dieser Perspektive nochmals nachvollzieht, kann er vielleicht den unbewußten Mechanismus erkennen, immer dann Liebe von der Mutter gefordert zu haben, wenn diese durch äußere Umstände verhindert war. Dieses unbewußte Verhalten, in den unpassendsten Momenten Gefühle auszudrücken oder zu erwarten, entspricht dem Senden und Empfangen auf verschiedenen Frequenzen, was aber nicht die Schuld der Mutter, sondern eine gewisse Nicht-Übereinstimmung in den Gefühlen von Kind und Mutter ist.

Die individuelle Perspektive (Der Mechanismus der Zuneigung)

Wir haben an Peters Mutterproblemen gesehen, dass die Probleme nicht von der äußeren Erscheinung, sondern vom inneren Bild herrühren, das über die Mutter nur ausgelöst wird. So können wir erkennen, dass wir eine Sache nicht so sehen, wie sie ist, sondern nur, wie die Bereitschaft, sie zu sehen, in uns selbst vorhanden ist. Wenn Disharmonien zur Mutter in der Psyche des Kindes angelegt sind, dann kann sich die Mutter verhalten, wie sie will - immer wird sie vom unbewußten Verhalten des Kindes in eine Lage gezwungen, in der sich die Spannungen auch auslösen.

Immer sind es die Gefühle uns selbst gegenüber, die uns Menschen zwingen, die Welt aus jener Perspektive zu beurteilen, die den Gefühlen entspricht, mit denen wir uns identifizieren. Es sind die Gefühle, die uns anziehen, an die wir uns je nach Anlagen zu binden haben und die dann über diese Bindungen die Funktionen oder Wirkungen in unserem Leben festlegen, die wir aufgrund unserer Veranlagungen in unser persönliches Schicksal übernehmen.

Die Gefühle sind die individuellen Vorstellungen, sich genau von jenen Vorstellungen in der Welt anziehen zu lassen, die auf der gleichen Wellenlänge liegen. Hieraus können wir lernen, dass die Schöpfer aller Bilder unsere inneren Gefühle sind, ein System von individuellen Vorstellungen, die einerseits auf angeborene Charakteranlagen zurückzuführen sind, andererseits aber auch auf anerzogene Verhaltensmuster, welche wiederum das Konglomerat von Erbanlagen sind.

Es ist genau dieses Beziehungsgeflecht, das sich durch die Geschichte der Menschen zieht und gleichsam zu der Straße wird, auf welcher Generationen vererbter Vorstellungen sich bewegen. Dieses Geflecht, das dem Verhalten der menschlichen Psyche entspricht, sich immer auf irgend etwas zu beziehen, ist die Welt, die sich aus dem Bewußtsein dieser Bilder nährt.

Die Auslösung des Schicksals

Somit kann das Kind seine Eltern für den Mangel an Übereinstimmung nicht mehr verantwortlich machen, weil nur der Mangel an Übereinstimmung in den Alltag übertragen werden kann, der sich im Kind selbst befindet. Man kann das Auto auch nicht verurteilen, das einem über die Füße fährt, weil es einem nur dann über den Fuß fahren kann, wenn die Bereitschaft, dies zu erleiden, in einem selbst vorhanden ist.

Im Schicksal spiegelt sich immer die Vollstreckung einer bestimmten Entwicklung. Ist man sich dieser Entwicklung nicht bewußt, so kann man das erlittene Schicksal nur schwer akzeptieren, weil man die Voraussetzung der Schicksalserfüllung nicht in sich selbst sieht. Wenn ich aber die Voraussetzungen zur Schicksalserfüllung nicht in mir selber sehe, werde ich keine Verantwortung für das übernehmen können, was mir passiert.

Das, was mir begegnet, wird scheinbar ausgelöst von der Umwelt, die mich umgibt. Es sind jedoch die inneren, unerlösten Bilder in mir, die mich zwingen, mich denjenigen Umständen in der Umwelt auszuliefern, die mich dorthin dirigieren, wo mich mein verdrängtes, unakzeptiertes Schicksal von außen zwangsweise wieder einholt. Wenn ich das, was in mir angelegt ist, nicht selber erfülle, dann wird das Zu-Erfüllende von außen bewirkt, wobei allerdings das, was mir zur Schicksalserfüllung verhilft, vielleicht nicht immer sehr angenehm ist.

Wir können davon ausgehen, dass wir selbst die Verursacher unserer Erlebnisse sind. Aufgrund unserer Vorstellungszwänge, wie wir die Welt wahrzunehmen haben, binden wir uns an das Ereignis Leben. Gleichzeitig beschweren wir uns aber über diese Bindung und beklagen sie als böses Schicksal, das uns von den Göttern aufgezwungen wurde, beneiden unsere Nachbarn, eifern fernen Helden nach und streben nach Profit. Damit erschaffen wir eine Welt, in der Kampf, Leistung und Rücksichtslosigkeit vorherrschen. Von der Wiege bis zur Bahre wählt jeder aus dem unerschöpflichen Trog von Perspektiven diejenigen Sichtweisen heraus, die seiner inneren Ausrichtung an die Geschehnisse in der äußeren Welt entsprechen.

Viele sprechen dann von schwerem Schicksal, wo es sich doch um die Kompensationsmechanismen der Seele handelt, um das eigene Schicksal zu erfüllen. Ob das die Pleite ist, die sich abzeichnet, oder die Ehefrau, die wegläuft, ob es das Auto ist, das einem über die Füße fährt oder der Blumentopf, der einem auf den Kopf fällt: Wichtig ist zu akzeptieren, dass einem auf dem Schicksalsweg nichts anderes begegnen kann als das, was in einem selbst angelegt ist. Auch wenn wir uns im Glauben wiegen, unser eigenes Leben zu kontrollieren, weil uns die Verplanung der materiellen Realität dies suggeriert: In Wirklichkeit werden wir von den Wirkungen unserer Handlungen herumgeworfen, in denen die unsichtbaren Keime künftiger Entwicklung schon eingegossen sind!

Die mehrdimensionale Perspektive

Die Welt, so wie sie sich uns darstellt, entspricht der Summe unserer Erfahrungen, die wir durch unsere Taten mit eben dieser Welt gemacht haben. Das entspricht gleichzeitig auch unserem Denken, in das beständig neue Erfahrungen einfließen, was sich in einem immer wieder leicht modifizierten Weltbild niederschlägt. Nun müssen wir aber wissen, dass wir nicht generell Erfahrungen anziehen, sondern uns nur von Erfahrungsmustern anziehen lassen, die zu unserer Weltanschauung irgendwie in Verbindung stehen. Da diese Weltanschauung sich wechselwirkend aus den gemachten Erfahrungen zusammensetzt, ist hier leicht nachvollziehbar, dass das menschliche Bestreben nicht darauf zielt, die Welt kennenzulernen, sondern sich immer mehr in seinen eigenen Erfahrungen zu bestätigen.

Setzen wir weiter voraus, dass unsere persönliche Erfahrung unserem persönlichen Wirken in der Welt entspricht und dieses Wirken unseren ererbten Anlagen, so können wir vermuten, dass die Schaltzentrale für unsere Taten nicht in unserem Bewußtsein sitzt, sondern in jener vieldimensionalen Persönlichkeit, in die wir uns mit unserer ganzen Ahnenreihe (Inkarnationskette) teilen.

Unsere Horoskop-Persönlichkeit stellt also nur einen Ausschnitt unseres Gesamtwesens dar, das wir innerhalb unseres Raum- Zeit-Kontinuums zum Ausdruck bringen. Unsere individuellen Anlagen ziehen dabei die noch fehlenden Erlebnismuster an, um sie über den Filter des bewußten Erlebens in die Gesamtperson zu integrieren.

Wir können nun versuchen, diese Gesamtpersönlichkeit als etwas zu erfassen, das sich durch seine eigenen Teilausschnitte (Fragmente) selbst erfährt. Genauso, wie sich der Mensch über seine Erlebnisse in der Welt (Berührungen mit der Kollektivpsyche) selbst zu erkennen sucht, genauso sucht sich die Gesamtwesenheit durch die Erlebnisse ihrer Fragmentpersönlichkeiten selbst zu erfahren.

Nicht nur die Gesamtpersönlichkeit prägt unser Wesen, sondern auch die Summe unserer Erfahrungen auf allen Realitätsebenen: Das Ich entspricht dem Geist des Ewigen, sich in die Dualität zu übertragen, und wird deshalb zum verkleinerten Rahmen, in dessen Reflexionen sich der Kosmos erkennt! (Der Geist der Schöpfung)


DER ASTROLOGISCHE ANSATZ

Der Zustand äußerer Dunkelheit ist ein Zustand der Entfremdung vom inneren Licht.

Ronald D. Laing

Die Astrologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen wahren Höhenflug erlebt. Das mag auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen, in einer Zeit, in der gerade die Hervorhebung des bewußten Verstandes, die Abhängigkeit von intellektuellen Schlüssen, die sich am objektiv Gegebenen zu orientieren haben, von unserer Leistungsgesellschaft gefordert werden.

Oder hat die Astrologie gerade deswegen zu ihrer Renaissance gefunden, weil sich das Herausheben der Individualität des Einzelnen und das Bekräftigen seiner unauswechselbaren Persönlichkeit vor einem allumfassenden, durch Symbole übertragenen Hintergrund kompensativ zum betonten Realismus der Welt verhält?

Denn dem Triumph des rationalen und technokratischen Geistes stehen die innere Unsicherheit und die bedrängenden Zweifel des Menschen gegenüber: der Zweifel an den Werten der immer größeren Eingriffe in natürliche Lebensbedingungen und die innere Sehnsucht als kompensatorisches Ventil zu einem Verständnis zu sich selbst, nach einem Weg zu der Begegnung mit sich selbst. Im Zeichen von New Age wurden das Licht, das Positive bis zur Realitätsferne beschworen; die Zukunft wird auch die dunklen Seiten beleuchten. Es kommt zu einem Zusammenbruch der Traditionen und der Auflösung der Werte, weil das Fehlen einer globalen Vision zur Flucht aus der Gesellschaft animiert. Nur wenn wir die innere Zerrissenheit integrieren, erlangen wir unsere körperliche Integrität. Zumindest nähern wir uns der größten Herausforderung, die die Menschheit je erlebt hat. Denn jetzt gilt es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Ich und Du, Ratio und Herz, Ökologie und Ökonomie, Nord und Süd.

Es wird also Zeit, die Verantwortung für unsere Handlungen selbst zu übernehmen. Denn die jüngere Entwicklung ist auch der ungeliebte Spiegel unserer selbst, in dem wir unser kurzsichtiges Verhalten erkennen können, wenn wir um des materiellen Vorteils willen unseren Mutterplaneten plündern und zerstören und gleichzeitig verdrängen, dass es in der Logik unseres Verhaltens liegt, wirtschaftlich davon zu profitieren. Denn die primitive, ursprüngliche und naturgesteuerte Instinktgebundenheit wollten wir nicht haben. Wir haben sie davongejagt aus den Katakomben unserer Entwicklung und an ihrer Stelle ein eigenes Wirklichkeitssystem gepflanzt, das uns vor der Anarchie jetzt schützt: ein System, das Krankheit mit Versicherungsprämien verdrängt, das Schicksale unter Gesichtspunkten der Marktwirtschaft verplant und das - als Nonplusultra der gesammelten Kulturleistungen der menschlichen Rasse - den Krieg in die Strategie zu seiner Selbsterhaltung fest einprogrammiert hat.

Der kollektive Schatten

Die Implikationen des Beobachtereffektes, eines Hauptlehrsatzes aus der Quantenphysik besagt, dass der Akt der Beobachtung selbst die scheinbar objektive Wirklichkeit, die beobachtet wird, verändert. Ein Atom nimmt, bis es beobachtet wird, eine unendliche Zahl möglicher Zustände ein, bis es schließlich in der möglichen Form erkannt wird, in der es vom Beobachter aus dessen Perspektive wahrgenommen werden kann. Damit zeigt die wahrgenommene Wirklichkeit im Grunde nur die Sichtweise des Betrachters an, der sich prinzipiell seine eigene Realität erschafft, denn wenn die Lokalisierung eines Teilchens im Raum unbestimmt ist, dann hängt es von der Sichtweise des Beobachters ab, wann und wo es sich manifestiert. Das bedeutet analog: Wenn der Sinn des Lebens unbestimmt ist, dann hängt es von der Sichtweise des Beobachters ab, wie und wo er den Sinn des Lebens definiert. Wahrnehmung manifestiert Wirklichkeit, und Wirklichkeit manifestiert Wahrnehmung. Das war es, was schon die alten Griechen und christlichen Mystiker wußten: Unsere Beobachtungsweise bestimmt die Wirklichkeit, die wir wahrnehmen. Verändern wir das Wie, verändern wir das Was.

Wenn wir also verstehen wollen, warum die Welt so ist, wie sie ist, müssen wir zu den Anfängen der Menschen zurückblenden, zu den Ursprüngen, als der Mensch begann, zu denken und sich mit seiner Umwelt bewußt auseinanderzusetzen, denn am Anfang reagierte die Instinktnatur: Fressen und Gefressenwerden. Mit der evolutionären Entwicklung hat sich der Mensch sozialisiert und damit seine Instinkte kultiviert. Man kann auch sagen, er hat seine Sexualbedürfnisse geregelt, weil die unkontrollierte Triebnatur die sozialen Grundlagen gefährdet. Der Lustbereich wurde bewußt ausgegrenzt und damit aus dem Licht des Bewußtseins verbannt. Je straffer die moralische Ordnung, je verdrängter die Sexualität, denn die Disziplinierung der Instinktnatur hängt mit der sozialen und kulturellen Entwicklung zusammen. Der Mensch wurde zum vernunftbegabten Wesen, weshalb von ihm erwartet wird, dass er seine Antriebe steuern kann, dass er für andere berechenbar ist, Zuverlässigkeit zeigt.

Doch heute, an den Grenzen des Wachstums angekommen, kann man erahnen, dass dieser Weg auch nicht in den Himmel führt. Am Wendepunkt unserer Entwicklung angelangt, da, wo uns die Errungenschaften unserer eigenen Kultur plötzlich gefährden, mag manch einer erahnen, zu welchem Preis wir dem Teufel unsere Instinkte verkauft haben. Denn das, was uns bedroht, ist gleichzeitig das, was uns nährt: Ohne den zerstörenden Wachstumsmechanismus, dem wir ausgeliefert sind, wären wir schon heute nicht mehr lebensfähig. Unter dem Vorwand des Fortschritts haben wir die in den Atomen schlummernden Urkräfte geweckt und den Entdeckern dafür reihenweise Nobelpreise verliehen. Heute nennen wir die Entdeckung böse, dabei ist sie weder gut noch böse, sondern nichts anderes als die natürliche Fortsetzung des im Kinde wirkenden Urtriebes, seinen Teddy zu zerstören, um zu sehen, wie er innen aussieht. Es ist das krampfhafte Streben nach Fortschritt, das uns Menschen zwingt, uns immer weiter zu entwickeln, selbst wenn diese Entwicklung in eine Sackgasse führt. Dieses Streben hat seine eigene Dynamik, die uns über die Grenzgebiete der Gegenwart hinaus in das Niemandsland der Zukunft trägt. Die furchtbare Bedrohung durch eine Technologie, die alles Leben vernichten kann, wenn sie in falsche Hände gerät, löst längst vergessen geglaubte Urängste aufs neue aus. Das ist der Preis für den Fortschritt, für die Atombombe und den Retortenmenschen, für den Computer, der den Menschen überflüssig macht, für die digitalen Träume virtueller Realitäten, die langsam in die Wirklichkeit eindringen. Wir haben der menschlichen Entwicklung buchstäblich unsere Seele versprochen, wenn sie uns dafür Fortschritt und Wohlstand beschert. Da wir an den Grenzen unseres Wachstums angekommen sind und plötzlich erkennen, dass die menschliche Entwicklung ohne Risiko und Zerstörung gar nicht denkbar ist, erinnern wir uns plötzlich wieder unserer Wurzeln und möchten in den geheimnisvollen Urschoß zurück: Wir möchten die Grundlagen erkennen, auf welchen sich unsere Entwicklung vollzieht und möchten wissen, wer wir sind und warum wir sind, wer wir sind.

Zum Umgang mit Akrons astrologischem Ansatz

Die energetischen Strukturen der Planetenstellungen und -anordnungen geben dem Leser einen Schlüssel in die Hand, anhand seiner persönlichen Konfigurationen eine Bestandsaufnahme nicht nur seiner bewußten Ebene, sondern auch seiner unbewußten Instinktnatur vorzunehmen. Dass die Sichtung der durch unsere Kultur seit Jahrtausenden verdrängten psychischen Anteile sich natürlich nicht ohne Schmerzen vollziehen kann, wird jeder nachvollziehen können. Trotzdem möchte dieser Text nicht auf die Chance verzichten, in die unbewußten Vernetzungen unserer Psyche vorzudringen, denn er repräsentiert die Astrologie nicht nur aus der traditionellen Sicht, sondern auch aus einer seelischen und geistigen Unterwelt, die den wahren Schatten im Verdrängen des Schattens - nämlich im Streben nach Licht - erkennbar werden läßt. Denn dazu eignet sich der Symbolgehalt der Astrologie ausgezeichnet. Unsere Absicht kann damit nur die sein, über die Bilder unserer Vorstellungen hinaus weiter in die Energien zu dringen, deren Schwingungen wir zwar nach unseren Gesichtspunkten beschriftet haben, deren Existenz aber jenseits unserer Etiketten liegt. Deshalb dürfen wir die Aussagen auch nicht auf der bewußten Ebene persönlich nehmen, sondern uns mit unserer Seele an die Empfindungen herantasten, welche die Inhalte der Themen in uns auslösen.

Dieser Text ist für Menschen geschrieben, die nach Wahrheit suchen, nach der Erklärung dessen, warum sie sind, was sie sind. Er ist nicht für jene geeignet, die sich wie Süchtige auf die Suche nach dem Licht begeben, indem sie den bei sich selbst längst überwunden geglaubten Schatten ausschließlich beim anderen suchen - und finden. Die Suche nach dem Licht ist in der Tat wie eine Sucht: Die Droge, die einem dabei im Nacken sitzt, ist der Schatten selbst! Denn viele von uns befinden sich noch immer in der Situation der Ratsuchenden, die den Ratgeber nicht benutzen, um an ihr Problem heranzukommen, sondern - ganz im Gegenteil - um von ihrem Problem abzulenken. Wir bezahlen den Therapeuten oder andere seelische Begleiter (Astrologen, Tarotleger, Wahrsager) für die Dienstleistung, unser Problem symbolisch in einem Bild zu bearbeiten, das wir von uns weghalten können, damit wir es verstandesmäßig bearbeiten können, ohne dass es uns wirklich seelisch schmerzt.

In diesen Bildern kann der Teufel gefahrlos erkannt werden, ohne dass man seinem eigenen Schatten wirklich begegnen muß. Und deshalb ist Therapie und Schattenarbeit oft nur ein erfolgreicher Verhinderungsmechanismus, vom Schatten erfolgreich abzulenken und ihn dort zu bearbeiten, wo er die Therapie nicht stört (der getroffene Schatten würde sich sofort auf den Therapeuten stürzen). Das war schon im Mittelalter so, als die Kirche gerade aus der Bekämpfung des Teufels ihre Legitimität bezog, und ist auch noch heute nicht anders: Böses wird verdrängt und auf andere projiziert, und die negativen Prägungen des eigenen Selbst werden vor sich selbst und anderen versteckt. Das entspricht der Sichtweise des Esoterikers, der nach dem Licht strebt, um von seinem unerkannten Schatten abzulenken, ohne sich bewußt zu sein, dass sich in diesem Licht sein Schatten reflektiert, den er aus der Position seiner eigenen Erlöstheit jetzt durch seine Umwelt lebt. Also würden alle diejenigen unter den Sinnfindern und Wegverkündern, die ihre eigene Erlösung aus der eigenen Verdrängung des Teufels und dessen Bearbeitung im Schatten der anderen beziehen, lieber selbst den Teufel beschwören, als zu erlauben, dass der Mensch außerhalb ihrer Dogmen Sinnerfüllung erfährt. Unter diesen Vorzeichen muß man alle Äußerungen und Beiträge der Anbieter zur Erlösung des Menschen betrachten, denn es kann sicher nicht im Interesse der Modelle liegen, die Seele wirklich zu erlösen. Schließlich würde ein erlöster Mensch kaum Sinnfindungs-Modelle finanzieren, die ihn an sich binden. Das gilt auch für die Astrologie.

Zur Beschäftigung mit Astrologie

Demzufolge richtet sich dieser Text an Menschen, die zuerst herausfinden wollen, warum sie überhaupt die Wahrheit suchen, bevor sie die Wahrheit selbst zu finden versuchen. Denn die Beschäftigung mit Astrologie verschafft uns zunächst einmal die Möglichkeit, die Welt im Spiegel unserer inneren Erwartungen zu betrachten und sie dabei als ein getreues Abbild unserer Ideen und unserer Überzeugungen zu erkennen, die unsere äußere Sichtweise prägen. Doch wenn wir uns dem System der Astrologie nicht blindlings ausliefern wollen, müssen wir uns auch fragen, warum wir suchen. Wir müssen uns fragen, welche innere Sehnsucht uns zwingt, aus einem in Wahrheit unendlichen Chaos von stellaren Einflüssen ein paar Ähnlichkeiten auszuwählen und durch ihre Strukturierung und Vernetzung Cluster von Weltvorstellungen herbeizuzaubern. Die Antwort ist klar: Um durch die Astrologie Antworten auf unser Schicksal zu bekommen, die wir uns aus unserer rationalen Beschränkung nicht zutrauen. Das muß nicht falsch sein: Astrologie darf ein Wegweiser, ein Treppengeländer sein, um in die Tiefe unserer Psyche hinabzusteigen und uns anhand der Bilder dort einen Überblick zu verschaffen, unter welchen Umständen und zu welchen Zielen wir gewissen dunklen Teilen unserer Psyche im Laufe unserer Entwicklung zu begegnen haben. Doch darf Astrologie niemals zum spirituellen Überbau werden, unter dessen schützendem Dach wir unser Leben verhindern (und die Verhinderung bebildern), weil wir, statt des schmerzenden Lebens dann unsere dramatischen Erklärungen leben, also die Bilder, wie wir uns vorstellen, dass unser Leben so aussähe.

Jede hierarchisch aufgebaute Glaubens-Architektur gibt ihren Mitgliedern Sicherheit und Wissen nicht umsonst, sondern verlangt im Gegenzug deren Seelen, denn sie bindet sie an ein verbindliches Konzept der Wahrheit, das in der Dualität von Gut und Böse den letzten Ratschluß göttlicher Weisheit formuliert. Deshalb ist jede absolute Überzeugung, ob Astrologie, Religion oder spirituelles Modell, letztlich eine Täuschung, die nicht nur jene, die daran glauben, in die Irre führt, sondern auch die, welche die Lehre predigen. Da jeder Gläubige, der sich mit seinem Glauben identifiziert, seinen Glauben nur aus der Sichtweise erkennen kann, wie dieser das Vakuum seiner inneren Leere ausfüllt, kann er die Wurzel seines menschlichen Glaubens natürlich niemals dort erkennen, wo sie sitzt, nämlich in der Leere und Trostlosigkeit der rationalen Angst vor dem Tod, sondern er wird sie immer in der himmlischen Botschaft reflektieren, die ihm gleichfalls von oben einen Weg aus seinem irdischen Jammertal zeigt. Aus der Position seiner Blindheit wird er deshalb in der Leere stets die Hölle, im himmlischen Sinnbringer (Guru) den Messias und in dessen Botschaft (Erklärungsmodell) die Heilslehre erkennen. Zwar ist es das Ziel jedes Einweihungsweges, danach zu suchen, was wir sind; aber wir ahnen dabei nicht, dass das wirkliche Ziel nicht darin besteht, zu finden, was wir sind, sondern nur die Voraussetzungen dafür zu erfahren, warum wir nicht erfahren können, was wir sind. Deshalb führt uns jede Selbsterkenntnis in Wahrheit vom Weg des Suchens ab. Denn alles, was wir finden, sind immer nur die Prägungen, die innerhalb der Strukturen unseres Vorstellungsvermögens liegen also innerhalb des Bewußtseinsinventars, das unsere Vorstellung der Welt konstelliert. Schon die alten Priester erlangten mit Hilfe ihrer inneren Überzeugung Macht über Gott oder Macht über das Bild ihrer Vorstellung, die sie die höchste Einsicht nannten - die aber mehr das Bild ihrer kompensierten inneren Trostlosigkeit als die Wahrheit über Gott war. Weder sie selbst noch die Gläubigen erkannten den Mechanismus dieser Wahrheitsfindung, denn der Maßstab des Erkennens, mit dem das Bewußtsein die durch sich selbst erkannte Wahrheit maß, war ja die Ausrichtung oder die Sinnsuche des Menschen selbst.

So auch hier: Die Planeten können niemals Schicksal sein; sie zeigen lediglich an, was unser inneres Empfinden an die Welt heranträgt. Sie stellen einen eigenen Kosmos, ein symbolisches Abbild unserer Energien dar und liefern uns die Formeln zu unserer Realität, wie wir die Welt durch die Muster unserer Gestirne wahrzunehmen haben. Da die Welt für uns erst durch die Aspekte zu dem wird, was sie für uns ist, können wir unsere Realität als ein komplexes Gewebe betrachten, das aus dem Zusammenspiel aller seiner Komponenten erst wird. Erst wenn wir wissen, dass sich im Denken nur das Denken selbst erkennt, und wenn wir die Symbole als die Werkzeuge sehen, um unserer Kreativität Ausdruck zu verleihen, sozusagen als einen Spiegel dessen, was wir aus der unbewußten Ebene in die bewußte übertragen, dann können uns unsere astrologischen Dispositionen dazu einladen, uns über das astrologische Weltbild hinauszuheben und unsere täglichen Erfahrungen und Beziehungen auch in anderen analogen Bewußtseins-Schubladen und Denkmodellen zu reflektieren, die alle - je nach der Sichtweise des Beurteilenden - gleichermaßen richtig und falsch sein können. Dazu ein Beispiel.

Die Relativität der Wirklichkeit

Eine Frau leidet an einer Allergie und Sauberkeitsmanie. Der Arzt behandelt sie gegen Hausstauballergie (äußere Ebene), der Psychologe diagnostiziert seelische Berührungsangst (innere Ebene), der Magnetiseur rät zur Vermehrung der Lebenskraft (Störungen im Ätherleib), die esoterische Lebensberaterin zum Bauchtanz (Mut zur Weiblichkeit), die okkulte Kartenlegerin empfiehlt eine neue Partnerschaft (das Problem liegt in der Außenwelt) und der theosophische Freund redet von vorgeburtlichen Umständen (kosmische Ursachen). Der Pfarrer erkennt in der seelischen Unberührbarkeit die Stigmen der Jungfräulichkeit, der Astrologe spricht von einem Neptun/Venus-Quadrat, der Schamane sieht eine Verletzung der schützenden Lebenshülle, die Hexe den magischen Angriff der Nachbarin und der Ehemann schließlich eine übertriebene Hysterie. So fällt jeder sein Urteil aus der Sicht, wie sich ihm der Zusammenhang der Dinge darstellt. Wer hat nun recht? Jeder hat recht, weil jeder die Wahrheit auf seiner Ebene erkennt, und keiner hat recht, weil sich die Wahrheit auf jeder Ebene anders ausdrückt. Damit sind wir wieder beim Kernpunkt Astrologie. Der Astrologe hat recht, weil sich in seiner Sicht der Dinge ein Stück Wahrheit ausdrückt. Aber auch der Psychologe, der Philosoph, der Naturwissenschaftler, der Arzt, der Pfarrer, der Magier, der Schamane und der Ehemann: sie alle haben recht, wenn sie sich bewußt sind, dass die Wahrheit relativ ist und sich ihnen immer gerade auf der Ebene spiegelt, auf welcher sie ihr Weltbild montiert haben.

Das Leben ist wie ein Film, und der Betrachter gibt dem Film Sinn, weil das Leben ist, wie er es sieht. Und er sieht die Welt, wie er sie sehen will. Darin liegt letztlich menschliche Erfüllung - oder der Beginn geistiger Erkenntnis. Wie läßt doch Goethe seinen Herrgott sagen:


Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,
Umfass' euch mit der Liebe holden Schranken,
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,
Befestiget mit dauernden Gedanken.

Faust I (Prolog im Himmel)


DAS KARMA IM HOROSKOP

***** Sonne in Quadrat zu Mars

VORGEBURT

Mars repräsentiert das dynamische Prinzip innerhalb der Götterhierarchie. Dadurch fungiert er sozusagen als "Geburtshelfer" oder "Steigbügelhalter" der Sonne, der das in der Außenwelt durchzusetzen pflegt, was dir als Ich-Anlage (Sonnenprinzip) zur Verfügung steht. Er ist der unbekümmerte Gott des Zwistes, der das Machtprinzip der Sonne ohne Rücksicht auf Verluste durch sein aggressiv-handelndes Verhalten zum Ausdruck bringt. Nichts ist ihm dringender als das Vorhandensein spielerischer Freiräume, wo er seine kindliche Zerstörungslust loswerden kann. Auch braucht er äußere Widerstände, um sich mit der ganzen Wucht seiner impulsiven Spontanität dagegenzuwerfen.

KIND

Vielleicht hast du in deiner Kindheit die Erfahrung gemacht, dass deine knabenhafte Wildheit unterdrückt und von der Umwelt strikt verhindert wurde. So warst du gezwungen, dich an die Normstrukturen anzupassen, was in Umkehrung der Inhalte dazu führte, dass du in Verhinderung der eigenen Triebe die Modelle der Erwachsenen zum Vorbild nahmst, die du dann gegenüber deiner Umwelt durchzusetzen suchtest. Mit anderen Worten, du hast versucht, das, was dir selber nicht erlaubt war, auch bei anderen zu verhindern, indem du bei anderen die Verhinderung "durchsetztest".

FRAU

So kommt es, dass die Erziehung, die dich als Kind am Annehmen deiner Aggressionen hinderte, sich später gegenteilig auswirkt, indem du die flammende Dimension deines Feuer-Elements bei dir ablehnst. Du du gelernt hast, es nicht zu mögen, von den inneren Marskräften berührt zu werden, lebst du deine Anlage vielleicht durch einen Partner aus, dem es besser gelingt, deine Hitze und Impulsivität zum Ausdruck zu bringen. Durch Reibereien wirst du im Laufe der Zeit jedoch mit deinen eigenen Aggressionen konfrontiert, und indem du dich innerhalb der Beziehung zu wehren beginnst, lernst du, mit deinen inneren Behinderungen umzugehen.

**** Sonne in Opposition zu Mond

VORGEBURT

In indischen Märchen werden Sonne und Mond als Rutschbahn umschrieben, auf deren Strahlen die Seelen der Ungeborenen in die Fleischlichkeit hinabgleiten. Draußen im All sind die Seelen ungebunden. Aber wenn sie in den materiellen Körper und damit in die Zweiheit der Geschlechter eintreten, werden sie in die Dualitäten eingezwängt und damit entsprechend den Gestirnständen polarisiert.

Mond und Sonne stellen die beiden Hälften einer gleichen Sache dar, die darauf warten, wieder vereinigt zu werden. Auf einer anderen Ebene entspricht das einem Prozeß, den Alchimisten als "Chymische Hochzeit" umschreiben. Hier handelt es sich um das psychische Manöver, die innere Ausgeschlossenheit des Kindes zu bewältigen: Mami und Papi vereinigen sich -das Kind "bleibt draußen"!

KIND

Als Kind lebtest du im Spannungsumfeld deiner Eltern und so entwickeltest du deine Anlagen im Störgebiet, die Mond und Sonne miteinander schaffen. Dafür bist du karmisch mitverantwortlich, nicht nur, weil du durch deinen eigenen Selbstausdruck bestimmte Reaktionen bei deinen Eltern erzwingen konntest, sondern auch, weil du erbmäßig mit deinen Eltern verbunden bist und sich gerade in deiner eigenen Spannungsanlage die Unvereinbarkeit deiner Eltern ausdrückt. Mit anderen Worten, was es auch immer war, was sich bei deinen Eltern auslöste, immer war es deine eigene Anlage, welche die Spannungen der Eltern wahrnahm, denn du konntest die Situationen der Außenwelt nur durch die Bewußtseinsmuster erfahren, die in deiner eigenen Psyche angelegt waren.

FRAU

Als Kind wolltest du dich mit dem Vater verbinden, um deine frühkindliche Sehnsucht (Mond) durch die Verschmelzung mit der Sonne zu krönen. Dazu hättest du aber zuerst die Mutter vernichten müssen. Daher versuchtest du, die Beziehung deiner Eltern zu zerstören, um dich selber anstelle der Mutter zu plazieren. Da dies natürlich scheiterte, versuchtest du dich wenigstens mit der Mutter zu identifizieren, um dadurch eine tiefere Bindung zum Vater herzustellen, weil diese den Vater schon "besaß". Du warst also ohne weiteres bereit, die eigene Identität aufzugeben und dich mit dem rivalisierenden Elternteil zu verbinden, um dich dadurch mit der geschlechtsspezifischen Polarität in Berührungskontakt zu bringen.

Da dein inneres Mutterbild dunkle Züge aufweist (da es dir den Vater wegnimmt), du dich mit diesem Bild aber trotzdem identifizieren mußtest, um den Vater zu besitzen, sehen wir hier deutlich, wie du dich mit deinem ambivalenten inneren Frauenbild (Schatten!) verbandest, um die fehlende Hälfte auszugleichen und damit Vollständigkeit zu erreichen!

Durch das ursprüngliche Bild der "Großen Mutter" (aus der das Männliche hervorging) ist ein Teil von dir aber auch daran interessiert, die Mutter zu "begatten" (Unterwerfung als Strafe), und zwar über das "Vorstellungsbild des Vaters", mit dem du dich ebenfalls identifizierst. Also überträgst du die Perspektive des Vaters auf einen Geschlechtspartner, der das Dunkle im Weiblichen (Mutterbild) jetzt sucht, nur um dich diesem zu verweigern. Damit willst du dich (und deinen Partner) für das Verhalten deiner Eltern bestrafen, die das Kind "draußen ließen", denn jetzt ist ein Teil von dir das Kind, "das draußen bleiben will"!

Gibst du dich aber hin, dann ist es nur die "Vorstellungsrolle des Hingebens", weil du dich mit deiner Weiblichkeit nicht identifizierst, sondern die Rolle nur spielst, um den Partner anstelle des Vaters "besitzen" zu können.

**** Sonne in Trigon zu Pluto

VORGEBURT

Von Pluto kann man sagen, dass er den Mechanismus der Instinkte und der Schöpfung symbolisiert, der so komplex ist und sich aus so tiefen Urquellen speist, dass er die Abgründigkeit des Unerfaßlichen in einem Mantel des Mysteriums um sich trägt. Der Geist des Menschen zielt nach der faustischen Erleuchtung, in der Hoffnung, in die Bedeutung des eigenen Wirkens und den Sinn der eigenen Existenz eingeführt zu werden.

Im Zusammenspiel mit der Sonne überfallen dich diese reichen Gaben aber erst einmal als Ichbezogenheit und Selbstdurchsetzung, welche sich ohne Einsicht in die Gegebenheiten und Erkenntnis einfach in einer Bewegung aus sich selbst heraus zu Bewußtsein bringen: Entweder auf den Gipfel der Erleuchtung oder in die Unerlöstheit der Selbstvernichtung!

KIND

Als Kind brauchtest du einen gewissen äußeren Widerstand, um deine inneren Spannungen in die Außenwelt zu übertragen und damit innerlich loszuwerden. Was liegt daher näher, als dich von Autoritäten dominieren zu lassen, denn dadurch verwandeltest du die unsichtbare innere Spannung in eine äußere, kampfbezogene Dualität, mit welcher du dich arrangieren oder die du wenigstens bekämpfen konntest. Falls dein Vater dazu nicht taugte, suchtest du dir andere Autoritäten, weil du ja darauf angewiesen warst, mit Situationen konfrontiert zu werden, gegen die du dich nicht wehren konntest, um deine Ohnmacht innerlich loszuwerden, in die Außenwelt zu übertragen und dadurch zu erfahren.

HINTERGRUND

Erst durch Situationen, denen der Mensch hilflos ausgeliefert ist, kann er sich auf seine innere Gewalttätigkeit einstimmen, die ein Teil seiner Psyche und die in die Außenwelt zu übertragen seine Aufgabe ist. Wir müssen uns hier von unseren moralischen Vorurteilen befreien, indem wir Gewalttätigkeiten nicht zulassen, weil sie nicht in unser Weltbild passen. Denn Aggression ist ein Bestandteil der menschlichen Natur, die sich in der Konfrontation mit anderen selber reguliert. Das, wovor wir Angst haben, ist unsere eigene Unterdrückung, die wir auf die anderen übertragen. Wenn wir die Gewaltvorstellung nicht in uns selber trügen, wovor sollten wir dann Angst haben? Was gäbe es denn Böses in der Welt, vor dem wir uns verstecken müßten, wenn wir die Gewalt nicht in uns selber spürten?

FRAU

Die Verlockung ist groß, Bedeutung auf Kosten persönlicher Gefühle zu erreichen, indem du an deinen eigenen Bedürfnissen vorbeizielst und sozusagen ein Opfer leitbildhafter Machtzwänge wirst, denn der Drang, dich aus dir heraus neu zu bilden und dich über Skrupellosigkeit und Machtansprüche gegen andere zu finden, ist bei dir sehr ausgeprägt. Der Zwang, die eigene Kraft zu transformieren, wird über das harte Vaterbild auf den brutalen, rücksichtslosen Killertyp projiziert, der dir hilft, alles, was dich an der Umwelt stört, unbarmherzig zu eliminieren (typisch: "Bonnie and Clyde").

Männern und Frauen gemeinsam ist, dass sie ihre Mitmenschen nicht in Ruhe lassen können, weil sie vom inneren Drang besessen sind, die anderen zu transformieren. Gerade in der Erziehung wirkt sich das verheerend aus. Du willst deine Kinder nach deinen eigenen Vorstellungen kreieren, was bedeutet, dass du das Kind erst dann akzeptieren kannst, wenn es mit deiner Vorstellung von Größe völlig übereinstimmt.

**** Sonne in Konjunktion zu Merkur

VORGEBURT

Unter diesem Gestirn wird ein schlauer Dieb oder geschickter Händler inkarniert, oder - besser noch - ein Kurier: ein Mittler zwischen den Parteien, dessen Aufgabe es war, Informationen zu sammeln und an die zuständigen Gremien weiterzuleiten. Seine Heimat war das schnelle Denken, das blitzschnelle Erfassen kausal-logischer Zusammenhänge. Innerhalb von Widersprüchen fühlte er sich wohl, weil jegliche Realität für ihn sowieso immer das Resultat gedanklicher Vorstellung war (und niemand besser als er wußte, dass die Widersprüche nur in unseren Köpfen existieren). Moral kannte er nicht, sein Bereich war das zweidimensionale Denken, und wenn man ihn festlegen wollte, wich er aus, denn nur ein emotionsfreier und denkunabhängiger Charakter war in der Lage, zwischen den Parteien zu vermitteln, also zwischen oben und hinten, hell und dunkel, links und rechts, Leben und Tod.

FRAU / MANN

Heute ist dieses Gleichgewicht gestört. Verständnis und Toleranz werden nicht mehr entwickelt, die inneren Ängste nicht abgebaut. Die merkurischen Energien sind nicht mehr in der Lage, zwischen den Widersprüchen der aus den unerlösten Persönlichkeitsschichten aufdämmernden Sonnenkräfte zu vermitteln. Das führt auf der materiellen Ebene zu Fehlurteilen, weil die Umwelt ja immer zum Sündenbock des eigenen, unerlösten Wollens wird. Mißverständnisse, Lügen und Irrtümer sind an der Tagesordnung, Zukunftspläne zerschlagen sich, Kontaktbemühungen scheitern, denn du kannst dieses innere Störungsfeld nicht loslassen, weil es ein Teil deiner eigenen Ich-Betrachtung ist.

HINTERGRUND

Wenn du das sonnenhafte "Ich bin" mit dem merkurischen "Ich denke" verbindest, dann erhältst du die kombinierte Aussage, die deinem intellektuell-materiellen Weltbild entspricht: "Ich bin, weil ich denke" oder "Ich denke, weil ich bin!" Mit anderen Worten, die Welt, so wie sie sich dir darstellt, entspricht der Summe deiner Erfahrungen, die du mit eben ihr gemacht hast. Das entspricht gleichzeitig auch deinem Denken, in das beständig neue Erfahrungen einfließen, was sich in einem immer wieder leicht modifizierten Weltbild niederschlägt. Nun mußt du aber wissen, dass du nicht generell Erfahrungen anziehst, sondern dich nur von Erfahrungsmustern anziehen läßt, die zu deiner Weltanschauung irgendwie in Verbindung stehen. Da diese Weltanschauung sich aber gleichzeitig wechselwirkend wieder aus den von dir gemachten Erfahrungen zusammensetzt, ist hier leicht nachvollziehbar, dass dein intellektuelles Bestreben nicht darauf zielt, die "Welt" kennenzulernen, sondern dich nur immer mehr "in deinen eigenen Erfahrungen" zu bestätigen.

* Sonne in Trigon zu Jupiter

VORGEBURT

Esoterisch verkörpert Sonne/Jupiter die innere Berührung mit den Schöpferkräften spiritueller Vaterschaft. Voller Optimismus und einem tiefen Glauben an das Gute symbolisierst du unter dieser Konstellation einen sprudelnden Quell geistiger Einsichten, der sich im Glauben an eine göttliche Wahrheit inkarniert. Du möchtest alle geistigen Inhalte zur Entfaltung bringen und entzündest dabei ein geistiges Höhenfeuer, das dem Lodern der Flammen im Olymp alle Ehre macht. Es ist dein Streben, die göttlich-intensive Dimension des Feuerelementes im Menschen zu entflammen und diese mit der innersten Sinnsuche in Verbindung zu bringen.

SEELE

Du bist eine Repräsentantin von angeborenem Adel und wahrer Menschlichkeit. Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft sind für dich keine leeren Worte: auch wenn sich in deinem Wesen bisweilen Merkmale von Selbstüberschätzung zeigen, so bist du doch immer von einem Streben nach besseren Lösungen beseelt. Deine Neigung zur Übertreibung (zur pathetischen Geste, um dadurch den persönlichen Anliegen mehr emotionales Gewicht zu verleihen) macht dich ganz im Gegenteil zu einer unwiderstehlichen Persönlichkeit, die ihre Umwelt zu begeistern weiß. Auch bist du bestrebt, über die enge Welt hinauszuwachsen und dich deinen Visionen in Form von großen Reisen oder Abenteuern (Entdeckerfreuden) hinzugeben. Energetisch bist du eine wahre Königin, die die Welt zu ihren Füßen förmlich hinreißt!

FRAU

In dir begegnen wir der einzentrierten Frau, die ihre Persönlichkeit aus der Mitte ihres Bauches lebt, ohne sich in den Nebeln überhöhter Identifikationsgelüste aufzulösen. Du bestehst auf deiner Rolle als Mittelpunkt, aber du weißt sie auch mit durchaus irdischen Mitteln zu vertreten: Dir ist die weibliche Kraft zu eigen, die sich nicht nur nach körperlicher Erfüllung sehnt, sondern die im Austausch mit der Umwelt sowohl Würde wie auch Macht anstrebt. Du lebst keine abgehobenen Ideale, sondern verwirklichst sie, indem du sie bodenständig machst. Eine vollständige Transzendierung deines Ichs ist dir nicht möglich, denn du lebst nach dem Motto, dass auch der erleuchtetste Geist in einem irdischen Körper wohnt. Du verwechselst Hingabe nicht mit Selbstlosigkeit, und daher kann man in dir auch eine Repräsentantin der sich hingebenden Liebe sehen, die ihr Territorium aber durchaus abzugrenzen weiß. Trotz totaler Hingabe an den Partner lieferst du dich niemals aus; das läßt eine starke Weiblichkeit durchblicken, die ihrem Selbstwertgefühl verschwenderische Pflege angedeihen läßt.

***** Mond in Opposition zu Merkur

VORGEBURT

Auf der Tiefenebene kann man diesen Aspekt auch als Öffnung bezeichnen, durch die man das "Modell des Kosmos" sieht, denn er symbolisiert die Transformationsfläche, wo sich das Unzusammenhängende jetzt strukturiert. Unterschwelliges Gefühlsverhalten wird in die Erinnerung hochgespült, um dort von den Denkmechanismen "sortiert" zu werden. Mond/Merkur ist nichts anderes als der Versuch, die unstrukturierten, gefühlsmäßigen Taten und Entscheidungen in die vielfältigen Schubladen unserer Denkmodelle einzureihen.

Wenn Sonne/Merkur dem Verhalten entspricht, die Welt so zu beurteilen, wie man sie sieht, dann ist unter Mond/Merkur das Prinzip dominierend, die Welt so zu sehen, wie man sie fühlt. In Abänderung des Sonne/Merkur-Zitates "Der Mensch soll streben, zu werden, was er ist" (Goethe), könnte man Mond/Merkur mit der Zeile postulieren: "Der Mensch soll endlich aufhören, zu fühlen, was er denkt!" Der Zustand unter dieser Konstellation wird von einem starken Mißverständnis geprägt zwischen dem, was man fühlt und dem, was man zu fühlen "denkt".

Nach Gurdjieff könnte man das Gefühl (Mond) mit einem Droschkenpferd vergleichen, den Verstand (Merkur) aber mit dem Kutscher, der das Gefährt für jeden antreibt, der bezahlt. Der Fahrgast schließlich, unser Ego, wechselt ständig. Und so wie die Motivationen und Ziele im Leben ständig wechseln, so wechseln auch Ziel und Richtung der Fahrt: "Das Universum selbst ist nur ein Spielwerk des Bestimmten und des Unbestimmten, und das wirkliche Bestimmen des Bestimmbaren ist eine allegorische Miniatur auf das Leben und Weben der ewig strömenden Schöpfung. Mit ewig unwandelbarer Symmetrie streben beide, auf entgegengesetzten Wegen sich dem Unendlichen zu nähern und ihm zu entfliehen. Mit leisen aber sicheren Fortschritten erweitert das Unbestimmte seinen angeborenen Wunsch aus der schönen Mitte der Endlichkeit ins Grenzenlose. Die Natur selbst will den ewigen Kreislauf immer neuer Versuche; und sie will auch, dass jeder einzelne in sich vollendet einzig und neu sei, ein treues Abbild der höchsten unteilbaren Individualität." (Friedrich Schlegel)

KIND

Ein Geburtsschock (der Fötus wurde bedrängt, als der Gebärmutterkanal noch nicht offen war; vgl. "Krankheitsdispositionen") könnte der Grund gewesen sein, der das Vertrauen in die eigenen Gefühle untergrub. Deshalb konntest du keine emotionalen Bindungen zur Außenwelt aufbauen. Es bestanden keine gefühlsmäßigen Beziehungen zu den Eltern, die Nähe wurde bestenfalls "gespielt", alle Kontakte hatten eine zweckbestimmte Färbung.

Durch diese schon früh auftretende Gefühlsabwehr entstand natürlich auch keine Beziehung zum eigenen Körper. Da du dich selbst nicht spürtest, wurde das fehlende Gespür durch ein Gefühlsmuster ersetzt. Das innere Gefühl, ins Bodenlose zu fallen, wurde durch einen "begrifflichen" Rahmen aufgefangen, der die Leere "ausfüllte": Alles wurde definiert, jede Unklarheit in den Gefühlen unterdrückt und nach speziell dafür erarbeiteten Kriterien katalogisiert. Der Körper wurde abgelehnt, alle körperlichen Funktionen abgewehrt und die Absonderungen und Ausscheidungen als ekelerregend empfunden. Im spontanen Entfalten gehindert, wurdest du aber nicht von den Eltern unterdrückt, sondern du unterdrücktest dich selber, indem du den Machtapparat der Eltern für die eigene Unterdrückung benutztest. Du wurdest nicht gedrillt, sondern drilltest dich selber, indem du dich von den Eltern drillen ließest!

FRAU

Die innere Entfernung zu den eigenen Empfindungen, die du in der Kindheit über die Eltern reflektiertest, wird später stellvertretend über die Vernunftskanäle ausgelebt. Du bist mit Argumenten schnell zur Hand, wenn es gilt, über Gefühle zu reden. Du versuchst dir die Gefühle, die du durch dein Abwehrverhalten nicht spüren kannst, einzureden, bis du sie zu spüren glaubst. Damit hast du die Gefühle zum Teil jenes "Vorstellungsrahmens" gemacht, mit dem du die Gefühle gleichzeitig "kontrollierst".

Konflikte auf der Gefühlsebene läßt du nicht zu, indem du die Ratio entweder vernebelst oder die Vernebelung anderer versachlichst ("esoterisierst"). Dazu trinkst du viel schwarzen Kaffee und schreibst Tagebücher oder Briefe, weil das Koffein die allgemeine Sauerstoffzufuhr durch Erhöhung des Blutdrucks steigert (mehr "Durchblick") und Tagebücher, weil du über den Intellekt versuchen willst, die Ängste vor dem Fühlen abzubauen und das Vertrauen in dir selbst zu finden. Es ist ein durchaus ernstzunehmender Versuch, den aufwühlenden Emotionen durch die Übersetzung in Sprache sozusagen den Stachel zu nehmen, die bedrohlichen Gefühle (Mond) also gewissermaßen zu neutralisieren und auf eine Ebene zu heben, auf welcher ihnen verstandesmäßig (oder merkurhaft) begegnet werden kann.

Im Konflikt zwischen "bildhaftem Sehen" und "begrifflichem Erkennen" ist die Verbindung zwischen Kopf und Bauch verlorengegangen. Da du dich in deinen Gefühlen nicht mehr spüren kannst, führt jede emotionale Nähe zur Beklemmung und zum Wunsch, die Beziehung möglichst rasch wieder abzubrechen. Als mögliche Fluchtwege bieten sich die Versplitterung in viele Aktivitäten (Flucht durch Inflation) oder der Rückzug in eine über der Sache stehenden Unverbindlichkeit an, weil jedes gefühlsmäßige Festlegen den eigenen Schutzmechanismus gefährden kann. Jede tiefe Bindung wirkt beklemmend, jedes emotionale Abenteuer wird mit einem intellektuell- verbalen Rahmen überfrachtet. Das fördert Gefühle von Sinnlosigkeit, und in dieser Phase erlebst du dich oft in einem Lebensrahmen, der eng und unerträglich geworden ist.

Umgekehrt kann ein Aufbrechen der Blockaden klaustrophobische Alpträume evozieren, in denen die verdrängten Geburtserinnerungen aufplatzen und nach Ausdruck streben: Wo die Ruhe im Mutterleib (Mond) durch die Kontraktionen des Uterus (Merkur) unterbrochen wurde, was sich im Leben (auf traumatischer Ebene) mitunter als "Abstieg in die Unterwelt" (Regression zu frühkindlichem Verhalten) darstellt.

*** Mond in Quadrat zu Mars

VORGEBURT

Wo du in früheren Inkarnationen deine Ängste in der Bibelgläubigkeit ertränktest, versuchst du es heute mit Psychotherapie, Parapsychologie oder Magie. Die Beschäftigung mit den eigenen Dämonen ist damit zum Ventil für unterdrückte Aggressionen geworden, und ihnen zu unterliegen verspricht gleichzeitig Lustgewinn. Aus dem unbefriedigenden, langweiligen und hoffnungslosen Alltag flüchtest du in die Arenen der Triebe, wo du sexuelle Erfüllung zu finden hoffst. Eine häufige Variante dieser Bilder ist dabei deine innere Empfindung, von einem gräßlichen Ungeheuer verschlungen zu werden. Dies ist das Symbol des Höllenschlundes und verkörpert den Eintritt in die Unterwelt. Ob "Dies irae" oder Hexensabbat, Sex mit dem Therapeuten oder mit dem Antichrist: Die Angst will raus! Damit hast du den Drachen jetzt umzingelt. Du mußt ihn durchschauen, sonst verheddert er sich in den Tiefenschichten seelischer Bildekräfte und liefert dich deinen inneren Perversionen - den verdrängten, eigenen Aggressionen - aus.

HINTERGRUND (GEBURT)

In einem anderen Sinn symbolisiert der Mond/Mars-Aspekt auch die Geburt. Der Mond entspricht dabei dem Mutterleib, in dem der Fötus ruht, und Mars verkörpert die Ausstoßung durch den Geburtskanal und die Abtrennung der Nabelschnur.

Die Geburt geht niemals mühelos vor sich, sondern sie bedarf einer großen Kraftanstrengung. Der Mutterschoß (Mond) hat die Aufgabe, das heranwachsende Leben zu beschützen. Und dieser Aufgabe kann er nur gerecht werden, wenn er das zu Behütende völlig vor den Einflüssen der Außenwelt abschirmt. Aber das neue Leben will und muß hinaus, wenn seine Stunde gekommen ist, und das Verlangen, die umschließende Hülle zu durchstoßen, symbolisiert sich im Archetyp des Mars. Der Geburtsakt ist auf allen Ebenen des Lebens ein Vorgang aggressiver Kräfteballung, der sich im unbändigen Willen des winzigen Keimlings (Embryo) manifestiert, nämlich aus der dunklen Eingeschlossenheit der Muttererde (Mutterschoß) hervorzubrechen: ins Licht der Selbstbestimmung seines Eigenseins!

Damit repräsentiert die Geburt den hellen Pol im "Tod- und Wiedergeburts"-Zyklus, aber der Durchbruch ins Leben ist genauso rücksichtslos wie der Tod, auch wenn wir uns das ungern eingestehen. Sein ganzes Streben zielt auf das bedingungslose "Ich will leben", und selbst wenn dieser Akt dem Wirt (Mutter) den Tod bringt, der Keimling kennt nur dieses Ziel: "Ich muß hinaus!"

In dieser Rücksichtslosigkeit liegt nämlich völlig unbemerkt der Lebenssinn, denn jedes neue Leben basiert auf der Vergänglichkeit des alten. Doch weil wir diese Wahrheit ablehnen, bekämpfen wir sie in dem, was sich uns als Tod umschreibt, und verdrängen damit das einzig Währende oder die "Folgerichtigkeit des Schöpfungssinns".

Stets fließt der Tod in eine Welle der Befreiung, weil sich im Ende immer das sich unendlich nach dem Kosmos zurücksehnende Verlangen inkarniert. Das Ewige erscheint unendlich schön und strahlend. Genauso folgt auf die explosiv anmutende "Herausstoßung aus dem Mutterleib" ein Gefühl der Erleichterung und Entspannung. Wie der biologische Tod entspricht auch der Lebensanfang einer Etappe im Spektrum eines unüberschaubaren Bewußtseinsabenteuers, wobei unter Paradies und Hölle oder Gott und Teufel weniger physische Entitäten (Zeiten und Orte) zu verstehen sind als vielmehr seelische Realitäten unter dem Einfluß sich laufend verändernder Bewußtseinszustände.

FRAU

Unter dieser Konstellation bist du impulsiv und heftig und befindest dich mit deiner Umwelt stets im Clinch. Mars schürt einerseits das Bedürfnis, mit der Umwelt in Kontakt zu kommen, der diskrepante Mond kühlt aber andererseits den Mut und verhindert das Empfinden, dich in einer schnellen Umarmung auch wohl zu fühlen. Wir haben hier einen klassischen "Anziehungs- und Verhinderungseffekt", und zwar auf der Kommunikationsebene. Der reizbestrahlte Mond ist viel zu schwach, sich gefühlsmäßig zu engagieren, andererseits zieht er über die marsische Reizung die Außenkontakte nur so an.

Die Voraussetzung deiner Probleme unter diesem Zeichen ist vielfach blanker Mutterhaß. Als Tochter schon ließest du dir die Disharmonie im Gefühlsleben stellvertretend durch die Mutter vorleben. Gleichzeitig wehrtest du das Verhalten der Mutter ab, weil du nicht wie diese werden wolltest; damit wehrst du dich gegen deine eigene Weiblichkeit und nimmst so ein aggressives, burschikoses Wesen an. Gleichzeitig wiegelst du die Mutter gegen dich auf und bist damit auf eine unbewußte Art in Harmonie, weil du diese jetzt bekämpfen (und dich psychisch wieder einmitten) kannst, ohne die Ursachen zu erahnen.


* Mond in Sextil zu Pluto

VORGEBURT

Wie der Mond, so steht auch Pluto für das Gefühlsnaturell. Allerdings verkörpert er eine andere Dimension dieser Gefühlsnatur. Während der Mond sich auf das Selbstbildnis beschränkt, auf eine Gefühlsübereinstimmung mit der Umwelt, fördert Pluto die Tendenz, die alten Bilder zu zerstören, und erzwingt somit durch seine Destruktivität Wachstum. Die Notwendigkeit, alte Lebensstrukturen zu eliminieren, um sich dadurch neu zu formen, und der Drang, Tabus zu durchbrechen und über sich selbst hinauszuwachsen, um das Mysterium des Lebens zu ergründen, kann bis zum Selbstvernichtungswahnsinn führen. Dieses Verhalten ist der Instinktnatur nicht fremd, wo sich die Starken behaupten und die Schwachen einfach aufgefressen werden. Die Naturgesetze, welche diese Abläufe steuern, werden durch Pluto symbolisiert.

Damit hilft der Fürst der Unterwelt dem Menschen, sich seiner Gefühle (Mond) immer bewußter zu werden. Erst wenn wir die Wünsche unseres Egos, welche in den Polaritäten von Gut und Böse schmachten, überwinden, kommen wir in den Besitz der Urkraft, welche durch die Vorstellung im Menschen die Dualität überhaupt erst ausmacht. Wenn wir das Göttlich-Schöpferische außerhalb von uns als einen Teil von uns selber erkennen, als einen Teil des Schicksals, dann erst können wir uns als der erleben, der wir sind.

Nur wenn wir alle Kontrollbedürfnisse und Übergriffe zurücklassen, können wir Raum und Zeit überspringen und das Wunder in uns selbst vollbringen, die Gegensätze in uns selber zu verbinden.

FRAU

Durch die persönlichen Gefühle (Mond) manövrierst du dich gerne in die Lage, die Folgerichtigkeit des Ewigen (Pluto) zu bekämpfen, dem du aber gleichzeitig auch wieder unterliegst. So bekämpfst du das Schädliche und das Böse, verdrängst Krisen und den Tod, um unbewußt über dein Schicksal diesen Kräften im Kleid von Krankheit, Unfall, Umweltzerstörung oder Krieg doch wieder zu begegnen.

Auf der inneren Ebene drückt Mond/Pluto das Symbol der verschlingenden Mutter aus, welche nicht nur von ihren Besitzzwängen völlig beherrscht, sondern im Ausleben ihrer Triebe gleichzeitig von unbändiger Geschlechtslust überwältigt wird. Dir ist zwar klar, dass sich alles im Kreise dreht, doch gefühlsmäßig kannst du dich diesem Kreislauf nicht unterwerfen, weil du deine Besitztümer nicht aufgeben willst. Du wehrst dich gegen den Ablauf der Natur, weil du die Objekte deiner Gefühle und Begierden nicht loslassen kannst, um deine Identität nicht zu verlieren.

Da du aber dein eigenes Selbstbild zerstören und transformieren mußt, können wir hier den ewigen Willen ersehen, der sich ins persönliche Wollen einbringt: Indem du den Besitz deiner Objekte dadurch verlängerst, indem du dich mit den Objekten identifizierst und damit deine eigene Persönlichkeit in den Brennpunkt bringst, kannst du mit dem Verlust der Objekte gleichzeitig deine Identität verlieren, weil die Objekte die Eigenschaft haben, beim Verlust die auf sie übertragenen Persönlichkeitsmerkmale vom Absender abzuziehen.


** Merkur in Quadrat zu Mars

VORGEBURT

Wenn sich kämpferische Durchsetzung oder jugendliche Unbekümmertheit mit dem Akt des Denkens verbinden, dann begegnen wir dem radikal Denkhandelnden in dir, der sich die Motivation zum Handeln aus seinem eignen Tun kreiert. Damit brauchst du keinen "Grund mehr zum Handeln", sondern du brauchst das "Handeln als Grund" zur Selbstverwirklichung. Der Drang ins äußere Leben ist dir deshalb Grund genug, die eigene Aggressivität zu leben (dies zu erkennen ist wiederum der Grund, warum du in die Welt geboren bist), und durch Merkur fließen die marsischen Energieströme auf die Mühlen der Sprache, wo sie sich zu durchsetzungsbetonten Verstandesangelegenheiten auswirken.

HINTERGRUND

Reden, Denken und trotzdem Tat - ganz mit sich selbst identisch will jedes Handeln sein! Das gelingt nicht immer leicht, weil Merkur die marsischen Instinkte in eine rationale Form eingießt. Jede Aggression trägt deshalb den Stempel intellektueller Ich-Besessenheit, die sich bestätigen will (oder zu erkennen sucht), aber immer nur "vor sich selber davonläuft", weil hinter allen Zielen ja bloß das eigene Suchen steht. Aus diesem inneren Antrieb, der dich zeitweise für jede (falsche) Einsicht unzugänglich macht, quillt kreatives, expressives Aufbegehren, die Ausdrucksformen werden übersteigert bis zum inneren Kollaps. Das Ich implodiert, stürzt in sich selber ab und überholt sich ständig selbst.

FRAU/MANN

Diese Konstellation beruht auf der "aggressiven Wirklichkeit der Handlung", und das ist auch ihr geheimes Ideal: nur auf sich selbst bezogen in der Welt zu stehen, nur so, als Hirnereignis oder Tat. Ohne erkenntnisbezogene Tiefenperspektive ist es für dich nicht schwer, Risikobereitschaft zu zeigen, weil für allzugroße Ängstlichkeit der gefühlsmäßige Rahmen fehlt. Auf dem Grat zwischen Sein und Nicht-Sein bewegst du dich in kindlicher Unbefangenheit, denn dein historisches Bewußtsein ist jung und die Fermente deines Denkens noch viel zu sehr in einem Entstehungsprozeß begriffen. Deshalb bist du auch oftmals voller Tücke, weil in dir ein empfindungsloses Ich regiert, welches abgeschnitten von einem emotionalen Hintergrund in einer künstlichen, isolierten Denkwelt existiert. Du geisterst durch die Abgründe deiner Isolation und wirst dabei zu jenem verrannt-besessenen Voyeur, der alles wahrnimmt, was um ihn herum geschieht, ohne sich aber selbst zu spüren. Du existierst an der Peripherie des Seins, und wenn du handelst, so handelst du aus dem Alptraum deiner denkerischen Ich- Besessenheit, denn jede deiner Handlungsabsichten will umwegslos Ereignis werden.

SEXUALITÄT

"Die Liebe ist ein Zeitvertreib, man braucht dazu den Unterleib", sinnierte einst Erich Kästner und hat damit die Aura dieser Stellung gut umschrieben. Da Mars die wollüstigen Schreie, den klebrigen Schweiß, die mampfenden Bewegungen und die aneinanderklatschenden nassen Leiber symbolisiert, Merkur die Ratio aber eingeschaltet läßt, wird der Orgasmus "verkopft", über die Hirnströme wahrgenommen, also verstandesmäßig erforscht und gefühlsmäßig dadurch "unschädlich" gemacht.

Merkurbetonten fällt es schwer, in den Niederungen sexueller Dümpeleien zu gründeln, weil sie auf den Höhen verbaler Abgehobenheit jetzt thronen und sich lieber in die Zunge beißen, als z.B. das Wort "Ficken" in den Mund zu nehmen. Sie sind die geborenen Voyeure, die sich brennend dafür interessieren, wie es die andern treiben ("Sex-Report"), ohne von ihren eigenen Bedürfnissen auch nur ein Wort über die Lippen zu kriegen. Sie reden nicht über Sexualität, sie referieren.

Marsbetonte referieren nicht, sie handeln. Wenn Mars vorprellt, werden die Instinkte von der Kette gelassen, aber da die Triebe über die Merkurkanäle ja mit Vernunftbildern beliefert werden, die in die Instinktrealität nur schwer zu integrieren sind, wird in die Masturbations-Ecke ausgewichen und die "Steuerung der Schweinereien" verstandesmäßig kontrolliert.

LEBENSZIEL

Merkur/Mars bleibt stets in sich verhangen, im eignen Denken eingesperrt, und da er als Maßstab selbst fungiert, erkennen wir das Unvermögen, die Wahrheit zu erlangen. Trotzdem stellt er sich die Frage nach dem Ursprung allen Seins, aber da er keine Antwort weiß, verdeutlicht er sein eigenes Verhalten: "Ewiges Werden ist ewige Durchsetzung und ewige Durchsetzung ist Sein!"

Die Absicht unter diesem Zeichen ist also permanentes Werden, und damit nähert es sich auf eine erkenntnistheoretische Weise dem absichtslosen Wirken mystischer Weltanschauung an. So wie Neptuns Illusionshaftigkeit einem "Widerspruch innerhalb des Nichtseins" entspricht, so führen die pragmatischeren Abstrahierungen von Merkur/Mars zu einem genauso widersprüchlichen "Werden durch Tun". Wo aber früher die Sinnsuche die "Kirchentürme in den Himmel schießen ließ" (aus Angst vor Hölle), so läßt uns im Zeitalter moderner Technik das denkerische Suchen ins Luftleere vorstoßen. Wer Wissen sucht, stößt ins Nichtwissen vor und findet Unerklärlichkeit und Wunder.

Merkur/Mars stilisiert also das "Suchen" zum "Finden": "Denn nur in seinem Suchen selbst findet der Geist des Menschen das Geheimnis, welches er sucht!" (Friedrich Schlegel)

***** Venus in Trigon zu Saturn

VORGEBURT

Unter diesem Gestirn mußt du viele Lektionen in Hinsicht auf die Gefühle und ihre Vertiefung in Beziehungen lernen. In früheren Leben konntest du lockeren Liebschaften frönen, ohne dich allzu tief in die Gefühlsbeziehungen mit einzubringen; dem wird heute unter Saturn nicht mehr stattgegeben.

Die Angst der Personalität besteht darin, in den Beziehungen von anderen abhängig zu werden, aber gerade dem wirst du unter diesem Aspekt zu begegnen haben: Du wirst lernen müssen, dich im Selbstausdruck zu versagen und dich an Beziehungen zu binden, welche deine Gefühle nicht wahrnehmen und sie im Eigenwert blockieren. Es wird für dich schwierig zu verstehen sein, dass dies der Umkehr deiner früher gelebten Selbstsucht entspricht, die exakt alle Probleme schuf, die du den anderen jetzt vorwirfst.

KIND

Als Kind wurdest du von den Eltern akzeptiert, solange sich deine Rolle mit ihrer Aufgabe vereinen ließ, dich in allen Bereichen zu dirigieren (weil die Ausübung von Kontrolle der Perspektive ihrer Verantwortung entsprach). So wurdest du von den Eltern völlig fremdbestimmt und konntest deine eigenen Werte nicht entwickeln. Vergnügen und Freude wurden dir vergällt, hingegen Strafe ausgesprochen, wenn du z.B. den Anforderungen der Schule nicht genügtest.

So konntest du deine eigenen Empfindungen nur noch loswerden, indem du deine Gefühle umgekehrt an die Verhinderung der Empfindung bandest: Arbeit ist gut, auf das Vergnügen folgt Strafe. Jede Freude zieht eine Blockierung nach sich.

FRAU

Für dich bedeutet dieser Aspekt, dass du von der inneren Anmut deines weiblichen Bildes getrennt bist. Das heißt, dass deine Unfähigkeit, deine eigene Bedeutung mit Inhalt zu füllen, dich in Sachen Liebesverlangen zu einem Faß ohne Boden werden läßt. Dein in der Kindheit ausgelöstes Syndrom, nicht um deiner selbst Willen geliebt worden zu sein, wächst sich zur Vorstellung aus, dafür aber wenigstens verehrt und hoch geschätzt werden zu müssen. Du lieferst dich der Vorstellung aus, dich selbst nur lieben und empfinden zu können, wenn dir jemand zu Füßen fällt und dich anbetet.

Unter Venus/Saturn wird jede Illusion auf die Wirklichkeit reduziert. Und da du die Liebe ebenfalls für eine Illusion hältst, gibst du dich ihr nur unter der Voraussetzung hin, eine reale Gegenleistung dafür zu erhalten: Prostitution oder wenigstens einen gesicherten Lebensunterhalt (gesicherte Unterhaltszahlungen nach der Scheidung), frei nach dem Motto: Tausche "Illusion von Hingabe" gegen die "Befriedigung eines realen Versorgungsanspruches".

Deine Zuneigung zu Kindern bewegt sich in den Kanälen, wenigstens die eigene Verantwortung zu mögen, die du dir durch Kinder aufbürden läßt. Denn um der eigenen Verantwortung gerecht zu werden, spannst du einen ganzen Katalog von Eigenwerten um die Kinder auf. Dadurch wird dein eigenes Manko (Kindheit!) in die Vorstellung gehoben, und du kannst als Elternteil endlich das nachholen, was du als Kind nicht selber entwickeln durftest: die Bestimmung eigener Werte.

**** Venus in Quadrat zu Neptun

VORGEBURT

Hier entsteht das Bild einer Seele, die, vertrieben von den faden Alltagsgestaden, in den körperwarmen Gewässern des Unbewußten sanft dahintreibt. Die schlummernde Psyche ist befriedet, jedoch vom wirklichen Geschehen abgeschnitten; auf die Herausforderung des Lebens erfolgen keine persönlichen Reaktionen mehr. Daraus resultiert irgendwann das Gefühl, der Realität ausgeliefert zu sein, weil der Wunsch nach Vergeistigung nicht in wirkliche Transzendierung der menschlichen Begrenztheiten mündet, sondern letztlich das Gefühl der eigenen Schwäche nährt. Unter dieser verführerischen Konstellation bildet sich vor unserem geistigen Auge eine bezaubernde, betörende Frau in einem seltsam irisierenden und opalisierenden Licht heraus. Sie ist aus den Tiefen der Wasserfluten hochgestiegen, um das Feuer einer Sehnsucht in die Welt zu tragen, in dem wir unsere Sehnsucht nach dem Mutterschoß erfahren. Es ist der Archetyp der inneren Sehnsucht, der da ins Licht des Bewußtseins dringt und uns mit unserem inneren Bild der Weiblichkeit verbindet, das mit der Mutter und dem Bild des Ewigweiblichen beginnt.

KIND

Diese Sehnsucht, die aus dem Verlangen des Säuglings herrührt, mit der Mutter eins zu werden, wird unter diesem Signum so sehr mit dem Vorgang der Verschmelzung verbunden, dass sich das Kind immer mehr mit seiner Mutter identifiziert, bis die Mutter nicht mehr als eigenständige Person, sondern nur noch als Außenteil des Kindes (wenigstens in den kindlichen Gefühlen) existiert. Das entspricht einer verantwortungslosen Sehnsucht nach grenzenloser Wonne, wie sie das Neugeborene in den Armen der Mutter empfing.

FRAU

Du bist die liebliche Verführerin, die aus den Tiefen der Quellen hochgestiegen ist, um das Feuer der Sehnsucht in die Welt zu tragen, und strebst nach jenem grenzenlos weiten Teil des Ichs, der, von uns völlig unerkannt, die Sehnsucht nach dem Ewigen regiert. Du bist aus den Tiefen der Wasserfluten emporgestiegen, um den Archetypus der tiefsten Sehnsucht in die Welt zu tragen, der sich im unwiderstehlichen Entzücken deiner Schönheit und zugleich in der Wehmut deiner letztlichen Unerreichbarkeit widerspiegelt. Du versinnbildlichst die Erschließung der inneren Bilder und das tiefe Eintauchen in die unbewußten Bereiche des Selbst. Da die Venus durch den Kontakt mit Neptun zur Wassernixe wird, die Umarmung einer Nixe aber auch für das trügerische Ringen mit infantilen Traumvorstellungen steht, die einen in die Fluten unbewußter Sehnsüchte hinunterziehen, begegnen wir hier auch den sirenenhaften Verführungskünsten, mit welchen du deine Opfer in die Tiefe lockst. Es ist, als ob du dich selbst in die Quelle zurückverwandelt hättest, in deren Spiegelung alle Menschen ihrem Seelenbild begegnen, dabei bist du in deinem Inneren flüchtig und ungreifbar; du bist die Verführung und gleichzeitig die Kraft, die der Verführung widersteht.

*** Venus in Quadrat zu Jupiter

VORGEBURT

Venus/Jupiter verkörpert das Optimum dessen, was der Mensch an innerem Seelenfrieden erreichen kann. "Fortuna major" und "fortuna minor" zeugen von der Absicht, Widersprüchliches im Herzen auszugleichen und im "Erkenntnis-Dom" zum Wissen zu vereinen, dass alles irgendwo im Leben seinen tiefen Sinn besitzt. Der Glaube an die innere Ordnung schürt das seelische Empfinden, sich mit der Umwelt stets harmonisch zu verbinden, was sich in Toleranz und Güte ausdrückt.

Was für eine reife Seele aber Lebenssinn bedeutet, ist für die unreife nichts als Wichtigtuerei. Da Venus das Gefühl umschreibt, sich in den eigenen Wünschen auszuleben, dehnt sie sich in Jupiters Expansivität mit aus, der, seinem Wachstumstrieb gehorchend, ins grenzenlose All ausfließt; in die bildhafte Vorstellung des Alls natürlich, denn Jupiter wird mit dem Sehnen in Verbindung gebracht, die vorstellungsmäßigen Inhalte zu schaffen, aus denen sich das Denken dann seinen Lebenssinn zusammenfaßt. Venus löst sozusagen die jupiterhaften Ideologien in einem schwärmerischen Idealismus auf, der nicht mehr der Erkenntnis und Durchforschung des Unerkannten dient, sondern die Befriedigung nur noch aus dem Suhlen in den eigenen Vorstellungs-Idealen zieht.

FRAU

Hier bist du Mutter und Hexe, Hölle und Himmel, Leben und Untergang. Deine Sexualität gehört dir und der Göttin allein. Sie ist die Schlange, die Adam verführt, die alten Werte zerstört und den fruchtbaren Aspekt des Weiblichen (Eva) wieder mit der orgiastischen Lust (Lilith) vereint, die beide aus Gott-Teufel hervorgegangen und innig mit der menschlichen Natur verwachsen sind. Dieses Gestirn bindet jene seelische Ebene in die Erfahrung mit ein, die von der Urmütter Weisheit durchdrungen ist und zur Rückkehr in die innere Kraft, zur lebendigen, nährenden Seite der Muttergöttin führt. Das Verlangen nach üppigen Formen entspricht einem inneren "Bedürfnis nach Ausdehnung", wobei du auch chirurgische Eingriffe nicht scheust (Brustvergrößerung), um die Materie mit dem Wunschbild in Übereinstimmung zu bringen. Soziale Anerkennung wird großgeschrieben, der Partner vereinnahmt und zur Erweiterung der eigenen Grenzen benutzt. Die innere "Ausgrenzung in den anderen" bedarf der ständigen Anpassung der Gefühle zur Erhaltung der Beziehung (der Partner wird auf die Mutterbrust fixiert!). Venus/Jupiter muß wachsen, und da dieser Aspekt weder Durchsetzung noch Arbeit schätzt, erfolgt das Wachstum über die "Ausdehnung des anderen" (Partnerschaft muß zum sozialen Aufstieg führen), welcher solange mit "Muttermilch" gemästet wird, bis er in die Umwelt "platzt". Mit anderen Worten: "Karriere macht!"


***** Mars Spiegelpunkt zu Saturn

VORGEBURT

Mars/Saturn weist auf Brutalitäten in vergangenem Karma hin, das zur Bewußtwerdung, zur Konfrontation mit den Auswirkungen seines eigenen Scheiterns, nochmals in die Welt hinausdarf. Deine Aufgabe in diesem Leben, dich in deiner Personalität weniger wichtig zu nehmen, ist dann erreicht, wenn du durch Hinterfragung und Aufarbeitung deiner Erlebnisse deine Spannungsknoten löst und dich damit einem positiveren Lebensgefühl öffnest. Oder wenn es dir gelingt, Abstand zu dir selber zu gewinnen - Abstand zu deinem eigenen Durchsetzungswillen, der gleichzeitig gefördert und verhindert werden will. Gefördert, wo er sich mit den Interessen anderer zu gemeinsamen Zielen verbindet, und verhindert, wo sich nur das eigene Ego zur Demonstration seines Willens in den Mittelpunkt der Welt bringt.

KIND

Kinder sehen sich in einen Familienverband hineingetragen, in dem sie sich gegen Umwelt, Eltern und Geschwister schon bald zu verteidigen haben. Das Konkurrenzverhalten innerhalb der Familie wird prägend, und in der kindlichen Psyche verankert sich die Hierarchie des Stärkeren entsprechend früh. Körperliche Mißhandlungen im Kindesalter sind unter diesem Gestirn keineswegs die Ausnahme. Oft verhalten sich der Vater oder die älteren Geschwister brutal und schüren in ihrer bedingungslosen Durchsetzung im Unterlegenen jenen Haß auf Autoritäten, der im späteren Leben, besonders bei Knaben, die Richtung ihrer freigesetzten Frustration bestimmen kann.

FRAU

Da Mars eher für die individuelle und sexuelle Verwirklichung des Mannes steht, wirst du als Frau die Verkörperung dieses Gestirns in den meisten Fällen auf den Mann projizieren. Das heißt, der Mann deiner Wahl "kommt in die Gnade", die Eigenschaften dieses Aspektes für dich stellvertretend in die Welt zu übertragen. Aus dieser Perspektive wird für den Saturn/Mars-Mann die im späteren Leben ausgeübte Aggressivität verständlich. Sie wird als jene Überkompensation einsichtig, welche den Erwachsenen in seinem Mannesverständnis aus der eigenen Kindrolle herauskatapultiert, damit er dem Rollenverständnis seiner Unterdrücker nacheifern und seine karmische Aggression in die planetarische Realität übertragen kann. Deshalb wirst du dich auch dem in seinem Selbstvertrauen gehandicapten und daher entweder blockierten oder überkompensierenden Mann je nach Art des Vaters hingeben, der sich entweder total beherrschen ließ oder sich mit ungewöhnlicher Härte durchsetzte. Dabei kann das Bett zum Schlachtfeld dieser innerlichen Spannungen werden, wobei die Siegestrophäe demjenigen winkt, der seinen Gegner in einem sinnlosen Akt zu unterwerfen imstande ist, aber nicht um der physischen Sinnlichkeit wegen, sondern aus dem tiefsitzenden, frustrierenden Gefühl heraus, ohne die totale Unterwerfung vom anderen nicht angenommen zu werden.

Als Mutter fehlt es dir vielleicht an der Gabe, dich auf deine Kinder einstellen zu können und diese als eigenständige Persönlichkeiten zu ertragen. Es kommt zur Vergewaltigung ihrer Psyche, und oft nährst du mit der brutalen Unterwerfung unter deinen Willen die Aggressionen, die über die Kinder weiter in die Welt hinausgetragen werden, und die doch immer auch auf dein eigenes Dilemma zurückweisen.


*** Jupiter in Opposition zu Neptun

VORGEBURT

Die zentrale Bedeutung dieses Aspektes liegt in der Möglichkeit, die eigene Weltanschauung zu durchschauen und zu erkennen, dass sie nur dem eigenen kulturellen Erbe entspricht. Durch die Relativierung dieses Gebildes und die Einbeziehung von Räumen, die sich der euklidischen Geometrie weder einfügen noch sich in ihren Ursachen aus der Logik eines Aristoteles erklären lassen, kannst du deine Perspektiven nicht nur sehen, sondern auch sehen, wie du sie siehst! Jupiter/Neptun zeigt ein Fluidum seraphischen Elysiums an, das schnell zur Hölle werden kann, wenn du geistig abhebst oder deinen Rahmen materiell zu sehr ausdehnst. Geistig gilt es, aus einer Sache und ihrem Gegenteil keinen Unterschied zu machen, weil das einzig Objektive die Subjektivität der persönlichen Wahrnehmung ist. Dadurch kannst du zu philosophischen Einsichten vordringen, die sich aus der Relativität des Sehens und der Einbeziehung dieser Relativierungen nähren. Denn alle Wege sind gleich und müssen gerade deshalb makellos begangen werden, weil sie nirgendwohin führen. Nur wer in seinem eigenen Leben den langen Wegen bewußt gefolgt ist, kann ermessen, dass es kein Ziel gibt, zu dem sie hinführen.

FRAU

Die Gefahr dieser Konstellation liegt darin, dass deine inneren Ziele so hoch in den Wolken schweben, dass sie nur schwer zu verwirklichen sind. Dabei zeichnest du dich durch besonders abgehobene Vorstellungen von dir und der Welt aus. Dein innerstes Streben entspricht einem Prozeß der Suche, in dem du aber nicht nur suchst, was du verloren zu haben glaubst, sondern auch das, was es nirgends zu finden gibt. Der Enthusiasmus, der dich erfüllt, katapultiert dich in Gefilde, in denen deine Psyche nicht immer stabil genug ist, zwischen Realität und Irrealität zu unterscheiden. Aber gerade in religiösen und mystischen Bereichen, in denen das Ego zugunsten transzendenter Auflösungen zurückgelassen wird, kannst du jene schimmernde Insel erreichen, die aus den Wassern des Unbewußten aufscheint. Als Frau versuchst du dich mit jener männlichen Urkraft zu verbinden, die frei von ödipalen Konflikten ist und in deren Wirken du den inneren Antrieb jenes Wesens findest, das auf den Dienst am Leben ausgerichtet ist. Denn Gott unter Jupiter/Neptun ist ein Gott der Liebe. Unter diesem Gestirn kannst du deine Schwächen annehmen und mit deinen Stärken verbinden, das innere Kind im Partner genauso akzeptieren wie selber ausagieren, ohne dich in deiner weiblichen Würde angegriffen zu fühlen, und so kannst du dich auch mit deinem "männlichen Selbst" arrangieren.

* Jupiter in Trigon zu Pluto

VORGEBURT

Wenn du erkennst, dass alles, was dir aus der Welt entgegentritt, nur besteht, weil du es vordem in die Welt hineingedacht hast, dann erkennst du, dass dir in allem immer Gott entgegentritt, dem du deine Sehnsucht entgegenstellst, damit du die verdrängte Sehnsucht nach Gott als Heimweh nach dir selbst erfährst. Denn dein Empfinden kann den Sinn des Lebens nur dort finden, wo du bist, aber dein Verstand kann dich dort nicht suchen, wo Gott ist, also findest du dich in dir, indem du Gott im eigenen Bild von dir suchst ... oder du suchst dich in Gott, indem du dich im eigenen Bild von ihm findest. Symbolisch ließe sich unter diesem Gestirn ein alter aztekischer Mysterienpriester vorstellen, der die Menschen zum Gebet aufrief, um die Maße in seine eigene Ausdehnung miteinzubeziehen und über den Resonanzkörper der Gläubigen seine eigenen Gottesvorstellungen als Rückkopplung zu erfahren.

FRAU / MANN

Unter diesem Einfluß bist du vom Bedürfnis erfüllt, dich direkt auf die innerste Seinsebene zu begeben und dich mit den Urmustern alles Seienden auseinanderzusetzen. Du siehst zwar nur Bilder, die aber trotzdem Wahrheit in sich tragen können, wenn du bereit bist zu akzeptieren, dass dir die Wahrheit nur so lange nützt, wie sie in dein Weltverständnis einzubringen ist. Denn was nützt dir zum Beispiel zu wissen, dass alles Energie ist? Um mit dieser Erkenntnis etwas anzufangen, mußt du wissen, dass diese Energie nicht nur ist, sondern schon immer war und immer sein wird. Dadurch kann sie in ihrer energetisch-kosmischen Qualität dem menschlichen Übervater- und Gottesbild zugeordnet werden.

Kehren wir die ganze Fragestellung um: Wenn alles Energie ist, dann wäre ohne Energie nichts. Also mußt du dich darauf verlassen können, dass diese Energie ewig ist, und das wiederum nennt sich Gottvertrauen. Denn wenn es sie nicht mehr gäbe, würde alles in sich zusammenfallen. Und weil gerade das nicht sein darf, lieferst du dich diesem Gottvertrauen aus, nicht um der Wahrheit ins Auge zu schauen, sondern um die Winzigkeit deines persönlichen Anteils am göttlichen Schöpfungsplan um eben dieses Gottvertrauen zu erweitern!

Wenn es Jupiter nicht gelingt, diese schwindelerregenden Erkenntnisse zu transformieren und in die Begrifflichkeit zu integrieren, so dass sie vom Bewußtsein verarbeitet werden können, dann kommt es zur "geistigen Zirrhose". Dann geht dir jeder Lebenssinn verloren, und du möchtest wieder "in die Urbausteine" zurück. Du möchtest aus der Gebundenheit in Zeit und Raum entfliehen und dich wieder "atomatisieren". Es handelt sich aber nicht um innere Leere, die nach Erfüllung strebt, sondern eher um eine geistige Völle, die sich überdrüssig geworden ist und die sich nach dem Ende sehnt. Du willst aus den Mustern heraustreten, weil sie dir zu eng und schal geworden sind. Dies entspricht dem inneren Wunsch nach psychischer Verwandlung, der erst im Tod Erfüllung findet und erinnert ein wenig an Schopenhauers "Verneinung des Willens zum Leben".

HINTERGRUND (MYTHOLOGISCHER VERGLEICH)

Auf einer anderen Ebene kann man diesen Aspekt aber auch als den Abschluß einer Entwicklung betrachten, die bei der Annahme der Herausforderung durch den Drachen begann (Mars/Neptun). So wie erst unter Mars/Pluto die endgültige Überwindung des Mutterbildes realisiert wurde, so kann erst unter Jupiter/Pluto das Vaterbild angenommen werden, mit dem man unter Jupiter/Neptun erstmals konfrontiert wurde. Ging es dort noch um den Streit der Söhne mit den Vätern um den Besitz der Mutter, so geht es hier um den Streit der Väter um die Identifikation mit Gott.

Die Söhne sind zwar Väter geworden, aber sie sind immer noch Söhne, weil sie ihr inneres Vaterbild noch nicht gefunden haben und es nach außen projizieren auf Gott. Hier findet sich die "Summe menschlicher Erkenntnis", die am Ende ihrer Weisheit angelangt ist und die sich jetzt ihr Vatersein erzwingen will durch Vernichtung, die sich mit Gott verschmelzen will im Tod.

**** Saturn in Quincunx zu Neptun

VORGEBURT

In früheren Inkarnationen könnte sich hier ein Priester versteckt haben, ein Würdenträger oder sonst ein Stellvertreter Gottes, ein Repräsentant christlicher Gesetze, der eine Brücke zwischen Gott und den Menschen spannte. Deshalb magst du aus vergangenen Erfahrungen gewohnt sein, in nichthandelndem Selbstmitleid zu verharren, doch mit dieser Handlungsweise schaffst du dir in diesem Leben nur Verdruß. Auch die innere Gewißheit, Teil einer höheren Ordnung zu sein, entbindet dich nicht der Verantwortung, die Dinge zu sehen und beim Namen zu nennen, um nicht im Treibsand deiner inneren Visionen zu verenden. Du hast in vergangenen Leben verpaßt, die Realität zu bestimmen und mußt nun lernen, dass es in deiner Entwicklung erst weitergeht, wenn du die Realität zuerst integrierst, bevor du sie ignorieren kannst.

KIND / ELTERN

Als Kind könntest du diesen Aspekt so erlitten haben, dass du in ein familiäres Umfeld hineingeboren wurdest, welches aus gesellschaftlicher Sicht im Auflösen begriffen war. Vielleicht war der Vater Alkoholiker oder entfiel aus anderen Gründen. Vielleicht nahm die Mutter Medikamente oder war sonst des Lebens überdrüssig. Auf jeden Fall entzog sich dem Kind jeglicher Rahmen, an dem es sich hätte festhalten können - mit der Folge, dass es seine Realität am Bild der Eltern nicht entwickeln konnte und dafür umgekehrt die Welt nach seinen Träumen formte.

Gleichzeitig erwartest du als Elternteil von deinen Kindern, dass diese das Mysterium stellvertretend für dich erreichen mögen, welches dir zu erreichen nicht gelungen war. Damit überträgst du deine innere Vorstellung auf die Kinder, statt von einer Realität auszugehen, die es zu erreichen gilt. So stempelst du das Kind zum verlängerten Arm deiner unbewußten Wünsche, hebst es sozusagen in ein Bild, dessen Rahmen Neptun ist und merkst dabei nicht, dass du damit unbemerkt auch Saturn überträgst, und zwar als Schuldgefühl und Schatten, falls dieser Rahmen vom Kind nicht restlos auszufüllen ist.

FRAU / MANN

Neptun steht im Ruf, auf die Psyche der Geborenen einen unheilvollen Einfluß auszuüben, weil er eine überpersönliche Kraft verkörpert, welche die Seelen zu den versunkenen Brunnenstuben hinabzieht. Saturn ist umgekehrt in der Lage, die Welt des Sichtbaren zu strukturieren und damit unseren Sinnesorganen zu erschließen. Geraten nun diese beiden aneinander, so wird das Sehnsuchts- und Auflösungsprinzip Neptuns mit dem Abwehrmechanismus Saturns konfrontiert, was zu einem gewaltigen Hin- und Hergerissensein der Seele zwischen Suchtgelüsten und Askese führt.

Im Alltag wird sich Neptun als Bruchstelle der gesellschaftlichen Ordnung auswirken, was dich mit den unbewußten Kräften in deiner Psyche konfrontiert. Langen Perioden der Abstinenz folgen plötzlich eruptive Schübe, um das Bewußtsein aus den Angeln zu heben und die Anpassung an die gesellschaftlichen Bedingungen aufzulösen. Diesem inneren Verlangen folgt dann die Umsetzung der Schübe mittels Drogen oder Alkohol, welche die Maßstäbe der Gesellschaft korrumpieren. Oder eine Krankheit kann zum Mittel werden, der Sehnsucht Neptuns zu erliegen und den Problemen im Alltag ebenfalls zu entfliehen.

Es kann aber auch vorkommen, dass du die Symptome projizierst und nur Menschen anziehst, die diese Auflösungstendenzen selber in sich tragen. Dann kannst du dein eigenes Karma stellvertretend durch den anderen ausleben, wobei du ihn an deiner Stelle in die Schicksalsschale setzt, um ihn mit deinem eigenen Schatten aufzuwiegen.

HINTERGRUND

Der Zusammenprall der von Saturn strukturierten Personalität mit den kollektiven Kräften des Unbewußten ist recht heftig. Die von Saturn symbolisierten Abgrenzungen versuchen nämlich sofort, die Auflösungstendenzen Neptuns auszumessen und als "erkanntes Ewiges" in die bewußte Personalität zu integrieren. Dabei will Saturn seine eigene Begrenzung gar nicht aufheben, sondern den "erkannten Wert des Ewigen" im Gegenteil zum Bestandteil seiner Weltvorstellung machen. Damit aber müßte er erkennen, dass sein eigener Wunsch nach Wahrheit gerade an dem Aste sägt, auf dem er sitzt, weil gerade die vergessene Wahrheit, das verlorene Paradies, die Voraussetzung zu seinem Wunsch nach Wissen darstellt. Denn gerade die Erkenntnis, das Unterscheiden zwischen Gut und Böse, hat ihn ums Paradies gebracht!

Ist nun aber (d)eine Seele reif geworden, diesen gordischen Knoten zu lösen, dann ist Saturn aufgefordert, durch den Wunsch nach rücksichtsloser Selbsterkenntnis gleichzeitig die Barrieren seiner eigenen Abgrenzung niederzureißen, weil nur durch den Abbau der Abgrenzungen die nicht beantwortbare Frage nach dem letzten Sinn als das gefunden werden kann, was sie ist: nämlich genau die Abgrenzung, die Barriere selber, welche die bereits begangene Sünde verschweigt und die Vertreibung aus dem Paradies voraussetzt und jetzt unschuldig die Schultern zuckt und kindlich naiv die Frage stellt: "Wo ist der Sinn?"

Die Antwort auf diese letzte Frage aber ist der Saturn/ Neptun-Widerspruch in seiner höchsten Konsequenz: "Der Sinn ist gerade, diese Voraussetzungen zu dieser Frage zu erkennen, den Unsinn in dieser Vorstellung nach Sinn, denn in der Frage nach dem Sinn ist der wahre Sinn schon wieder verlorengegangen, weil du dich mit dieser Frage außerhalb stellst und dich nicht in dich selbst miteinbeziehst. Die Frage nach dem Sinn ist das Ablenkungsmanöver des materiellen Denkens, das die Vertreibung aus seiner inneren Mitte nicht nur akzeptiert, sondern mit der Schaltung solcher Polaritäten gerade erst voraussetzt."


DIE HINTERGRÜNDE DES KARMAS

Willst du die Voraussetzungen deiner karmischen Beweggründe in die Sichtweise mit einbeziehen, durch welche du dein Schicksal interpretierst, kannst du auch bestimmte planetarische Tierkreis- und Häuserstellungen in die Deutung mit einfließen lassen. Unter dieser Rubrik findest du eine Handvoll von AKRON bevorzugter Zeichen- und Häuserstellungen, die dir helfen sollen, deine innere Seelenlandschaft weiter abzurunden.

MOND IM 10. HAUS

Saturn/Mond weist auf das Karma hin, die eigenen Gefühle ohne Rücksicht auf die anderen zu sehr auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse ausgerichtet zu haben. Nun findet die Seele ihr eigenes Verhalten wie in einem Spiegel wieder.

Dabei erfährt deine Psyche, wie schwer es ist, eigene Gefühle zu entwickeln, wenn man diese in die Beziehungen zur Umwelt einzupassen hat. Sie durchlebt Frustration im Kleide von Isolation, weil sie die Abgeschnittenheit von ihren Wurzeln spürt. Kränkungen verstärken diese Gefühle. Du bist sehr sensibel, die Seele versteckt sich hinter einer immer dickeren Mauer, um sich vor Angriffen zu schützen, weil du nicht gelernt hast, ja zu sagen: ja zu dir selber und zu deinen Schmerzen als Auswirkung deines eigenen Verhaltens.

MARS IN FISCHE

In deiner Seele hält sich ein potentieller Drachentöter versteckt, der den Kampf mit dem Ungeheuer zwar wagen möchte, diesem selber aber noch nicht begegnet ist. Da der Drache auch den verschlingenden Aspekt der Frau darstellt, symbolisiert er die schreckliche Gefahr, die für den Ritter unter Mars/Neptun von der Mutterimago ausgeht. Das Problem dabei besteht, dass deine Seele durch die lähmende Angst, die vom Mutterbild ausgeht, bei der Begegnung hypnotisiert wird und vergißt, den Drachen zu durchbohren und den von ihm gehüteten Schatz (mythisch: Jungfrau oder Gold) zurückzuholen.

JUPITER IN FISCHE

Die zentrale Bedeutung dieser Konstellation liegt in der Möglichkeit, die eigene Weltanschauung zu durchschauen und zu erkennen, dass sie nur dem eigenen kulturellen Erbe entspricht. Durch die Relativierung dieses Gebildes und die Einbeziehung von Räumen, die sich der euklidischen Geometrie weder einfügen noch sich in ihren Ursachen aus der Logik eines Aristoteles erklären lassen, kannst du deine Perspektiven nicht nur sehen, sondern auch sehen, wie du sie siehst! Jupiter/Neptun zeigt ein Fluidum seraphischen Elysiums an, das schnell zur Hölle werden kann, wenn du geistig abhebst oder deinen Rahmen materiell zu sehr ausdehnst. Geistig gilt es, aus einer Sache und ihrem Gegenteil keinen Unterschied zu machen, weil das einzig Objektive die Subjektivität der persönlichen Wahrnehmung ist. Dadurch kannst du zu philosophischen Einsichten vordringen, die sich aus der Relativität des Sehens und der Einbeziehung dieser Relativierungen nähren. Denn alle Wege sind gleich und müssen gerade deshalb makellos begangen werden, weil sie nirgendwohin führen. Nur wer in seinem eigenen Leben den langen Wegen bewußt gefolgt ist, kann ermessen, dass es kein Ziel gibt, zu dem sie hinführen.


JUPITER IM 8. HAUS

Wenn du erkennst, dass alles, was dir aus der Welt entgegentritt, nur besteht, weil du es vordem in die Welt hineingedacht hast, dann erkennst du, dass dir in allem immer Gott entgegentritt, dem du deine Sehnsucht entgegenstellst, damit du die verdrängte Sehnsucht nach Gott als Heimweh nach dir selbst erfährst. Denn dein Empfinden kann den Sinn des Lebens nur dort finden, wo du bist, aber dein Verstand kann dich dort nicht suchen, wo Gott ist, also findest du dich in dir, indem du Gott im eigenen Bild von dir suchst ... oder du suchst dich in Gott, indem du dich im eigenen Bild von ihm findest. Symbolisch ließe sich unter diesem Gestirn ein alter aztekischer Mysterienpriester vorstellen, der die Menschen zum Gebet aufrief, um die Maße in seine eigene Ausdehnung miteinzubeziehen und über den Resonanzkörper der Gläubigen seine eigenen Gottesvorstellungen als Rückkopplung zu erfahren.

SATURN IM 9. HAUS

Hier gilt es, die Erkenntnisse, die du in so vielen Leben zu suchen nie müde geworden bist, endlich als Illusion zu begreifen. Dieses geistige Nomadentum, ständig durch größere Gebiete des Bewußtseins zu reisen und dir stets größere Brocken an Erkenntnis einzuverleiben, bis du dich geistig überfressen hast, wird durch Saturn unterbunden. Damit ist dir die Chance gegeben, den Weg zum Wissen, den du stets gesucht und nie gefunden hast, als Pfad zu erkennen, der nur zur eigenen Vorstellung des Wissens führt; denn die Wege zur eigenen Mitte führen im Grunde auch nur wieder über unsere kollektiven Sehnsüchte nach den Göttern, die wir Menschen mit unserem Kommentar versehen und je nach Glaubensrichtung als persönliches Credo ausleben.

URANUS IM 10. HAUS

Hier bricht die Schlange in dir durch, dem dämonischen Reiz des Weiblichen huldigend, alles in den eigenen Gefühlswahn einzubinden, was den giftigen Dampf der Hölle atmet. Macht ist deine wahre Droge, das letzte Abenteuer deiner dunklen Welt; charmant und freundlich kannst du dich nur geben, wenn dir jemand eine maliziöse Abwechslung verspricht. Weil du aber verdrängst, dass das Bedrohlich-Männliche das Gegenstück zu deiner eigenen, verdrängten und gefährlichen Weiblichkeit ist und deine Opferrolle nur der List unbewußter Verdrängungsmechanismen entspringt, um das Bedrohliche in der Maske des Rächers zerstören zu können, willst du dich nicht öffnen, sondern suchst statt dessen deinen Peiniger, um durch Rache das innere Gleichgewicht wieder zu erlangen. Vielleicht könnte man sich in dir (analog) eine Hexe zur Zeit der Hexenverfolgung vorstellen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden ist, denn in dir verkörpert sich nicht die genießend empfangende, sondern die peinvoll vergewaltigte Frau.

Könnte man sich in dir nicht einen Inquisitor zur Zeit der Hexenverfolgungen vorstellen, der seine Anlage los wurde, indem er einen Teil (Saturn) ans Gesetz band und den anderen dadurch befriedigte, indem er Hexen (die außerhalb der Norm Stehenden) stellvertretend für seinen unterdrückten Uranus in den Prüfstand hob und nach Gesetz und Recht verbrannte?

Umgekehrt machte sich seine unterdrückte Uranus-Anlage (in dir) dadurch frei, indem sie sich in den Frauen spiegelte, die ihm dadurch verdächtig und bedrohlich erschienen, damit er gleichzeitig seinen Saturn loswerden konnte und auf dem Scheiterhaufen sozusagen die Spannung seiner eigenen Konstellation verbrannte.

Damit bestraftest du dich, indem du dich für die Bestrafung in den Frauen bestraftest. Da das Ganze aber in der Projektion stattfand, könnte man jetzt zynisch sagen, dass du die Frauen nur deshalb verbranntest, um dein eigenes Trauma annehmen zu können. Da sich dir zur Bestrafung aber nur anbietet, was dieses Erleiden in sich trägt, könnte man als "Advocatus Diaboli" jetzt boshaft fragen, ob solche Ungeheuerlichkeiten nicht die sinnspendenden Erfüllungen der verdrängten Instinkte innerhalb unserer Gesellschaft sind?

PLUTO IM 12. HAUS

Am Ende dieses (Lebens-)Weges triffst du wieder auf die Wurzel der Anfänge, weil du jetzt erkennst, dass du schon immer warst, was du bist, und immer sein wirst, was du je werden kannst, weil du beständig nach den Zielen strebst, die schon von allem Anfang in dir waren. Du zerstörst, um zu leben, und du zerstörst die Zerstörung, um zu sehen. Weil du nie in den eigenen Spiegel schaust, kannst du deinen inneren Dämon immer nur auf dem Umweg über die Auswirkungen deiner Taten erfahren. Dort blickt dir der doppelgesichtige Januskopf entgegen, der auf der einen Seite vernichtet, was er auf der anderen erschafft, der hinduistische Shiva, der durch seinen Tanz den Weltuntergang bewirkt, zugleich aber auch der Gott der Zeugungskraft ist. So endet dieser Zyklus dort, wo er begonnen hat, denn du kannst im Untergang auch das ungeborene Potential des Anfangs (Urknall) erspüren, der zur Geburt eines neuen Endes führt.


PSYCHOLOGISCHE STRUKTUR

***** Sonne in Quadrat zu Mars

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Sonne und Mars verkörpern die Kraft, die uns das erfahrbare Universum durch die Einwirkung unseres Schöpferwillens sichtbar macht. Da sich hinter diesen Eingebungen Visionen verbergen, die auf dem Sprung sind, sich zur Begrifflichkeit konkreter Realitätsvorstellungen zu gestalten, erkennen wir den schöpferischen Antrieb, der sich hinter diesem Gestirn verbirgt: Sonne und Mars sind die Voraussetzung dafür, dass überhaupt etwas passiert!

Es sind die inneren Handlungsabsichten, welche die zukünftigen Potentiale erahnen und die Türen zu neuen Inhalten aufschließen, ganz egal, ob es sich um die Anschaffung eines neuen Wagens oder die Durchführung einer Nordpol-Expedition handelt. Mars/Sonne symbolisiert den Anstoß zu jeder Veränderung und Entwicklung, in der die alten Grenzen herausgefordert und bezwungen werden wollen: Der Geborene schickt sich an, etwas in Gang zu setzen, von dem er selber keine Ahnung hat, wohin es führt.

Deshalb verkörpern Mars und Sonne die Kraft zur Durchführung, die am Anfang allen Wollens steht, auch wenn die Ziele noch nicht klar sind. Die unergründliche Imaginationskraft wird stets beginnen, sich in einer Idee zu verdichten und diese mit der nächsten zu einem Schöpferimpuls zu verknüpfen, der sein exoterisches Ebenbild in der Zeugung, sein allegorisches aber in der Paradiesvertreibung hat.

Die Generation der "Beatniks" könnte man in gewisser Hinsicht als marsbetont und sonnenhaft umschreiben, da sie ihre Bedürfnisse direkt und ungeschminkt ausdrückten. Als Vorläufer der "Hippie-", "Freak- und "Underground-Bewegung" waren sie die ersten, die eine gesunde Portion Aggression und Selbstverkörperung in die späten Fünfziger einbrachten und damit aus dem Geist des Rock'n'Roll mehr als nur ein schickes, akzeptiertes Freizeitvergnügen machten.

Sie waren die ersten, die sich wieder zu sagen getrauten: "Ich will!" Dabei scheuten sie keine Risiken, diese Worte auch unter Beweis zu stellen. In einer exzellenten Weise waren sie naiv und absichtslos. Sie trampten kreuz und quer durch die Staaten, lebten ohne festen Wohnsitz, predigten freie Liebe und taten dies aus dem einzigen Grund, sich und ihre Ideale auszudrücken. Auch wenn sie gegen die bürgerlichen Ideale protestierten, feste Partnerbindungen und Jobs ablehnten, so ging es ihnen doch nie nur um den Protest, sondern vor allem darum, ihre persönliche Philosophie zu leben und ihre Überzeugung auszudrücken. Das taten sie in einer eigenen Kultur, in der sie die Suche nach neuen Erlebnissen musikalisch und literarisch umsetzten.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Unter dieser Konstellation mußt du lernen, mit deinen Aggressionen umzugehen, denn sie sind für die individuelle Entwicklung wichtig. Du mußt lernen, für die Folgen deiner Handlungen einzustehen und dich mit deinen kriegerischen Trieben in der Psyche auszusöhnen, denn wie stark du der göttlichen Hingabe oder der spirituellen Vereinigung auch immer wieder erliegst - die aggressiven Triebe schlafen nie!

Du solltest dich mit ihnen arrangieren, denn wenn du sie verdrängst und in den Keller abschiebst, treten sie als Reaktionen (Aggressionen, Verletzungen, Infektionen) von außen wieder auf. Nimmst du sie aber an, dann kannst du zu einem Kurier jener ansteckenden Begeisterung werden, die durch einen zielgerichteten, sprühenden Tatendrang besticht und nicht nur durch den Zwang, beständig gegen die Umwelt anrennen zu müssen!

**** Sonne in Opposition zu Mond

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Wenn die Sonne den Willen verkörpert, sich zu entfalten und damit das zu verwirklichen, was man gemäß seiner inneren Anlage in die äußere Welt mitbringt, dann entspricht der Mond dem Rückzug zu den Ufern des Unbewußten. Der Mond ist das Sinnbild der nährenden Mutter in realer wie symbolischer Gestalt, und jener Teil der Psyche, der sich mit diesem Symbolgehalt verbindet, sehnt sich danach, in die Unschuld und Unverantwortlichkeit des Mutterbauches zurückkehren zu können, denn der erste Schrei ist unausweichlich mit der Geburt aus dem Mutterschoß verbunden, mit dem Entsteigen aus den unergründlichen Wassern oder aus den tiefen Brunnenstuben der Natur.

Das erste, von dem sich das Kleinkind ablösen muß, ist die Mutter, die "Große Mutter", denn zu allererst ist für das Neugeborene "der Körper der Mutter" die ganze Welt, Mutter und Welt sind völlig eins. Das Ich des Neugeborenen ist noch vollständig mit dem verschmolzen, was man "das innere Bild der Großen Mutter" nennt.

Da die Sonne das Streben symbolisiert, eigenständig zu werden und damit das zu verwirklichen, was man von seiner inneren Anlage her ist, sehen wir hier, wie das von der Sonne symbolisierte Ego einen intensiven Kampf gegen die Mondverkörperung der "Großen Mutter" führt.

Hierin erkennen wir auch das kollektive Problem des Mannes, sich von der Brust der Mutter abzulösen, und es ist nur allzuleicht verständlich, dass er sich dabei seines Selbstverwirklichungsdranges bedient. Es bedarf des maskulinen Prinzips der Sonne, um das instinktive, unstrukturierte und gefühlsmäßige Umfeld der (Großen) Mutter mit materiellen Zielen aufzufüllen. Dadurch gelingt es dem Ich, aus seiner somnambulen Verschmelzung mit der Mutter zu erwachen und sich zu einem abgenabelten, eigenständigen Wesen zu entwickeln. Trotzdem bleibt die unbewußte Sehnsucht, sich zur Einheit mit dem Weiblichen zurückzuentwickeln, und da sich das Männliche dieser Sehnsucht bewußt ist, beginnt es, das Weibliche systematisch zu unterdrücken. So entwickelte sich die Herrschaft der Väter, das Patriarchat.

Die Gesellschaftsform des Patriarchats oder die Unterdrückung der Instinkte entspricht der Angst des bewußten Ichs, in die Schlünde des Überwundenen zurückzusinken und von den Urgründen des Unbewußten wieder verschlungen zu werden ("Das Ewigweibliche zieht uns hinab!"), impliziert dieses doch einen Rückfall in die unkristallisierte, undifferenzierte und verfließende Embryonalität.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Sonne und Mond verkörpern die Erbsünde, ohne die es im Leben keine Entwicklung gäbe. Sie sind die Pfeiler, auf denen die Vertreibung aus dem Paradies beruht, der Sturz in die Polarität und damit die menschliche Entwicklung. Wenn die Urmutter auch noch dem Pluto- Prinzip entspricht ("Stirb und Werde"), aus dem sich der Schöpfergeist (Uranus) gebärt, so macht die "Große Mutter" nach und nach den individuellen Eltern Platz (Sonne/Mond-Prinzip), wobei das Kind sich in den geschlechtsungleichen Elternteil verliebt und gegen den gleichgeschlechtlichen Rivalität empfindet. Daher auch sein Versuch, die beiden zu trennen, was ja gerade seinem inneren Zustand entspricht, in seinem seelischen Energiestrom "getrennt zu sein".

Tiefenpsychologisch zeigt sich hier der Wille zur Konfrontation mit dir selber. Du willst dich aus der Ruhe bringen, um mit deinem unbekannten (verdrängten) Teil konfrontiert zu werden. Bis du den Weg aber gefunden und dem anderen Teil begegnet bist, wirst du deine Selbstdarstellung immer wieder ändern, weil du nicht merkst, dass die "gesuchte Hälfte" ja mit der "suchenden" identisch ist. Ein auffallender Lebenshunger ist vorhanden, verbunden mit dem Gefühl, im Leben einiges verpaßt zu haben. Das nährt das innere Bedürfnis, neue Wege zu gehen, und so änderst du deine alten Verhaltensmuster, was auch das Risiko verstärkt, dich auf unbekannte Pfade zu verirren. Es ist dies eine Suche nach neuen Ufern, die nicht unbedingt zum Finden führen muß, sondern über den Umweg eines möglichen Scheiterns, über das Betreten schwankender Lebensstege Einsicht in die unentwickelten Dimensionen der Individualpsyche vermitteln kann.

**** Sonne in Trigon zu Pluto

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Da Pluto und Sonne über die geistigen Kräfte verfügen, bis zu den Quellen der Erkenntnis vorzudringen, können sie sich Zugang zu den höheren Bewußtseinsebenen erzwingen, ohne ihre Absicht mit dem göttlichen Willen in Übereinstimmung zu bringen. Darum symbolisiert die dunkle Seite dieser Konstellation auch das Luzifer-Syndrom: "Weil sich Satan mit dem Göttlichen nicht in Übereinstimmung befand, konnte er auch das Wohl des Ganzen nicht erkennen. Da er seinen eigenen Mittelpunkt im Göttlichen nicht erkannte, erkannte er das Göttliche als Mittelpunkt in sich selbst und identifizierte sich mit seiner eigenen Gottesvorstellung. Damit machte er das Göttliche zum Teil seines Persönlichen und sah sich dabei in der Schöpferrolle, die Umwelt mit seinem eignen Willen zu durchdringen und sie in seine persönlichen Ziele einzubinden. Der Betreffende reißt die Inhalte seiner Mitmenschen an sich und läßt sie dadurch wie Planeten um die Sonne seines eignen Willens kreisen, bis diese psychisch-diktatorischen Tendenzen eines Tages (unter Mithilfe seines Unbewußten) zusammenbrechen und den Unglücklichen in den Strudel seiner eignen Selbstvernichtung reißen ..."

Pluto/Sonne kann sich aber auch von jener Seite zeigen, dass alte Lebensformen, welche die höheren Lebensziele nicht erreichen, total transformiert werden. Wenn wir das verstehen, werden wir auch verstehen, warum unter Eingeweihten die Verstrickung mit der Macht, aber auch die Loslösung aus der Verstrickung dem Skorpion (Pluto) zugeordnet wird. Der Skorpion tötet sich selber, und so verwandelt sich die Identifizierung mit der Macht in die Macht, sich in der Identifizierung zu erkennen und damit diese Identifizierung in jene geistigeren Kanäle umzuleiten, um sich dieser Macht bewußt zu werden! Damit ist sie aber keine persönliche Macht mehr, sondern das Persönliche hat sich der Macht ausgeliefert, sich in die Einheit mit dem Göttlichen integriert.

Menschen unter dieser Konstellation stehen mit zwanghafter Faszination und zugleich großer Angst vor dem Verlust ihrer eigenen Identität - angesichts des Problems, dass man seine Persönlichkeit selbst opfern muß, um das ganze Selbst seiner Schöpferkraft zu erlangen.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Unter der gewaltigen Krafteinwirkung von Pluto/Sonne warst du schon als Kind von einem starken Bedürfnis nach Macht besessen. Dieses Bedürfnis, das so stark war, dass du es nur über Umwege ausleben konntest, wurde zuerst einmal auf den Vater übertragen. Auch wenn dieser deiner Ich-Entfaltung grundsätzlich im Wege stand, geschah dies durch dein unbewußtes kindliches Einverständnis, weil du dich nicht nur mit dem Vater gegen dich identifiziertest, sondern auch deine eigene Kindrolle auf andere Kinder projiziertest, die du dann stellvertretend schikaniertest.

Damit bist du deine Autoritätsvorstellung fürs erste losgeworden, wenn du später nicht vergißt, dieses Bild wieder zurückzunehmen und die Welt mit eigener Kraft, nicht durch das Bild des Vaters, zu dirigieren und damit die Verantwortung für deine Taten nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich zu übernehmen.

Gelingt dies nicht, wird du zeit deines Lebens Schwierigkeiten mit Autoritäten haben, die sich dir in den Weg stellen, weil du sie unbewußt dazu benutzt, dich zu hemmen, um das Vaterbild, das du anders nicht loswerden kannst, gegen dich selber zu richten.

Denn diese teuflischen Kräfte wirst du nicht ohne weiteres los, wenn du sie nicht anwendest, sondern du mußt sie erst einmal selbst erleiden, um dich von ihnen befreien zu können.

Oder du kannst diese inneren Dämonen noch zusätzlich energetisieren und für dich und andere damit zur Gefahr werden, weil ein unbewußter Drang hochsteigt, die Unerbittlichkeit deines Charakters zu demonstrieren und dich damit zum Hüter des gesamten Schöpfungsplanes aufzuspielen.

Das kann sich zu Machtkämpfen von solcher Tragweite ausweiten, dass die ganze Identität in Frage gestellt wird, weil du jedes Techtelmechtel zu einer "Sein- oder Nichtsein"-Frage hochstilisierst. Tief im Unbewußten verborgene Verhaltensmuster übernehmen das Steuer, wobei der Fahrplan und die innere Landkarte nicht nach der Gegenwart, sondern nach uralten Verhaltenszwängen ausgerichtet sind.

Du solltest dir unter diesen Voraussetzungen darüber bewußt werden, dass alle Krisen, die im Leben periodisch immer wieder auftreten, nur die "innere" Hölle sind, welche du nach außen projizierst. Um dich aus diesen karmischen Verstrickungen zu befreien, mußt du lernen, deine überzogenen Ansprüche loszulassen und dich nicht mit der Unerbittlichkeit der Götter zu identifizieren, damit das Menschliche unter dieser Maske nicht erstickt und zur Menschenfeindlichkeit mutiert.

**** Sonne in Konjunktion zu Merkur

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Wenn Sonne und Mond den Schöpfungsanfang verkörpern, ohne den es keine Entwicklung gäbe (Adam und Eva), dann symbolisieren Sonne und Merkur das "Wirklichkeitsmodell", über das wir mit der Welt verbunden sind, denn wir verstehen immer nur das, was wir verstehen können. Dieses Verständnis nährt sich aus Modellen, die wir uns selber eingerichtet haben. Deshalb können wir nicht sagen, dass wir verstehen, wenn wir verstehen, weil das, was wir verstehen, immer nur gerade "dem" entspricht, "was" wir verstehen. Innerhalb unseres Verstehens verwirklichen wir nur die uns eingeprägten Denk- und Verhaltensmuster, die mit Wirklichkeit überhaupt nichts, mit den uns eingetrichterten Modellen aber alles zu tun haben.

Es gibt also keine Welt da draußen, die wir zu ergründen haben. Es gibt nur unsere Verhaltensmuster, die uns zwingen, Fragen zu stellen, damit die Antworten uns genau das sagen, was wir zu erfahren gelernt haben. Wir haben die Modelle von unseren Eltern übernommen, und diese übernahmen sie ebenfalls von ihren Ahnen. So läßt sich die Reihe auf der Suche nach dem Ursprung beliebig fortsetzen. Erst wenn wir uns bewußt sind, dass wir ohne diese Modelle nicht einmal wüßten, wie wir den Kaffeelöffel zu halten haben, sehen wir in unserem Verhalten die Muster der kollektiven Wirklichkeitsmodelle durchschimmern.

Gegen die Modelle wäre auch nichts einzuwenden. Das Problem ist nur, dass wir uns an die Muster klammern und stur annehmen, dass sie der Wirklichkeit entsprechen, statt die Verantwortung für die Fragen zu übernehmen, mit denen wir uns nach der Wirklichkeit erkunden. Von ihnen hängt es ab, welche Antworten wir erhalten, und daraus ist der Umfang unseres Weltbildes zu ermessen, das wir auf diesen Antworten errichten. Es ist müßig zu fragen, ob außerhalb der von uns realisierten Perspektive noch weitere Wirklichkeiten existieren. Wir können es nicht wissen, und so dominiert der von Sonne/Merkur verkörperte Gedanke, dass alles Bestehende nur aufgrund der Wahrnehmung des Beobachters existiert, beziehungsweise auf der Voraussetzung des Beobachters, die Dinge so wahrzunehmen, wie er sie wahrzunehmen gelernt hat.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Willst du die äußere Welt verändern, so mußt du zuerst die innere erkennen. Genauso, wie jede Antwort von der ihr vorangegangenen Frage abhängt, hängt jede Erkenntnis von der ihr vorausgehenden Bereitschaft ab, etwas zu erkennen. Deine Begriffswelt ist das Ergebnis der Wirkungen Merkurs, die aus dem Rohmaterial schöpferischer Ursubstanz materialisiert wurde. Die Methode, Symbole zu schaffen und miteinander zu kombinieren, entspricht exakt deinen merkurischen Anlagen und Fähigkeiten. Damit erschaffst du dir eine begriffliche Welt, die du der instinktiven Welt überlagerst, bis du selbst überzeugt bist, dass die begriffliche, von dir selber geschaffene Realität der Wirklichkeit entspricht.

Merkur steht also weniger für kreatives Denken als mehr für die dem Gedächtnis einverleibten Muster, wie du die angelernten Denkinhalte wiedergibst. Nur das reflexartige Zusammenbinden deiner Lernerfahrungen ermöglicht dir das gezielte Anwenden komplizierter Handlungen, und das bedeutet wiederum, die Handlungen so zu automatisieren, dass nicht jeder einzelne Denkschritt einzeln nachvollzogen werden muß. Damit lieferst du dich gleichzeitig aber auch diesem Handlungsschema aus ("da du alles, was du erfährst, nur an dem messen kannst, was du schon weißt"), weil du durch das pausenlose Kombinieren angelernter Inhalte keinen Freiraum mehr hast, dir über die Grundlagen deiner Denkformen bewußtzuwerden.

Jedes Denken ruft aus dem unermeßlichen Strom schöpferischer Ideen immer wieder neue Versionen des Denkens hervor. Es gibt nie ein Ende für das, was du mit Denken umreißt und alles, was du mit Wirklichkeit bezeichnest, ist ein Abbild dessen, wie deine Sinne dir die Welt beschreiben. Du schaffst dir deine Realitätsebenen durch die Wirkungen deiner Vorstellungen und gleichzeitig erschaffen dir die Wirkungen deiner Vorstellungen erst die Identität eines Ichs. So bringt sich dieses Gestirn innerhalb deiner Vorstellungsbilder immer mehr hervor, denn das Denken vergißt sich im Denken, weil es sich ausschließlich auf sich selber konzentriert. Das führt zu Verwirrungen und Krisen, wenn deiner Psyche für die Durchschreitung ihrer subjektiven Realität die nötige Kraft abgeht. Zwar weißt du, dass sich dir der größte Teil deiner Erfahrungen beständig entzieht, doch wenn du mit den anderen Seiten deiner vieldimensionalen Existenz wirklich konfrontiert wirst, kann dir das Gefühl für eine gesunde Ich-Perspektive verlorengehen.

* Sonne in Trigon zu Jupiter

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Unter dieser Konstellation finden wir ein überragendes Bedürfnis nach Ausdehnung und Weite, das in engen Räumen gar nicht existieren kann. Dadurch ist die Seele offen für esoterische Erfahrungen, die ihr Bewußtsein erweitern und die sie deshalb in den Alltag zu integrieren sucht. Schon für den verwurzelten, transzendenter Entrückung weniger verpflichteten Menschen zeigt sich dieses Bedürfnis in einem inneren Streben nach Würde (im verschwommenen Gefühl von Würde spiegelt sich irgendwo diffus der Gottesbegriff!).

Diesem Gestirn könnte man den "geistigen Weg" zuordnen, also alle Formen und Systeme von Religionen und esoterischen Leitbildern, deren Absicht weniger darin liegt, das eigene Ego zu entlarven als vielmehr die nicht befriedigten Ziele mit immer neuen Inhalten zu bebildern, damit das hinter immer raffinierteren Masken getarnte Ego sich nicht selber in die Augen zu schauen braucht: "Ein System ist dazu da, Vertrauen zu erzeugen. Wenn alles klar ist, wird sich das Vertrauen leichter einstellen. Wenn all deine Fragen mit mathematischer Genauigkeit beantwortet worden sind, dann hast du keine Zweifel mehr, und du kannst weitergehen. Das heißt aber nicht, dass das System wahr ist. Kein System kann wahr sein. Es ist nur ein Kunstgriff. Aber es hilft, denn deine ganze Persönlichkeit ist so falsch, dass sogar faule Tricks dir helfen. Dein Leben besteht aus Lügen, und du kannst die Wahrheit nicht verstehen. Ein System verringert die Lügen mehr und mehr, so dass du der Wahrheit nach und nach immer näher kommst. Wenn dir die Wahrheit offenbart worden ist, wird das System bedeutungslos, es wird dann einfach verschwinden." (Bhagwan)

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Bei einem spirituell orientierten Menschen wie dir spielt sich dieses Verhalten von "Gottsuche" und "Ich-Findung" in noch viel raffinierteren Selbstvernebelungs-Mechanismen ab. Du brauchst dein innerstes Ausdehnungsprinzip gar nicht zu tarnen, weil ein psychischer Widerstand nicht existiert. Dadurch brauchst du dir auch kein Erklärungsmäntelchen mehr umzuhängen, um dein inneres Streben in der Außenwelt zu rechtfertigen, sondern du kannst ganz im Gegenteil deinen Ausdehnungswahn zum absoluten Ziel erklären, in welchem die Erleuchtung sitzt. Aus der "Sehnsucht nach dir selber" machst du ein erstrebenswertes Ziel. Um dieses selbst kreierte, aus den eignen Träumen stilisierte Suchen formst du ein wahres "Disneyland von Himmel", in das du alle Wünsche und Sehnsüchte in Form von Luftschlössern "hineinbeabsichtigst". Dadurch findest du in allen Zielen die eigenen Bilder, weil du in allem Sehen stets die eigne Sehnsucht siehst.

***** Mond in Opposition zu Merkur

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Der Mond ist jenseits polarer Denkinterpretationen mit einem geruchlosen und unsichtbaren Gas zu vergleichen, das jede Bildvorstellung wie einen Luftballon aufbläst. Seine polaritätsauflösende, Raum und Zeit transzendierende Energie ist unerklärt und läßt sich vielleicht am ehesten mit jenem inneren Gefühl umschreiben, das sich nach etwas Unbestimmten sehnt ...; nach der Dimension des Unbewußten vielleicht, was den diffusen Schmerz mit einer numinosen Sehnsucht stillt. Eine Kraft also, die vermittelt, selbst zu scheinen, wobei sie aber nur die Sehnsucht reflektiert; eine Kraft aber auch, die die Bilder unserer Seele zeugt, indem sie sie mit unseren unbewußten Energien anreichert und dadurch erst sicht- und spürbar macht.

In diesem Spiegelspiel ("dem Spiel der Schöpfung mit sich selber") wird der Mond durch die verstandesorientierten Merkurkräfte natürlich hinterfragt und strukturiert. Ohne die bezugsetzenden Kräfte des Denkens würden sich die unergründlichen Gefühlskräfte des Mondes zu einem kolossalen Ballon aufpumpen, weil es nichts mehr gäbe, was dieses Hochschaukeln am eigenen Empfinden unterbinden würde. Der Mensch verlöre jeden Halt, weil sich die Urgefühle in ihm überschlügen; alle Emotionen lösten wahre Kettenreaktionen aus, was auf der Gefühlsebene dem historischen "Urknall" gleichkäme. Der merkurische Intellekt hält diesem Chaos aber jene überlebenswichtige Verlogenheit entgegen, die diese infernalen Abgründe in verstandesmäßige Strukturen zu "verpacken" weiß. Auch dies ein Aspekt unserer verkehrten Perspektive, indem wir die Pole umgedreht haben, denn nicht der Mond entspricht den "Vernebelungen des Geistes", sondern es ist im Gegenteil Merkur, der die "Wahrheit in Denkmustern verschleiert", denen wir dann einfach das Etikett "Realität" umhängen. Wenn wir uns aber fragen, was das ist, das uns die "Wirklichkeit" kreiert, dann müssen wir erkennen, dass es das verstandesmäßige Denken selber ist, das sich zur Wahrheit kürt. In Wirklichkeit symbolisiert jedoch der Mond die Wahrheit, auch wenn uns dies durch die Brille kollektiven Denkens unfaßbar erscheint. Die Wahrheit braucht keinen Halt, kein Zentrum, alles geschieht unmittelbar aus sich selbst heraus. Dagegen sind alle unsere Gedanken "Fata Morganen", um die Wahrheit zu verschleiern und der Tatsache nicht ins Auge blicken zu müssen, dass alles zu Erfassende unseren eingeübten Denkmustern entspringt.

DIE KOLLEKTIVE STRUKTUR

Mond und Merkur symbolisieren in ihrem Zusammenspiel die Wechselwirkung von Gefühl und Denken (die rechte bzw. linke Hälfte des Großhirns). Du möchtest wissen, wie Gefühle entstehen, und du möchtest sie mittels deines Intellekts ausloten, damit du sie besser beherrschen kannst. Die meisten gefühlsmäßigen Reaktionen (Ängste, Abwehrverhalten) sind noch Relikte aus der Steinzeit der Entwicklung, was sie ihren Wirkungen aber keineswegs beraubt, denn die Steinzeit entspricht tiefenpsychologisch dem bewahrenden Matriarchat, das sich nach der Einbindung in die ursprünglichen Zyklen der Naturkräfte zurücksehnt. Wissen wir das, verstehen wir auch die großen Ängste, die plötzlich ausbrechen, wenn dieses innere Verlangen mit den Errungenschaften moderner Technologien in Berührung kommt.

In der Entwicklungsgeschichte des Individuums zeigen sich die durch Mond und Merkur repräsentierten Reflexe in ihrer Entstehung besonders deutlich. Direkt nach der Geburt schälen sich die mondhaften Saug- und Schluckreflexe heraus, unbewußte Gesten nach den Quellen innerer Heimat, die sich in der Berührung mit der Mutterbrust erfüllen. Später gesellen sich dann die merkurhaften Greif- und Haltungsreflexe dazu, indem sich der Säugling an der Mutterbrust festhält. Damit ist aus dem Sehnen ein Streben geworden und man sieht, wie aus dem hilflosen Sehnen (Mond) ein kontrolliertes Streben (Merkur) wird, das nach dem Objekt seiner ich-betonten Wahl verlangt.

Langsam beginnt sich ein persönliches Erleben herauszubilden, denn um das Ende des dritten Lebensjahres formuliert sich das Ego, das der dominierenden Umwelt ein eigenes Ich entgegenzustellen beginnt. Damit steht den "Reaktionen der Objekte" ein "erlebendes Subjekt" gegenüber, welches die Signale der Umwelt auswertet und auflistet. Die Realität erwacht und wird in immer deutlicheren Bildern wahrgenommen. So sprießen Gedächtnisinhalte (Merkur) aus dem unbewußten Reflexverhalten (Mond) und lassen das menschliche Verhalten aufblühen, das sich nach seinen eigenen Mustern ausrichtet.

Neugier und Nachahmungstrieb im Kind wachsen sich über ein ständig wachsendes Wissen schließlich zu den Erfahrungsmechanismen (Weltbildern) der Erwachsenen aus, nämlich die Welt so zu spüren, wie sie sie wahrzunehmen gelernt haben. In der reifenden Ausgestaltung seines Intellekts übernimmt es diese frühen Muster automatisch in sein Weltbild, ohne sich deren "Ausrichtung nach anderen" (Fremd-Eintrichterungen durch die Eltern) aber bewußt zu sein.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Wenn Verstand und Psyche harmonisch miteinander in Verbindung treten, kann das Ergebnis nur Kreativität sein (oder Erkenntnis), also Schöpferisches, das sich aus den Urnebeln des Unbewußten nährt. Das symbolisiert das Aufbrechen innerer Gesichter und das Hervorkeimen einer spirituellen Erkenntnis, in den scheinbaren Zufälligkeiten vergangener Ereignisse den inneren Zusammenhang zur eigenen Entwicklung zu ermitteln. Unter disharmonischen Aspekten können die Widersprüche zwischen Fühlen und Denken aber nicht so spielerisch ummäntelt werden (da bieten sich keine odell-Lösungen emotionaler Probleme an). DeinN Intellekt vermag die Gefühle nicht in den Griff zu kriegen, wodurch sich irrationale Handlungen in den Alltag einschleichen. Irrtümer und Fehleinschätzungen in den von Merkur dominierten Zonen sind die Regel, Nervenstörungen infolge psychischer Ursachen angesagt. Jede Orientierung am Machbaren verlorengegangen, nisten sich hartnäckige Fehlerquellen und Versagensquoten ein, deren Ursache einerseits in der Fehleinschätzung der Gefühle, andererseits in einer Vernebelung der Ratio liegt.

*** Mond in Quadrat zu Mars

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Die aktiven, zur Entwicklung und Durchsetzung benötigten Aggressionskräfte (Mars) können sich unter dem Einfluß des Mondes nicht entfalten. Sie bleiben in den Kanälen des Unbewußten hängen, wo sie sich destruktiv gegen das Selbst der Geborenen richten: Dadurch kann es in der Persönlichkeitsverwirklichung zu Störungen kommen. Die Betroffenen können sich von ihren eigenen Gespenstern, die sie in die Umwelt übertragen, angegriffen fühlen, was sich in einer Neigung zu Verfolgungswahn ausdrückt. Die innere Seelenlandschaft ist dauernd überlastet, und an die tieferen Schichten ihrer Psyche lassen sie sowieso niemanden heran, weil jede Auseinandersetzung mit der Umwelt stets die inneren Konflikte hervorkitzelt. Sie fühlen sich sofort bedroht, ohne zu merken, dass sie sich in ihren eigenen Aggressionen spiegeln, die von der Umwelt nur reflektiert werden.

Im Zusammenspiel mit den inneren Instinkten drücken die ans Tageslicht drängenden Aggressionen die rohen sexuellen Impulse aus, die wir als negativ empfinden und deshalb abwehren. Damit zeigt sich ein verhindertes Erleben, das im Zusammenhang mit den Gefühlen die dunklen Triebe nicht vermeiden, aber auch nicht annehmen kann. Das mündet (im Ausleben der Verhinderung) dann zu einem verschachtelten Sexualverhalten, dessen Aufschlüsselung zu einer Domäne der Psychoanalyse geworden ist. Das Gefühl, böse, häßlich und ein Wüstling zu sein, hält sich mit der Angst die Waagschale, diese durch Verdrängung überhitzten inneren Gelüste in die Außenwelt zu übertragen.

Auf der tiefsten Ebene symbolisiert dieser Aspekt die Bindung der aktiven, nach außen drängenden Aggressionskräfte an den innersten Gefühlsbereich. Das entspricht den verhinderten Instinkten, die im Keller des Unbewußten, vom Tageslicht abgeschnitten, ihr Unwesen treiben. Dieser innere Zustand drückt sich im Alltag dann als etwas aus, das uns ängstigt und fasziniert zugleich: Angst, weil wir die verdrängte Aggression im finstersten Winkel als etwas spüren, vor dem wir uns fürchten, und Faszination, weil der dunkle Trieb uns gleichzeitig durch unsere Neugierde gefesselt hält.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Unter dieser Konstellation siehst du dich beständig in der Lage, deine inneren Gefühle gegen äußere Einwirkungen verteidigen zu müssen. Diese Energie aber, die du dadurch verbrauchst, dass du die Aggressionen nicht zuläßt, fehlt dir schließlich zur persönlichen Entfaltung. Statt dich auf eine kreative und angemessene Weise durchzusetzen, bleibst du stets ein Gefangener deiner eigenen Furcht. Ständig auf der Hut vor Angriffen aus der Außenwelt, verdrängst du die Angst, wo es doch gerade dieser Mechanismus ist, der die Problematik schafft.

Es ist ja gerade dein Problem, die eigenen Aggressionen nicht ausleben zu können, den Verdrängungsmechanismus aber auch nicht zu durchschauen, der den Auswirkungen dieser fehlgeleiteten Entwicklung zugrunde liegt. Umgekehrt ist es aber auch wieder diese Entwicklung, die durch den Aggressions-Anstau zum Zerreißpunkt führt, wo sich die angesammelte Kraft gewaltsam entlädt und endlich zum Durchblick führt: zur Erkenntnis nämlich, was in der eigenen Psyche schattenhaft, dunkel und beengend ist.

Lernst du, dich in dir selber zu erkennen, bekommst du die Aggressionen in die Hand, die durch deine eigenen Ängste gefesselt sind. So erblickst du deine individuelle Dunkelheit in der kollektiven Dunkelheit der Triebe und erkennst gleichzeitig den Mechanismus des Bösen, der sich aus den Polaritäten im menschlichen Bewußtsein schafft: In Wirklichkeit ist gar nichts böse, sondern nur ungezügelt, launisch und naturhaft!

* Mond in Sextil zu Pluto

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Vieles spricht dafür, dass Plutos "Folgerichtigkeit" den Mythos der Unsterblichkeit verkörpert, der sich durch die Aufeinanderreihung von Toden und Anfängen zu einem geistigen Wachstum strukturiert, dessen Ende die Auflösung von Zeit und Raum sein wird. Das einzelne Individuum muß sich entwickeln, ob ihm dies paßt oder nicht, und die einzelnen Entwicklungsphasen fordern ihren Tribut in Form von Höhepunkt und Krise, Blüte und Zerfall.

Leider haben wir die Beziehung zu diesem Naturkreislauf verloren und leben nach den Bildern, durch die wir uns die Welt vorstellen und die irgendwie mit "Wohlstand ohne Elend" oder "Sommer ohne Ende" zu tun haben. Veränderungen sind nur dann akzeptabel, wenn sie einen Vorteil bringen, und wir schrecken instinktiv vor der Unerbittlichkeit des plutonischen Prinzips zurück, weil wir unbewußt die Anpassung des Ewigen an unsere Welt der Vorstellung verlangen. Darin sind wir mit Faust zu vergleichen, der von Mephisto fordert, bestimmte Augenblicke bis in alle Ewigkeit dauern zu lassen. Umgekehrt kann sich das Schicksal aber nur konkretisieren, weil sich die Inhalte stets verändern. Dies hat den Drang zur Veränderung in der Psyche des Menschen zur Voraussetzung.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Mond/Pluto wird durch die matriarchalische Göttin regiert - ein mächtiges Mutterbild, welches das Kind mit der Rechten nährt und mit der Linken verschlingt.

Dadurch erlebst du die Beziehung zu deiner Mutter als Einschließungs- und Erstickungstrauma und du mußt später dieses Mutterbild zerstören, um innerlich wieder frei zu werden.

Da dieses schreckliche Muttergesicht aber der Disposition in dir selber entspricht, können wir erkennen, dass die starke Aggression gegen die Mutter nur der Umweg zu deinen wahren inneren Gefühlen ist.

Schon die starke bestimmende Mutter war nichts anderes als ein Erfüllungsgehilfe deines unbewußten Karmas, um dir zu helfen, dich neu zu strukturieren und deine alten Gefühlsstrukturen zu zerstören, denn unter Mond/Pluto besteht der Zwang, dich aus den veralteten, sinnlosen Gefühlswindungen herauszuschälen, weil du dich in ihnen nicht mehr weiterentwickeln kannst.

Oder du suchst dir Menschen, denen du - stellvertretend für das eigene Unvermögen, dich selber zu befreien - hilfst, aus ihren seelischen Verstrickungen herauszufinden, indem du sie nach den Bedingungen deiner eigenen Erlösungsmuster formst. Hier finden wir dann die "Supermütter" und "Erziehungsgeneräle", die im völligen Unwissen um die wirklichen Zusammenhänge die anderen zwingen, sich nach Methoden auszurichten, die nicht einmal für sie selber stimmen.

Schicksalskrisen ziehen sich wie ein roter Faden durch dein Leben, weil durch das starke Gefühlsengagement und die intensiven Beziehungen zu anderen Menschen immer genügend Außenreize in den "Hexenkessel" (Schmelztiegel) einfließen, um das Loslassen der Gefühle und die Selbstfindung in Bewegung zu halten.

Lösungen sind da zu erwarten, wo du im besitzergreifenden Verlangen, Mitmenschen zu "Filialen" eigener Strukturen auszubauen, deine eigene Unsicherheit erkennst.

** Merkur in Quadrat zu Mars

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Auf der Alltagsebene finden wir unter diesem Aspekt die inneren Instinkte, die auf die Formmuster des Denkens stoßen. Das wirkt sich zur Aufgabe im Leben aus, die Durchsetzungskräfte an die Bedingungen der Umwelt anzupassen, ohne sie weder zu unterdrücken noch zu verhindern. Die Geborenen werden also zum Balanceakt aufgefordert, ihre widerstreitenden, animalischen Triebe in die gesellschaftlichen Modelle zu integrieren, um sich im Leben einerseits behaupten zu können, ohne die Umwelt aber andererseits zu brüskieren.

Diese Gestirnsverbindung verspricht nämlich einen aktiven, energischen Verstand. Die Menschen neigen dazu, in ihren Ansichten zu überhitzen und radikal zu denken. Sie schrecken die Welt aus ihrer lethargischen Verträumtheit, treiben sie mit dem Feuer flammender Worte aus den Refugien harmonisierender Weltvorstellung und wollen dabei nichts als die Einsicht herbeiführen, dass zum Gleichgewicht des Ganzen die Aggression des Einzelnen gehört, dass Triebenergien nie etwas Falsches sein können, wenn man sie im Ausmaß der ganzen Schöpfungsabsicht erkennt. Erst in der Summe allen Tuns wirkt sich die Ewigkeit aus. Anders ausgedrückt: Das Immerdauernde setzt sich aus den tiefsten Triebenergien zusammen, die sich in den Auswirkungen ihrer Handlungen von Raum und Zeit in Ewigkeit umwandeln.

Mars ist pausenlos in Auseinandersetzungen verwickelt und Mittellagen sind ihm Lüge, Abwägen Feigheit, kurz: In Sachen Sprache herrscht ein Ton äußerster Konsequenz. Er zerschlägt immer wieder die Ureinheit kosmischer Entwicklung, aber in seiner Aggressivität stellt er auch ein gewaltiges Potential kollektiver Verwirklichung dar, die den "Gordischen Knoten" nicht durch abwägendes oder bedächtiges Herumnesteln löst, sondern durch den ich-durchsetzenden Akt der Trennung (er zerhaut den Knoten mit dem Schwert). Dadurch verhilft er dem merkurhaften Streben, immer alles miteinander in Beziehung bringen zu wollen, zu einem schnellen Reaktions- und Koordinationsvermögen. Blitzhaftes Erfassen und augenblickliches Handeln sind Attribute, die unter dieser Gestirnsverbindung wuchern. Der Preis dafür ist aber auch nicht ohne: Merkur/Mars blutet sich oft in seinen eigenen Zersplitterungen aus.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Genauso wie es unter dieser Konstellation nicht nur um Recht und Ordnung geht ("Messer im Kopf"), sondern vor allem um die Verwaltung von Verhaltensnormen (kontrollierte Triebe, objektivierte Subjektivität), genauso ziehst du aber auch Konfliktsituationen an. Der kombinierte Aufbau ist verloren, reale Zielsetzungen sind verwischt und du bist den irrationalen Dschungelgesetzen ausgeliefert, die nach den kollektiven Triebanlagen ausgerichtet sind. Dadurch vermischen sich deine inneren mit den äußeren Aggressionen und schwitzen sich im harten Alltag aus. Du mußt in deiner persönlichen Eigenart Farbe bekennen als Teilnehmer eines Krieges, den du in weiter Ferne wähnst, dabei findet er in deinen eigenen Taten statt.

Aggression ist "Mars" und Spiel ist "Merkur", und damit Mars funktionieren kann, braucht er die Reflektion der Sprache. Gleichzeitig ist die Sprache aber auch Prothese, um mit der Wirklichkeit nicht konfrontiert zu werden. Somit können wir in dir die Aggression erkennen, die nicht "wirklich ins Leben hineingeht", sondern die nur "mit sich selber kokettiert". Dabei hast du öfters das Bedürfnis, die Denkgebäude anderer umzustülpen, weil du deine aggressiven Spitzen ja bloß gegen die Hirnmodelle richten kannst, denn statt eines mutigen Triumphators auf dem Schlachtfeld der Triebe bist du nur ein "Gladiator der Zunge" in der "Arena der Argumente", der seine Einsichten nach allen Seiten los wird. Dadurch werden alle Weisheiten zu tauben Worten ("Das Leben ist ein Spiel, und die Regeln sind wir selbst") und die Reden selbst zu jenen hohlen Sprüchen, die du brauchst, um deine innere Leere zu verstecken. In überspitztem Sinn entspricht das einem Plastik-Guru, der in der Tao-Show verkündet: "Einfach toll, was Menschen machen. Immer richtig, ganz egal, was sie tun!"

***** Venus in Trigon zu Saturn

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Alles, was Liebe, Geborgenheit und Wärme betrifft, wird unter Venus/Saturn tiefgekühlt und eingefroren. Die Konstellation zeigt sich selbst in harmonischen Verbindungen von einer spröden und abweisenden Seite, in disharmonischen erstarrt sie aber zu einem klirrenden Panzer, welcher die Seele von ihren eigenen Gefühlen trennt und sie das Manko mit materiellen Werten kompensieren läßt, die sie immer mehr ihren inneren Werten entfremden.

Männer werden das "Gefühle-nicht-zeigen-können" in ein "Gefühle-nicht-zeigen-wollen" ummünzen und ein "Über-den-Gefühlen- stehen" anzeigen, eine Unempfindlichkeit gegenüber Emotionen und eine bis zur Gefühlskälte reichende Sachlichkeit, um von ihrem inneren Dilemma abzulenken, von dem sie glauben, dass es sich in der Gesellschaft vorzuzeigen nicht schickt.

Frauen kompensieren diese innere Schwäche mit einer Tüchtigkeit auf Gebieten, wo sie ihre Verführbarkeit nicht beweisen müssen. Wo sie sie entweder ganz weglassen (Management) oder dann extrem darstellen (Film, Theater, Mode) können. Für letztere ist die gesellschaftliche Übereinstimmung mit weiblichen Attributen wie Schönheit, Charme oder verführerischer Ausstrahlung besonders wichtig. In krassen Fällen kann dieser Aspekt sogar bis an die Grenze führen, wo sie ihre Umwelt zu terrorisieren beginnen, um sich deren Gefühlsabhängigkeit zu beweisen, und dann enttäuscht sind, wenn diese sich von ihnen abwendet.

Was sich hier zeigt, ist das Streben nach Sicherheit in den Gefühlen, die es gar nicht gibt. Saturn legt seine schwere Pranke auf die zarte Schulter Venus', welche unter dem Gewicht zusammenbricht. Trotzdem ist sie nicht bereit, auf die Gefühle zu verzichten. Das Resultat dieser Verbindung aber ist, dass der Horoskopeigner einen Kompromiß eingeht, denn er dann "Liebe zur Pflicht" oder "Verantwortungsbewußtsein" nennt. Denn die Sicherung ist ihm näher als die Liebe, und lieber verzichtet er, als dass er sich auf etwas einläßt, das kurzfristig zwar schön sein mag, ihm langfristig zur Erreichung seiner Ziele aber nicht real genug erscheint.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Du wurdest von den Eltern nicht geliebt. Du wurdest akzeptiert, solange das Kindsein nicht mit der Absicht, eigene Gefühle zu entwickeln, kollidierte. So wurde dein kindliches Verlangen, Gefühle zu zeigen, blockiert. Du mußtest dir die inneren Werte gemäß denen deiner Eltern bilden.

Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass du dich später den Bedingungen der Gesellschaft auslieferst, weil du deine Gefühle von den Reaktionen deiner Umwelt abhängig machst. Du unterwirfst dich den Maßstäben der Gesellschaft, weil du die eigene Gefühlswelt, die du dagegensetzen könntest, den gefühlsmäßigen Eigenwert, jetzt nicht entwickelt hast.

Kannst du deinen inneren Eigenraum aber nicht entfalten, bist du auf der Suche nach Selbstfindung entweder auf den Raum des Partners oder auf die kollektiven Räume der Gesellschaft angewiesen. Das läßt sich, auf den Alltag übertragen, so umschreiben, dass du dir deine Gefühlswelt von außen aufoktroyieren läßt.

Willst du dich von außen aber nicht bestimmen lassen, obwohl du deinen inneren Selbstwert nicht gefunden hast, so suchst du dir einen Partner, der sich dazu motivieren läßt, die eigene Schwäche in der Umwelt stellvertretend auszuleben, die du selbst darzustellen dich nicht traust.

Da du die Beziehung jetzt dazu benutzt, den nicht entwickelten Eigenwert im anderen darzustellen, sind die ganzen Beziehungsverhältnisse nichts anderes als der Versuch, das ungelöste Selbstwertdrama in immer neuen Partnerschaften auszuleben.

Wenn du aber einmal akzeptiert hast, dass du vom Partner nicht das kriegen kannst, was du in ihn injiziert hast, so kannst du auch erkennen, dass die Krise durch falsche Erwartungshaltungen geradezu vorprogrammiert ist. Die Krise in der Partnerschaft zeigt die Bruchstelle an, wo du nicht den anderen, sondern nur deine eigene Vorstellung vom anderen liebst.

Die Erkenntnis aber, dass der andere nicht so ist, wie du ihn dir vorstellst, weil diese Vorstellung ja gerade das eigene Problem anzeigt, kann die Befreiung aus diesen Zwängen bedeuten.


**** Venus in Quadrat zu Neptun

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Wenn Venus "die sichtbare Liebe des Menschen" verkörpert, dann ist Neptun "die unsichtbare Liebe zu Gott". Neptun symbolisiert einerseits jenen grenzenlos größeren Teil unseres Ichs, der für uns völlig unerkannt die Sehnsucht nach dem Ewigen regiert, andererseits steht er aber auch für jenen Trug und Spuk, der nicht mehr himmlisches Verlangen ist, sondern nur noch die Fratzenhaftigkeit verhinderter Spiritualität. Zusammen verbinden sie sich zu einer Freiheit, die uns vom Irdischen wegführen und uns den Weg zum Himmel bahnen will, der aber oftmals in die Hölle führt.

Auf die Ebene des gewöhnlichen Alltags übertragen, umschreiben diese beiden Kräfte das Sehnen nach einer Liebe, die nicht mehr vom unbewußten Menschen kommt, sondern die aus den Strahlenquellen jener Gottesmenschen strömen, die in ihren innersten Erfahrungen mit dem Ewigen schon tief verbunden sind.

Unter dem irrlichternden Bann von Venus/Neptun scheint es für die Betroffenen gerade so, dass der Akt der Liebe so stark sensibilisiert und mit einer göttlichen Sehnsucht aufgeladen ist, dass es für sie unmöglich wird, diese Gefühle in der Beziehung zu einem normalen Menschen zu befriedigen. Es ist, als ob der Betreffende von der Vorstellung seiner Göttlichkeit ausgefüllt und von der idealen Gott-Liebe besessen der Verschmelzung mit dem Universum nachsinnt.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Venus in dir verkörpert die "liebliche Verführerin", die aus den Wassern gestiegen ist, um die Psyche daran zu erinnern, dass ihre wahre Heimat die Katakomben unter der Wasseroberfläche (Neptun) sind, in denen sie jederzeit wieder willkommen ist.

Das symbolisiert die Verstrickungen mit den unerlösten Sehnsüchten, die für das Bewußtsein nicht zu lösen sind, weil du dich ihnen aus dem Blickwinkel der Ratio nicht nähern, dich ihren unbewußten Auswirkungen aber andererseits auch nicht entziehen kannst. Deshalb steigt die Angst in deiner Seele auf, dich selber zu verlieren. Weil du mit dieser Angst auf die Dauer nicht leben kannst, löst du sie auf, indem du dich betäubst (körperliche Betäubung durch Drüsendysfunktionen). Damit hast du die Angst, dich zu verlieren, gebannt, weil du die Angst "im Ozean der Gleichgültigkeit" aufgelöst hast.

Indem du dein Leben träumst und deine Sehnsucht lebst, glaubst du, deinem Schicksal zu entrinnen und dich ungelebt deinen inneren Sehnsüchten überantworten zu können.

Das führt dazu, sogar das Gefühl der Liebe aufzulösen, um deine spirituellen Ziele nicht mit deinen instinktiven Trieben zu verbinden. Mit anderen Worten, um die Liebe venusischen Elysiums in den neptunischen Gewässern nicht zu verletzen, verzichtest du auf die Erfüllung deiner Triebe.

Auf der Suche nach Liebe hast du also nur die Vergleichsmöglichkeiten deiner unbewußten Sehnsucht. Es ist daher leicht verständlich, dass alle konkreten Bemühungen um intime menschliche Beziehungen immer in der Sackgasse deiner irrealen Wünsche landen und im Leben nicht zu verwirklichen sind.

Deshalb zieht es dich unterschwellig zur "Großen Mutter" zurück. Da diese aber als liebliche Verführerin verkleidet ist, die ja gerade für dein Dilemma verantwortlich zeichnet, bist du verloren, wenn du ihr erliegst; denn die Verführung ist gleichbedeutend mit dem Verschlungenwerden. Der Verführung zu unterliegen, bedeutet das Versinken in dem, was sich als ein Faß ohne Boden umschreiben ließe.


*** Venus in Quadrat zu Jupiter

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Die venusische Energie verströmt Harmonie oder ein die Gegensätze miteinander verbindendes Empfinden, das sich nicht gern in enge Weltbilder verstrickt. Ihr innerer Ausdruck wird durchpulst von einer tiefen Verschmelzungssehnsucht mit dem ganzen All, und dieses Streben manifestiert sich materiell in der Hingabe an alles Anziehende und harmonisch Schöne.

Auch Jupiter verkörpert eine Haltung, die von Grenzenlosigkeit und Fülle zeugt. Er besitzt eine sinnliche Komponente, in der Erotik, Triebhaftigkeit und wucherndes Verlangen eine große Rolle spielen. Das Leben erscheint unter ihm wie eine fließende Ausdehnung, die unablässig aus sich selber wächst: eine sich aus sich selbst gebärende Vergrößerung, welche die Energien aus sich selber schöpft und damit die Grundlagen für das ewige Wachstum "im eigenen Fließen" sicherstellt. Jupiter, der sich durch Großzügigkeit und Freimut auszeichnet, aber auch Aufblähung und plumpe Genußsucht in sich birgt, ist ein Symbol des menschlichen Dranges nach Erweiterung, ganz egal, ob dies in körperlichen, seelischen oder geistigen Bahnen geschieht.

Hinter den "Nebeln des Unfaßbaren" rötet sich die Sehnsucht, die sich auf ihre Tiefen bezieht oder auf das, was wir die "vergessene Erinnerung" nennen. Obwohl diese Rückbindung nur ein Trick ist, sich des numinosen Zeitlos-Ewigen zu bemächtigen ("um das Ego aus seiner Enge hervorzulocken"), ist es Jupiters Verdienst, das ungreifliche Verlangen zum Ausdruck zu bringen, denn jedes "äußere Ziel" wurzelt in der "inneren Sehnsucht nach Sinn" und gehorcht damit einem "Streben nach Gott". Seelisch entspricht das dem Verhalten, die spirituell nicht erreichte Erweiterung wenigstens materiell durch die Form "hindurchzuprojizieren" (Venus), und das geschieht psychisch durch Erotik und ästhetische Freuden, physisch durch Gewichtszunahme und Völlerei.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Venus/Jupiter-Verbindungen haben Bezug zum Liebesleben: zu Vergnügungen, Wachstum und zum Harmonieaustausch. Sind die Planeten günstig aspektiert, dann kann dein Harmonieverlangen sowohl materiell wie spirituell gestillt werden, denn es drückt sich in "erfüllenden Beziehungen" wie in "beziehungsmäßiger Erfüllung" aus. Im Bestreben, in die Feinstofflichkeit blühender Herzenswünsche einzustimmen, wo auch materielle Ziele ihre geistige Erfüllung finden, führt das spirituelle Schicksal dein materiegebundenes Handeln an die "Illusion der Realität" heran. (Entschwebtere Seelen werden zur Realitätsbewältigung umgekehrt an den "verfestigenden Ausdruck materieller Vorstellung" angeschlossen.)

Das Tor zum Wachstum ist der Wunsch nach innerer Entfaltung, kurz: "Das Beabsichtigen der inneren Kraft!" Nur das gelassene Vertrauen, welches die Erscheinungen der Welt (das Einbrechen in den Raum) als eine Illusion akzeptiert, die sich aus der Leere formt, ermöglicht die Erfahrung kosmischer Ausdehnung und schenkt auch materielles Wachstum. Es gilt, nicht die äußeren Erscheinungen, sondern das innere Fließen aller Dinge zu erkennen, ohne aber von seinen eigenen Projektionen - "das Erkannte ist die Projizierung des Erkennenden" - jetzt weggespült zu werden.

***** Mars Spiegelpunkt zu Saturn

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Wir Menschen sind vergänglicher Staub im Universum, von einem persönlichen Willen auf vergängliche Ziele geprägt. Diese Ziele müssen wir aber nicht erreichen, weil wir sie nicht erreichen können: denn sie erreichen uns! Wir haben im Gegenteil gar keine Chance, die Ziele zu verfehlen, wenn sie in uns selber liegen, wie wir auch keine Chance haben, sie zu erreichen, wenn sie nicht in uns selber sind.

Bis wir aber bereit sind, diese Lektion von Saturn/Mars nicht nur zu erfahren, sondern auch innerlich zu verstehen, so lange werden Menschen unter dieser Konstellation an der Pattsituation zwischen Aggression (Mars) und Hemmung (Saturn) schwer zu tragen haben. Umgekehrt kann nur aus Konfliktsituationen heraus an die Mechanismen, die hinter den Dingen liegen, herangegangen werden, weil nur aus dem Leiden die Kraft erwächst, Dinge zu verändern.

Mit Saturn/Mars verbindet sich meist eine Kindheit, die den Horoskopeigner schon früh an die Polarität des Lebens band, ihn auf die Notwendigkeit gesellschaftlicher Konkurrenz festlegte und an die Wertbegriffe von Gut und Böse band. Mochten es Anfeindungen von außen sein, die gegen die eigene Sippe gerichtet waren, oder war es ein ausgesprochenes Konkurrenzverhalten unter den Geschwistern um die Gunst der Eltern: Wichtig ist allein die Tatsache, dass sich der Betreffende nur in jener Saturn/Mars-Rolle der Umwelt zeigte, in der er auch herausgefordert werden konnte. Weil das natürlich unbewußt geschah, mußte er sich von den Reaktionen seiner Umwelt herausgefordert fühlen. Denn äußerer Widerstand wurde zur Voraussetzung für Leistung. Saturn und Mars schaukelten sich gegenseitig hoch. Man fuhr mit angezogener Bremse Vollgas.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Da deine Eltern es nicht zulassen wollten, dass du in der Kindheit deinen Willen durchsetzen konntest, haben sie dich - vielleicht auch, weil du sehr wild warst und immer ein bißchen über die Stränge schlugst - schon sehr früh in deinen Aggressionen blockiert.

Dadurch haben wir später die in die Kindheit zurückreichende Verhaltensstörung vorliegen, Aggressionen schnell loszuwerden, bevor du durch die Umwelt daran gehindert werden kannst, indem du gegen alle möglichen Einschränkungen schon von vornherein rebellierst.

Umgekehrt kann dieser Aspekt im Leben auch zur Unterwerfung gegenüber Autoritätspersonen führen. Unbewußt suchst du in diesen nämlich deine Eltern, um dich in der eigenen Durchsetzung von ihnen behindern zu lassen. Damit hast du einerseits die Sicherheit, dein kindliches Rollenverhalten fortsetzen zu können, andererseits hast du gleichzeitig die Sündenböcke, denen du die Schuld zuschieben kannst, um deine eigenen Aggressionen nicht ausleben zu müssen.

Möglicherweise wird aber der Ehrgeiz gerade noch mehr angestachelt, dich um jeden Preis durchsetzen und alle übertreffen zu müssen, um dich mit deinen paranoiden Gipfelstürmen einer allgemeinen Anerkennung zu versichern.

Unter Saturn/Mars liegst du dauernd mit dir selbst im Streit, weil sich hier die eigene Willenskraft (Durchsetzung um jeden Preis) und die Angst (Wissen um das eigene Unvermögen) aneinander aufreiben. In der Krise kann sich das Bedürfnis auslösen, diese Blockade durch die Eltern nochmals in die Umwelt hochzuheben, aber diesmal den Elternrollen-Spieler anzugreifen und zu besiegen: In Extremfällen bis zu Mord und Totschlag!

Die Lösung liegt hier in der Erkenntnis, dass nur derjenige zum Opfer werden kann, der die verhinderte Aggression gegen sich selbst auslebt. Es geht um das behutsame Aufarbeiten des innerpsychischen Spannungsfeldes zwischen Täter und Opfer, indem du dich in beiden Rollen selbst erkennst und dann vorsichtig nicht nur das "innere Gaspedal" losläßt, sondern auch den "Fuß von der Bremse" nimmst, damit die Psyche weder blockiert ist, noch überdreht.

*** Jupiter in Opposition zu Neptun

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Jupiter und Neptun zusammen verkörpern die äußerste Spitze des Empfindens, wo sich das Sagbare mit dem Unsagbaren kreuzt. Das ist exakt der Schnittpunkt beider Welten, wo Unfaßliches faßbar wird. Es ist aber gleichzeitig auch der Ort, der das Bewußtsein von uns Menschen zu sich in die Tiefe lockt, wo der tägliche Kampf um die Materie nicht mehr ausgefochten werden muß. Denn in den Tiefen vereinigen wir uns wieder mit den unbewußten Quellen. Umgekehrt aber gibt es auch keine bewußten Höhen, die man unter Jupiter/Neptun nicht erreichen kann. In der Religionsphilosophie spricht man vom "Einswerden mit Gott".

Schlüsseln wir es auf: Das jupiterhafte Verlangen, Verkörperungen aus dem Unfaßbaren zu machen, kommt aus den Urtiefen des menschlichen Bestrebens, Gott nach seinem Bilde zu erschaffen. Das ist der Trick, mit dem sich unsere Vorstellung selber überlisten mußte, um das materielle Weltbild nicht zu gefährden. Nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Sondern die Bilder schufen den idealen Menschen und nannten ihn Gott. So haben wir das Ewige als Götzenbild zum Bestandteil unserer Weltvorstellung gemacht!

Das Wirken Neptuns aber geht noch tiefer. Das Meer, in dem sich alle Formen vereinigen und wieder auflösen, wo alle Farben zerfließen und alles uneindeutig und verschwommen ist, symbolisiert die Tiefen des Verlangens und der Sehnsucht, die für das Heimweh nach dem Tode stehen. Neptun bedeutet, sich im Kollektiven zu verlieren oder sich im Streben nach einem unbestimmten Ganzen aufzugeben, um sich durch Auflösung zu heiligen. Wenn Neptun einen Menschen packt, dann geschieht dies durch die Visionen ungestillter Wünsche und Begierden, welche sich erst zaghaft in den Träumen melden und sich dann langsam ins Bewußtsein bewegen und damit den Weg zurück zu den Quellen direkt ins Erleben bringen.

Im Zentrum der Überschneidung dieser beiden Kreise ist der erstrebenswerte Platz. Dort ergibt sich ein transzendentes Erahnen jenes Empfindens, das sich nur im Mitschwingen des sphärischen Atems in Gott verwirklichen kann. Dort findet sich jenseits aller Vorstellung auch der Geist, der dieses Leben erfüllt.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Unter Jupiter versuchst du gleichsam durch die "neptunischen Lücken" in die Räume jenseits deiner begrifflichen Realität einzudringen und dort jene Wirklichkeit zu finden, die den inneren Träumen angemessen ist. Da diese Konstellation auf hohen geistigen Frequenzen schwingt, kann sie sich besonders gut auf Kinder auswirken, die ihre Antennen nach dem Mystischen und Geheimnisvollen ausgerichtet haben. Diese können parallel zum Alltag im Bewußtsein eine eigene Welt schaffen, die besser für ihre sensiblen inneren Sehnsüchte paßt. Die Wahrnehmung öffnet sich dabei nach oben, nimmt Eingebungen aus höheren Kanälen auf, wobei zwischen oben und unten, Einsichten und Einbildungen nicht mehr unterschieden werden kann.

Jupiter/Neptuns spirituelles Streben, jedem rationellen Weltbild entgegenzutreten, das sich dem materiellen Fortschritt ausgeliefert hat, kann dich aber so verwirren, dass du die Realität bekämpfst und die Anforderungen der Wirklichkeit verdrängst.

Vielleicht aber wirst du auch versuchen, der Welt ihr Scheitern aufzuzeigen, indem du dich zum Spiegel proklamierst und auf die Umweltprobleme (Überbevölkerung, Naturzerstörung, Seuchen, Hochrüstung, Sozialgefälle usw.) hinweist. Du wirst dafür plädieren, zu den Wurzeln zurückzukehren und dabei kein Ziel vor Augen zu haben, sondern dir den Weg selber zum Ziel zu nehmen!

Es ist aber nie die Enttäuschung durch dich selber, die wie ein schleichendes Gift an der Seele nagt, sondern immer die Enttäuschung durch die anderen, weil du dein Rollenspiel nicht durchschaust, eine Welt zu leben, die idealer sein will als die Realität. Die Gefahr dieses Aspekts liegt in den hohen Idealen seiner Ansprüche, die sich kaum verwirklichen lassen. Das kann zu schweren Enttäuschungen führen, besonders, wenn du dich in deiner Hilfsbereitschaft von der Umwelt unverstanden fühlst.

Die Lösung besteht darin, dass du die eigene Enttäuschung erkennst. Denn die Enttäuschung ist auch nur eine Wahrnehmung und läßt deshalb nur einen Teil der Wahrheit durchschimmern. Nur mit der Behauptung "Es muß einen Sinn im Leben geben, damit nicht alles sinnlos ist!" hast du noch lange keine Wahrheit, denn dieser Satz steht nicht für Wahrheit, sondern nur für Hoffnung, die der eigenen Wunschvorstellung entspringt: "Wenn Gott Nichts ist" (Meister Eckehart), dann ist nichts das Ziel.

* Jupiter in Trigon zu Pluto

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Jupiter/Pluto bedeutet in seiner höchsten Ausdrucksform einen tiefen und unerschütterlichen Glauben an die Schöpfung und an die Folgerichtigkeit ihrer Auswirkungen. So wie jeder von uns nur das sein kann, was er ist, so können wir in allem, was wir tun, auch immer nur uns selbst erfahren. Die Möglichkeit zur geistigen Hinterfragung und individuellen Selbstinfragestellung, wie sie durch diesen Aspekt angezeigt wird, verleiht dem Betreffenden die Fähigkeit, einen tiefen und unerschütterlichen Glauben an die Weisheit und den Sinn des Lebens zu entwickeln, der ihn mit dem Höchsten in Verbindung bringt.

Eine Verbindung zwischen Jupiter und Pluto zeigt die Möglichkeit an, die eigenen Handlungen immer wieder in Frage zu stellen und durch diese beständige Hinterfragung seine Psyche zu erkennen und mit höheren Bewußtseinsebenen in Berührung zu bringen. Dabei besitzen unter diesem Stern Geborene ein gutes Gespür für alles Verborgene, für die Strukturen, die unter dem Sichtbaren verborgen sind. Gleichzeitig entwickeln sie eine so starke psychische Kraft, dass sie ihre röntgenähnlichen Erfahrungen in die Realität übertragen können und diesem konkreten Rahmen inhaltlich auch Ausdruck zu verleihen vermögen. Damit neigen sie allerdings auch dazu, ihr eigener Maßstab zu werden und anderen ihre weltanschaulichen Erkenntnisse aufzudrängen.

Wir erkennen also in dem, was wir für die Welt halten, nicht die Welt, sondern nur unsere eigene Wahrnehmung, die sich als unsere Welt darstellt. Gleichzeitig ist unsere eigene Wahrnehmung, die sich als Welt darstellt, die Welt selber, weil sie der Schöpfer aller Dinge ist, die wir jetzt wahrnehmen, und außerhalb unserer Wahrnehmung die Dinge aufhören, das zu sein, was sie für uns sind. Die ganze Welt ist das Produkt unserer Wahrnehmung, und wir sind der Empfänger. Damit nehmen wir unsere eigene Wahrnehmung wahr, indem wir sie als "Welt" erkennen.

Somit wird jede Gottessuche überflüssig. Weil wir Gott als unbestimmte Sehnsucht in uns selbst erfahren, die wir seit Urzeiten in uns tragen. Solange wir das aber nicht erkennen, können wir Gott als hübsches Bild in unseren Glauben übertragen. Erst wenn wir uns der Wahrheit stellen, können wir das Gottesbild als jene Denkvorstellung erfahren, die unsere Wahrnehmung aus dem Nichts nach unserem Ebenbild "wahrnimmt".

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Hervorstechend unter dieser Konstellation ist dein frühauftretendes inneres Empfinden, eine besondere Persönlichkeit zu sein und in einer Selbstbezogenheit zu schwingen, die der kindlichen Umgebung ungeheuer ist. Das setzt sich darin fort, dass du später den Menschen das beibringen möchtest, was man als die "Beschreibung eigner Bilder" formulieren könnte.

Symbolisch ließe sich unter diesem Gestirn ein uralter hoher Würdenträger vorstellen, der sich in der "Vereinigung mit Gott oder der kosmischen Urkraft" wähnte und die Gläubigen "zur kosmischen Vereinigung" aufrief. Der sein Ego in das Bild eines Gottes verlegte und glaubte, Gott durch die Befolgung (eigener) Gebote selber repräsentieren zu können.

Wenn es dir durch widrige Umstände im Leben aber nicht möglich ist, dich im eigenen Glanz zu sonnen, dann wirst du deinen Frust, dich in der Erlöserrolle nicht darstellen zu können, auf die Umwelt übertragen, indem du alles in Frage stellst und kritisierst. Es mag aber auch vorkommen, dass du diese Abwehrhaltung zum Ziel erhebst und dadurch den Bock zum Gärtner erklärst bzw. den Teufel mit dem Beelzebub austreibst!

Der Wendepunkt steht erst ins Haus, wenn alle Widerstände beseitigt und aus dem Weg geräumt sind und das Ich auf seinem "Königspfad des Wissens" aus dem Dickicht der Niederungen Sichtkontakt zur Gipfelwand bekommt, um zu den letzten Dingen und bis zur Spitze vorzudringen.

Denn erst wenn du keine äußeren Widerstände mehr vorfindest, kannst du dich auf dich selbst besinnen, und erst wenn du dich auf dich selbst zurückgeworfen siehst, wirst du erstaunt feststellen, dass dir niemand gefolgt ist. Dann wirst du merken, dass dir nur die eigenen Bilder auf deinen einsamen Höhenflügen gefolgt sind, wenn du ganz allein vor dem "Altar des Höchsten" stehst. Dann erkennst du deine Hoffnungen und Wünsche, welche vielleicht die karmischen Überreste deiner Maya-, Tolteken- oder Inka-Zeit ausweisen, die im Hier und Jetzt aber keine konkreten Verwirklichungsmöglichkeiten erkennen lassen. Es sei denn die Möglichkeit vom Leben nach dem Tod.

**** Saturn in Quincunx zu Neptun

DIE ENERGETISCHE STRUKTUR

Wenn wir uns Uranus schon als den Schöpfer einer viel größer dimensionierten Raum/Zeit-Wahrnehmung vorstellen müssen, als wir sie durch den Filter unserer Sinne bewußt erfahren können, dann läßt sich die durch Neptun verkörperte Energie nur noch als eine im Unfaßbaren pulsierende Schöpferkraft symbolisieren. Da unsere Lebensströme aber alle aus der unfaßbaren Leere fließen, steht Neptun umgekehrt auch für das innere Bedürfnis der Psyche, ihre persönlichen Gefühle mit den kosmischen Gefühlen des Ganzen zu verschmelzen: eine Annäherung und Wiedervereinigung mit der Mutterquelle anzustreben.

Weil Saturn andererseits die Tat symbolisiert, durch die Schleier von Intuitionen hindurch eine konkrete, strukturierte und abgeschlossene Personalität zu kristallisieren, steht er ganz natürlich in völligem Widerstreit zu Neptun, dem es kein größeres Vergnügen bereitet, als alle Begrenzungen hinwegzuschwemmen und den Ich-Kern aufzulösen. Neptun wirkt durch die Gefühle, und zwar durch die unpersönlichen, kollektiven, was einer vergessenen Sehnsucht entspricht, die ursprüngliche Verbundenheit mit dem Kosmos wieder zu erreichen.

An die Transzendenz sich wieder anzunabeln ist das Credo dieser Gabe. Preis und Opfer die Ekstase, in welcher der Mensch für die Preisgabe seiner persönlichen Gefühle jenes unpersönliche Gefühl einer inneren Übereinstimmung mit dem Ganzen bekommt. Eine Übereinstimmung mit dem Leben, was gleichzeitig die persönliche Aufgabe des eigenen Ichs bedeutet. Das Individuum versinkt in seinem eigenen Bodenlosen und bietet sich als Gabe auf dem Altar des Ewigen unter Opferung der individuellen Persönlichkeitsstruktur an.

Doch diese Flucht hat ihren Preis. Man wandelt durch Räume wie im Traum. Der verdrängte Alltag muß nun in eine Vorstellung gepreßt werden. Das kann zu Realitätsverlust führen, oder, wenn die Realität noch immer durch den Wahn durchschimmert, zur Betäubung durch Exzeß. Das Empfinden will die sich auflösenden Reste seines Egos retten, um die Hilflosigkeit gegenüber den Kräften seines eigenen Wirkens zu verdrängen und über das versunkene Atlantis ins Mysterium zu gelangen. Es wünscht, in den Bildern das Leben zu finden.

Losgelöst aus der Abhängigkeit gefühlsmäßiger Dualität ist die Seele gezwungen, ohne Bezug zu menschlichem Empfinden die emotionelle Leere in sich zu erfahren, aus deren Tiefen die vergessene Wirklichkeit hochsteigt, aber auch die Aufgabe, das Sehnen nach Transzendenz und körperlicher Erlösung in den Alltag zu übertragen. Dieses Ziel nach Vollkommenheit und der Einswerdung mit dem Ewigen zu erreichen, hieße alle Gegensätze zu vereinen. Denn hinter den Polaritäten leuchtet der Gral, und wenn man die subjektiven Zwangsvorstellungen seiner eigenen Selbstdarstellung erst in das Erfassen aller Sinne hinter den Dingen verwandelt hat, in eine Liebe zu allem Sein, dann steigt der Weg in lichte Höhen an, und die Dämmerung der Seele verwandelt sich in Morgenröte.

DIE PERSÖNLICHE STRUKTUR

Die persönlichen Ursachen der durch diese Konstellation heraufbeschworenen Symptome lassen sich durch eine innere Vorstellung von Schuld erklären, in diese Welt geboren zu sein. Mochte dies in der Voraussetzung wurzeln, in deinem Durchsetzungsanspruch gehemmt oder im Eigenwert gekränkt worden zu sein, oder hattest du von deiner inneren Veranlagung her einfach nicht die Kraft, dich im Menschsein wohlzufühlen, Tatsache ist, dass du dich in das Reich der Träume flüchtest und nicht bereit bist, dich in deiner weltlichen Existenz zu akzeptieren.

Daraus erklärt sich auch dein Verhalten, dem Leben aus dem Weg zu gehen und deine eigene Realität zu leben. Dem saturnischen Bestreben, auf dem schwimmenden Boden neptunischer Imaginationen eine konkrete Wirklichkeit zu errichten, ist kaum Erfolg beschieden, da Neptun sich allem Sichtbaren entzieht aus Angst, sich schuldig zu bekennen, sobald er Eigenart verkörpert oder konkrete Stellungnahme bezieht. Für die Verweigerung der saturnalen Wirklichkeit mußt du allerdings einen hohen Preis bezahlen. Die Reali- tät wird in die Reiche Neptuns abgeschoben und damit entfernt. Was übrigbleibt, sind die inneren Träume, welche du versuchst, über die Realität wieder zurückzubekommen, was natürlich Illusion und Täuschung ist.

Da deine inneren Träume im Kleid der Realität für dich die Realität sind, nützen dir auch die Kompensationsversuche nichts, deine Realität zu verwirklichen, Leistung zu erbringen und dich in der Welt durchzusetzen, weil du damit nur deine Irrationalität zur Wirklichkeit erklärst und deinen eigenen Phantastereien im Kleid der Wirklichkeit hinterherhinkst. Dies kann in der Folge zu gefährlichen Übergriffen führen, wenn du deine neptunischen Einsichten zu Heilsbotschaften erklärst.

Die Diskrepanz zwischen Saturn und Neptun wirkt sich sehr hintergründig und versteckt in deinem Leben aus, weil deine Perspektive die Krise verdeckt und ihr im sichtbaren Leben keinen Platz einräumt. Die Psyche sträubt sich gegen das Erwachen, aber auch in den Träumen tauchen Schuldgefühle auf (weil die verdrängte Realität durchschimmert). Damit bist du zwischen Stuhl und Bank gefallen: Hier kannst du nicht erwachen, weil du die Orientierung in der Welt verloren hast, drüben aber kannst du auch nicht schlafen, weil dir das saturnische Gewissen keine Ruhe läßt.

Um dich aus dieser Misere wieder erlösen zu können, genügt es nicht, die Situation rational zu erfassen, weil sich das Problem gerade in der Ratio versteckt. Im Denken findet sich nur das Denken, das Problem aber zeigt sich darin, dass es dein Denkbild so sehr verändert hat, dass du durch dein Denken in deinem Verhalten nur immer mehr bestärkt wirst und entgegengesetzte Meinungen im Ungehörten verhallen. Die Frage: "Wer bin ich, abgesehen von dem, der ich zu sein glaube?" ist der Zielpunkt unter Saturn/Neptun - eine Frage allerdings, die erst unter Zuziehung der Pluto-Komponente beantwortet werden kann (Saturn/Pluto).

Diese unbeantwortete Frage macht diesen Aspekt auch zu einem erfolgreichen Blockierer jeder schlauen Therapie. Die Illusion einer Heilung scheint noch am leichtesten erreichbar, wenn der Therapeut seine Therapie zur Heilsbotschaft erklärt und sie dem gehemmten Patienten schnell aufoktroyiert, bevor dessen selbstquälerische Relativierungszwänge ausbrechen.

Wahre Heilung scheint hingegen nur über die Erfahrung aus den eigenen Leiden möglich, wenn du durch die langjährigen Einwirkungen deiner kraftraubenden Disharmonien endlich müde geworden bist, die eigenen Symptome zu verteidigen und eine Perspektive zuläßt, die dich voll miteinbezieht und zugleich auch in Frage stellt.


PSYCHISCHE HINTERGRÜNDE

In den folgenden Textpassagen findest du eine Anzahl gewichtiger, von AKRON bevorzugter Zeichen- und Hausstellungen, die dir helfen sollen, deine "inneren Personare" noch tiefer zu erkennen bzw. beim inneren Namen zu nennen.

MOND IM 10. HAUS

Unter diesem Aspekt finden wir Mütter, die nicht fähig sind, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Dadurch bleiben Kinder in der Abwehrhaltung gefangen und entwickeln keine seelische Kraft.

Du tust dich im späteren Leben schwer, deine eigenen Empfindungen zu formulieren oder überhaupt Entscheidungen zu treffen, weil du deine realen Werte nicht entwickelt hast.

Du überträgst die Verantwortung auf Autoritäten, welche dir die Entscheidungen abnehmen. Du machst dich von ihnen abhängig, um ihnen die Verantwortung zuweisen zu können.

Oder du drehst den Spieß um und machst ein geeignetes Opfer von deinen eigenen Vorstellungen abhängig. Damit reduzierst du es auf die Kindrolle und zwingst es in ein Verhalten nach den eigenen, erzieherischen Anschauungen, um aus ihm einen "wohlgesitteten" Menschen nach den Bildern deiner eigenen anerzogenen und gefühlsblockierten Wohlanständigkeit zu machen.

Als Auslösungen können schwere Depressionen auftreten, wenn Ablöseprozesse (Mutter-, Heimat- oder Partnerschaftsbindungen) nicht durchgestanden werden und "auf den Magen schlagen".

Du mußt versuchen, dir der Ursache der Krise in der fehlenden Ablösung vom inneren Mutterbild bewußt zu werden. Ablöseprozesse gelingen erst, wenn du dich von der eigenen inneren Autorität (Saturn), die du auf die Umwelt überträgst und die in er mütterlichen Gewalt zum ersten Mal hochgespiegelt wurde, löst und die dadurch entstehenden Verlustängste als abgespaltenen Teil von dir selbst bewußt zurücknimmst.

MARS IN FISCHE

Die durch deine inneren Versagensängste potenzierte Aggressions- und Willenslähmung (Neptun löst Durchsetzung auf) wirkt sich so aus, dass es dir nie gelingt, dich auf konkrete Bilder einzustimmen und materielle Ziele zu konkretisieren. Das führt dazu, allen persönlichen Entscheidungen und persönlicher Durchsetzung auszuweichen.

Das kann bis zu Reaktionen führen, die Realität nicht nur passiv zu erleben, sondern die Hemmung auszuleben und allen Verantwortungen zu entschweben (z.B. durch Alkohol oder Drogen). Da Sexualität als Befreiung von Begrenzung erlebt wird, erhält der Orgasmus unter diesem Aspekt enorme Bedeutung.

Der Orgasmus ist der entfernteste Zustand, den du mit deinen Sinnen nachvollziehen kannst - sozusagen ein Riß zwischen den Welten, an dem sich Mars und Neptun begegnen. Es ist natürlich schwierig, über diese andere Seite etwas auszusagen, weil sie von Mensch zu Mensch verschieden erlebt wird. Sicher wirst du unter diesem Aspekt in den sich überschneidenden Welten deiner erweiterten Perspektive zuerst einmal von den "Müttern" empfangen, die dir nicht eben freundlich entgegentreten, beinhalten sie doch deine eigenen Versagensängste, welche dir aus dem Schatten deiner verdrängten Libido entgegenschimmern.

Da du aber nicht auf deine inneren Bilder ("Mütter") triffst, sondern nur auf äußere Partner, die dich akzeptieren oder nicht, gibst du dich nur solchen hin, die du vollständig beherrschst (aus Angst, das innere Bild an ein äußeres zu verlieren, das dir irgendwann entwischt).

In ihrem positiven Ausdruck kann diese Konstellation anzeigen, dass du deinen Aggressionen bewußt entgegentrittst und sie dadurch besiegst, dass du sie als das erkennst, was sie jetzt sind: die eigenen Versagensängste (Neptun löst Mars auf). In ihrer negativen Auswirkung kann sich diese Kombination als ein Verhalten ausdrücken, vor deinen eigenen Verdrängungen so zu erschrecken, dass du den "Ausgang" nicht mehr findest und sozusagen "zwischen den Welten" vor deinen eignen Ängsten davonrennst.

JUPITER IN FISCHE

Unter Jupiter versuchst du gleichsam durch die "neptunischen Lücken" in die Räume jenseits deiner begrifflichen Realität einzudringen und dort jene Wirklichkeit zu finden, die den inneren Träumen angemessen ist. Da diese Konstellation auf hohen geistigen Frequenzen schwingt, kann sie sich besonders gut auf Kinder auswirken, die ihre Antennen nach dem Mystischen und Geheimnisvollen ausgerichtet haben. Diese können parallel zum Alltag im Bewußtsein eine eigene Welt schaffen, die besser für ihre sensiblen inneren Sehnsüchte paßt. Die Wahrnehmung öffnet sich dabei nach oben, nimmt Eingebungen aus höheren Kanälen auf, wobei zwischen oben und unten, Einsichten und Einbildungen nicht mehr unterschieden werden kann.

Jupiter/Neptuns spirituelles Streben, jedem rationellen Weltbild entgegenzutreten, das sich dem materiellen Fortschritt ausgeliefert hat, kann dich aber so verwirren, dass du die Realität bekämpfst und die Anforderungen der Wirklichkeit verdrängst.

Vielleicht aber wirst du auch versuchen, der Welt ihr Scheitern aufzuzeigen, indem du dich zum Spiegel proklamierst und auf die Umweltprobleme (Überbevölkerung, Naturzerstörung, Seuchen, Hochrüstung, Sozialgefälle usw.) hinweist. Du wirst dafür plädieren, zu den Wurzeln zurückzukehren und dabei kein Ziel vor Augen zu haben, sondern dir den Weg selber zum Ziel zu nehmen!

Es ist aber nie die Enttäuschung durch dich selber, die wie ein schleichendes Gift an der Seele nagt, sondern immer die Enttäuschung durch die anderen, weil du dein Rollenspiel nicht durchschaust, eine Welt zu leben, die idealer sein will als die Realität. Die Gefahr dieses Aspekts liegt in den hohen Idealen seiner Ansprüche, die sich kaum verwirklichen lassen. Das kann zu schweren Enttäuschungen führen, besonders, wenn du dich in deiner Hilfsbereitschaft von der Umwelt unverstanden fühlst.

Die Lösung besteht darin, dass du die eigene Enttäuschung erkennst. Denn die Enttäuschung ist auch nur eine Wahrnehmung und läßt deshalb nur einen Teil der Wahrheit durchschimmern. Nur mit der Behauptung "Es muß einen Sinn im Leben geben, damit nicht alles sinnlos ist!" hast du noch lange keine Wahrheit, denn dieser Satz steht nicht für Wahrheit, sondern nur für Hoffnung, die der eigenen Wunschvorstellung entspringt: "Wenn Gott Nichts ist" (Meister Eckehart), dann ist nichts das Ziel.

JUPITER IM 8. HAUS

Hervorstechend unter dieser Konstellation ist dein frühauftretendes inneres Empfinden, eine besondere Persönlichkeit zu sein und in einer Selbstbezogenheit zu schwingen, die der kindlichen Umgebung ungeheuer ist. Das setzt sich darin fort, dass du später den Menschen das beibringen möchtest, was man als die "Beschreibung eigner Bilder" formulieren könnte.

Symbolisch ließe sich unter diesem Gestirn ein uralter hoher Würdenträger vorstellen, der sich in der "Vereinigung mit Gott oder der kosmischen Urkraft" wähnte und die Gläubigen "zur kosmischen Vereinigung" aufrief. Der sein Ego in das Bild eines Gottes verlegte und glaubte, Gott durch die Befolgung (eigener) Gebote selber repräsentieren zu können.

Wenn es dir durch widrige Umstände im Leben aber nicht möglich ist, dich im eigenen Glanz zu sonnen, dann wirst du deinen Frust, dich in der Erlöserrolle nicht darstellen zu können, auf die Umwelt übertragen, indem du alles in Frage stellst und kritisierst. Es mag aber auch vorkommen, dass du diese Abwehrhaltung zum Ziel erhebst und dadurch den Bock zum Gärtner erklärst bzw. den Teufel mit dem Beelzebub austreibst!

Der Wendepunkt steht erst ins Haus, wenn alle Widerstände beseitigt und aus dem Weg geräumt sind und das Ich auf seinem "Königspfad des Wissens" aus dem Dickicht der Niederungen Sichtkontakt zur Gipfelwand bekommt, um zu den letzten Dingen und bis zur Spitze vorzudringen.

Denn erst wenn du keine äußeren Widerstände mehr vorfindest, kannst du dich auf dich selbst besinnen, und erst wenn du dich auf dich selbst zurückgeworfen siehst, wirst du erstaunt feststellen, dass dir niemand gefolgt ist. Dann wirst du merken, dass dir nur die eigenen Bilder auf deinen einsamen Höhenflügen gefolgt sind, wenn du ganz allein vor dem "Altar des Höchsten" stehst. Dann erkennst du deine Hoffnungen und Wünsche, welche vielleicht die karmischen Überreste deiner Maya-, Tolteken- oder Inka-Zeit ausweisen, die im Hier und Jetzt aber keine konkreten Verwirklichungsmöglichkeiten erkennen lassen. Es sei denn die Möglichkeit vom Leben nach dem Tod.

SATURN IM 9. HAUS

Voraussetzung für diese Ausprägung dürfte die mangelnde Entwicklung deiner intuitiven, spontanen Mitte in der Kindheit gewesen sein. Das unbelastete, naive und fröhliche Verhalten deines Kindseins wurde durch die Realitätsansprüche der Erwachsenen schwer belastet. Du wurdest aus deiner Identität herausgerissen und sozusagen in die Polarität gedrängt, deine innere Mitte aufzuteilen in das, was für die Phantasie schöpferisch und befruchtend war und das, was im Alltag nutzbringend angewendet werden konnte, die schöpferische Phantasie aber nicht ausfüllte.

Dadurch fühltest du dich immer ein bißchen zwischen innerer Wahrheit und materiellem Streben hin- und hergerissen und trägst heute jenen Teil, den du nicht verwirklichen konntest, als feindliches Bild in dir, in welchem sich die Umwelt spiegelt. Wirst du dabei in deinem Jupiterbild gehemmt, so sind der innere Glaube, die schöpferische Phantasie und die intuitive Wahrnehmung verdrängt, und du setzt statt dessen auf die Tugend saturnaler Realitätsfindung, welche die Sicherung deiner Lebensbedingungen gewährleistet, gleichzeitig aber das Streben nach höheren Dingen den Zielen eines regelmäßigen Einkommens opfert. Das entgegengesetzte Manöver bringt dich in die umgekehrte Lage, den gesellschaftlichen Anpassungszwängen Lebewohl zu sagen und der Jupiter-Vision entgegenzufliegen, die dir sagt, dass alle realen Ansprüche aufzugeben sind, um das hinter der Realität liegende göttliche Licht anzuziehen.

Die Krise stellt sich für dich entweder als Verlust aller Lebensfreude (Jupiterhemmung) dar oder als Einbuße jeglichen Realitätsverständnisses (Saturnhemmung). Lösung kann nur aus der Einsicht kommen, die beiden entgegengesetzten Prinzipien wieder zu vereinen. Du mußt also versuchen, sowohl deine Träume zu realisieren, als auch deine Realität zu erträumen.

Das heißt, dass du deine Träume durchaus in die Realität einpassen kannst, wenn du nur lernst, deinen Alltag zu erfassen und demnach zu erfahren, wo du deine Träume verwirklichen kannst und wo nicht. Auf jeden Fall muß die Zukunft in den Träumen realistisch vorhanden sein, damit dieses Hin- und Hergerissensein zwischen Illusion und Wahrheit in jenen höheren Zustand überführt werden kann, wo beide zum sich ergänzenden Teil im anderen werden: Der Weg ist das Ziel in sich selber!

URANUS IM 10. HAUS

Symptome unter diesem Zeichen mögen ihren Hintergrund in der Gegensätzlichkeit dieser beiden Planetenprinzipien haben. Der kindliche Drang, deiner Spontanität freien Lauf zu lassen und das Bestehende über den Haufen zu werfen, war nur schwer mit der Welt der Erwachsenen in Übereinstimmung zu bringen, sich an der Realität zu orientieren und an dem, was für die Bewältigung des Alltags einen Vorteil versprach. Es entspricht dies dem ewigen Kampf zwischen dem "Hüter der Schwelle", Saturn, die Grenze zu bewachen, und dem "Hinterfrager dieser Werte", Uranus, die Grenzen zu sprengen.

Dadurch entsteht in dir ein ständiges Hin- und Hergerissenwerden zwischen den Polen der Kristallisierung und der Aufhebung. Die uranischen Kräfte weiten sich plötzlich zu Autoritätskonflikten aus (wie sie in der Auseinandersetzung mit den Eltern erstmals erlebt wurden), die im Verlauf des Lebens immer wieder in die Realität einbrechen können.

Dabei willst du dich vor den uranischen Visionen, welche dir die gesellschaftlichen Werte erschüttern und dir die Relativität aller Dinge vor Augen führen, dadurch schützen, indem du dich mit den Konventionen der Gesellschaft identifizierst und sie verteidigst. Dadurch bist du in der Lage, nach außen ein normales Leben zu führen, hast allerdings deine verdrängte Uranus-Anlage als unbewußtes Schicksal gegen dich. Diese kann sich als ein von außen einbrechender Schicksalsschlag manifestieren, welcher die verdrängte uranische Komponente wieder ans Tageslicht befördert und dich, wenn auch bisweilen auf unangenehme Weise, ins Gleichgewicht zurückkatapultiert.

Oder du versuchst, dich mit der uranischen Seite zu verbinden und dir die Sprengung der Normen ins Pflichtenheft zu schreiben. Dann rennst du verzweifelt gegen alles an, was auch nur entfernt an Tradition erinnert, um die saturnische Beschränkung der Kindheit loszuwerden.

Doch manchmal kannst du auch erleben, wie die befreiten Kräfte überschießen und der Mensch gar nicht merkt, wie dieser scheinbar überwundene Saturn sich gerade in seinen eigenen Taten spiegelt: Aus der Situation, den freien Fluß der Gefühle zu verhindern und nur Menschen zu akzeptieren, die sich in die Strukturen der Gesellschaft binden, hast du dich nur scheinbar in die entgegengesetzte Position gerettet. Denn dann kettest du dich nicht mehr ans Gesetz, sondern meinst ständig, deine Unabhängigkeit beweisen zu müssen.

Eine Besserung läßt sich nur erreichen, wenn du dir darüber bewußt bist, dass es keine Lösung gibt außer der teilweisen Infragestellung und sachten Aufarbeitung deines eigenen Abwehrmechanismus. Dieser verkörpert den Dämon, der so sehr Teil deiner eigenen Natur geworden ist, dass du ihn gar nicht mehr sehen kannst. Sagst du ihm aber unbewußt den Kampf an, so verteidigt er sich dadurch, dass er dich ins andere Extrem zwingt.

PLUTO IM 12. HAUS

Der gegenwärtige Zeitgeist läßt dich die Wirkungen im Raum bewußt erfahren, da du an die Grenzen deines Wachstums stößt. Dass die kollektive Psyche bisweilen ihre Rockschöße hebt, damit wir neue Erkenntnisse in unser Leben einfließen lassen, ist nicht neu. Neu ist aber, dass wir gleichzeitig mit den neuen Erfahrungen die Relativität dieser Erfahrungen schon mitgeliefert bekommen, die Einsicht nämlich, dass hinter jedem Horizont ein neuer Tag beginnt. Anders ausgedrückt, dass die Erkenntnisse von heute nicht nur relativ, sondern immer auch die Fehler von morgen sein werden, die wir aber erst mit den Erkenntnissen von morgen als die Fehler von gestern erkennen.

Du bist deshalb aufgerufen, mit aller Macht deine Vollständigkeit zu leben und nicht nur das Licht, sondern auch deinen Schatten anzunehmen. Erst wenn du dort angelangt bist, wo der Unterschied von Gut und Böse zusammenfällt, kannst du deine Masken vom Gesicht nehmen und das Rollenspiel beenden, das du auf der Grundlage der Identifizierung mit den gesellschaftlichen Vorbildern spielst. Du solltest versuchen, in einer Zeit, in der wir mit unseren eigenen Früchten konfrontiert werden, die uns, wenn nicht zerstören, so doch hart an den Rand der Vernichtung führen können, keinen Sündenbock mehr zu postulieren, der uns den Schatten abnimmt. Wir müssen die kollektive Schuld bewußt annehmen, um sie überhaupt loswerden zu können ... um aus diesem Alptraum zu erwachen, den wir selber inszeniert haben!

Die Welt ist das, was wir sind! Sie ist die exakte Verkörperung dessen, was wir hervorgebracht haben, und gerade darum müssen wir sie lieben. Du mußt lernen, deine Welt zu lieben, gerade weil sie eine Wüste ist, denn nur dann, wenn du die Wüste als die Auswirkung deines eigenen Tuns akzeptierst, kannst du auch Liebe als die Auswirkung deines eigenen Tuns annehmen, ohne sie allzusehr zu strapazieren. Diese Liebe zu leben ist jedoch auch nur ein unzureichender Versuch, das Unfaßbare für dich einzunehmen und mit der Vorstellung von Ewigkeit in Übereinstimmung zu bringen, weil du dich, ohne "mit den Göttern zu schwingen", schutzlos fühlst. Du wirst noch viele Widerstände und Wachstumsanreize zu überwinden haben, bis du für den inneren Sinn dieses Aspekts ganz reif geworden bist. Denn was für Neptun Ausdruck höchster Lebensfreude ist, ist für Pluto nur ein neuer Versuch, sich am Ego festzuklammern, das sich hinter der Metapher von Liebe versteckt.


MYTHOLOGISCHES MODELL

Um die Verbindungen zwischen den Gestirnen auch auf einer allegorisierenden Ebene erfassen zu können, findest du hier eine "mythologische" Bebilderung. Der Mythos ist dabei weder als eine konkrete Schilderung noch eine assoziative Umschreibung eines Planeten-Aspektes zu verstehen, sondern er verweist auf die Frequenzen der Bilder, die hinter den Konstellationen der Gestirne liegen und in deren allegorischen Tiefen sich menschliche Wahrheit verbergen mag.

***** Sonne in Quadrat zu Mars

KADMOS UND DER DRACHE

Kadmos war der Bruder der von Zeus entführten Europa. Als er von seinem Vater losgeschickt wurde, um die verschwundene Schwester zu suchen, wandte er sich an das Delphische Orakel, das ihm statt dessen den Rat gab, einer Kuh zu folgen und an deren Rastplatz eine Stadt zu bauen. Als er dort auf einen von Ares (Mars) bestellten Drachen traf, besiegte er ihn und streute auf Athenes Geheiß seine Zähne aus (Drachensaat), aus denen bewaffnete Krieger hervorwuchsen, die sofort aufeinander einschlugen, als Kadmos einen Stein unter sie warf.

Auf der gleichen Ebene bewegt sich auch die Sage von den Argonauten und dem Goldenen Vlies. Nach vielen Abenteuern auf der Insel Kolchis angekommen, mußte ihr Anführer Iason zuerst den Drachen erschlagen, der das Vlies bewachte, danach mit ehernen Stieren dessen Zähne aussäen, die Saat umpflügen und sich zusammen mit seinen Helden schließlich der Gepanzerten erwehren, die der Drachensaat entsprangen und vom geprellten König Aiëtes hinter ihnen hergeschickt wurden.

Beide Beispiele zeigen uns eindrücklich, dass es nicht genügt, den Drachen einfach zu erschlagen. Zwar symbolisiert er einerseits den Widerstand der Umwelt, den es zu vernichten gilt, andererseits ist er aber nur der Spiegel unserer inneren Kraft, die uns so von außen ständig Angst macht. Immer wenn wir glauben, die Widerstände der anderen gebrochen zu haben, dann spüren wir schon wieder neue Widerstände aus der Umwelt nachwachsen. Wir fühlen uns stets aufs Neue in die gleichen Auseinandersetzungen verstrickt, solange wir nicht erkennen, dass die Voraussetzungen dazu in uns selber sind.

Deshalb steht Sonne/Mars auch für den Übermut, der als verdrängte Angst wiederum ein Teil des Drachens ist. Dieser Teil ist es, der immer wieder nachwächst, weil es ja der unerlöste Teil in uns selber ist, den wir nicht besiegen, sondern akzeptieren und zurücknehmen müssen, wie es in der Sage so einsichtig umschrieben ist.

FAZIT

Unter diesem Gestirn hältst du dich für unwiderstehlich, weil dir alles Erreichbare klein und lächerlich erscheint; da du aber keinen "Drachen" mehr erschlagen kannst, zerschlägst du oft deinen "eigenen Rahmen". Wirst du in deiner Aggression gehindert, führt dies zu großer Frustration und Zorn, denn Mars charakterisiert sich durch das Erstürmen seiner Ziele mittels der Tollkühnheit einer gebündelten und in den Brennpunkt der Aggression gebrachten "Handlungsabsicht". Vom Wunsch nach Überwindung irdischer Bindungen beseelt, bist du bestrebt, alles Behindernde zu vernichten, ohne zu bemerken, dass du dadurch gerade das, was du zu verhindern suchst, in seinen Wirkungen noch mehr bestärkst. Von deinen aggressiven, inneren Instinkten getrieben, stürzst du dich in Handlungen, ohne zu sehen, dass du den "Ursache-Wirkungs-Mechanismus" gerade dadurch zum Ausdruck bringst. Man kann es aber auch so sehen, dass die von Mars beherrschten Kräfte die Aufgabe haben, das noch mehr voranzutreiben, was sie eigentlich verhindern wollten, damit sich das Schicksal im Scheitern der erstrebten Ziele auch erfüllen kann. Denn die Voraussetzung zur Verarbeitung eines solchen Konfliktes ist oftmals die Erkenntnis, dass die Schwierigkeiten in den verfehlten Zielansprüchen selber liegen. D.h., die Durchsetzungsabsicht bleibt erhalten, nur sind es oft die andern, die sich "gegen die überhöhten eigenen Ziele" durchsetzen!

**** Sonne in Opposition zu Mond

ÖDIPUS

Ödipus ist die Verkörperung des Ichs, das zwischen dem mondhaften Matriarchat der Triebe (Gefühle) und dem Sonnen-Patriarchat der Götter (Verstand) aufgerieben wird. Er rebelliert gegen das Sonnenprinzip des Vaters und sucht die Vereinigung mit der "Großen Mutter", was der Flucht vor seiner Selbstverwirklichung entspricht. Ödipus wünscht sich (ähnlich wie "Tannhäuser" im Venusberg) in den Schoß des infantilen Ausgeliefertseins zurück, wo er keine Verantwortung zu übernehmen braucht. Denn der Mond steht für den Drang, sich mit den Emanationen der inneren Sehnsüchte zu verschmelzen und damit am kollektiven Gefühlsaustausch teilzunehmen, ohne persönliche Eigenart zu zeigen.

Um diesen Rückfall in die embryonale Phase zu vermeiden, müßte er seine innere Männlichkeit erwecken. Da die Selbstverwirklichung aber auch Abgespaltenheit (vom Naturprinzip) verkörpert, sehen wir hier, wie seine innere Weiblichkeit dies nicht zuläßt. Psychologisch läßt das auf eine starke weibliche Tendenz rückschließen, die das männliche Prinzip absorbiert (die Mutter läßt den Vater nicht!). Da der männliche Durchsetzungstrieb aber damit nicht verschwunden ist, sondern unter dem Diktat des weiblichen Bildes nur umgedreht wird, setzt er sich sozusagen "gegen sich selber durch", indem er sich gegen seine eigene Verwirklichung durchsetzt und damit selbst kastriert. Mit anderen Worten: Ödipus muß den Vater töten, um sich selber zu verstümmeln.

Wir können hier erkennen, wie sich der weibliche Teil gegen den männlichen Teil behauptet, indem Ödipus gegen das Sonnenprinzip in sich rebelliert und es schließlich zerstört, wodurch er den Instinktkräften seiner inneren Triebe (Inzest mit der "Großen Mutter") verfällt. Durch seinen Rückfall in die Embryo-Rolle (Sohn- Liebhaber der Mutter) wird er gezwungen, sich der inneren Rolle auch in der äußeren Form anzupassen, und so zersticht er sich die Augen. Blindsein entspricht auf der instinktiven Ebene dem mondhaften Gefühl des Ausgeliefertseins: der Verschmelzung mit den inneren Trieben.

Ödipus kastriert durch die Zerstörung des Vaters seinen eigenen Geist (die Augen symbolisieren Wissen und Verstand), um das Schicksal aller Gefährten der triebhaften Gefühle zu erleiden: Hilflosigkeit und Embryonalität. Dies entspricht dem Preis, welcher der verschlingenden Erdmutter zu zahlen ist: Entäußerung des individuellen Geistes und Auflösung im überpersönlichen Körper-Ich der Mutter Erde.

FAZIT

Psychologisch ist das klar: Ödipus begeht einen (verdrängten) emotionell-sexuellen Inzest. Die Voraussetzung dazu wurzelt in der ebenfalls unwissentlichen Erschlagung seines Vaters. Von außen betrachtet ist Ödipus ein Suchender auf dem Wege zu sich selbst. Da begegnet ihm das Schicksal in der Gestalt des Vaters (als ein ihm unbekannter Teil von sich selber: Er erkennt sich selber nicht!). Dadurch, dass er ihn umbringt, verstümmelt er sich selber, denn er trennt sich ab von der geistigen Entwicklung, sich auch in den tieferen Ebenen seiner Psyche zu erfahren, und fällt durch die Rebellion gegen die väterliche Macht in die Gewalt der verschlingenden, inneren Mutter zurück.

Ist der Beischlaf mit der Mutter erst vollzogen (die Verbindung zu seinem dominierend weiblichen Teil), dann ist die Männlichkeit in ihm gestorben. Alles, was ihm zur Schicksalserfüllung noch bleibt, ist der Zerstörungswille der verschlingenden Mutter, die auch das Männliche aus sich gebärt (Animus-Projektion seines inneren Frauenbildes). Dieser hilft ihm, sich zu blenden und damit die innere Absicht zu vollenden, die da heißt: Aufgabe des Ego und Verschmelzung mit den Müttern - Auslieferung an die allumfassende Natur!

Möglicher Auslöser könnte die unklare Machtposition der Eltern gewesen sein, welche sich über die pädagogischen Maßnahmen nicht einig waren. Da der Vater (Sonne) nach Differenzierung strebt und den Drang des Kindes wiederspiegelt, sich in seinem schöpferischen Sosein zu verwirklichen, befindet er sich oft im Widerspruch zur Mutter (Mond), die die Identität der Umwelt reflektiert und in ihre Weltanschauung einzugliedern sucht. So verhielten sie sich innerhalb der Erziehung recht unberechenbar und gaben ein gutes Spiegelbild für das "innere Elternbild des Kindes" ab: nämlich in einer emotionalen Unentschiedenheit zu verharren und dadurch widersprüchliche Kompensationsmechanismen im Kind zu fördern, die für sein Ich zwar schwierig zu ertragen, für die Entwicklung seiner Anlagen aber folgerichtig sind.

**** Sonne in Trigon zu Pluto

DER ALCHIMISTISCHE FAUST

Plutos geheimnisvolle, suggestive Triebkräfte verkörpern die archaisch-unbewußten Urmuster, die durch die Sonne aus der Tiefe von Zeit und Raum ins Licht gehoben werden können, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Die Berührung mit der Sonne zeigt dabei an, dass der Mensch in dieser Inkarnation bereit ist, in dunkle Schächte hinabzusteigen und das Medusenhaupt ins Licht zu heben.

Auf einer anderen Ebene symbolisiert dieser Prozeß die Goldumwandlung der Alchimisten. Gold als edelstes aller Metalle gilt als das Hauptziel alchimistischer Umwandlung, was durch die psychologische Brille der Transformation des Geistes entspricht. Denn die Umwandlung kann nur geschehen, wenn sich gleichzeitig zur äußeren Verwandlung auch eine innere Umwandlung vollzieht. Mit der Einstimmung auf diesen inneren Prozeß wird in der Psyche eine gleichzeitige Veränderung stattfinden, die dem Geborenen die Aufarbeitung tiefster archaischer Schichten ermöglicht und in Assimilierung des plutonischen Bereichs die Überwindung der Angst und die Integrierung der Lebens- und Sterbezyklen gewährleistet. Denn die plutonischen Energien lassen die unteilbare Ganzheit des Seins in seiner ewigen Folgerichtigkeit aufleuchten, im ständigen Wechsel von Sterben und Wiedergeburt. Sie eliminieren überholte Wertvorstellungen, befreien aus veralteten Moralkodexen und reißen mittels Leid- und Loslösungsprozessen aus Fehlfixierungen und Verstrickungen.

Pluto und Sonne konfrontieren die Betroffenen mit ihren inneren Dämonen, aber im Gegensatz zu Pluto und Saturn, welche die Menschen zwingen und ihnen jede Ausweichmöglichkeit nehmen, machen Pluto und Sonne nur nachdrücklich geneigt. Unter dieser Konstellation ist der Geborene noch in der Lage, sich mit seinem Dasein bewußt auseinanderzusetzen, wenn auch (wie weiland Faust) als der ewig unbefriedigte, die Grenzen des Menschlichen überschreiten wollende Titan. Auch wenn dem Betreffenden ein dauerhaftes Glück mißgönnt ist und alle Schätze der Welt ihm im Grunde nichts zu geben vermögen, so hofft er wenigstens, über die Magie (heute Psychologie) in das Geheimnis der Welt einzudringen und den Sinn des Lebens zu ergründen. Er berauscht sich beim Erfühlen des Ewigen, das das All durchdringt und wendet sich angewidert von den Menschen ab, die ihn in ihrem Streben nach lächerlichen Werten nur unangenehm berühren.

Von maßlosem, unstillbaren Wissensdurst getrieben, möchte er sich von seinen inneren Selbstzweifeln befreien, seine Zerrissenheit heilen, den Wunsch nach letzter Klarheit stillen und alle Fesseln der Materie durchdringen; er möchte alle Geheimnisse verstehen, das Unbegreifliche erkennen, Wahrheit erzwingen und sich auf diesem Wege gleichsam überwinden, indem er den Tod schließlich heiter und versöhnt als seine höchste Lust anfleht:

"Im Vorgefühl von solchem hohen Glück, genieß ich jetzt ... den höchsten Augenblick!" (Fausts Ende, 2. Teil, Akt 5)

FAZIT

Wir müssen Pluto als eine unpersönliche Kraft begreifen, die sich im Spiegel unserer Sonne zwar reflektiert, sich aber nicht erklärt. Würde sie dies tun, so müßten wir den inneren Beweggründen unserer Handlungen ins Auge schauen und würden dabei zu Tode erschrecken, wenn wir unserem Schatten begegneten, vor dem wir instinktiv zurückweichen.

Wir möchten uns wie "Faust" an die erstrebten Augenblicke klammern, doch jede Entwicklung erfordert den Verfall. Wir müssen uns verändern und die überholten Formen zerbrechen, ob wir dies wollen oder nicht, sonst werden wir zerbrochen; denn die Schöpfung neuer Werte erfordert den Tod der alten.

**** Sonne in Konjunktion zu Merkur

DAS HÖHLENGLEICHNIS

Zum bildlichen Vergleich wollen wir hier Platos "Höhlengleichnis" heranziehen: Ein paar Gefangene sitzen in einer unterirdischen Höhle so gefesselt, dass sie ihren Kopf nicht drehen können. Hinter ihnen brennt ein großes Feuer, und zwischen ihnen und dem Feuer herrscht ein buntes Treiben. Da die Gefangenen sich nicht bewegen können, können sie die Leute auch nicht sehen; sie sehen nur deren Schatten, die durch das Feuer auf die Wand vor ihnen reflektiert werden. Da sie die Leute aber reden hören, glauben sie, dass die Schatten reden und machen diese Meinung zu ihrem Modell.

Als man einem von ihnen die Fesseln abnimmt und dieser sich umdreht, kann er die hinter ihm liegende Wirklichkeit nicht als Realität erkennen, weil er dafür keine Vorstellung hat. Seine Wirklichkeit ist, dass die Schatten an der Felswand reden. Das, was er im Glanz des Feuers sieht, ist für ihn Illusion. Er ist nicht in der Lage, die Realität zu erkennen, deren Schatten er vorher sah. Er hält die Schatten für die Realität und die Erscheinungen hinter den Schatten für Teufelsspuk und Blendwerk.

Wörtlich heißt es dann: "Gewaltsam wird er aus der Höhle geschleppt. Er gelangt an das Licht der Sonne, aber er fühlt nur Schmerzen, sträubt sich, kann völlig geblendet im Glanz der Sonne gar nichts erkennen. Er muß sich langsam gewöhnen. Dann sieht er die Dinge oben in einer Stufenfolge: am leichtesten und zuerst die Schatten, dann die im Wasser gespiegelten Abbilder, dann die wirklichen Gegenstände selber, dann in der Nacht die Erscheinungen am Himmel, das Licht der Sterne und des Mondes, dann am Tag das Sonnenlicht und die Sonne selbst. Nun sieht er nicht bloße Abspiegelungen, sondern alles selbst in voller Wirklichkeit, und dann schließt er durch Folgerungen: dass wir der Sonne die Jahreszeiten verdanken, dass sie über allem waltet, dass sie in gewissem Sinn auch die Urheberin jener Erscheinungen sei, die er vorhin in der Höhle sah. Er gelangt in einen Zustand, in dem er sich glückselig preist, bei der Erinnerung an jene erste Wohnstätte.

Dort gab es Ehren und Auszeichnungen für die, die die Schatten der Reflektionen am schärfsten wahrnehmen, sich am besten erinnern und aufgrund dessen am besten das künftig Eintretende erraten konnten. Jetzt aber will er lieber alles ertragen, als wieder im Banne jener Trugmeinung zu stehen und ein Leben jener Art zu führen.

Nun kehrt er in die Höhle zurück, um auch die anderen zu befreien (er will ihnen seine neu erfahrene Wirklichkeit verkünden!). Doch die anderen werden nur böse und entgegnen ihm, sein Aufstieg nach oben sei schuld daran, seine Augen seien verdorben, der Versuch solchen Aufstiegs sei verwerflich, und wenn er für seine Verfehlungen nicht öffentlich Abbitte täte, würden sie ihn umbringen." (Plato, "Der Staat", VII)

FAZIT

Beim Sehen spielt sich ähnliches ab: Die Lichtstrahlen der Sonne werden von den Objekten der Außenwelt auf die Netzhaut des Auges projiziert und dadurch vom Hirn wahrgenommen. Das Sehen entspricht also der Sonne. Wie das Hirn das, was es sieht, aber wahrnimmt und in Kategorien schubladisiert, ist den Wirkungen Merkurs zuzuschreiben. Als Vermittler symbolisiert Merkur die "Angleichung des Sehens" an die "Strukturen der Ich-Wahrnehmung". Dabei geht es aber nicht darum, ob das, was wir erkennen, Wahrheit ist oder nicht (das ist es ohnehin nie!), sondern darum, unsere Erkenntnisse in eine denkerische Übereinstimmung mit der Welt zu bringen.

Merkur gilt astrologisch als der Planet des Kommunikationsaustausches und Verstandes. Wenn wir diese beiden Umschreibungen verbinden, sehen wir, dass nur der Kommunikations- und Wissensdrang es ist, der den Geist dazu bewegt, über sich selber nachzudenken (sich über sich selbst "ein Bild zu machen"), auch wenn er dies natürlich nur in den Kanälen seiner eigenen "Denkvorstellung" tut. Dadurch ist er in der Lage, sich in seine eigene Entwicklung miteinzubeziehen und somit Modelle zu entwickeln, die ihn mit seinem eigenen Wirken in Berührung bringen.

* Sonne in Trigon zu Jupiter

DAS GOLD DES MIDAS

Midas Jovialität und Nachsicht gegenüber dem betrunkenen und bespotteten Silenos, dem Lehrer und Gefährten Dionysos, trug ihm einen Wunsch nach eigenem Ermessen ein, welchen ihm der exzentrische Gott gewährte. Diesen löste Midas ohne Zögern ein: "Was je ich berühre, zur Lippe ich führe, hold oder unhold, es werde zu Gold!" - Damit hatte er den Bogen jedoch überspannt, denn er war ein reicher Mann, hatte mehr als genug, aber da er der Versuchung nicht widerstehen konnte, auch das Unerschöpfliche zu materialisieren, um es in Besitz nehmen zu können, wäre er jetzt jämmerlich verendet, wenn der launische Gott nicht Mitleid gezeigt hätte mit dem ansonst sympathischen König. Nicht nur wertloser Tand, billiges Geschmeide, Holz und Stein verwandelte sich in Gold, sondern auch das Brot, das er zu sich nahm, die Menschen, die er berührte oder das Wasser, das er trank.

Im Gleichnis vom reichen König Midas begegnen wir dem veräußerlichten oder materialisierten Wunsch nach Liebe. Midas steht für das persönliche Streben nach Ausdehnung und Weite. Wenn wir die Sonne als ein Symbol der kreativen Urkraft begreifen und Jupiter als das Sinnbild, dieses Schöpfertum auf sich selber zu vereinen, dann erkennen wir, wie tief sich Menschen unter diesem Zeichen in ihr Gottesbild verstricken können. In schlechten Zeiten neigen sie zu Selbstüberschätzung und falschem Stolz, weil sie Wissen und Erkenntnis nur in den intuitiven Inspirationen auserwählter Gottmenschen sehen, zu denen sie sich selber zählen!

FAZIT

Sonne und Jupiter sind wie nahe Blutsverwandte, deren innere Impulse auf der gleichen Wellenlänge liegen. Jupiter ist die "kleine Sonne", welche die Schöpferkraft der "großen" in geistige Modelle überträgt. Während die Sonne unter den ägyptischen Pharaonen die oberste Gottheit repräsentierte, wurde sie von den Griechen zurückgestuft. Ihre Nachfolge wurde von Jupiter (Zeus) angetreten, der zum Herrscher des Olymps avancierte. Hier zeigt sich die Verlagerung in der menschlichen Psyche, die sich mit den Naturkräften zu identifizieren begann. Damit wurde aus dem "unfaßbaren" Gott ein "göttlicher Mensch" gemacht. Das entsprach der Verkleinerung des "Unvorstellbaren" auf eine "Modellvorstellung des Unfaßbaren", was sich mythologisch besser handhaben ließ. Man kann sagen, dass sich der Mensch in Jupiter einen Gott nach seinem eigenen Bilde schuf. Und da er von einer patriarchalischen Gesellschaft hervorgebracht wurde, spiegelte er deren Vater- oder Übervater-Züge (was sich als weißhaariger und bärtiger "Großvater" bis ins Christentum auswirkte).

***** Mond in Opposition zu Merkur

DIE DREI MOIREN

Im Mythos verkörpern die drei Moiren (auch Parzen oder Nornen) die Schwelle zwischen "Diesseits" und "Jenseits". Sie stellen das Unergründliche oder den symbolischen Schoß der Urmutter dar, aus dem das Leben entspringt und in den es nach Ablauf seiner Zeit wieder zurückkehrt (Mondsphäre). Sie drücken aber auch das bewußtseinsmäßige Erkennen aus, dass sich alles wandeln muß, um das Gleiche zu bleiben, und dass das stets sich Verändernde das einzig Beständige im Universum ist (Merkurebene). Wenn sich beide Sphären durchdringen, kann der Geborene in den Mustern des Gewebes (Erbmasse) die treibende Schicksalskraft erkennen, die jedes Individuum in sich birgt. Die gegenseitige Überschneidung ist die Schwelle, wo sich die bewußten und die unbewußten Kräfte begegnen. Das bedeutet einen Denkeinbruch in die Welt des Visionären, oder kurz: Erkenntnis!

Unter dieser Konstellation können wir einen Ausschnitt unseres Verhaltens erkennen, in dem uns das Ewige entgegentritt. Hier begegnen uns die drei Moiren, die bei Dichtern wie Homer oder Hesiod als Göttinnen beschrieben sind, die den Lebensfaden knüpfen und damit das Tun der Menschen zu einem Gewebe vernetzen, in deren Maschen sich die Zukunft spinnt. Die Fäden, die die dunklen Frauen weben, entsprechen den Zyklen von Geburt und Tod, in deren Rahmen wir sowohl unser individuelles wie auch unser kollektives Schicksal erleben, das wir aber nicht nur von außen erleiden, sondern auch von innen her durch unse eigenes Erbgut mitbestimmen.

Die Wurzeln liegen im Unbewußten, und die Fäden repräsentieren unsere Handlungen und deren Auswirkungen, deren Anfänge in unserer Tiefe gründen. Die Frauen verkörpern die geheimnisvollen Gestalten, die in unserer Psyche wirken, auch wenn sie nicht Teil unserer bewußten Persönlichkeit sind (Klotho hält den Spinnrocken, Lachesis spinnt den Faden und Atropos schneidet ihn ab). Sie sind ein Symbol der zyklischen Abläufe, die im Laufe der Zeit alle ungenützten Persönlichkeitsteile auslösen, indem sie sie in die "Maschen der Verwirklichung" einweben und dadurch in das sichtbare Leben hochheben. Das Spinnrad aber verkörpert den "Raum", in dem sich die Zeit "dreht", und damit das äußere Schicksal, das jeder von uns solange unbewußt in sich trägt, bis sich seine "Fäden" durch die "Bewegung des Rades" in die "Geschehnisse von Raum und Zeit" eingeflochten haben.

FAZIT

Wir haben nicht die Wahrheit zum Denken, sondern das Denken zur Wahrheit gemacht, und das entspricht gleichzeitig dem evolutionären Schritt, der uns zu Menschen macht. Darum dürfen wir weder das Denken verteufeln (das uns im Durcheinander der Gefühle einen Rahmen setzt) noch die Wahrheit verleugnen (die dem infernalen, immer noch krachenden "Bums" des Urknalls entspricht), sondern wir müssen versuchen, in einer verstandesmäßigen Annäherung an das innere Fühlen die eigenen Spiegelbilder zu erkennen, hinter denen die verdrängten Ängste und Instinkte lauern. Erst an den Überschneidungen zwischen den "inneren Ängsten" und den "äußeren Bildern" dämmert dann so etwas wie ein individueller Seeleninhalt auf.

*** Mond in Quadrat zu Mars

DER ABSTIEG IN DIE UNTERWELT (HERAKLES UND DER HÖLLENHUND)

Auf der tiefsten Ebene symbolisiert dieser Aspekt die Möglichkeit, den Tod zu erfahren, ohne wirklich zu sterben. Die ältesten Überlieferungen dieser Art finden wir in den Ritualen der Schamanen. Es handelt sich dabei um einen Akt der Vernichtung und der Wiedergeburt. Die Adepten berichten von einer Reise in die Unterwelt, wo sie ihren verdrängten Aggressionen und unbewußten inneren Ängsten in allen Schattierungen begegnen. Bildlich zeigt sich das in einem atmosphärischen Entsetzen, wo den Betreffenden das Fleisch buchstäblich von den Knochen gerissen wird. Dem symbolischen Tod folgt aber stets die Wiedergeburt, und auf die Zerstückelung des Fleisches erfolgt der magische Aufstieg in einem neuen Körper.

Dieser bildliche Aufstieg in die höheren Ebenen, zu den himmlischen Regionen mittelalterlicher Mystiker oder den Regenbogen- Sphären moderner Esoteriker bedeutet tiefenpsychologisch aber nichts anderes als die Verarbeitung einer Bewußtseinskrise. Die Voraussetzungen werden erkannt, die Wirkungen von den Ursachen getrennt, analysiert und dadurch unschädlich gemacht (schamanisch: die befallenen Körperstücke werden den Krankheitsdämonen zurückgegeben). Das übernatürliche Wissen, von den Urvätern göttlicher Eingebung zugeschrieben, entspricht der inneren Verarbeitung. Der magische Aufstieg aus den Tiefen hingegen der Beendigung der Krise.

"Tod und Wiedergeburt" ist ein immer wiederkehrendes Thema, das in vielen Mythen seinen Niederschlag gefunden hat. Die Helden steigen in die Tiefe, um nach vielen Auseinandersetzungen mit den inneren Dämonen wieder in die Welt zurückzukehren. Sie, die tot und wieder auferstanden, von Ungeheuern verschlungen und wieder ausgespien worden sind, kehren genau um diese Erfahrungen reicher an die Oberwelt zurück.

In den altägyptischen Mysterien wurde dieses rituelle Gleichnis in der Auferstehung des gemeuchelten Osiris dank Isis und Nephtys zum Ausdruck gebracht. Der Kult des Orpheus, die dionysischen Mysterien von Attis und Adonis oder die babylonisch-assyrische Überlieferung von Tammuz und Ischtar: Sie alle versinnbildlichen die menschliche Auseinandersetzung mit dem "Tod und Wiedergeburts"-Vorwurf.

Etwas weniger verschlungen und dafür zielgerichtet-primitiver finden wir das gleiche Thema auch im Mithraskult (Mithras Kampf mit dem Urstier) oder in Herakles' Sieg über den Höllenhund Kerberos. Kerberos oder Cerberus ist der dreiköpfige, schlangenhaarige Wächter an der Pforte zur Unterwelt. Er läßt zwar eintreten, wer hindurch will - doch läßt er keinen mehr zurück!

FAZIT (TIEFENPSYCHOLOGISCH)

Psychisch gesehen spiegelt Herakles' Kampf mit Kerberos die Ebene wider, auf der sich der Mond/Mars-Mensch zu bewähren hat. Die Herakles- oder Mars-Seite im Geborenen entspricht jener Ellbogenmentalität, alles aus dem Weg zu räumen, was die eigne Durchsetzung erschwert. Herakles symbolisiert das zornige Kind im Mann, welches darauf besteht, dass sich die Welt um ihn zu drehen hat (was sich in allen "Heldenkämpfen" ausdrückt).

Sein Antipode, der Höllenhund Kerberos oder Cerberus ("Hüter der Schwelle") begegnet ihm auf zwei Ebenen. Zuersteinmal da, wo er dem Helden als Spiegel dient, denn beide verkörpern Rücksichtslosigkeit und Härte. Beide sind durch ihre Aufgaben gezwungen, ihre persönlichen Gefühle zu verdrängen. Das führt zu einem schroffen Kommunikationsverhalten, und da beide dazu neigen, ihre inneren Gefühle mit äußeren Funktionen zu überdecken, bleibt für eine gefühlsmäßige Auseinandersetzung kein Platz. Da die Gefühle aber damit nicht verschwunden sind, mutieren sie zur umgekehrten Liebe: zum Schmerz! Es ist für die Betroffenen nicht leicht, ihre Aggressivität und Kampfbereitschaft als Schmerzverlangen zu durchschauen und gleichzeitig als verdrängte Liebessehnsucht. Doch durch die Abschirmung der Gefühle ist nur der Schmerz noch intensiv genug, den eigenen Panzer zu durchbrechen.

Auf einer zweiten Ebene reicht dieses Beispiel aber noch viel tiefer, denn das Verhalten des treuen Wächters, die Seelen aus der Unterwelt nicht mehr zurückzulassen, entspricht der Schöpfungsabsicht, Bewußtseinserfahrungen nicht mehr rückgängig zu machen. Kerberos ist das Symbol für die menschliche Entwicklung, niemals zurückzuschauen und sich stets nach vorne auszurichten. Wenn Herakles also Kerberos begegnet, begegnet das in der Außenwelt sich durchsetzende Ego seiner "innersten Schöpfungsabsicht", die sich ihm nur durch die eigene Projektion auf der gleichen (aggressiven) Ebene entgegenstellt. Diese läßt in einem überspitzten Sinne Liebe zu (fast erwürgt Herakles den Höllenhund mit bloßen Händen), als sie sich vom Ego überwinden und umarmen läßt.

Indem sie das Äußere eindringen läßt und so zu einem Teil des Inneren macht, erkennen wir die nach Vollständigkeit und Ganzheit strebende Schöpfungsabsicht. Da das aggressive Ego nur auf Kampf anspricht, finden wir in der Unterwerfung das versteckte Hingabeverlangen und dahinter die Verschmelzungsabsicht (Wachstumstaktik!), um die äußere Aggression in sich hineinzuziehen und damit zu erlösen!

Gehen wir der Sache nach: Herakles kann das Ungeheuer nicht töten, weil es ein Teil der göttlichen "Absicht" oder eigenen Entwicklung ist (im Mythos wird das dadurch ausgedrückt, weil der Gott der Unterwelt das Tier jetzt schützt). Da der "Herr der Tiefe" für den unbewußten Gefühlsbereich zuständig ist, muß Herakles das Untier integrieren, ein psychologischer Akt, der mit der Überwindung beginnt. Jetzt trägt er den Höllenhund in Armen (im Mythos besiegt er ihn mit bloßer Hand), und sie halten sich wissend umfangen, weil der "Wächter am Tor" einem Stück seiner innersten Wahrheit entspricht, die über die "Rücknahme der Projektion" zu ihm zurückgefunden hat.


* Mond in Sextil zu Pluto

HÄNSEL UND GRETEL UND DIE BÖSE HEXE

Unter Mond/Pluto haben wir uns mit dem Symbol der weiblichen "Urschuld" auseinanderzusetzen, was uns auch in die Nähe von Mond/Saturn oder Mond/Neptun führt.

Da wir der astrologischen Verbindung Mond/Neptun "Schneewittchen" zuordnen, können wir das gleiche mit der Grimmschen Märchengestalt der "Gretel" tun. Schneewittchen wie Hänsel und Gretel sind leicht mit dem kindlichen Selbst (Mond) zu identifizieren, das aufgrund seines verdrängten Schattens von der Stiefmutter (Saturn) entweder vergiftet oder von der Hexe (Pluto) gar aufgefressen werden will.

Es ist in beiden Fällen die böse Mutter, die sich gegen die kindliche Gefühlswelt stemmt. In dem einen Fall ist es die Stiefmutter, die das Kind vergiften will, weil es angeblich schöner ist als sie, im anderen ist es die Mutter, welche die Kinder in den Wald hinausschickt, weil sie nicht genug zu essen haben. Das läßt die Frage offen, was man denn unter dieser Konstellation im Herzen gegen Kinder hat.

Diese Frage zielt metaphorisch gesehen auf den Schöpfungsvorgang zurück, wo Gott von Adam eine Rippe nahm, um Eva damit zu erschaffen. Heute wissen wir es besser: Natürlich war es Eva, von welcher Gott die Rippe nahm, um Adam damit zu gestalten. Die Schlange entsprach dabei dem sexuellen Prinzip, welches Eva mit der Botschaft lockte, sich das durch Gott Entzogene durch einen eigenen Schöpfungsakt wieder zurückzuholen und damit wie Gott zu werden, nämlich durch den Besitz der Rippe eines Sohnes. Der Griff nach dem Apfel entsprach dem Zeugungsakt, der Apfel selber der Leibesfrucht. Warum aber gerade eines Sohnes?

In Märchen und Sagen begegnen wir oft dieser Tragödie, in welcher Mütter mit der Geburt von Töchtern bestraft werden, die ihnen die "verlorene Rippe" nicht zurückgeben können, weil sie sie selbst nicht haben. Damit läßt die Mutter die Maske fallen und verwandelt sich in die Stiefmutter zurück, um das Kind, das ihr nichts nützt, zu vernichten, weil sie genau weiß, dass sie sonst später von der Tochter erkannt und geopfert wird (Elektra-Komplex).

Denn es entspricht der Wahrheit, dass die Mutter die Kinder nicht um derentwillen, sondern der eigenen Vollständigkeit wegen geboren hat. Sie will ihre innere Leere durch die Schwangerschaft mit Söhnen wieder ausfüllen, denen sie gleichzeitig das Abnabeln verwehrt (schwache Söhne: Neptun/Mars).

Kehren wir aber zu "Hänsel und Gretel" zurück. Es ist die Mutter, welche die Aussetzung der Kinder gegen den Willen des Vaters durchsetzt (schwacher Vater: Uranus/Mars), deren Pläne Gretel durchkreuzen muß, will sie ihrem vorzeitigen Ende entgehen. Es ist auch die Mutter in der Gestalt der bösen Hexe, welche die Tochter vernichten, den Sohn aber kastrieren und absorbieren (mit Süßigkeiten mästen und auffressen) will.

Und es ist die Mutter, die sich von der Tochter überlisten lassen muß, damit der "Stirb und Werde"-Prozeß fortgesetzt werden kann. Denn auf die Aufforderung, sich in den Backofen zu bücken und nachzuschauen, ob er schon heiß genug sei, antwortet Gretel, dass sie es ihr zuerst vormachen solle, damit sie genau sehen könne, was sie zu tun habe.

Da der Backofen aber das Ur-Weibliche symbolisiert, erkennen wir die Lösung, indem Gretel mit der Hexe genau das tut, was diese selber mit ihr vorhatte: sie in den Ofen stößt und damit den Urmüttern überantwortet. Weil sie die "Schuld der Mütter" dadurch bewußt annimmt, indem sie die Hexe als die Verkörperung ihres eigenen Schattens (Mond/Pluto) verbrennt, kann sie nicht nur ihren Bruder befreien, sondern auch ihrem Vater die von der "Mutter- Hexe" absorbierte Männlichkeit wieder zurückgeben. Denn die Mutter ist in der Zwischenzeit gestorben.

FAZIT

Unter dieser schwierigen Konstellation fühlt man sich in der Lage, völlig neue Fundamente für seine Gefühle zu erschaffen. Bis die alten Hüllen der sinnentleerten Emotionen aber abgerissen und beseitigt sind, geht die Seele durchs Feuer. Der Mensch macht seiner Umwelt das Leben zur Hölle, bis sie sich gegen ihn auflehnt und ihn in die Krise stürzt. Er fordert vom Partner, dass er bedingungslos zu ihm hält, und gerade dieses Zwanghafte ist meistens der Grund, warum sich dieser dann von ihm abwendet, und das Unglück, welches er mit allen Mitteln verhindern wollte, tritt gerade deshalb ein.

Gleichzeitig spürt er aus seinem Innersten aber eine gewaltige archaische Kraft aufsteigen, die dieses persönliche Leid absorbiert, und er fühlt sich plötzlich in der Lage, durch die Trümmer einer zerstörten Verbindung ein tieferes emotionales Fundament zu legen, um darauf eine seelische Beziehung zu erstellen, welche die Aufforderung zur Regeneration und Wandlung schon in sich trägt.

** Merkur in Quadrat zu Mars

DIE GEHARNISCHTE PALLAS ATHENE / HERMES DER PSYCHOPOMPOS

Hier begegnen wir einem anderen Aspekt von Pallas Athene, die nicht nur die Schutzpatronin der großen Dichter und Denker ist, sondern auch die Göttin raffinierter Strategien und verstandesmäßiger Aggressionen. Dieser Umstand wurde im Mythos dadurch ausgedrückt, dass sie der Kopfwunde von Zeus in voller Kriegsrüstung entsprang (Merkur/Venus). So wurden ihr gewisse kämpferische Züge unterlegt, auch wenn diese weniger dem Hang zum Blutvergießen entsprangen als dem Drang, sich verstandesmäßig durchzusetzen. Mehr Kopfstrategin als Muskelkämpferin, verbinden sich in ihr das diplomatische Geschick von Merkur/Hermes mit der physischen Aggression von Ares/Mars. Dadurch wurde sie zum Beistand vieler antiker Helden, die sich nicht nur mit den Waffen, sondern auch mit Verstand und List zu helfen wußten (Odysseus, Perseus, Achilleus).

Ähnliche Eigenschaften kann man auch Hermes Psychopompos zuordnen, der die Verstorbenen in die Unterwelt führt (auch wenn es ihm ohne Plutos Einwilligung natürlich unmöglich ist, über den Styx zu gelangen). Wir finden in ihm aber das Bestreben, den Intellekt bis an die Grenzen auszudehnen sowie das unbotmäßige Verlangen, die Schöpfungsmechanismen, denen er sich anzupassen hat, hin und wieder zu umgehen.

FAZIT

Da Hermes Psychopompos die Aufgabe zufällt, die toten Seelen zum Gericht zu führen, erkennen wir in dieser Konstellation das innere Bedürfnis, über die Aggressionen Rechenschaft zu geben. Das "Jüngste Gericht" oder das "Weltgericht", bei dem die Toten Rechenschaft über ihre Vergangenheit ablegen müssen, ist ein Symbol, in dem sich die Angst der Menschen vor den Auswirkungen ihrer Handlungen ausdrückt. Diese verinnerlichte Angst ist eine unbewußte Reaktion gegen die drohende Saturn-Instanz, die Freud das "Über-Ich" nannte: Ein Normengefüge aus früh-kindlichen Erziehungsmustern, öffentlichen Meinungen und sozialer Moral, das sich wie ein mächtiger Wall gegen die persönlichen Bedürfnisse des Individuums stellt.

Angst ist zwar durchaus auch ein lebenserhaltender Instinkt und ein Sicherheitsfaktor, Angst ist aber vor allem einmal ein lebensverengendes und einschnürendes Erlebnis. Da unter Merkur/Mars die Instinkte direkt ans Denken angeschlossen sind, droht natürlich die Gefahr, dass bei entsprechendem Anstau die ausbrechenden Ängste in die Denkkanäle überlaufen. Die im Innern lauernde Gefahr zwingt in die Tat: Man glaubt sich aggressiv verhalten zu müssen, um die Kanäle "besetzt" zu halten, über die sich die unbewußten Ängste "einspeisen" könnten. Das ist natürlich ein Zirkelschluß, da der Abwehrplan, mit welchem man die Angst verhindern will, ja gerade dem Ausdruck dieser Angst entspricht: nämlich dem "Spiel der Aggressionen mit sich selbst"!

***** Venus in Trigon zu Saturn

ROTKÄPPCHEN UND DER BÖSE WOLF

Unter diesem Zeichen trägt man als Symbol die "Unvereinbarkeit von Kopf und Bauch" im Herzen, was seinen Niederschlag in vielen Gleichnissen gefunden hat. Im Märchen "Rotkäppchen und der böse Wolf" zum Beispiel reflektiert Rotkäppchen (Venus) das gefühlsmäßige Bestreben, mit der Welt der Anmut und der Liebe eine gewisse Herzlichkeit zu pflegen. Das bringt den bösen Wolf (Saturn) in Rage. Er neigt nämlich zu Eifersucht und Mißtrauen und lebt ständig im Bestreben, vor Gefühlen auf der Hut zu sein. Andererseits besteht zu Venus eine mehr oder weniger starke Anziehung, weil sie auf Gebieten, wo er sich schwerfällig und verkrampft vorkommt, Charme und Lieblichkeit verkörpert.

Natürlich meint es Saturn nicht nur böse, und sicher hat er auch gute Gründe für sein kritisches Verhalten. Der Raster, durch den er die Welt betrachtet, ist eben ein anderer, und die Erfahrungen, die er durch diesen anderen Raster von der Welt gemacht hat, sind den Erfahrungen der Venus entgegengesetzt. Wenn sich diese entgegengesetzten Erfahrungen aber in einem Menschen berühren, so sind die daraus erwachsenden Schwierigkeiten im Verkörpern der Gefühle schon vorprogrammiert. Man kann sagen, dass es Menschen unter dieser Konstellation sehr schwer fällt, ihre Liebe zu zeigen, weil ihr Abwehrmechanismus ("Das Mißtrauen des Wolfes") gleichzeitig immer mitangesprochen wird. Sie sind also gleichermaßen immer auf der Hut, wenn sie Liebe verspüren, oder umgekehrt wird ihr Abwehrmechanismus immer mit ausgelöst.

FAZIT

Dieser Abwehrmechanismus verkörpert die von Saturn symbolisierte Wahrheitsfindung, welche die von Venus vertretenen Gefühle ihrer emotionellen Darstellung entkleidet und bis auf die Strukturen reduziert. (Das Resultat ist allerdings erstaunlich und verhilft dem bösen Wolf als dem verdrängten Teil der lieben Großmutter in der Projektion von Rotkäppchen zu einer gewissen Sympathie.) Danach können Gefühle eine Sache nicht so sehen, wie sie ist, sondern nur in dem Maße, wie hierzu Bereitschaft besteht.

Wenn wir jetzt voraussetzen, dass der unbewußte Mensch nicht in der Lage ist, diese Gedankengänge zu verfolgen, er dem Resultat dieses Wirkens aber trotzdem unterworfen ist, dann begreifen wir, wie unbeholfen sich ein Venus/Saturn-Individuum vorkommt, wenn es in der Welt auf die Gefühle trifft, denen es gelöst und völlig unbeschwert nicht zu begegnen weiß.

Denn im Alltag werden wir vielen Menschen begegnen, die einerseits ihre Gefühle leugnen, andererseits auf die Gefühle aber nicht verzichten können und die verleugneten Gefühle so in den Stand der wirklichen Gefühle heben, was Assoziationen wie "Liebe als Pflicht" und "Treue zur Strafe" aufwirft.

**** Venus in Quadrat zu Neptun

UNDINE

Dieses Gestirn symbolisiert Undine, den weiblichen Wassergeist, die ihre unsterbliche Seele erst dann erhält, wenn sie unter den Menschen ein Opfer (Gatten) gefunden hat. Auf der allegorischen Ebene entspricht sie der lieblichen Verführerin, die aber weniger für Liebe, sondern mehr für die unerlösten Sehnsüchte in uns selber steht, und die uns wieder zu den Urquellen hinunterziehen will. Die Sehnsucht nach dem Partner wird als Wahrheit auf dem Weg zur Lösung dieser eigenen Sehnsucht erfahren, was sich in jenem Maß erübrigt, als man die Partnerprojektion erkennt. Wir müssen also bereit sein, die Projizierung zurückzunehmen und in Undine die eigene Sehnsucht zu erkennen - d.h., in der Faszination, die uns aus ihren Verschleierungen entgegenschwingt, müssen wir die eigene Sehnsucht nach Gott begreifen. Hierdurch werden wir vom inneren Zwang befreit, unsere eigenen Sehnsüchte zuerst nach außen zu projizieren und sie dort draußen als numinoses Mysterium dann wieder zurückzunehmen. Psychologisch betrachtet verkörpert Undine das unberührbare Kind, das Männer verführt (in die Tiefe lockt), aber nicht, weil es ihnen schaden will, sondern weil es aus seiner inneren Arglosigkeit nicht sieht, was es gefühlsmäßig im anderen auslöst. Sie verkörpert das aus den Tiefen der Mütter geborene und mit den Zielen der Väter verknüpfte Gottesbild, das nicht die Antworten auf die Rätsel des Lebens, sondern eher ein noch nicht gereiftes, an regressiven Mustern orientiertes, sehnsuchtsvoll- romantisches Streben zum Göttlichen darstellt.

FAZIT

Die Tochter der Fluten repräsentiert das Bild der Seele, die vertrieben von den Gestaden des Alltags in den Gewässern des Unbewußten träumt. Neptuns Drang nach absoluter Freiheit (die man nur noch mit Auflösung und Abstreifung alles Irdischen umschreiben kann) verbindet sich mit Venus zu einer Passivität, die sich bis zur Aufgabe des persönlichen Egos auswachsen kann. Das führt natürlich zu Verwirrungen, weil Neptun die sinnliche Venus auf die Unendlichkeit der inneren Welt abstimmt, was im Alltag zu überzogenen Erwartungshaltungen, irrealen Liebesverstrickungen, pseudospirituellen Egospielereien und ich-zersetzenden Neurosen führt. Wie sagt doch Kühleborn, der Erlkönig, wenn er aus dem Nichts aufsteigt und in der Gestalt Undines den Träumer in die Tiefe lockt: "Du mußt erst sehen, um zu träumen, und dann mußt du im Traum nach dem Gesehenen suchen! Du mußt zuerst den Schatten suchen, damit du in den Träumen sein Licht findest. Gleichzeitig mußt du dich vom Schatten lösen und von der Sonne träumen, um den Schatten zu erkennen, denn womit vermagst du zu erkennen, wenn es nichts gibt, womit du zu erkennen vermagst? Das Ungesehene, das sich jetzt selbst sieht, das sich im eigenen Blick verliert und im Verlieren wiedersieht - ist Nichts!"

*** Venus in Quadrat zu Jupiter

DAS MÄRCHEN VOM SCHLARAFFENLAND

"Hört zu, ich will euch von einem guten Lande sagen, dahin würde mancher auswandern, wüßte er, wo selbes läge. Aber der Weg dahin ist weit für die Jungen und für die Alten, denen es im Winter zu heiß ist und zu kalt im Sommer. Diese schöne Gegend heißt Schlaraffenland, da sind die Häuser gedeckt mit Eierfladen, und Türen und Wände sind von Lebzelten und die Balken von Schweinebraten. Um jedes Haus steht ein Zaun, der ist von Bratwürsten geflochten und von bayerischen Würsteln, die sind teils auf dem Rost gebraten, teils frisch gesotten, je nachdem sie einer so oder so gern ißt. Alle Brunnen sind voll Malvasier und andrer süßer Weine, auch Champagner, die rinnen einem nur so in das Maul hinein, wenn er es an die Röhren hält. Auf den Birken und Weiden wachsen die Semmeln frischbacken. Und unter den Bäumen fließen Milchbäche; in diese fallen die Semmeln hinein und weichen sich selbst ein für die, die gern einbrocken. Die Fische schwimmen in dem Schlaraffenlande obendrauf auf dem Wasser, sind auch schon gebacken oder gesotten und schwimmen ganz nahe am Gestade. Auch die Spanferkel laufen gebraten umher, und jedes trägt ein Tranchiermesser im Rücken, damit, wer da will, sich ein frisches saftiges Stück abschneiden kann. Die Käse wachsen in dem Schlaraffenlande wie die Steine, groß und klein; die Steine selbst sind lauter Taubenkröpfe mit Gefülltem, oder auch kleine Fleischpastetchen. Im Winter, wenn es regnet, so regnet es lauter Honig in süßen Tropfen, da kann einer lecken und schlecken, dass es eine Lust ist. Und wenn es schneit, so schneit es klaren Zucker. Und wenn es hagelt, so hagelt es Würfelzucker, untermischt mit Feigen, Rosinen und Mandeln. Nun wißt ihr des Schlaraffenlandes Art und Eigenschaft. Wer sich also auftun und dorthin eine Reise machen will, aber den Weg nicht weiß, der frage einen Blinden. Aber auch ein Stummer ist gut dazu, denn der sagt ihm gewiß keinen falschen Weg. Um das ganze Land herum ist aber eine berghohe Mauer von Reisbrei. Wer hinein oder heraus will, muß sich da erst überzwerg durchfressen."

(Ludwig Bechstein)

FAZIT

Der tiefere Sinn dieser Glückskonstellation liegt wohl darin, den inneren Frieden und die kosmische Übereinstimmung nicht wegen des äußeren Glücks, sondern trotz dieses Glücks, sozusagen "durch das Glück hindurch" zu empfinden. Man muß das äußere Glück bis zur Neige leeren, bis man spirituell an diesem Glück stagniert. Wenn Glück und Harmonie der Zielpunkt sind, werden Differenzen ausgeschlossen, die allein zur Weiterentwicklung führen. Aber ohne Differenzen gibt es keine Entwicklung, und Nicht-Entwicklung führt zum Stillstand!

Erst das Erkennen, dass das wirkliche Glück kaum innerhalb dualer Grenzen zu finden ist, schenkt Erlösung, und in diesem Licht begegnet uns Venus/Jupiter als Aufforderung, das Gleichgewicht zu entwickeln und das Glück nicht nur einseitig in Wohlstand und Harmonie zu suchen. Genuß und Luxus werden schal, wenn sie von den Wirbeln der Konflikte nicht bewegt werden, genauso wie das Wasser fault, wenn es von den peitschenden Stürmen und den unterirdischen Strömen nicht mehr durchquirlt werden kann.

***** Mars Spiegelpunkt zu Saturn

DER VATERMORD

In der patriarchalischen Tradition opfert sich der Held immer dem Vater, den er gleichzeitig bekämpft, denn der männliche Gott erkennt nur eine höhere männliche Kraft an, die er gleichzeitig anfechten kann. Der Sohn will, ja muß vom Vater bestraft werden, damit er sich in einem Akt der Rache für die Bestrafung durch den Vater über diesen erheben und sich dadurch von ihm ablösen kann. Er muß den Vater ins Unrecht setzen, damit er ihn - folgerichtig und gerechtfertigt - dann umbringen kann. Ohne dass er sich dessen bewußt ist, hält er den karmischen Kreislauf von Ursache und Wirkung dadurch in Bewegung. Ja, man kann es auch so sehen, dass Mars die karmische Aufgabe hat, voranzutreiben, was Saturn zu hemmen bestrebt ist, damit sich das Schicksal auch im Scheitern der erstreben Ziele erfüllen kann. Sigmund Freud hat diesen innerpsychischen Vorgang als Konsequenz des ursprünglichen Inzest-Verlangens des Sohnes gegenüber der Mutter gedeutet, der dafür seine Bestrafung durch den Vater fordert, um ihn aus Rache dann umbringen zu können. In der Rebellion gegen sich selbst und durch die Tötung des Vaters verliert er zunächst die Verbindung zum eigenen Selbst. Nachdem er im Kraftfeld von Ursache und Wirkung in die immerwährende Drehung des Schicksalsrades eingespannt schließlich die Voraussetzungen seiner Situation erkannt hat, kehrt er eines Tages, von seinen Schuldgefühlen geplagt, zurück, um sich selbst zu opfern. Denn umgekehrt muß der Vater, der sich im Sohn erneuern will, sich dem Sohn auch in den Weg stellen. Das entspricht mythologisch dem Bad im Jungbrunnen, durch das der Vater erlöst und der Sohn zum Vater wird. Mars/Jupiter symbolisiert die Transformation des Vaters, der sich in den jungen Prinzen verwandelt und durch die Vermählung mit der eigenen Tochter zum neuen König wird, Mars/ Saturn den ewigen Zerstörer, der auf der aggressiven Stufe der Pubertät steckengeblieben ist, weil er sein inneres Vaterbild nicht finden kann.

FAZIT

Da Mars für die körperliche Durchsetzung und die Sexualität des Mannes steht, Saturn aber für die Hemmung und Verkrampfung, so läßt sich aus dieser Verbindung (als Kompensation der blockierten Männlichkeit) ein sado-masochistisches Verhalten erwarten. Dieser Aspekt gibt dem Mann als Reaktion seiner Umwelt zu verstehen, dass er nicht vollwertig ist. Exakter: Der Mann ist nur bereit, als Reaktion auf sein Verhalten aus der Umwelt zu entnehmen, dass er seine fehlende Männlichkeit zu kompensieren habe, weil er erst durch den Widerstand zu seiner wahren Leistung findet.

Gleichzeitig ist es natürlich nicht die Absicht von Mars/Saturn, den Mann über den Weg der Überkompensation in seiner Männlichkeit zu bestätigen. Dieses Manöver ist im Gegenteil ein raffinierter Umweg zu dem wirklichen Ziel, ihn sein Scheitern gerade im Gelingen seines Verhaltens erfahren zu lassen. Denn alle Arten von Kraftmeiereien, die zur Krönung ihrer Verdrängung die Unterwerfung des Gegners verlangen, lassen plötzlich Frustration aufkommen, wenn der Betreffende spürt, dass die Aufwendungen in gar keinem Verhältnis zum Ertrag (Lustgewinn) stehen. Wenn er spürt, dass er vor lauter Anstrengungen das eigentliche Ziel aus den Augen verloren hat.

Die saturnische Komponente möchte den marsischen Teil zu der Einsicht bringen, dass das eigentliche Kampffeld nicht das Anrennen gegen äußere Widerstände ist, sondern das Erreichen einer inneren Stärke, um die Dinge ganz bewußt geschehen zu lassen! Das Gewalttätige, Explosionsartige in der Disposition dieses Aspektes ist offenkundig und wird zu Affekthandlungen, Unfällen oder akuten Krankheitsausbrüchen führen, wenn diese inneren Spannungen nicht durch Einsichten und entsprechende Reife aufgefangen werden können.

*** Jupiter in Opposition zu Neptun

DER NUMINOSE GOTT

Jupiter symbolisiert das innere Bild jenes von uns in die Außenwelt übertragenen Gottes (Wotan, Zeus, Gottvater), der die Notwendigkeit aufzeigt, jenes Unfaßbare in uns dadurch zu erfassen, dass wir es in menschliche Formen gießen und nachher anbeten. Neptun hingegen steht für das Unsagbare selbst, das Jupiter zwar darstellen möchte, das im Grunde unserem menschlichen Bewußtsein in seiner unvorstellbaren Größe aber unerfahren bleibt.

Aus der Sicht des Mystikers gesprochen: Jupiter/Neptun ist hier der unzerstörte Teil der Erinnerung an das kosmische Bewußtsein oder jener Splitter göttlicher Sehnsucht, der im Menschen inkarniert ist. Fast jeder Mensch hat irgendwann einmal die Erfahrung gemacht, dass etwas Größeres und Mächtigeres durch ihn hindurchwirkt, als er sich gewöhnlich vorzustellen wagt, und dass dieses Etwas aus dem seelischen Hintergrund heraus seine Pläne, Absichten und Ziele bestimmt. Diese Kraft ordnet er nicht dem Mutteraspekt der Natur zu, sondern er bezeichnet sie als "Willen" oder "Geist": "Gott ist Nichts. Nicht dass er ohne Sein wäre. Er ist ein weiseloses Sein, eine seiende Nichtheit." (Meister Eckehart) - Aus diesem Grunde gibt es keinen Anfang und kein Ende; alle Formen von Entwicklung existieren gleichzeitig, getrennt nur durch das Raum/Zeit-Verständnis unseres Bewußtseins, denn Jupiter und Neptun tragen in sich das Ende, das seine Erfahrungen aus der Zukunft in die Vergangenheit einprägt: So sind sie nicht nur Höhepunkt und Ende des universalen Lebenszyklus, sondern auch der Funke, in dem schon wieder der Keim zu einer neuen Leuchtspur des Lebens glüht. Sie ermöglichen es uns, aus der Zeit herauszutreten und unseren Geist im seligen Reigen mit Gott zu erleben.

FAZIT

Für unseren bewußten Verstand tönen solche Schalmeienklänge außerhalb der Polaritäten der strukturierenden und formgebenden Gegensätze jedoch schrecklich. Fast könnte man vermuten, dass es sich bei dieser Gottesvorstellung um die Kristallisierung eines sichtbaren Lebenszieles handelt, um unserem Erdendasein einen Sinn zu geben, denn Jupiter und Neptun verleihen eine grenzenlose Phantasie, die in allen Bereichen der Kunst und Kreativität ihren Niederschlag findet. Menschen unter ihrem Einfluß reagieren in ihrem Gefühlsleben sehr sensibel und neigen zu einer schwärmerischen Ekstase mystischer Versenkung. Dabei sind ihre Glaubensvorstellungen seltsam verzerrt. Ihre religiöse Sentimentalität läßt sie an Zeremonien und Mysterien großen Anteil nehmen: sie lieben das Empfinden kindlichen Versinkens in einer Woge kollektiven Gefühls, das nicht selten zu einem Wahn ausartet, wenn es sich zur kultischen Anbetung eines spirituellen Meisters ausweitet. Dabei kann es sich um die Projektionen eigener Verdrängung handeln. Sie fühlen sich selbst als Auserkorene, die zu den höheren Weihen zugelassen sind.

* Jupiter in Trigon zu Pluto

ZEIT UND EWIGKEIT

Plötzlich ging die Türe auf. Eine Lichtgestalt trat auf mich zu. Sterne breiteten sich aus im Zimmer. Ich fragte sie: "Wer bist du?"

Eine Stimme sprach: "Wer ist hier 'du'? Du bist aus dir herausgegangen, weil du dich selber nicht in dir gefunden hast ... - ich aber bin in dich hereingekommen, weil ich mich draußen nicht erkannt habe!"

Ich schrie: "Und wie bist du hereingekommen?"

"Ich bin durch dich hindurchgekommen!"

"Was heißt das: 'Ich bin durch dich hindurchgekommen?'"

"Das heißt: dass ich durch die Tür gekommen bin!"

"Wenn du aber durch die Tür gekommen bist: Wie kannst du dann durch mich selber kommen?"

"Indem du die Türe selber bist!"

"Dann zeig mir diese Tür ...!" - schrie ich empört. Mich nervte seine kalte Art.

"Die Frage aller Fragen gilt der Tür", hörte ich ganz leise sagen und jemand blickte mich mit sanften Augen an, "die sich dem Blick entzieht, weil dieser Blick sie selber ist. Doch wer die Antwort selber wäre, könnte auch die Frage nicht erkennen, wie man sein eignes Auge ja ohne Spiegel auch nicht sieht. Erst wenn sich deines hier in meinem findet, lernst du erkennend deinen Doppelblick zu trennen, wo Gott aus Menschen durch die Türe findet, durch die der Mensch in Gott einkehrt: Ich bin das Auge ... - doch der Blick bist du!"

(Akron, Die Fünfte Wand)

FAZIT

Unter dieser Konstellation richten wir uns nicht mehr nach äußeren Dingen, sondern nach unserer inneren Autorität. Erkenntnis wird als geistige Individualität empfunden; man strebt nach einem autonomen Denken, das sich selber Gesetz ist. Es ist der Ruf Jupiters, aufzubrechen und alle menschlichen Räume zu entdecken, denn diese Reise ist gleichzeitig der Weg, sich lebendig zu fühlen und das Leben in Übereinstimmung mit dem Ewigen zu bringen.

Wir beschäftigen uns daher mit dem Erkennen von Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten, also mit dem, was die Esoterik "die Erkenntnis der großen Weltgesetze" nennt. Um diese Erfahrungen aber in unsere Realität zu übertragen, müssen wir die inneren Ahnungen, die sich dem unmittelbaren Erfahren durch die Sinne entziehen, in verständliche Bilder übertragen, ohne zu vergessen, dass die Bilder, mit denen wir zu tun haben, nur die persönliche Übertragung überpersönlicher Wahrheiten sind.

Es ist also durchaus legitim, die "unvorstellbare Wahrheit" in Bilder zu fassen, solange wir uns bewußt sind, dass wir nie mehr als das Bild erfahren, das den faßbaren Teil dieser Wahrheit ausmacht. Damit können wir auch gleich erkennen, dass wir Menschen es kaum jemals mit Wahrheit, sondern immer nur mit dem faßbaren Teil der Wahrheit zu tun haben, der sich in der Symbolik unserer Bilder ausdrückt. Man könnte diese Konstellation als kennzeichnend für das menschliche Bestreben bezeichnen, Bilder zu schaffen und sie als Symbol des Ewigen zu betrachten.


**** Saturn in Quincunx zu Neptun

DIE AUFERWECKUNG DES MENSCHEN

In Wahrheit unsterblich ist nur der erwachte Mensch; Sonnen und Götter vergehen - er allein bleibt und kann alles vollbringen, was er will. Über ihm ist kein Gott. Nicht umsonst heißt unser Weg: ein heidnischer Weg. Was der Fromme für Gott hält, ist nur ein Zustand, den er erreichen könnte, wenn er fähig wäre, an sich selbst zu glauben - so aber zieht er sich in unheilbarer Blindheit eine Schranke, die er nicht zu überspringen wagt - er schafft sich ein Bild, um es anzubeten, anstatt sich darein zu verwandeln. Willst du beten, so bete zu deinem unsichtbaren Selbst; es ist der einzige Gott, der Gebete erhört: die anderen Götter reichen dir Steine statt Brot. Unglücklich die, die zu einem Götzen beten und ihr Flehen wird erhört: sie verlieren dadurch ihr Selbst, da sie nie wieder zu glauben vermögen, dass nur sie selber es waren, die sich erhört haben. Wenn dein unsichtbares Selbst als Wesenheit in dir erscheint, so kannst du es daran erkennen, dass es einen Schatten wirft: Ich wußte auch nicht früher, wer ich bin, bis ich meinen eignen Körper als Schatten sah. Eine Zeit, in der die Menschheit leuchtende Schatten werfen wird und nicht mehr schwarze Schandflecken auf die Erde wie bisher, will dämmern, und neue Sterne ziehen herauf. Trag du auch dazu bei, dass Licht wird!

(Gustav Meyrink: Das Grüne Gesicht, Ausgabe Knaur Taschenbuch)

FAZIT

Saturn und Neptun zeigen die Tendenz, sich mit letzten Fragen zu beschäftigen, denn Neptun läßt das Interesse für das Ewige aufscheinen, während sich Saturn als Gefäß zur Aufnahme und Abgrenzung dieses Ewigen anbietet. Künstler können sich unter diesem Aspekt als die Empfänger einer gottähnlichen Kraft erfahren, die wahrscheinlich nichts anderes als die Umsetzung einer hohen inneren Inspiration darstellt. Je empfänglicher das Naturell des Nativen für die höheren Schwingungen ist, desto mehr kann er in die tiefen Schichten dieses Aspektes eintauchen und sich den Weisheiten der Mütter in den Brunnenstuben des Unbewußten hingeben. Damit öffnen sich dem Geborenen neue Ausblicke: Er kann seinen Blick in die kosmischen Weiten des Ewigen eintauchen und sich trotzdem seines Ausgangspunktes im Weltlichen bewußt sein.

Doch in der Welt des materiellen Alltags vermag Saturn die neptunische Komponente nur sehr schwer zu integrieren, und so reiht er sie meistens als ein Bild des noch anzustrebenden oder schon selbsterfahrenen Ewigen in das Inventar seiner Weltvorstellungen ein. Da die innere, eigene Welt nun also im Nicht-Realen wuchert, schafft er ihr ein geeignetes Gefühlsreservat. Es ist dies das Träumen im Entschweben, um sich der Wahrheit zu versichern. Man entzieht seine Seele den Straßen des Lebens, um allein und einsam in lichten Höhen ohne Anpassungszwänge die eigene Ewigkeit zu fühlen und ruft sich zum Erlöser aus. Das kann zu unbewußtem Größenwahn jetzt führen. Oder zur Flucht aus dem bewußten Leben durch Drogen oder Alkohol.


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"Astrologie-Handbuch, Charakteranalyse und Schicksalsdeutung",

erschienen im Hugendubel/Kailash-Verlag (ISBN 3-88034-798-0).

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